Schwaller Urs · Ständerat · Freiburg · Fraktion CVP/EVP/glp · 2008-10-02
Wortprotokoll
Die Psychologen gehören ja auch zum Verband der freien Berufe, den ich seit zwei Jahren präsidiere. Aber viel älter ist das Anliegen der Psychologen, was das Psychologieberufegesetz anbelangt, vor allem in Bezug auf den Schutz der Berufsbezeichnung. In der Tat habe ich festgestellt, dass unser früherer Kollege Wicki bereits vor acht Jahren eine Motion mit dem gleichen Anliegen eingereicht hat, eine Motion, welche in beiden Räten angenommen worden ist, in diesem Rat sogar mit 36 zu 0 Stimmen.
Erlauben Sie mir, nur kurz folgendes Anliegen noch einmal zu deponieren: Ich glaube, das Anliegen oder die Forderung der Psychologen ist begründet. Menschen im psychischen Ausnahmezustand sind vielfach keine kritischen Konsumenten, und sie sind für unrealistische Versprechungen und obskure Angebote besonders anfällig. Auf dem "Psychomarkt", wenn Sie mir diesen Ausdruck erlauben, herrscht ein enormer Wildwuchs; werfen Sie nur einen Blick in gewisse Zeitungen, auch hier im Vorraum. Die Schweiz riskiert damit, zu einem Sammelbecken selbsternannter Psychologinnen und Psychologen zu werden. Wenn ich da von "Kontaktheilen", "Augendiagnose" und was weiss ich lese, dann habe ich doch meine Bedenken. In der Tat haben die umliegenden Staaten den Titelschutz für Psychologen gesetzlich geregelt. Ich glaube, ohne staatliches Label sehen sich gerade auch unsere jungen, sehr gut ausgebildeten Leute mit zusätzlichen Hindernissen konfrontiert, wenn sie dann im übrigen Europa in den Markt einsteigen wollen.
Darum das Anliegen, dass man hier vorwärtsmacht. Ich danke jedenfalls dem Bundesrat, dass er in Aussicht gestellt hat, nächstes Jahr das Parlament mit dieser Vorlage zu befassen.