2023.RRGR.188
M 141-2023 Steiner (Boll, EVP) Schulen, Schulleitungen und Lehrpersonen stärken im Umgang mit der künstlichen Intelligenz. Antwort des Regierungsrates
Rubrum
M
Parlamentarischer Vorstoss Antwort des Regierungsrates
Vorstoss-Nr.: 141-2023 Vorstossart: Motion Richtlinienmotion: ☒ Geschäftsnummer: 2023.RRGR.188
Eingereicht am: 14.06.2023
Fraktionsvorstoss: Nein Kommissionsvorstoss: Nein Eingereicht von: Steiner (Boll, EVP) (Sprecher/in) Streiff (Oberwangen b. Bern, EVP) Jakob (Steffisburg, SVP) Arn (Muri b. Bern, FDP) Kullmann (Thun, EDU) Fisli (Meikirch, SP) Ritter (Burgdorf, GLP) Widmer (Bern, Grüne) Weitere Unterschriften: 0
Dringlichkeit verlangt: Nein Dringlichkeit gewährt:
RRB-Nr.: 1280/2023 vom 22. November 2023 Direktion: Bildungs- und Kulturdirektion Klassifizierung: Nicht klassifiziert Antrag Regierungsrat: Annahme
Schulen, Schulleitungen und Lehrpersonen stärken im Umgang mit der künstlichen Intelligenz
Der Regierungsrat wird beauftragt,
Erwägungen
1. ein Konzept zur Regelung der Verwendung im Unterricht von Chatbots und Bildgenerato- Tools mit künstlicher Intelligenz (KI) zu erstellen, das Schulen, Schulleitungen, Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler als Leitlinie bei Umgang, Verwendung, Geboten und Verboten unterstützen und lenken soll;
2. Lehrpersonen zu befähigen, die technologische Unterstützung bestmöglich zu nutzen;
3. Handlungsmöglichkeiten zu definieren, um einen erfolgreichen Einsatz von Kl an den Schulen zu ermöglichen;
4. klare Zielsetzungen zu formulieren, wie den Gefahren und Chancen begegnet werden soll.
Begründung:
Künstliche Intelligenz macht auch vor den Schulen nicht Halt und beinhaltet sowohl Chancen als auch Gefahren. Verschiedene Kantone haben schon auf die neusten Entwicklungen reagiert, um Schulen, Schulleitungen und Lehrpersonen zu stärken – zum Beispiel der Kanton Zürich mit einem Impuls-Workshop.
Neben rechtlichen (Einsatz bei Prüfungen/Arbeiten und Transparenzregeln) stellen sich auc h ethische Fragen, die thematisiert, geklärt und vereinheitlicht werden müssen.
Aufgrund der grossen Dynamik und der Geschwindigkeit der Entwicklung ist rasches Handeln kantonsweit und schulübergreifend angesagt.
Im Bewusstsein, dass die Schulen schon heute stark gefordert sind, wird die Motion bewusst offen formuliert.
Die Motion hat zum Ziel, dass der Kanton seine Verantwortung wahrnimmt, damit Schulleitungen und Lehrkräfte entlastet werden.
Antwort des Regierungsrates
Bei der vorliegenden Motion handelt es sich um eine Motion im abschliessenden Zuständigkeitsbereich des Regierungsrates (Richtlinienmotion), da ihre Umsetzung in der Kompetenz des Regierungsrates liegt (Art. 87 und Art. 88 Abs. 2 KV; Art. 12 und 12a Abs. 2 VSG). Der Regierungsrat hat bei Richtlinienmotionen einen relativ grossen Spielraum hinsichtlich des Grades der Zielerreichung, der einzusetzenden Mittel und der weiteren Modalitäten bei der Erfüllung des Auftrages, und die Entscheidverantwortung bleibt beim Regierungsrat.
Der Regierungsrat teilt die Haltung der Motionärinnen und Motionäre, dass die generativen, künstlichen Intelligenz-Systeme wie z. B. ChatGPT in den Schulen angekommen sind, sowohl als Unterrichtsthema wie auch als Instrumente im Unterricht. Die Schulen haben gemäss Lehrplänen den Auftrag, die Schülerinnen und Schüler auf die digitale Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten.
Der Umgang mit KI-Systemen ist dabei ein anspruchsvolles und komplexes Thema, das neben Anwendungskompetenzen auch ein technisches Verständnis und eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und systemischen Auswirkungen erfordert. Es ist zentral, dass die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehr- und Fachpersonen einen sorgfältigen und kritischen Umgang mit den KI-Systemen erlernen und praktizieren.
Der Regierungsrat begrüsst die Forderung der Motionärinnen und Motionäre, die Schulleitungen und Lehrpersonen im Bereich KI zu stärken und zu unterstützen. Der Regierungsrat erachtet es als zielführend, dem Kompetenzzentrum für die Digitalisierung in der Bildung (BeLEARN) ein entsprechendes Konzept in Auftrag zu geben, welches sie unter Berücksichtigung der betroffenen Bildungspartner erarbeiten. «BeLEARN ist eine Initiative des Kantons Bern, welcher deren Aufbau über die Leistungsaufträge an seine Hochschulen mitfinanziert.» Zu BeLEARN gehören die fünf Gründungshochschulen Universität Bern, Pädagogische Hochschule Bern, Berner Fachhochschule, Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung und Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne sowie mehrere assoziierte Partner und diverse Gremien aus der Bildungspraxis.»
Folgende, von den Motionärinnen und Motionären geforderten Punkte, sollen im Konzept enthalten sein: – Schulstufenspezifische Leitlinien zur Verwendung von KI-Systemen im Unterricht – Definition von Handlungsmöglichkeiten, um den erfolgreichen Einsatz von KI-Systemen an Schulen zu ermöglichen – Umgang mit Chancen und Risiken (unter anderem auch aus der Optik der Gleichstellung von Frau und Mann) – Nötige Weiterbildungsmassnahmen für Schulleitungen und Lehrpersonen
Weitere zu klärende Aspekte, wie insbesondere Fragen zum Datenschutz und zur Datennutzung, können zusätzlich ins Konzept aufgenommen werden.
Verteiler ‒ Grosser Rat