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Freitag Pankraz · Ständerat · 2008-05-28

Freitag Pankraz · Ständerat · Glarus · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2008-05-28

Wortprotokoll

Die Zahl der Studierenden im ETH-Bereich hat um 600 auf über 20 000 zugenommen; knapp 30 Prozent sind Frauen, und um die 20 Prozent sind Ausländerinnen und Ausländer. Der ETH-Rat hatte sich sieben Ziele gesetzt; nach eigener Einschätzung wurden zwei vollständig, drei grösstenteils und zwei teilweise erreicht. Das Betreuungsverhältnis, das heisst die Anzahl der Studierenden auf eine Professur, beträgt rund 33 zu 1. Das ist nicht schlecht, aber ausländische Eliteuniversitäten kommen auf einstellige Zahlen bei den Betreuungsverhältnissen.

Der ETH-Bereich wird über einen Rahmenkredit und einen Leistungsauftrag gesteuert. Total gibt der Bund knapp 2 Milliarden Franken für diesen Bereich aus. Zum Vergleich: Das ist einiges weniger als zum Beispiel für die individuellen Prämienverbilligungen im Bereich der Krankenversicherung. Die ETH mussten in der letzten Zahlungsrahmenperiode 2004-2007 eine Kürzung von 300 Millionen Franken hinnehmen, sodass das vorgesehene Wachstum von 4 Prozent praktisch halbiert wurde. Bei weiteren Kürzungen müsste gemäss dem ETH-Ratspräsidenten Fritz Schiesser der Leistungsauftrag angepasst werden. Erfreulich ist die deutliche Zunahme bei den Drittmitteln von 121 auf 146 Millionen Franken, das sind Sponsoringbeiträge und Schenkungen. Das Gesamtergebnis der Rechnung 2007 schliesst mit 36 Millionen Franken positiv und um 25 Millionen Franken besser als budgetiert ab.

Personell gab es einige Änderungen bei Spitzenfunktionen. Seit vier Monaten ist der neue Präsident des ETH-Rates, Fritz Schiesser, im Amt. Konsolidieren und Vertrauen wiederherstellen bezeichnet er als wichtigste Aufgaben. Er stellt fest, dass er an einer Scharnierstelle zwischen zwei ganz verschiedenen Welten steht, der wissenschaftlich-akademischen Welt auf der einen und der politischen Welt auf der anderen Seite. Seine wichtigste Erkenntnis: Die zwei Welten wissen voneinander wenig und nehmen einander wenig wahr. Eine seiner Hauptaufgaben sieht er darum darin, die beiden Welten einander näherzubringen. Eine andere Aufgabenstellung ist die Erarbeitung eines verlässlichen und akzeptierten Systems für die leistungsorientierte Verteilung der Mittel; das wird aber zwei bis drei Jahre beanspruchen.

Zum Schluss kann ich feststellen, dass sich mein Vorgänger in diesem Rat - Sie alle kennen Herrn Schiesser - nach vier Monaten schon erstaunlich gut in seine Funktion eingelebt und eingearbeitet hat; das ist gut für die ETH und den Bund. Damit bin ich am Schluss meiner Ausführungen.

[VS]