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Widmer Hans · Nationalrat · 2006-09-27

Widmer Hans · Nationalrat · Luzern · Sozialdemokratische Fraktion · 2006-09-27

Wortprotokoll

Herr Bundesrat Blocher hat in seinem Eintretensvotum gesagt, man müsse aufpassen, wie man seine Interessen vertrete, das gelte sowohl für links wie für rechts. Deswegen möchte ich auch meine Interessenbindung hier zuerst kundtun und dann vor allem auch darum bitten, dass nicht nur Herr Vaudroz, sondern auch Herr Borer als Kommissionssprecher allenfalls, wenn er das will, seine Interessenbindung im Zusammenhang mit Waffen kundtut.

Meine Interessenbindung ist sehr einfach: Ich war kein guter Schütze, ich war Soldat und hatte zwangsweise meinen "Charscht", wie man sagt, im Schrank, bis ich fünfzig war. Damit war ich natürlich über das Obligatorische bei einem Schiessverein zwangsorganisiert, damit ich mein Obligatorisches in einem geordneten und geschützten Rahmen absolvieren konnte. So weit meine Interessen.

Nun aber ernsthaft, sehr ernsthaft: Heute vor fünf Jahren, ganz genau heute vor fünf Jahren waren wir in Bern. Peter Hess war Präsident, und ich hatte gerade einen Auftritt, und dann hiess es: Sofort ans Telefon, in Zug ist ein Massaker passiert. Peter Hess wurde kreidebleich, und es gab dann einen Unterbruch der Sitzung. Damals hat man gesehen, wie gefährlich der Missbrauch einer Waffe sein kann. Das war genau auch eine solche Waffe, und in der Folge hat dann die bürgerliche Regierung von Zug in der Vernehmlassung zu diesem Gesetz, wie Herr Lang das gesagt hat, ein Verbot genau dieses Waffentyps verlangt. Es wäre eigentlich wunderschön, wenn man aus Respekt vor einem national bedeutsamen Ereignis auch etwas lernen würde. Erfahrungen sind wichtig, Erfahrungen dürfen und sollen auch die Gesetze beeinflussen.

Ich bitte Sie aus einer ernsthaften Reflexion heraus, den Antrag der Minderheit Lang zu unterstützen.