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RRB Nr. 1332/2022

Kulturfonds, Beiträge zugunsten der Städte Winterthur und Zürich für die grossen Kulturinstitutionen, Gewährung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 5. Oktober 2022

1332. Kulturfonds (Beiträge zugunsten der Städte Winterthur und Zürich für die grossen Kulturinstitutionen)

Erwägungen

1. Ausgangslage Im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Lotteriefondsmitteln im Bereich der Kulturförderung regte der Kantonsrat 2008 die Wiederaufnahme von Beitragsleistungen an die grossen Kulturinstitutionen an (Vorlage 4460a). Der Regierungsrat beauftragte daraufhin die Direktion der Justiz und des Innern und die Finanzdirektion, entsprechende Kriterien zu erarbeiten (RRB Nr. 51/2010). Diese Kriterien sehen vor, dass die Städte Winterthur und Zürich einmal während einer Legislaturperiode Gesuche um Beiträge für die grossen Kulturinstitutionen einreichen können. Als solche gelten folgende Kulturinstitutionen: Bezeichnung Trägerschaft Standort Kunstmuseum Winterthur Kunstverein Winterthur Winterthur Musikkollegium Winterthur Verein Musikkollegium Winterthur Winterthur Theater Winterthur Theater Winterthur AG Winterthur Kunsthaus Zürich Zürcher Kunstgesellschaft Zürich Schauspielhaus Zürich Schauspielhaus Zürich AG Zürich Tonhalle Tonhalle-Gesellschaft Zürich AG Zürich Der Kantonsrat hat in der Legislaturperiode 2011–2015 einen Beitrag von Fr. 9 637 400 an die Stadt Winterthur und von Fr. 10 000 000 an die Stadt Zürich aus dem Lotteriefonds bewilligt (Vorlage 5048). In der Legislaturperiode 2015–2019 hat er beiden Städten einen Beitrag von je Fr. 7 500 000 zulasten des Lotteriefonds bewilligt (Vorlage 5334). Diese Vorgehensweise hat sich bewährt, weshalb sie auch nach Einführung des kantonalen Kulturfonds für die Legislaturperiode 2019– 2023 beizubehalten ist (§ 2 Abs. 1 lit. c Lotteriefondsgesetz [LFG, LS 612] und Kulturfondsverordnung [KufV, LS 612.3]). Dementsprechend wurden die Städte Winterthur und Zürich eingeladen, je ein Gesuch von höchstens Fr. 7 500 000 einzureichen.

2. Kriterien, Gesuche Gemäss Vorgabe der Fachstelle Kultur sollen Projekte unterstützt werden, die folgende Kriterien erfüllen: – In sich geschlossene, ausserordentliche und nachhaltige Projekte – Die kulturellen Projekte sollen einen Mehrwert in den Schwerpunkten Strahlkraft und/oder Teilhabe gemäss kantonalem Leitbild Kulturförderung erbringen. Beim Kunsthaus Zürich sollen die Projekte im Bereich der Provenienzforschung und/oder Kontextualisierung der Emil-Bührle-Sammlung liegen. – Insgesamt sollen die kulturellen Projekte und die Bau- und Infrastrukturvorhaben in einem angemessenen Verhältnis stehen. Eine Ausnahme gilt für die Tonhalle, die erst im Herbst 2021 in das umgebaute und sanierte Gebäude eingezogen ist. Die Städte Winterthur und Zürich haben die Projekte der Kulturinstitutionen geprüft und bis am 12. Mai 2022 (Winterthur) bzw. 30. April 2022 (Zürich) je ein Gesuch um Gewährung eines Beitrags von Fr. 6 974 700 (Winterthur) bzw. Fr. 7 177 051 (Zürich) eingereicht.

