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Hubmann Vreni · Nationalrat · 2007-09-19

Hubmann Vreni · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-09-19

Wortprotokoll

Zuerst möchte ich allen, die hier lautstark von Kostenexplosion gesprochen haben, antworten: Bleiben wir doch bei den Fakten. Die Komplementärmedizin betrifft 0,134 Prozent der Gesundheitskosten - 0,134 Prozent! Das ist ein winziger Anteil der Gesamtkosten. Ihre Wirkung aber übersteigt diesen Prozentsatz bei Weitem. Aus meinem eigenen Bekanntenkreis könnte ich Ihnen zahlreiche Beispiele zitieren, in denen schwerkranken Menschen mit Komplementärmedizin geholfen werden konnte. Massnahmen und Heilmittel der Komplementärmedizin brachten ihnen spürbare Erleichterung und eine Verbesserung der Lebensqualität. Ich denke, alle unter Ihnen kennen solche Beispiele.

Was die Initianten verlangen, ist deshalb sehr wichtig: eine enge Zusammenarbeit von Schul- und Komplementärmedizin. Diese sogenannte integrative Medizin wird die Bedürfnisse der Bevölkerung optimal abdecken. Es ist auch wichtig, dass wir die traditionellen Heilmittel weiterhin dort einsetzen können, wo sie nötig sind. Nutzen wir das Wissen und die Kenntnisse unserer Grossmütter und Urgrossväter. Damit sparen wir auch Kosten; das hat Frau Teuscher vorhin bereits eingehend ausgeführt. Es ist zynisch, Leistungen der Komplementärmedizin aus der Grundversicherung auszuschliessen. Denn es gibt viele Leute, die sich keine Zusatzversicherung leisten können. Gerade sie aber nutzen gerne und häufig Leistungen der Komplementärmedizin, und dies mit Erfolg. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir die Möglichkeit schaffen, dass auch Hersteller von kleinen Mengen von Heilmitteln ihre Produkte zulassungsfrei produzieren können. Dazu bedarf es einer Ergänzung des Heilmittelgesetzes. Die Komplementärmedizin leistet aber auch einen wichtigen Beitrag an die Prävention. Anstatt die Kosten der Selbstbeteiligung in der Krankenversicherung, anstatt die Franchise und den Selbstbehalt weiter zu erhöhen - hier zitiere ich unseren Gesundheitsminister -, "um die Leute daran zu hindern, wegen jeder Bagatelle zum Arzt zu rennen", täten wir gut daran, mehr Geld in die Prävention zu investieren. Damit sparen wir nämlich Kosten. Auch auf diesem Gebiet leistet die Komplementärmedizin ihren Beitrag.

Zum Schluss noch ein Wort zum Vorwurf der Scharlatanerie: Er ist hier absolut unzutreffend. Die Initiative verlangt ja gerade, dass die Sicherheit für die Patientinnen und Patienten garantiert wird. Dafür sorgen die Überwachung durch die Behörden, die Qualitätssicherung, die eidgenössischen Diplome und kantonalen Zulassungsbestimmungen für nichtärztliche Fachleute sowie die Überwachung der Heilmittelproduzenten.

Aus all diesen Gründen befürworte ich diese Initiative. Sie schafft die Basis für eine zukunftsorientierte und sozial gerechte Gesundheitspolitik.