Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2009-06-08
Wortprotokoll
Man kann Kernbrennstäbe nicht einfach mit Benzin, Diesel oder Kerosin vergleichen, weil Letztere im Gegensatz zu Kernbrennstäben auf dem freien Markt von jedermann gekauft werden können. Der Handel mit Kernbrennstäben unterliegt strikten internationalen Kontrollen. Zwischen den Lieferanten und den Kernkraftwerkbetreibern gibt es langfristige Verträge. Anders als bei fossilen Energieträgern bezieht die Schweiz ihre Brennstäbe aus Ländern, die politisch als sehr stabil bezeichnet werden können, zum Beispiel Schweden oder die USA. Es liegt im ureigenen Interesse der Kernkraftwerkbetreiber, über genügend Brennstoff zu verfügen. Deswegen halten die Kernkraftwerke in der Schweiz heute bereits bestimmte Reserven an Brennstäben. Im Einzelfall genügen die Reserven, um ein Kernkraftwerk bei einem Lieferstopp ein Jahr lang weiterbetreiben zu können. Da die Vorratshaltungsverordnung neben der obligatorischen auch die freiwillige Pflichtlagerhaltung für lebenswichtige Güter vorsieht, konnte auf eine obligatorische Pflichtlagerhaltung verzichtet werden.