Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · 2008-12-04
Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2008-12-04
Wortprotokoll
Ich möchte Sie bitten, hier mit der Mehrheit zu stimmen. Wenn man für die Landwirtschaft etwas tun will, dann muss man dafür sorgen, dass das Geld möglichst direkt zu den Bäuerinnen und Bauern kommt und nicht auf irgendwelchen Umwegen von den Konsumentinnen und Konsumenten eingezogen wird und dann doch nicht an die richtige Stelle kommt.
Woher kommt überhaupt die Idee, für "Ausfuhrbeiträge landwirtschaftliche Verarbeitungsprodukte" Geld zu geben? Das ist eine Art Kompensation unseres Rohstoffhandicaps. Wir sind im Bereich der Landwirtschaft jetzt aber auf der Schiene, dass wir mehr direkt in die Bauern, aber sie mehr in den Markt investieren. Wir sollten auf diesem Abbaupfad der Ausfuhrbeiträge, der schon seit einiger Zeit beschlossen ist, weitergehen. Dieses Geld geht weder zu den [PAGE 1674] anwesenden Bauern noch zu den abwesenden. Es geht zum Beispiel an Nestlé. Es geht also an die Grossproduzenten, die solche Ausfuhren machen. Und wenn man weiss, wie gut die Zusammenarbeit zwischen diesen exportierenden Nahrungsmittelfirmen und den Bauern ist, dann, meine ich, ist klar: Das Geld ist viel besser investiert, wenn es direkt, zum Beispiel als Direktzahlungen, für ökologische Leistungen eingesetzt wird.
Mit Multifunktionalität hat das hier gar nichts zu tun. Wichtig ist die Qualitätsproduktion. Wenn unsere Landwirtschaft weiterhin Qualität produziert, hat sie auch einen guten Absatzmarkt.
Zugunsten der Konsumentinnen und Konsumenten und zugunsten der Bäuerinnen und Bauern bitte ich Sie also, hier mit der Mehrheit zu stimmen und nicht die Nahrungsmittelindustrie zu unterstützen.