2024.GSI.1743
Digitale Gesundheitsplattform Kanton Bern (vormals «Epic as a Service»): Ein Klinikinformationssystem für die Spitäler des Kantons Bern. Objektkredit 2025 Phase 2
Rubrum
Regierungsratsbeschluss RRB Nr.: 149/2025 Datum RR-Sitzung: 19. Februar 2025 Direktion: Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion Geschäftsnummer: 2024.GSI.1743 Klassifizierung: Nicht klassifiziert
Digitale Gesundheitsplattform Kanton Bern (vormals «Epic as a Service»): Ein Klinikinformationssystem für die Spitäler des Kantons Bern. Objektkredit 2025 Phase 2.
Erwägungen
1. Gegenstand
Das neue Klinikinformationssystem Epic wurde in der Insel Gruppe (inkl. den Aussenstandorten) im März 2024 erfolgreich eingeführt. Epic bietet als Plattform eine Basis zur Digitalisierung von ganzen Versorgungsregionen und unterstützt damit das vom Kanton Bern in der Gesundheitsstrategie 2020-2023 skizzierte Hub-and-Spoke-Modell.
Die Insel Gruppe möchte in Kooperation mit Pilotspitälern und der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion den Aufbau einer versorgungsübergreifenden Systemplattform im Kanton Bern starten und damit das Epic-Potenzial nutzen. Das Vorhaben ist in verschiedene Phasen gegliedert, um Risiken möglichst früh zu erkennen und zu adressieren.
Der Kanton soll sich mit CHF 920’000 an den Kosten beteiligen, die in den Phasen 1 und 2 angefallen sind bzw. anfallen. Die Phasen 1 und 2 der Umsetzung der «Digitalen Gesundheitsplattform Kanton Bern» (vormals «Epic as a Service») sollen wie folgt unterstützt werden.
Phase 1 «Business Case» soll die Tragfähigkeit der Vision der «Digitalen Gesundheitsplattform» im Kanton Bern bestätigen und klärt Fragen rund um die Nutzerpotenziale, Marktanforderungen, Grundarchitektur und Governance. Es wird geklärt, ob das Vorhaben mit den aktuellen Rahmenbedingungen über den strategischen und politischen Rückhalt sowie den personellen, technologischen und finanziellen Mitteln für eine Pilotprojekt verfügt. Die Phase ist bereits abgeschlossen und ein Abschlussbericht wurde erstellt. Die GSI hat sich mit personellen Ressourcen und einem finanziellen Beitrag von CHF 250’000 an den Arbeiten beteiligt.
Phase 2 «Bereitschaft Angebot» beleuchtet alle Details welche für eine Kooperation mit der Spital Emmental AG als Pilot-Spital notwendig sind. Die Klärung von technischen, juristischen, organisatorischen und politischen Fragestellungen wird abgeschlossen, so dass der Beschaffungsprozess und die weiteren Umsetzungsarbeiten gestartet werden können. Überdies wird der Investitionsbedarf für die Phase 3 kalkuliert. Die Arbeiten dieser Phase sollen anfangs 2025 abgeschlossen werden. Dafür liegt der GSI, als Gegenstand dieser Vorlage, ein Antrag der Insel Gruppe für eine finanzielle Unterstützung von CHF 650’000 vor. Für die Phase 2 werden von der Insel Gruppe Gesamtkosten von CHF 1.7 Mio. geplant.
Überdies fallen in dieser Phase Kosten für ein Rechtsgutachten betreffend «Projekt KISS für
Berner Spitäler» an, an welchen sich der Kanton zu 50 Prozent und damit mit maximal CHF 20’000 beteiligt.
2. Rechtsgrundlagen
‒ Art. 2 und 4 des Gesundheitsgesetzes vom 2. Dezember 1984 (GesG; BSG 811.01) ‒ Art. 27, 29, 30 Absatz 1, 31 und 33 des Finanzhaushaltsgesetzes vom 15. Juni 2022 (FHG; BSG 620.0) ‒ Art. 21 und 27 der Finanzhaushaltsverordnung vom 16. November 2022 (FHaV; BSG 621.1)
3. Ausgabenart und rechtliche Qualifikation der Ausgabe
Neue einmalige Ausgabe gemäss Art. 27 und 30 Abs. 1 FHG
4. Massgebende Kreditsumme
CHF 920’000 (Kostendach)
5. Kreditart / Konto / Produktgruppe / Rechnungsjahr
Segment 4402 (Gesundheitsamt) Konto 363500000 (Beiträge an private Unternehmungen) Produktgruppe Gesundheitsversorgung (Innenauftrag Akutsomatik) Rechnungsjahr 2024: CHF 250’000 Rechnungsjahr 2025: CHF 670’000
Im Budget 2025 sind keine Mittel enthalten. Die Kosten können voraussichtlich im Rahmen des Produktgruppensaldos bzw. innerhalb des GSI-Budgets aufgefangen werden.
6. Begründung
Mit der «Digitalen Gesundheitsplattform Kanton Bern» soll ein Klinikinformationssystem, welches von allen Berner Spitälern genutzt werden, kann zur Verfügung gestellt werden. Mit der Plattform wird die Versorgung im gesamten Kantonsgebiet und die Entwicklung in Richtung Hub-and-Spoke-Modell technisch unterstützt. So wird die weitere Verbreitung der integrierten medizinischen Versorgung gefördert und es resultiert eine qualitativ bessere Patientenbehandlung über Sektorgrenzen hinweg.
Mit der «Digitalen Gesundheitsplattform Kanton Bern» werden die Kooperation der Akteure vereinfacht, die Behandlungsprozesse verbessert und standardisiert und damit die Qualität der medizinischen Behandlung gestärkt. Durch die mehrheitlich strukturierte Erfassung und zentrale Speicherung von Patientendaten in Epic entstünde die Basis für neue Erkenntnisse in der medizinischen Forschung sowie die Entwicklung innovativer Therapien und Präventionsmassnahmen. Epic stellt damit eine Grundlage dar, um die Potenziale künstlicher Intelligenz auszuschöpfen. Durch den Einbezug der Patienten mittels Web-Zugriff und App auf die eigene Patientenakte könnte die Transparenz verbessert und die Gesundheitskompetenz bei der Bevölkerung gestärkt werden. Die Effizienz des Gesundheitssystems kann gesteigert werden.
Die «Digitale Gesundheitsplattform Kanton Bern» schafft somit eine neue Basis für eine effiziente, qualitativ gute Gesundheitsversorgung im Kanton Bern.
Eine kantonale Beteiligung an den Projektkosten kann mit den hohen Anfangsinvestitionen, welche die Möglichkeiten jedes einzelnen Spitals überschreiten, und den Vorteilen, die aus einer raschen Etablierung einer digitalen Gesundheitsplattform resultieren, begründet werden. Der Kanton leistet eine Anschubfinanzierung und erwartet dadurch einen komparativen Vorteil für den Standort Kanton Bern.
Im Namen des Regierungsrates
Christoph Auer Staatsschreiber