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Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2007-06-05

Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · EVP/EDU Fraktion · 2007-06-05

Wortprotokoll

Rundstreckenrennen und insbesondere Formel-1-Rennen sind so ziemlich das Letzte, was die Schweiz jetzt dringend nötig hat. Sie leisten keinen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung und torpedieren zahlreiche Anstrengungen und Initiativen, die unser Land zum Klimaschutz, zum Energiesparen, zum Umweltschutz, zum Lärmschutz, zum Landschaftsschutz, zur Hebung der Verkehrssicherheit und zur Senkung der Zahl der Verletzten und Toten auf unseren Strassen unternimmt. Wir können auch keinen Nutzen für den Tourismus oder für die Wirtschaft im Bereich der Automobiltechnik erkennen. Die Schweiz hat sich weltweit als Destination mit interessanten, wunderschönen und abwechslungsreichen Landschaften positioniert, als Ferienland, wo es diese Landschaften zu geniessen gilt, auf einer beschaulichen Wanderung, als Alpinist, als Sporttreibender. Der Formel-1-Zirkus passt nicht in dieses Bild.

Die Schweiz ist auch nicht das Land der Automobilindustrie, das allein schon wegen einer solchen Industrie Rennstrecken haben müsste, um seine Produkte auszuprobieren und um neue Impulse für den Automobilbau zu bekommen. Vielmehr hat sich die Schweiz als Vorreiterin, als Pionierin eines vorbildlichen öffentlichen Verkehrs einen Namen in der Welt geschaffen. Zum Thema "Schweiz und Auto" kommt wohl den meisten Leuten im Ausland nur gerade das Stichwort "Smart" in den Sinn.

Zudem würden die Signale, die wir mit der Wiederzulassung von Autorennen in der Schweiz aussendeten, namentlich von unserer Jugend völlig falsch verstanden. Was die Schweiz in den nächsten Jahrzehnten weiterbringt, ist sicher nicht der lärmende, stinkende, umweltschädigende, sinnlos energie- und ressourcenverschleudernde Formel-1-Zirkus, sondern ein verantwortungsvoller, schonender, nachhaltiger Umgang der Wirtschaft und der Bevölkerung mit unserem Land und seinen Ressourcen. Im Übrigen sind wir mit Autorennen schon mehr als genug, völlig ausreichend bedient - Tag für Tag auf unseren Strassen! Es wäre töricht, noch mehr Anreize für diesen Irrsinn zu schaffen. [PAGE 647]

Unsere Fraktion lehnt in Übereinstimmung mit dem Bundesrat und seinen einleuchtenden Argumenten diese Vorlage ab. Ich bitte Sie, nicht einzutreten oder die Vorlage in der Gesamtabstimmung abzulehnen.