Fehr Jacqueline · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2009-05-27
Wortprotokoll
Die SP-Fraktion unterstützt diese Motion von Ständerätin Liliane Maury Pasquier respektive des Ständerates. Wie Herr Rielle eben ausgeführt hat, verlangt sie eine Anpassung des Transplantationsgesetzes mit dem Ziel, dass Grenzgänger mit Krankenversicherung in der Schweiz und ihre ebenfalls versicherten nichterwerbstätigen Angehörigen bei der Zuteilung von Organen gleich behandelt werden wie Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Sie ist also auf den Kreis von Personen beschränkt, die im Ausland wohnen, aber in der Schweiz versichert sind.
Wir sind der Meinung, dass die Gleichstellung dieser zwei Personengruppen für die Sache der Organe letztlich ein Vorteil ist. Es ist etwas problematisch, das Thema in dieser technischen Sprache zu behandeln. Wir sind aber der Überzeugung, dass mit der Öffnung unter dem Strich auch in der Schweiz mehr Organe für die Transplantation zur Verfügung stehen werden. Nirgends ist die Organknappheit so dramatisch wie in der Schweiz. Allein deshalb kann erwartet werden, dass Leute, die im Ausland leben, eher bereit sind, Organe zu spenden, und dass damit letzten Endes mehr Organe zur Verfügung stehen, als sie selber beanspruchen.
Einen ganz deutlichen Hinweis dafür, dass diese Vermutung wahrscheinlich richtig ist, gibt uns die Schweizerische Nationale Stiftung für Organspende und Transplantation, also die entsprechende Fachorganisation. Sie empfiehlt nämlich die Annahme der Motion. Wenn diese Organisation befürchten würde, dass die Organknappheit bei einer Annahme dieser Motion noch schlimmer würde, würde sie sicher nicht die Annahme der Motion, sondern deren Ablehnung beantragen. Sie beantragt aber Annahme, weil sie eben auch davon ausgeht, dass mit der Ausweitung des Personenkreises unter dem Strich mehr Organe zur Verfügung stehen werden.
Ich nutze diese Gelegenheit, um wieder einmal auf die dramatische Situation im Bereich der Organspenden in der Schweiz hinzuweisen. Über 1500 Menschen in unserem Land warten auf ein überlebenswichtiges Organ. Ich kann nur einmal mehr alle auffordern, sich dafür einzusetzen, dass die freiwillige Organspende in der Bevölkerung Unterstützung findet. Wir müssen alles versuchen, um die Situation zu verbessern und damit Menschenleben zu retten. Auch diese Motion ist ein entsprechender Versuch.
Ich bitte Sie deshalb, die Motion anzunehmen und damit der Fachorganisation Swisstransplant zu folgen.