Schenk Simon · Nationalrat · 2007-12-05
Schenk Simon · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-12-05
Wortprotokoll
Wunderbar tönt dieser Titel: "vernünftig", "wirksamer Jugendschutz" - heile Welt pur, könnte man meinen. Wenn man jedoch in Betracht zieht, was für Informationen über den Konsum von Cannabis im vergangenen Sommer durch die Presse gegangen sind, muss man die Initiative in Bausch und Bogen bachab schicken.
Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern haben erneut nachweisen können, dass der Konsum von Cannabis das Risiko für schwerwiegende psychische Erkrankungen vor allem bei jungen Menschen deutlich erhöht. Eine Forschergruppe der Universitätsklinik Zürich hat festgestellt, dass die Eintritte in stationäre psychiatrische Einrichtungen als Folge von Cannabiskonsum bei den 15- bis 24-Jährigen seit den Neunzigerjahren massiv zugenommen haben. Diese Feststellung basiert auf den Untersuchungswerten der letzten dreissig Jahre. Eine Forschergruppe der Universität Bristol hat eine ähnliche Feststellung gemacht. Sie hat 35 in den letzten Jahren veröffentlichte Studien aus Europa, den USA und Australien detailliert analysiert und miteinander verglichen. Sie ist zum Schluss gekommen, dass sich für Cannabiskonsumenten das Risiko, an einer Psychose wie Schizophrenie, Halluzinationen und Wahnvorstellungen zu erkranken, um rund 40 Prozent erhöht. Bei häufigem Cannabiskonsum erhöhe sich das Risiko gar um 50 bis 200 Prozent. Diese in namhaften Fachzeitschriften veröffentlichten Untersuchungen sind eindeutige Hinweise auf die schädigende Wirkung von Cannabis und deshalb Grund genug, die Bevölkerung und vor allem die Jugendlichen vor dem Cannabiskonsum zu warnen. Ausserdem muss wieder einmal mit aller Deutlichkeit darauf hingewiesen werden, dass die heute erhältlichen Cannabisprodukte bis zu dreissig Mal stärker und gefährlicher sind als noch vor einigen Jahren.
Zum Schluss meiner kurzen Ausführungen hier auch noch eine sehr wichtige Bemerkung aus dem Bereich des Sportes: Als Mitglied des Exekutivrates von Swiss Olympic weise ich darauf hin, dass Cannabis immerhin auf der Liste der verbotenen Substanzen steht und demzufolge für Leistungssportler verboten ist. Fast wöchentlich werden Cannabiskonsumenten als Dopingsünder entlarvt und entsprechend gebüsst. Ob Cannabis wirklich leistungsfördernd ist, darüber streiten sich die Geister. Sicher ist das nicht bei allen Sportarten gleich. Etwa in meiner Sportart Eishockey wäre es wohl eher ein Nachteil, wenn ein Sportler bekifft zu einem Spiel antreten würde und dann nicht mehr wüsste, welchen von diesen fünf Pucks, die er vor sich sieht, er nun im gegnerischen Tor versenken soll. Cannabis ist nun einmal als gefährliche Substanz bezeichnet und steht als Folge davon auf der Dopingliste. Die Sportler haben sich ohne Wenn und Aber an dieses Verbot zu halten.
Auch aus dieser Sicht gibt es nur eine Konsequenz: Nein zur heimtückisch-verführerischen Volksinitiative!