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Stump Doris · Nationalrat · 2007-09-19

Stump Doris · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-09-19

Wortprotokoll

Die SP-Fraktion unterstützt die Minderheit I (Widmer) und lehnt die von der SVP-Fraktion im Antrag der Minderheit II (Pfister Theophil) beantragte Kürzung des Zahlungsrahmens entschieden ab.

Der zusätzliche Bedarf der Universitäten ist längstens ausgewiesen und wird in der Botschaft eigentlich auch anerkannt. Einerseits erhielten die Universitäten in der letzten Vierjahresperiode wegen der Sparprogramme viel weniger Geld, als wir ihnen ursprünglich zugesprochen hatten. Sie erhalten zum Beispiel im Jahr 2007 rund 100 Millionen Franken weniger, als ursprünglich beschlossen wurde, und dies, obwohl die Zahl der Studierenden in den letzten vier Jahren um über 10 Prozent zugenommen hat.

Andererseits waren die Universitäten in der letzten Botschaft angehalten worden, die Professuren auszubauen und die Betreuungsverhältnisse zu verbessern. In der neuen Botschaft wird dargelegt, wie prekär die Betreuungsverhältnisse an den Universitäten heute sind. Herr Pfister Theophil, es ist nicht nur so, dass sie nicht optimal sind - sie sind katastrophal. Es wurde bereits angedeutet: Heute sind 61 Studierende pro Professur ausgewiesen, an den juristischen Fakultäten sind es sogar über 70 Studierende, und auch in den Sozialwissenschaften sind es über 70 Studierende pro Professur. Auch wenn Mittelbauleute angestellt wurden, sind die Betreuungsverhältnisse noch lange nicht optimal.

Die Botschaft hält fest, dass unter diesen Umständen die Qualität der Lehre und Forschung an den Schweizer Universitäten in einer Reihe von Fächern und insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften nicht mehr gewährleistet ist. Mir wurde am Rande der Kommissionssitzung mitgeteilt, dass in gewissen Fächern keine Seminararbeiten mehr geschrieben werden müssten, weil die Kapazität für deren Korrektur nicht vorhanden sei. Da wundert es mich nicht, dass die Schweizer Universitäten zumindest in diesen Fächern international nicht konkurrenzfähig sind.

Die zusätzlichen Mittel sind nötig, weil die Qualität an den Universitäten gewährleistet werden muss. Mit den heutigen Zuständen kann sie nicht gewährleistet werden. Die zusätzlichen Mittel sind berechtigt, weil der Bund den Universitäten nicht Ziele setzen kann - zum Beispiel die Verbesserung der Betreuungsverhältnisse -, ohne die zur Erreichung dieser Ziele notwendigen Mittel zuzusprechen.

Ich bitte Sie deshalb, dem Antrag der Minderheit I (Widmer) zuzustimmen.