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Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2009-05-26

Wortprotokoll

Die Schweiz setzt sich international, u. a. bei der FAO, sehr für eine nachhaltige Produktion ein, das wissen Sie. Auch bei der letztjährigen Nahrungsmittelkrise hat es sich gezeigt, dass das der richtige Weg auch für die Zukunft ist. Aber so, wie Sie sich die Agrarpolitik nicht von der EU und den Amerikanern diktieren lassen, so haben wahrscheinlich umgekehrt auch andere Länder ihre Vorstellungen, wie sie ihre Agrarpolitik betreiben wollen. In Indien sind 40 Prozent der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig. Sagen Sie einem indischen Bauern einmal: Tja, du hast jetzt halt Pech, ich habe genau dieselben Rechte wie du, und du hast keine Chance, deine Produkte bei mir anzubieten, du bleibst arm - sagen Sie das dem einmal! International hat die Schweiz hier vor allem den Druck, dass gerade Entwicklungsstaaten, in denen die Bauernschaft 30 oder 40 Prozent der Bevölkerung ausmacht, den Abbau von Subventionen und den Marktzugang fordern. Gerade hier helfen wir diesen Staaten auch, die Kleinbauern und die Multifunktionalität zu unterstützen. Das sind Diskussionen, die laufen und absolut im Interesse der Schweiz sind. Aber das ist nationale Souveränität, und Sie können da wohl keinem Staat Dinge vorschreiben.