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Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 1999-12-08

Wortprotokoll

Als einer der wenigen Übriggebliebenen der Neat-Aufsichtsdelegation möchte ich doch noch zwei, drei Worte zu Herrn Wicki sagen: Es ist sicher falsch, wenn man vorsorglich sagt, die Neat werde teurer. Aber in der Neat-Aufsichtsdelegation müssen wir die Entwicklung sorgfältig und aufmerksam verfolgen.

Eine Tatsache ist, dass die bis jetzt eingegangenen Offerten nicht unbedingt dem Kostenvoranschlag entsprechen, aber es wäre verfrüht, deshalb in Panik auszubrechen. Wir müssen die Verwaltung darauf aufmerksam machen, dass man mit dem zur Verfügung gestellten Geld haushälterisch umgehen muss.

Was heisst das? Wir müssen sehr wohl überlegen, welche Ausbaustandards wir wählen müssen, ohne die Sicherheit zu gefährden. Aber auf Überflüssiges ist zu einem frühen Zeitpunkt zu verzichten. In diesem Bereich sind sicher Einsparungen notwendig. Je früher wir darauf aufmerksam machen, dass mit dem Geld vorsichtig umzugehen ist, umso eher haben wir Gewähr, dass dem auch Nachachtung verliehen wird.

Eine Tatsache ist ebenfalls - das habe ich bereits gesagt -, dass die Tunnelbauer nicht mehr zu den Preisen von 1995/96 arbeiten können, weil diese ruinös waren. Unternehmen sind durch diese Preispolitik Konkurs gegangen, das muss man sehen. Die Preise sind jetzt nicht hoch, sondern haben einen Standard erreicht, den der Unternehmer braucht. Ich wage zu bezweifeln, dass die Preise tiefer eingegeben werden, wenn Sie die Hälfte der vorgesehenen Bauten nicht ausschreiben, sprich zurückstellen. Man hat jetzt gesehen, welche Preise dringend notwendig sind, und ich glaube kaum, dass die erwähnten selbstmörderischen Preise in Zukunft noch zur Anwendung kommen werden.

Man muss auch verstehen: Bei einem Objekt von 10 Millionen Franken können Sie sich noch verkalkulieren, aber bei 500 oder 800 Millionen Franken "erkälten" Sie sich gewaltig, das schaffen Sie nicht mehr.

Diesem Aspekt müssen die Unternehmen auch im Sinne der gesamtheitlichen Betrachtung Rechnung tragen. Jetzt von Kostenüberschreitungen zu sprechen wäre verfehlt. Man muss die Ausgaben jedoch im Griff haben, frühzeitig kommunizieren und auch die Mehrarbeiten, welche zusätzlich kommen werden und die Herr Bundesrat Leuenberger angesprochen hat, auflisten und immer auf einer schwarzen Liste nachführen, damit wir wissen, wo wir letztlich stehen.