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Flückiger-Bäni Sylvia · Nationalrat · 2007-12-05

Flückiger-Bäni Sylvia · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-12-05

Wortprotokoll

Seit Anfang der Neunzigerjahre wird vor allem vonseiten der Linksparteien versucht, mit System die Drogenpolitik zu reformieren. Drogen werden verharmlost und sollen legalisiert werden. Jetzt haben wir eine Volksinitiative "für eine vernünftige Hanfpolitik mit wirksamem Jugendschutz" auf dem Tisch. Sie soll nicht nur Kauf, Besitz und Konsum von psychoaktiven Substanzen der Hanfpflanze erlauben, sondern auch Anbau, Herstellung und Handel. Zur Kontrolle soll die staatliche Bürokratie und Aufsicht ausgebaut werden.

Noch nie rauchten so viele Jugendliche Cannabis wie heute; Experten warnen, dass die Konsumenten immer jünger und viele jugendliche Kiffer zu Problemfällen werden. Die Auswirkungen des Cannabiskonsums sind unberechenbar, der THC-Gehalt hat durch gezielte Züchtungen der Hanfpflanze stetig zugenommen. Das begünstigt und verstärkt die Rauschwirkung und die Abhängigkeit. Cannabis ist ein echtes und starkes Rauschgift geworden, eine gefährliche Einstiegsdroge und alles andere als harmlos. Immer dramatischer zeigen sich auch die Auswirkungen im Strassenverkehr; besonders gefährlich wird es, wenn Cannabis mit Alkohol und anderen die Fahrtüchtigkeit beeinflussenden Stoffen kombiniert wird. Logisch wären also nur ein konsequentes Verbot von Cannabis und das deutliche Aufzeigen der Auswirkungen, der Risiken und der gesundheitlichen Gefährdung. Wir alle sollten heute bestrebt sein, den jungen Menschen gute Vorbilder zu sein, ihnen zu helfen, die Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt, zu meistern, Perspektiven aufzuzeigen, statt ihnen behilflich zu sein, mit erlaubtem Kiffen der realen Welt zu entfliehen. Deshalb müssen wir die richtigen Signale setzen. Das Leben und die Gesundheit sind wertvolle Güter; zu ihnen gilt es Sorge zu tragen.

Noch eine abschliessende Bemerkung: Sind es nicht vor allem die gleichen Personen, die sich für ein totales Rauchverbot einsetzen und mit allen Mitteln dafür kämpfen, weil Rauchen die Gesundheit gefährdet, die sich jetzt genauso vehement für die Legalisierung des Kiffens einsetzen, obwohl dessen Auswirkungen noch brutaler und schädigender sind? Was ist das für eine verkehrte Welt!

"Die Droge ist eine Schlange in unserer Gesellschaft. Und Schlangen sind geschickt, sie nehmen die Kraft aus unserer Schwäche." Das sagte einmal eine grosse Philosophin, Jeanne Hersch. Recht hat sie. Lassen wir uns nicht verführen: Lehnen wir jede Verharmlosung, jede Legalisierung der Drogen und auch diese Initiative ab.