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Kleiner Marianne · Nationalrat · 2008-03-18

Kleiner Marianne · Nationalrat · Appenzell A.-Rh. · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2008-03-18

Wortprotokoll

Die FDP-Fraktion unterstützt in dieser Frage die Mehrheit der Kommission. Eine Revision soll für die Zukunft konzipiert sein. Bis die vorliegende Revision in Kraft treten kann, werden wir Frauen seit 30 Jahren gleichgestellt sein. Darum sollte auch die AHV mit dem Rentenalter 65 endgültig im Zeitalter der Gleichberechtigung ankommen.

Wir wissen es alle: Wir Frauen werden älter als die Männer, das heisst, wir können länger von einer Rente profitieren. Bei Rentenalter 65 leben Männer im Durchschnitt noch 17 Jahre, wir Frauen hingegen noch 21 Jahre. Das sind bei gleichem Rentenalter durchschnittlich immer noch ganze vier Jahre mehr, in denen wir die Rente beziehen dürfen.

Es stimmt leider, dass Frauen für die gleichen Arbeiten immer noch weniger verdienen als die Männer. Das ist störend. Dennoch: Diese Ungleichheiten werden laufend kleiner. Weil wir eine Revision für die Zukunft machen, ist es auch aus diesem Grund richtig, das Rentenalter von Frauen und Männern gleichzusetzen.

Es ist auch nicht wahr, dass Frauen generell in der AHV benachteiligt seien. 60 Prozent der Renten gehen an die Frauen, und die durchschnittliche Frauenrente - das hat auch Frau Goll vorher bestätigt - ist sogar um einige Franken höher als die durchschnittliche Männerrente. Wenn also Frauen-Altersarmut besteht, ist dieses Faktum nicht auf die AHV zurückzuführen, sondern darauf, dass in den älteren Generationen oft die zweite Säule noch fehlt. Auch das ändert sich.

Es ist auch so, dass Frauen nur einen Drittel dessen einbezahlen, was sie als Rentnerinnen beziehen. Das hat natürlich mit der Rollenverteilung zu tun. Frauen leisten immer noch mehrheitlich die Familien- und Haushaltarbeiten. Das [PAGE 372] wird wohl noch einige Zeit so bleiben. Frauen leisten auch viel Gratisarbeit für wohltätige Zwecke. Das ist mir alles sehr bewusst. Dennoch glaube ich, dass wir Frauen fairerweise auch den harten finanziellen Fakten Rechnung tragen müssen.

Wenn von linker und grüner Seite gesagt wird, das sei eine Ohrfeige für die Frauen, so bin ich der Ansicht, dass es sehr viele Frauen gibt, die die Früchte dieses Verzichts auf ein Jahr frühere Pensionierung lieber den nachfolgenden Generationen zukommen lassen wollen, als sie im Giesskannenprinzip und völlig unwirksam den meisten zukommen zu lassen. Wir Frauen sind es gewohnt, für nachkommende Generationen zu denken; wir sind es gewohnt, für unsere Kinder und Grosskinder zu denken. Darum glaube ich, dass sehr viele Frauen diesen Verzicht - wenn er schon sein muss - lieber für die nachkommenden Generationen machen.

Für die FDP-Fraktion ist es also richtig und zumutbar und auch zeitgemäss, das Rentenalter der Frauen um ein Jahr anzuheben und dem der Männer gleichzustellen. Wir werden, wie ich sagte, für die Mehrheit stimmen.