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Girod Bastien · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2008-09-15

Wortprotokoll

Wir erfreuen uns in der Bevölkerung eines wachsend hohen Umweltbewusstseins. Damit nimmt auch die Bereitschaft zu, beim Einkaufen darauf zu achten, dass die Geräte und Fahrzeuge, die gekauft werden, effizient sind. Damit hat der Konsument auch grosse Möglichkeiten, die Effizienz insgesamt zu verbessern. Denn es bestehen grosse Unterschiede bezüglich Effizienz bei den Geräten. Bei den Elektrogeräten kann ein Hersteller durch die Verwendung von billigeren Bauteilen die Effizienz eines Gerätes massiv verschlechtern, sei das beim Stand-by-Verbrauch oder beim allgemeinen Verbrauch. Auch bei den Fahrzeugen bestehen sehr grosse Unterschiede. Auch innerhalb des gleichen Modells bestehen grosse Unterschiede in der Effizienz. So gibt es beim VW Golf beispielsweise gewisse Ausführungen, welche nur 110 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Wie wir in der Zeitung "Sonntag" lesen konnten, fährt Bundesrätin Calmy-Rey leider genau jene Ausführung, welche am meisten ausstösst, nämlich 260 Gramm CO2 pro Kilometer. Auch hier bestehen also grosse Unterschiede, und es ist wichtig für den Konsumenten, dass diese Unterschiede transparent gemacht werden.

Zusätzlich besteht nämlich noch das Problem, dass die Werbung irreführende Aussagen macht. Mit Attributen wie "hybrid", "klimafreundlich", "clean" oder "mini" wird dem Konsumenten vorgetäuscht, es handle sich um ein effizientes, um ein ökologisches Produkt. In Tat und Wahrheit ist dann dieses Produkt aber zum Teil gar nicht effizient. Und genau darum geht es in der Initiative: zu garantieren, dass die Konsumenten nicht in die Irre geführt werden.

Während dem Wahlkampf wurde bis weit in die bürgerlichen Parteien hinein beteuert, wie wichtig es sei, beim Klimaschutz voranzumachen. Mehr noch: Es wurde gesagt, dass die Strategie der Effizienz verfolgt werden müsse. Und auch betreffend die Massnahmen zur Erreichung dieser Effizienz besteht eigentlich hier in diesem Saal der Konsens, dass die Massnahmen, die auf Freiwilligkeit beruhen, die grösste Priorität bekommen sollten. Bei dieser parlamentarischen Initiative geht es nun genau darum, die Konsumenten zu [PAGE 1069] befähigen, freiwillig effizientere Produkte zu kaufen. Wie soll der Konsument, wenn er effiziente Produkte kaufen will, diese kaufen, wenn in der Werbung nicht klar dargestellt wird, welche Produkte wirklich effizient sind?

Ich bitte Sie deshalb, diese parlamentarische Initiative für Energietransparenz in der Werbung zu unterstützen.