Flückiger-Bäni Sylvia · Nationalrat · 2007-12-06
Flückiger-Bäni Sylvia · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-12-06
Wortprotokoll
Ich gebe Ihnen meine Interessenbindung bekannt: Ich bin Mitglied von Holzindustrie Schweiz und Mitinhaberin eines Hobelwerkes. Ich liebe den Wald, ich halte mich wöchentlich einmal im Wald auf, um mich zu erholen, aber ich kenne durch meinen Beruf auch die wirtschaftliche Seite.
Für die Holzindustrie ist die Nutzung des Waldes von grösster Bedeutung. Dazu brauchen wir Flexibilität. Nur die Nutzung des Waldes ist wirtschaftlich. "Willst du dem Walde nützen, musst du ihn nutzen" - das ist eine alte Sägerweisheit, die auch heute noch ihre Bedeutung hat. Sie zeigt die richtige Richtung in der Waldpolitik auf. Die Nutzungsfunktion des Waldes muss wieder verstärkt beachtet und angestrebt werden. Leider wurde nach Lothar der Brotbaum der Sägeindustrie, vor allem im guterschlossenen Mittelland, zugunsten des Laubholzes verdrängt - das können Sie selber nachvollziehen -, und das macht mir grosse Sorgen. Die Holzindustrie ist auf Nadelholz, vor allem aber auf die Fichte angewiesen; die Nachfrage ist gross und wird auch in Zukunft noch mehr steigen. Das ist eine Tatsache. Neben dem Naturschutz muss deshalb in unseren Wäldern auch die Nutzung den dringend nötigen Raum haben.
Wir haben ebenso eine stetig ansteigende Nachfrage nach Energieholz. Die linke Seite müsste bei ihren Forderungen gerade diesen Punkt sehr stark beachten. Deshalb benötigen wir umso mehr Flexibilität in der Waldpolitik. Es darf nicht vergessen werden, dass wir hier einen wertvollen, gesunden Rohstoff haben, den wir nutzen müssen. Viele Betriebe, viele Arbeitsplätze in der Holzverarbeitungskette sind darauf angewiesen. Eine einseitig auf Naturschutz [PAGE 1827] ausgerichtete Waldpolitik ist unvernünftig und deshalb abzulehnen. Das wäre fatal und würde auch den künftigen Generationen Probleme bereiten, denn was wir heute aufforsten, was wir heute mit unserem Wald machen, wirkt sich erst in über fünfzig Jahren aus. Blockieren wir also unsere Wälder nicht hinsichtlich der Nutzung, das wäre ein grosser Fehler. Mit der Initiative riskieren wir, dass wir den Wald eines Tages nur noch mit den Hausschuhen betreten dürfen.
Verwerfen wir deshalb die Initiative "Rettet den Schweizer Wald", und treten wir auf die Änderung des Waldgesetzes gar nicht ein.