Pfister Theophil · Nationalrat · 2007-09-20
Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-09-20
Wortprotokoll
Mein Minderheitsantrag betrifft das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB). Ich spreche hier gleich auch noch für die SVP-Fraktion.
Wir sind der Meinung, dass der Ausbau eines Hochschulinstitutes für Berufsbildung in diesem Umfange nicht zweckmässig ist. Ich schlage deshalb eine Kürzung der Mittel um 8 Prozent auf 100,8 Millionen Franken vor. Durch eine längere schulische Bildung bei den Lehrkräften wird der praktische, betriebliche Teil der Ausbildung geschwächt, und die theoretischen Elemente werden gestärkt. Die Kritik an der Akademisierung der Berufsbildung ist heute sehr stark. Es geht vor allem auch darum, dass Berufsleute mit Erfahrung, die Freude an der Ausbildung von Jugendlichen und die Fähigkeiten dazu haben, nicht infolge einer längeren zusätzlichen Schulung darauf verzichten müssen. So, wie die Berufsbildung selbst eine sehr kostengünstige Lösung in unserem Bildungssystem darstellt, ist auch der Wechsel von fähigen Berufsleuten in die berufliche Bildung effizient und kostengünstig. Natürlich kann man sagen, dass eine noch bessere Vorbereitung der Lehrkräfte auch zu besseren Resultaten führt. Aber gerade hier stellen wir fest, dass manche Kräfte, die sich in der Praxis bewährt haben, diese zusätzlichen Bildungsgänge wohl zu Recht als Schikane empfinden. Das EHB muss sich auf jene Bereiche beschränken, die auch aus der Sicht der Praxis akzeptabel sind und keine Selektion zugunsten der schulischen Bereiche bewirken.
In diesem Sinne ist es vernünftig, die Mittel für den Ausbau des EHB zu limitieren und damit auch dem Angebot von Lehrkräften aus der Praxis die Unterstützung zu geben. Es ist dasjenige nachträglich zu schulen, wofür ein Bedarf da ist, und nicht Dinge, die aus der Sicht der Schulen oder aus der Sicht der Ämter auch noch zusätzlich verlangt werden könnten. Im Bereich der Allgemeinbildung sind Berufsfachschulen eine willkommene Alternative für Lehrkräfte, die eine Veränderung im Umfeld anstreben. Es zählt das Resultat - und nicht der Aufwand. Daran sollten wir uns generell halten.
Ich bitte Sie, diesem Minderheitsantrag zuzustimmen.
Jetzt zum Antrag der Minderheit Galladé, den ich gleich anschliessend behandeln möchte: Die SVP-Fraktion folgt bei der Berufsbildung den Anträgen des Bundesrates. Natürlich gibt es in der Berufsbildung, wie in allen Bereichen, Wünsche, die eben aufgrund der limitierten Finanzmittel nicht vollständig zu erfüllen sind. Der Antrag der Minderheit Galladé liegt auf der Linie der generellen Ausgabenerhöhungen, und das führt dann letztlich wieder zu einer Stop-and-go-Politik. Die SVP-Fraktion lehnt dies ab. Seit die Schuldenbremse besteht, sind diese Risiken des Stop-and-go latent vorhanden. Es muss ja - das hat heute Morgen Frau Bundesrätin Leuthard gesagt - mitgeteilt werden, wo jeweils kompensiert werden kann. Wir haben die gestrige Debatte noch in Erinnerung: Wir haben gestern aufgestockt, ohne jemals zu sagen, wo wir kompensieren könnten. Wir fahren also hier wieder ganz genau in diese schwierige Situation hinein, wo letztlich die Finanzmittel nicht mehr gesichert sind. Ich empfehle Ihnen, eine sorgfältige, eine vernünftige Politik einzuhalten, wie ich das gestern auch versucht habe. Wir sollten Anträge auf Erhöhungen ohne Hinweise auf Kompensationsmöglichkeiten grundsätzlich ablehnen.