Mörgeli Christoph · Nationalrat · 2007-06-13
Mörgeli Christoph · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-06-13
Wortprotokoll
Ich glaube nicht, dass sich da in erster Linie die Schweiz Vorwürfe machen muss, auch wenn man heute versucht, sich Asche aufs Haupt zu streuen und sich nur noch als Hauptakteure im Sklavenhandel zu beurteilen; dies scheint mir stark übertrieben zu sein. Die Schweiz hat immer eine Verbindung von altruistischen Aktivitäten mit solchen des Geschäftssinnes gepflegt. Denken Sie an die Basler Mission, das war gar nicht so schlecht. Und ich glaube, es war zu beider Nutzen. Jedenfalls ist es eine Tatsache, dass Afrika nach wie vor über ausgezeichnete Bodenschätze verfügt. Die Leute müssten nicht arm sein. Aber wenn natürlich 70 Prozent des Budgets aus der Entwicklungshilfe stammen, sind sehr viele Regimes sehr gerne bereit, dann noch 30 Prozent ins Militär zu stecken und die Nachbarn oder die eigenen Bürger zu behelligen. Es kommen heute Hilfeschreie, selbst aus diesen Gegenden: Hört auf mit dieser Entwicklungshilfe, das bringt uns überhaupt nichts! Lesen Sie James Shikwati, den kenianischen Ökonomen, das ist hochinteressant, das ist eine Lektüre, die ich Ihnen empfehle, die auch Ihren historischen Blick noch ausweiten kann.