Vischer Daniel · Nationalrat · 2006-09-20
Vischer Daniel · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2006-09-20
Wortprotokoll
Auch die Grünen schliessen sich den Vorrednern respektive der Vorvorrednerin an. Wir sind im tertiären Bereich im Rahmen des NFA für eine materielle Stipendienharmonisierung. Ich finde es ein bisschen ein gesuchtes Argument, zu sagen, der NFA sei nicht der Ort, dies zu regeln, denn in der Tat wurden ja Vertröstungen gerade mit Bezug auf den Erlass des NFA gemacht. Ich glaube, wir müssen ein bisschen dezisionistischer werden und dann entscheiden, wenn Entscheide anstehen; und heute ist ein Tag, an dem wir entscheiden können.
Ich bin kein grosser Anhänger des Bologna-Modells - in diesem Saal gibt es viele -: Da wird harmonisiert; wir haben jetzt gewissermassen die schöne, angelsächsisch ausgerichtete Europa-Universität, in der alles vorgeschrieben ist, aber wir sind in diesem Ländchen nicht einmal in der Lage, beim Stipendienwesen eine gewisse Einheitlichkeit durchzusetzen. Dies halte ich, mit Verlaub gesagt, für stossend und nicht gerade zeitgemäss. In diesem Sinne ist der Antrag der Minderheit II (Stump) eigentlich eine Minimalanforderung an das, was heute normiert werden muss; und in diesem Sinne bitten wir Sie, diesen Antrag zu unterstützen.
Wir müssen gewisse Pflöcke einschlagen. Wir werden das auch bei anderen Minderheitsanträgen noch untermauern. Die ganze Stipendienfrage ist nicht irgendeine Dutzendangelegenheit, die auch noch nebenbei ein Thema sein könnte, sondern sie betrifft die Zukunft der Erfindungswerkstätte dieses Landes. Ich bin dafür, dass die Universitäten wieder zu dem werden, was sie mal waren und sein sollten: zu einem Hort innovativen Erfindungsreichtums. Dazu müssen wir den Leuten, die dort sind, denen, die es brauchen, auch die nötigen finanziellen Grundlagen zustupfen. Unter zehn Kosovo-Albanern und zehn Schweizern - ich sage es immer wieder - gibt es potenziell gleich viele Genies. Schauen wir, dass wir von allen Gruppen in diesem Lande das Bildungsreservoir anzapfen, das heisst die Genies fördern können. Vor dreissig Jahren redeten wir vom Sputnik-Schock; heute sind wir vor einer ähnlichen Herausforderung. Wir müssen schauen, dass die Öffnung grösser und die Chancengleichheit verbessert wird. Das Stipendienwesen ist ein zentraler Bestandteil davon.