Dunant Jean Henri · Nationalrat · 2007-12-05
Dunant Jean Henri · Nationalrat · Basel-Stadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-12-05
Wortprotokoll
Cannabis, behaupten Befürworter der freizügigen Regelung, sei harmlos, mache nicht süchtig und sei auch keine Einstiegshilfe für härtere Drogen wie Heroin oder Kokain. Leider ist die Schweiz eines der Länder mit dem höchsten Cannabiskonsum bei Jugendlichen. Es scheint, dass die Hälfte aller Jugendlichen schon einmal einen Joint geraucht hat. Überdies sinkt das Einstiegsalter konstant; es liegt heute bei 14,5 Jahren. Rund 5 Prozent aller Sechzehnjährigen sind Gewohnheitskiffer. Sie haben massive Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz. Zudem leiden sie oft an Lern- und Wahrnehmungsstörungen. Fachleute schätzen, dass in der Schweiz mit Cannabis heute so viel Geld umgesetzt wird wie mit Kokain und Heroin zusammen, etwa 1 Milliarde Franken. Ein abhängiger Kiffer kommt rasch auf 400 bis 600 Franken, die er jeden Monat zur Finanzierung seiner Sucht wie auch immer auftreiben muss.
Verschiedene Studien an renommierten Universitäten in Schweden und in den USA haben ergeben, dass Cannabis trotz aller gegenteiliger Behauptungen der Liberalisierer eben doch eine Einstiegsdroge ist, die die Empfindlichkeit des Organismus gegenüber härteren Drogen verändert, und dass das Umfeld der Cannabiskonsumenten zusätzlich den Umstieg von Cannabis auf Heroin, Kokain und Designerdrogen erleichtert. Das führt dazu, dass der Gebrauch von mehr als zwei Drogen im gleichen Zeitraum weit verbreitet ist, was das Gesundheitsrisiko stark erhöht.
Sie werden in der folgenden Debatte verschiedene Redner der SVP-Fraktion hören, die die Hanfproblematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Diese Kolleginnen und Kollegen sind Erzieher, Ausbildner, Sozialpolitiker, Psychiater, Polizeibeamte, Sportverantwortliche und anderes. Sie haben alle etwas gemeinsam, nämlich dass sie mit den Schäden des Hanfkonsums direkt konfrontiert sind.
Dramatisch sind die Auswirkungen des Cannabiskonsums im Strassenverkehr. Cannabis beeinflusst die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit; er verlängert die Reaktionszeit und vermindert das Kurzzeitgedächtnis. Besonders [PAGE 1801] gefährlich wird es, wenn Cannabis mit Alkohol und anderen die Fahrtüchtigkeit beeinflussenden Stoffen kombiniert wird. Der Konsum von Rauschmitteln ist demnach nicht nur ein individuelles Problem; Drogenabhängigkeit und Drogenrausch tangieren direkt oder indirekt die persönliche Umgebung eines Drogenkonsumenten wie auch sein weiteres Umfeld, insbesondere im Strassenverkehr.
Die Auswirkungen von Cannabis sind negativ. Mit der Freigabe von Cannabis wird kein Problem gelöst. "Liberalisieren" klingt fortschrittlich und kommt bei der Jugend gut an. Das Unrechtsbewusstsein sinkt allein schon durch Liberalisierungsdebatten, wie wir heute eine führen. Überdies besteht der Verdacht, dass Cannabis als Heilmittel angepriesen werden soll, damit man nachher die Legalisierung dieses Betäubungsmittels doch noch durchbringt. Eine solche Vermischung für den legalisierten Drogenkonsum, wenn möglich mit Arztrezept und Krankenschein, ist in jedem Fall zurückzuweisen. Viel eher sind drastische Massnahmen notwendig. Cannabis darf nicht länger verharmlost werden. Das Haschischverbot muss konsequent durchgesetzt werden. In allen Lehrstätten muss eine umfassende Aufklärung über die Gefährlichkeit dieses Rauschgiftes erfolgen.
Diese Liberalisierungs-Initiative aus linken und linksliberalen Kreisen ist hier im Parlament und dannzumal auch an der Urne wuchtig abzuschmettern. Stimmen Sie dem Bundesrat zu!