Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2009-05-25
Wortprotokoll
Ich möchte Sie ebenfalls bitten, das Postulat Fetz abzulehnen.
Dass junge Menschen allein ihres Namens wegen ausgegrenzt werden, ist nicht akzeptabel und tatsächlich stossend. Trotzdem: Volle Gerechtigkeit wird es in der Schweiz - und übrigens auch im Ausland - in diesen Fragen nie geben. Das ist nicht nur bei der Immigration so: Sympathie, Ausstrahlung, Auftreten spielen eben immer eine Rolle, und das kann tatsächlich die Chancen von Leuten, die eine Lehrstelle suchen, beeinträchtigen oder eben fördern. Das lässt sich aber nicht mit Gesetzen und Vorschriften ändern. Niemand wird sich in der Privatwirtschaft vorschreiben lassen, wen er nun anstellen soll und zu berücksichtigen hat. Aber selbstverständlich kann das für einen Lehrstellensuchenden gravierende Folgen haben. Das können wir aber nicht ändern. Nachher jedoch, wenn jemand seine Stelle hat, tickt der Unternehmer ganz einfach und logisch: Er macht das, was ihm nützt, wie übrigens auch die meisten Menschen auf dieser Welt; dann wird er jene beschäftigen, die ihr Geld wert sind, die der Unternehmung etwas bringen, und zwar unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft.
Ich beschäftige etwa 250 Mitarbeiter. Die Hälfte davon heisst weder Müller noch Jenny. Viele jedoch sind in der Zwischenzeit in Kaderpositionen aufgestiegen, verdienen gutes Geld und haben die Jennys und Müllers sogar hinter sich gelassen: Sie stehen ihnen vor, aber eben, weil sie ihre Leistungen erbracht haben, weil sie tatsächlich tüchtiger und engagierter sind, als unsere wehleidigen und verwöhnten Miteidgenossen das teilweise sind, denen der Vater ihre Spaghetti so oder so kauft, unabhängig von ihrer Leistung. Das ist entscheidend. Die gleichen Mechanismen stellen wir übrigens im Sport fest. Schauen Sie im Fussball, Volleyball, Tennis: Die meisten Namen können wir kaum mehr aussprechen - aber das interessiert doch keinen Menschen! Diejenigen und nur jene, die Talent haben, die dem Verein etwas bringen, werden gefördert.
Was will ich damit sagen? Integration ist nicht mit Namensänderungen zu betreiben, sondern mit Aufklärung, Erziehung und letztlich eben auch mit Sanktionen. Viele von diesen sogenannten Secondos haben leider noch nicht begriffen, dass sie sich an die Kultur des Landes anpassen müssen und nicht umgekehrt. Ansonsten können tatsächlich Nachteile entstehen. Das geht uns allen gleich. Ein Rüpel hat eben nicht die gleichen Chancen wie derjenige, der sich zuvorkommend aufführt. Die Unternehmer haben wahrlich andere Aufgaben, als ihre Schützlinge, ihre Mitarbeiter, rund um die Uhr zu betreuen.
Deshalb bitte ich Sie, dieses Postulat abzulehnen. [PAGE 306]
Eine kleine Randbemerkung: Einem Südafrikaner werden Sie, auch wenn er Müller heisst, unschwer ansehen, dass er kein waschechter Glarner ist; da wird ein anderer Name rein gar nichts bringen.