Lang Josef · Nationalrat · 2007-06-21
Lang Josef · Nationalrat · Zug · Grüne Fraktion · 2007-06-21
Wortprotokoll
In der Schweiz gibt es tatsächlich eine vielfältige Forschung über Sprachen, vor allem aber gibt es reiche Erfahrungen in pädagogisch-didaktischer Hinsicht auf der kommunalen und kantonalen Ebene. Über das Lernen und das Lehren von Fremdsprachen gibt es einen breiten Wissensschatz, aber die Sprachforschung ist schlecht koordiniert und vor allem die pädagogisch-didaktischen Erfahrungen sind es überhaupt nicht. Um diesen Erfahrungs- und Wissensschatz zu heben und zu verknüpfen, braucht es ein Kompetenzzentrum - mit der Betonung auf beiden Teilen des Begriffes.
Geschätzter Kollege Freysinger, Sie haben 22 Jahre Erfahrung im Zusammenhang mit Fremdsprachen, ich habe 25 Jahre Erfahrung im Unterrichten von fremdsprachigen Jugendlichen. Es gibt Tausende von Lehrpersonen in diesem Land, die ebenfalls über diesen reichen Schatz verfügen. Einige Hundert dieser Personen haben versucht, ihre [PAGE 1094] Erfahrungen theoretisch zu verarbeiten, um sie vermittelbar zu machen. Es gibt aber keinen Ort, der all diese praktischen und theoretisch-praktischen Erfahrungsschätze sammelt. Das heisst: Ihre Erfahrung wird wertvoller, wenn wir ein solches Zentrum schaffen, wo sie aufgehoben werden kann - aufheben im Sinn von auf eine höhere Ebene heben. Ihr Hinweis auf Institute kann nicht befriedigen, weder was die theoretische, noch was die praktische Ebene betrifft. Die Institute selber sind zu schwach verknüpft, und was die Praxis der Institute betrifft, das heisst, die didaktisch-pädagogische Ebene, sind sie in aller Regel einfach zu schwach.
Dies also zwei weitere Gründe, warum Institute allein keine Alternative zu einem solchen Kompetenzzentrum sein können.