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Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp · 2009-03-03

Wortprotokoll

Die Berichtsperiode 2004-2007 bezieht sich auf eine für die ETH bewegte Zeit. Von den turbulenten Ereignissen in den Jahren 2006 und 2007 um den ETHZ-Präsidenten Ernst Hafen liest man im Bericht eigentlich nichts. Einzig das Stimmrecht, das die Präsidenten der ETH Zürich und der ETH Lausanne seit der letzten Revision des ETH-Gesetzes im ETH-Rat haben, wird erwähnt. Ein Wechsel komme nach einer Periode nicht wieder infrage, steht im Bericht. Doch die Mischung von strategischer und operativer Führung entspricht nicht den Regeln des Good Governance. Ich bin dezidiert der Meinung, dass die Stimmrechtsregelung bei nächster Gelegenheit wieder geändert werden soll, unabhängig von allen Personen. Wir sind aber froh, dass diese aufreibenden, bewegten Jahre mit der Wahl des neuen ETHZ-Präsidenten Ralph Eichler und mit der neuen Gesamtleitung unter der umsichtigen Führung von Fritz Schiesser der Vergangenheit angehören. Die Eidgenössischen Technischen Hochschulen können sich nun wieder voll und ganz ihrem Kerngeschäft widmen, einer wichtigen Aufgabe für die Wissensgesellschaft Schweiz.

Denn die ETH wurden vor 156 Jahren mit dem Zweck geschaffen, unser Land mit den benötigten Ingenieuren und deren Fachwissen zu versorgen. Die ETH sollen weiterhin eine Elite von Ingenieurinnen und Ingenieuren, Architektinnen und Architekten, Wissenschafterinnen und Wissenschaftern ausbilden. Dies machen sie gemäss verschiedenen Evaluationen sehr gut. Nicht nur die Ausbildungsziele werden erreicht, auch in den verschiedenen Rankings zur Spitzenforschung finden sich die ETH Zürich und die ETH Lausanne auf sehr guten Plätzen. Doch ein vorderster Platz in den in Mode gekommenen internationalen Rankings ist nicht das einzige Ziel einer nationalen Hochschule, wie dies zu Recht der neue Präsident erkannt hat. Die beiden ETH haben vor allem die Aufgabe, junge Leute für die Gesellschaft und die Wirtschaft unseres Landes auszubilden.

Der Leistungsauftrag, den wir den Eidgenössischen Technischen Hochschulen gegeben haben, umfasst darum drei Hauptziele. Das erste Ziel ist die erstklassige und attraktive Lehre. Das Betreuungsverhältnis von Studierenden pro Professor bzw. pro Professorin - die an den ETH leider ziemlich rar sind - ist mit 1 zu 29 an der ETH Zürich sehr gut und an der EPFL mit 1 zu 19 noch etwas besser. Aber die Betreuungsverhältnisse können durch neue Professuren noch gesteigert werden.

Ein weiteres Hauptziel nach der Spitzenforschung ist die Förderung der Innovationskraft und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, d. h. insbesondere der Wissens- und Technologietransfer. Brigitta Gadient hat bereits darüber gesprochen. Beim Wissens- und Technologietransfer sind noch nicht alle Ziele erreicht worden, Massnahmen sind eingeleitet.

Ich bin auch froh, dass nun anstelle der kriteriengestützten Mittelverteilung eine neue Lösung gesucht wird. Gerade die Patente wurden im Leistungsmonitoring hoch gewichtet, dabei blieb es häufig bei einer reinen Anmeldung. Dies kann nicht das Kerngeschäft der ETH sein. Bei der Mittelverteilung wurde einstweilen wieder auf das alte System umgestellt - ein weiser Entscheid. Nun wird an einem neuen Verteilschlüssel gearbeitet. Dies ist keine einfache Aufgabe.

Nun noch kurz zum interessanten ETH-Bericht "Maturanoten und Studienerfolg": Ich bin froh, dass der Präsident der ETH aus dem Bericht der ETH Zürich, der im Januar grosse Diskussionen auslöste, neben wichtigen Erkenntnissen über die guten Studienerfolge der Maturanden mit einem Schwerpunkt bei den alten Sprachen - Herr Couchepin hat bereits ein Müsterchen anlässlich der letzten Debatte gegeben - den wichtigen Schluss zieht, dass es keine Aufnahmeprüfungen braucht. Er zieht den wichtigen Schluss, dass unser System in der Lage ist, Maturanden heranzubilden, die nachher befähigt sind, an der ETH ein Studium aufzunehmen und durchzuziehen.

Ich begrüsse diese Erkenntnis und freue mich, dass nun von höchster Warte bestätigt wird, dass am Wert der Matura nicht gerüttelt werden soll. Wir sollten die Matura nicht abwerten und Aufnahmeprüfungen erwägen. Die hohen [PAGE 51] Anforderungen an die Matura müssen aber aufrechterhalten und kontrolliert werden.