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Widrig Hans Werner · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion · 1999-12-07

Wortprotokoll

Namens der CVP-Fraktion beantrage ich Ihnen Zustimmung zum Antrag des Bundesrates. Nur drei Punkte zu diesem Kredit:

1. Zur Höhe des Beitrages, zu den 190 Millionen Franken: Die Schweiz steht bezüglich der Einnahmen aus dem internationalen Tourismus auf Platz 11, bezüglich der staatlichen Ausgaben für die Förderung des Tourismus im Vergleich auf Platz 22. Wenn Sie zudem noch wissen, dass der Schweizer Tourismus mit 12 Milliarden Franken den drittwichtigsten Exportzweig darstellt, dann übertreiben wir mit diesen 190 Millionen Franken, verteilt auf fünf Jahre, sicher nicht.

Was zahlt die Privatwirtschaft? Die Beschaffung privater Mittel ist natürlich eine Daueraufgabe von Schweiz Tourismus. Gerade kürzlich hat sein Vorstand beschlossen, Sponsoringverträge mit Swiss Dairy Food, Swisscom und weiteren Unternehmen abzuschliessen. Kommt dazu, dass über die örtlichen Verkehrsvereine Tausende von kleinen und mittleren Unternehmungen jedes Jahr ein Mehrfaches dieser 190 Millionen Franken bezahlen - das sind auch Eigenleistungen, Herr Zwygart!

2. Zur Qualität des Schweizer Tourismus: Ich weiss nicht, wieso Kollege Strahm ein gestörtes Verhältnis zum Schweizer Tourismus hat. Diese 190 Millionen Franken sind kein Freifahrtschein für irgendeine Zukunft, das sind gezielte Qualitätsförderungen! Der Stein, der damit ins Wasser geworfen wird, schlägt Wellen; das zeigt sich einmal an der Einführung des Schweizer Qualitätsgütesiegels im Servicebereich, am seit 1997 existierenden Programm "Innotour" und dann schliesslich noch an der "Norm 2000", einer Initiative des Schweizer Hotelier-Vereins.

Ich muss Ihnen sagen, dass mir die Auseinandersetzungen der letzten Jahre im Schweizer Hotelier-Verein auch echt auf den Geist gegangen sind! Aber dieses "Kuddelmuddel" hat nichts mit Schweiz Tourismus zu tun. Die Hoteliers in meinem Bekanntenkreis sind qualitätsbewusst und kümmern sich in erster Linie um ihren Betrieb. Beim Grossteil steckt seriöser Effort dahinter, auch im Ausbildungsbereich. Schauen Sie sich zum Beispiel die Ausbildungssparte bei den Reisebüros an, die darf sich im Vergleich mit dem Ausland sehen lassen.

3. Zum Marketing: Entscheidend ist ja das Angebot im Innern. Dann kommt sofort das Marketing bzw. die Werbung nach aussen. Tourismus braucht Spediteure. Dieses Marketingkonzept ist gerade für die kleingewerblichen Tourismusbranchen wichtig. Es gibt Tausende von Hotels auf der ganzen Welt; alle machen das Gleiche; aber hier bringt dieses Destinationsmarketing einen Wettbewerbsvorteil. Das ist auch Regionalpolitik. In der Regionalpolitik sind ja viele gut gemeinte Vorschläge und Versuche zur Ansiedlung von Industrien an problematischen Verkehrsverbindungen gescheitert. Die wichtigste Branche in den Berggebieten, die nebst der Landwirtschaft etwas bringt, ist immer der Tourismus. Das sind eben diese Tausenden von kleingewerblichen Betrieben.

Dieser Bundesbeschluss ist der logische Schritt schweizerischer Tourismuspolitik, begonnen vor 80 Jahren, mit Schweiz Tourismus. Sie haben 1994 der Revision des Bundesgesetzes über die Schweizerische Verkehrszentrale zugestimmt. Ich bitte Sie, diesen Kurs beizubehalten! Was soll dieser Teilverschiebungsantrag? Da wird von Herrn Strahm, passend für diese Jahreszeit, so etwas wie eine "Schneeschiebermentalität" hörbar, da wird so manches vor sich her geschoben, vieles bleibt auch liegen.

Deshalb lehnt die CVP-Fraktion den Antrag der Minderheit Strahm ab. Ich bitte Sie, einzutreten und dem bundesrätlichen Entwurf zuzustimmen.

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