3. Stadt Winterthur

3.1. Allgemeines Das Gesuch der Stadt Winterthur teilt sich wie folgt auf: Kulturinstitution Anzahl Projekte Betrag (in Franken) Kunstverein Winterthur 3 2 500 000 Verein Musikkollegium Winterthur 4 2 350 000 Theater Winterthur AG 4 2 124 700 Total 11 6 974 700

3.2. Vorhaben des Kunstvereins Winterthur Die Stadt Winterthur hat zugunsten des Kunstvereins Winterthur (KVW) folgende Projekte eingereicht: Nr. Bezeichnung Projekt Betrag (in Franken) 1 KVW 1 Steigerung der Qualität der Sammlung 1 000 000 2 KVW 2 Renovation des Ausstellungsgebäudes und der Lichtanlage 1 100 000 3 KVW 3 Kunstvermittlung 400 000 Total 2 500 000

Bezeichnung Projekt 1, KVW 1, Steigerung der Qualität der Sammlung Ziel Ankauf bedeutender Kunstwerke für die Sammlung Beschrieb Die Sammlung des KVW hätte ohne die durch den Lotteriefonds ermöglichten Ankäufe der 1990er-Jahre sowie der Perioden 2011–2015 und 2015–2019 nicht die Entwicklung nehmen können, die sie zu einer der schönsten modernen Sammlungen in Europa gemacht hat. Ihre Präsentation ist das Kerngeschäft des KVW und verleiht dem Museum ein eigenes Profil und eine internationale Strahlkraft. Ihre stetige Stärkung, Vertiefung, Erweiterung und Vermittlung ist die zentrale Aufgabe des Museums. Die Stadt Winterthur verfügt über eine lange Sammlungstradition, wozu auch die Sammlung des KVW ihren Beitrag leistet. Auch ein kontinuierliches Engagement für das regionale Kunstschaffen gehört zum Sammlungskonzept des KVW. Der KVW will neben der Pflege der bisherigen Sammlungsschwerpunkte die Sammlung auch im Bereich Neue Medien weiterentwickeln. Es ist wichtig, das Schaffen von Künstlerinnen und Künstlern in ihrer gesamten Medienvielfalt in die Sammlung aufzunehmen. Aufgrund der Bewegungen des Kunstmarkts ist es schwierig, die anzukaufenden Werke bereits jetzt zu bezeichnen. Gesamtkosten Fr. 1 000 000 Finanzierung: Kulturfonds Fr. 1 000 000 Würdigung Der erfolgreiche Betrieb des Kunstmuseums ist an die herausragende Qualität der Sammlung geknüpft. Es ist zeitgemäss, dass Bildende Kunst in einer Sammlung mit verschiedenen und auch neueren Kunstformen repräsentiert ist. Aus dem Betriebsbudget sind nur äusserst beschränkt gewichtige Ankäufe möglich. Die Erweiterung des Ankaufsetats durch zusätzliche Kulturfondsgelder ist von grosser Bedeutung und hat sich bewährt. Bewilligter Betrag Fr. 1 000 000

Bezeichnung Projekt 2, KVW 2, Renovation des Ausstellungsgebäudes und der Lichtanlage Ziel Behebung von Mängeln an der Dachkonstruktion und an der Lichtanlage Beschrieb Mit dem 1995 eröffneten Erweiterungsbau verfügt das Kunstmuseum Winterthur über eine attraktive und vielseitig nutzbare Infrastruktur. Inzwischen ist das Gebäude renovationsbedürftig. Bei der Dachkonstruktion mit Shedlichtern kommt es immer wieder zu kleineren Wasserdurchbrüchen. Die Renovation ist so konzipiert, dass später eine Solaranlage installiert werden kann, die das Ausstellungsgebäude direkt mit Strom versorgen kann. Die Lichtanlage in der Shedhalle wird auf LED umgerüstet. Gesamtkosten Fr. 1 450 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 150 000 Drittmittel Fr. 200 000 Kulturfonds Fr. 1 100 000 Würdigung Die Analyse von Fachleuten bekräftigt den vom KVW formulierten Handlungsbedarf. Eine Gesamtsanierung des Daches ist unausweichlich. Mit der Umrüstung auf LED kann konservatorischen Auf‌lagen besser entsprochen werden und zusätzlich kann Strom gespart werden. Bewilligter Betrag Fr. 1 100 000

