Stump Doris · Nationalrat · 2007-09-19
Stump Doris · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-09-19
Wortprotokoll
Im Namen der Minderheit II beantrage ich die Erhöhung des Zahlungsrahmens um rund 121 Millionen Franken, dies gemäss unserem Konzept der Erhöhung des Gesamtkredites um 8 Prozent statt um 6 Prozent. Das war immer der Antrag der SP-Fraktion und insbesondere der Beschluss des Nationalrates; wir haben im Herbst letzten Jahres in Flims eine entsprechende Motion angenommen.
Neben der grundsätzlichen Erhöhung der Beiträge im ganzen Bereich unterstützen wir insbesondere die Institutionen der Forschungsförderung. Der Schweizerische Nationalfonds ist das wichtigste Instrument des Bundes zur Förderung der Grundlagenforschung. Mit diesen Geldern können Universitäten und ETH ihre Forschungsarbeiten vorantreiben und sich auch international profilieren - nicht umsonst haben die ETH international einen sehr guten Ruf. Mit den Geldern des Nationalfonds wird dafür gesorgt, dass die schweizerische Grundlagenforschung international wettbewerbsfähig ist. Es geht dabei nicht vor allem um die Anwendbarkeit in der Industrie, sondern es geht um Grundlagen, also um Forschungsleistungen, die von der Industrie nicht so vorangetrieben werden. Es wird aber auch dafür gesorgt, dass der wissenschaftliche Nachwuchs genügend gefördert wird. Da hat der Nationalfonds eine ganz wichtige Aufgabe. Insbesondere hat er auch den Auftrag, dafür zu sorgen, dass der Frauenanteil in den Wissenschaften erhöht wird. Auch dies hat gute Ergebnisse gezeitigt, nachdem der Nationalfonds auch Kriterien entwickelt hat, damit Frauen genügend gefördert werden. Dies und noch vieles mehr leistet der Nationalfonds mit einer sehr schlanken Verwaltung. Lediglich 4,7 Prozent der Gesamtausgaben gehen in die Administration - dies wird man in einem anderen Land kaum finden.
Das meiste Geld dieser Vorlage geht zwar zum Nationalfonds, aber es wird auch eine weitere wichtige Institution gefördert, und zwar die Akademien der Wissenschaften Schweiz. Sie haben ihre Organisation überprüft und neu geregelt, und sie haben ihre Zielsetzungen und Aktivitäten in Absprache mit dem Staatssekretariat für Bildung und Forschung neu definiert. Die Akademien haben einen völlig anderen Auftrag als der Nationalfonds. Im Bereich der Früherkennung müssen die Akademien wissenschaftlich und gesellschaftlich wichtige Themen frühzeitig aufgreifen und bezüglich Forschungsbedarf und Ausbildung kritisch beurteilen. Das ist eine Vorarbeit für die weiteren Entwicklungen an Universitäten oder eben auch beim Nationalfonds.
Im Bereich der Ethik wird die Akademie der medizinischen Wissenschaften weiterhin einen Schwerpunkt setzen - auch das ist etwas, was niemand sonst erledigt. Bei der Technologiefolgeabschätzung, die neu auch innerhalb der Akademien der Wissenschaften betreut und auch gefördert wird, werden die Folgen der Technologieentwicklung im Auftrag des Parlamentes und des Bundesrates beobachtet. Diese Aufgaben unterscheiden sich wesentlich von jenen des Nationalfonds und sind für die weitere Entwicklung des Wissensplatzes Schweiz, aber auch der Politik sehr wichtig.
Ich bitte Sie deshalb, den Erhöhungsantrag zu unterstützen und auf jeden Fall den Kürzungsantrag abzulehnen.