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Heim Bea · Nationalrat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2008-12-04

Wortprotokoll

Im Namen der Fraktion und auch einer breiten Allianz von Fachleuten beantrage ich Ihnen, in die Verbesserung der Volksgesundheit zu investieren und dem Antrag der Minderheit I (Carobbio) zuzustimmen.

Prävention ist eine Investition, eine Investition in die Gesundheit der Bevölkerung und damit eben auch in unsere Volkswirtschaft. Und Prävention ist eine Investition, die sich bezahlt macht. Was wir uns definitiv nicht leisten können, ist mangelnde Prävention. Das kommt uns langfristig viel zu teuer zu stehen. Was, glauben Sie, haben wir mit der hervorragenden Aids-Prävention an Gesundheitskosten gespart? Was, denken Sie, könnte die Förderung der Gesundheit und Autonomie im Alter an Pflegekosten einsparen? Es sind mehr als zwei Milliarden Franken jedes Jahr. Wissen Sie auch, was uns die mangelnde Vorsorge nur schon für die Osteoporose jährlich kostet? Eine Milliarde Franken vermeidbare Mehrkosten! Und weshalb, glauben Sie, investiert ein Unternehmen wie Swiss Life in die Gesundheitsförderung der Mitarbeitenden? Um Kosten zu sparen, um die Absenzen im Unternehmen zu senken!

Prävention ist schlicht intelligente Gesundheitspolitik. Was die Schweiz braucht, ist mehr Prävention, mehr Gesundheitsförderung. Der Handlungsbedarf ist gross. Wenn wir weiterhin so wenig für die Gesundheitsförderung tun, werden die Kosten wegen Herzerkrankungen, Krebs und Depressionen weiterhin enorm steigen. Die von uns beantragten 5 Millionen Franken für die Prävention sind darum nicht Mehrausgaben, sondern werden helfen, Kosten im Gesundheitssystem einzusparen.

Die Weltgesundheitsorganisation rät der Schweiz schon lange, mehr für die Gesundheitserhaltung zu tun. Darum sei hier noch einmal gesagt: Seit Jahren wird das Präventionsbudget immer wieder gekürzt. Der Finanzplan sah, wie gesagt, ursprünglich jährlich 40 Millionen Franken vor. Heute sind es noch etwas mehr als die Hälfte. Das ist zu wenig! Das Präventionsbudget 2009 ist ein Minimalbudget.

In einem Punkt bin ich mit Herrn Kunz einverstanden: Die Prävention soll effizient und effektiv sein und zu messbaren Resultaten führen. Das aber, Herr Kunz, erreicht man nur, wenn man genügend Mittel bereitstellt, um die Gesundheitsförderung zielgruppenspezifisch auszurichten. Ich meine, für die Bevölkerung und für die Volkswirtschaft hätten wir ohne die bisherigen Kürzungen ungleich mehr erreichen können. Was die Schweiz braucht, ist endlich eine starke Präventionsstrategie.

Ich bitte Sie, den Antrag der Minderheit II (Kunz) auf Kürzung klar abzulehnen und dafür dem Minderheitsantrag I der Hausärztin Marina Carobbio Guscetti zu folgen, die aus ihrer Arbeit sehr wohl weiss, was Präventionsmassnahmen gesundheitlich und finanziell bringen. Sagen Sie Ja zur Erhöhung des Präventionsbudgets!