272.1

Einführungsverordnung zum Bundesgesetz über das Tätigkeitsverbot und das Kontakt- und Rayonverbot

vom 29.10.2014 (Stand 01.01.2015)

Der Regierungsrat des Kantons Bern,

gestützt auf Artikel 88 Absatz 3 der Kantonsverfassung und Artikel 14 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO),

auf Antrag der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion,

beschliesst:

Art. 1 Gegenstand

Diese Verordnung enthält Ausführungsbestimmungen zu den Artikeln 67 und 67b bis 67d des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB) und zu Artikel 19 Absatz 4 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 2003 über das Jugendstrafrecht (Jugendstrafgesetz, JStG).

Cited in

Art. 2 Zuständigkeit

Das Gericht, welches das erstinstanzliche Urteil gefällt hat (Art. 363 StPO), entscheidet in Bezug auf Tätigkeits-, Kontakt- und Rayonverbote über

  1. die Verlängerung (Art. 67 Abs. 6 Satz 2 und Art. 67b Abs. 5 StGB),

  2. die Einschränkung (Art. 67c Abs. 4 und 5 StGB),

  3. die Aufhebung (Art. 67c Abs. 4 und 5 StGB),

  4. die Erweiterung (Art. 67d Abs. 1 StGB),

  5. die Anordnung eines zusätzlichen oder eines nachträglichen Verbots (Art. 67d Abs. 1 und 2 StGB).

Das Einzelgericht entscheidet über Tätigkeits-, Kontakt- und Rayonverbote nach Artikel 19 Absatz 4 JStG.

Art. 3 Verfahren

Entscheide nach Artikel 2 erfolgen nach dem Verfahren bei selbstständigen nachträglichen Entscheiden des Gerichts (Art. 364 f. StPO).

Art. 4 Inkrafttreten und Befristung

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2015 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2017.

Cited in

Bern, 29. Oktober 2014

Im Namen des Regierungsrates Die Präsidentin: Egger-Jenzer Der Staatsschreiber: Auer

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