Segmüller Pius · Nationalrat · 2007-12-05
Segmüller Pius · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP/EVP/glp · 2007-12-05
Wortprotokoll
Als ehemaliger Polizeikommandant der Stadt Luzern sollte ich eigentlich für diese Initiative sein, da die Polizei mit diesen Hanfproblemen sehr viel zu tun hat, obwohl der Polizei der Drogenkonsument gegenüber dem Alkoholiker weniger Probleme aufgibt. Kollegin Teuscher hat von stundenlangen Verhören von Cannabiskonsumenten gesprochen. Dem ist sicher nicht so, wir hätten dazu gar nicht die Zeit gehabt; das ist Unwahrheit und Unsinn!
Als Vater von Jugendlichen und zwei pubertierenden Kindern ist es mir aber ein Anliegen, dass dieses Verbot weiterhin besteht, weil es Sinn macht und den Jugendlichen einen klaren Rahmen gibt. Es wurde bereits gesagt, dass die THC-Werte heute 20- bis 30-mal höher sind als noch in den Anfängen, die gewisse Vertreter des Parlamentes mitgemacht haben. Die Gefährlichkeit des Stoffes nimmt vor allem durch den Indoor-Anbau noch zu. Zudem ist der Mix von verschiedenen Suchtmitteln ein immer grösseres Problem. Es ist für mich auch ein Widerspruch, dass man einerseits den Konsum legalisieren und andererseits den Markt verbieten bzw. regulieren will. Übrigens ist es nicht vereinbar mit der Haltung vieler internationaler Organisationen, die sich klar für ein Verbot von Drogen aussprechen. Ich glaube, dass die Polizei, die Sozial- und Gesundheitsorganisationen und -institutionen stärker zusammengehen und präventiv noch mehr tun müssen; aber das Verbot muss bleiben.
Deshalb beantrage ich Ihnen zusammen mit der CVP-Fraktion die Ablehnung dieser Hanf-Initiative.