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Vischer Daniel · Nationalrat · 2006-09-20

Vischer Daniel · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2006-09-20

Wortprotokoll

Wir ersuchen Sie auch, den Antrag der Minderheit I (Bruderer) zu unterstützen. Beim Antrag der Minderheit II (Meyer Thérèse) scheint mir die untere Grenze zu tief angesetzt, sie müsste über dem Altersjahr 40 liegen.

Worum geht es? Es ist klar, Stipendien erhalten erstens nur Leute, welche die Voraussetzungen für ein Studium erfüllen, und zweitens erhalten sie Stipendien nur in einem begrenzten Rahmen. Aber warum soll jetzt das Alter limitiert werden? Dafür gibt es keinen einsehbaren Grund. Wir leben ja im Zeitalter des Slogans des permanenten Lernens und des permanenten Wandels. Ich höre all die CEO, die uns täglich verkünden, das Lernen höre nie auf - oft merkt man nicht viel davon. Aber fördern wir es doch. Warum machen wir heute Schranken genau in dem Bereich? Warum errichten wir eine Schranke, die in klarer Weise gegen den Trend ist?

Es spricht aber auch noch etwas anderes gegen Altersgrenzen. Ich bin in einem gewissen Sinne immer noch ein Anhänger eines Systems von Bildungsgutscheinen. Jeder Mensch hat das Recht - wenn er die Anforderungen erfüllt und keine anderen Mittel hat -, Zuwendungen zu erhalten, und dies ist auch im Interesse der Öffentlichkeit. Ich habe das vorher schon gesagt: Es ist ein Geben und Nehmen, die Studien müssen eben so ausgerichtet sein, dass die Öffentlichkeit davon profitiert. Nun gibt es ein paar Einfältige, die meinen, die Öffentlichkeit profitiere von Studien nur dann, wenn sie sogenannt erwerbszweckgebunden sind. Dabei sind die meisten Erfindungen per Zufall entstanden, nicht in Bereichen wie einem Laboratorium eines Unternehmens. Deswegen ist es nicht gesagt, in welchem Alter die Menschen am meisten lernfähig sind. Nun kann es sein, dass man in irgendeinem Bereich zwischen 40 und 50 eine Grenze zieht. Lassen wir das offen.

Nur der Antrag der Minderheit I (Bruderer) gibt die heute nötige Flexibilität, etwas zu regeln, das einer Regelung bedarf. Schreiten wir also zu dieser Minimalharmonisierung, sie ist dringend notwendig und für einmal auch dem Zeitgeist entsprechend.