Bezeichnung Projekt 3, KVW 3, Kunstvermittlung Ziel Aufbau einer transkulturellen, inklusiven und partizipativen Vermittlung Beschrieb Der KVW will in seiner Vermittlungsarbeit vermehrt auf den kulturellen Wandel der Gesellschaft reagieren und neue Angebote für ein heterogenes Publikum entwickeln. Das Ziel ist, alle Bevölkerungsschichten zu erreichen und unkomplizierte Begegnungen mit Kunst zu ermöglichen. Konkret wird das interessierte Publikum in von Fachpersonen geleiteten Workshops in die Gestaltung von Vermittlungsformaten eingebunden. Gesamtkosten Fr. 480 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 80 000 Kulturfonds Fr. 400 000 Würdigung Die Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen, Institutionen und dem Publikum bei der Entwicklung von neuen Formaten ist zeitgemäss. So wird ein breites und junges Publikum erreicht werden. Der angefragte Beitrag für eine Entwicklungs- und erste Umsetzungsphase von vier Jahren bewegt sich in angemessenem Rahmen. Bewilligter Betrag Fr. 400 000

3.3. Vorhaben des Vereins Musikkollegium Winterthur (MKW) Nr. Bezeichnung Projekt Betrag (in Franken) 4 MKW 1 Infrastruktur für Festival «Le Grand Rituel» 550 000 5 MKW 2 Reihe «Film & Musik» 650 000 6 MKW 3 Veranstaltungstechnik Konzertsaal 500 000 7 MKW 4 Internationale Ausstrahlung 650 000 Total 2 350 000

Bezeichnung Projekt 4, MKW 1, Infrastruktur für Festival «Le Grand Rituel» Ziel Attraktive und vielfältige Konzerte in ungewöhnlichem Konzertsaal in Winterthur Beschrieb Vom 14. bis 18. Juni 2022 veranstaltete das MKW unter dem Titel «Le Grand Rituel» ein zweiwöchiges Klassik-Festival in der Halle 53 auf dem Sulzer-Areal. Aufgeführt wurden Klassiker der Moderne rund um Igor Strawinsky. Das Konzertangebot umfasste Sinfoniekonzerte, Konzerte mit Orchester und Tanz, Kammermusikkonzerte und einen Familientag. Einzelne Konzerte wurden unter Mitwirkung von rund 80 Schülerinnen und Schülern aus der Region durchgeführt. Für die Konzerte musste eine komplexe Infrastruktur einschliesslich Bühne, Zuschauertribüne und Backstagebereich in die Halle gebaut werden. Dazu gehörte auch die komplette technische Ausrüstung für Ton und Licht. Zudem wurde ein Restaurantbereich aufgebaut. Gesamtkosten Fr. 680 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 130 000 Kulturfonds Fr. 550 000 Würdigung Die Winterthurer Bevölkerung konnte am Festival «Le Grand Rituel» eine breite Palette von hochstehende Darbietungen in einer aussergewöhnlichen räumlichen Umgebung erleben. Der innovative Halleneinbau wurde sorgfältig geplant und das Vorhaben kostenbewusst umgesetzt. Die Tatsache, dass das Klassik-Festival bereits durchgeführt wurde, steht in Einklang mit § 4 Abs. 2 KufV, wonach das Gesuch möglichst frühzeitig und in der Regel vor Beginn der Verwirklichung des Vorhabens einzureichen ist, zumal das Gesuch der Stadt Winterthur am 12. Mai 2022 eingegangen ist. Die vorgelegte Gesamtkostenrechnung weist einen Aufwand von Fr. 680 000 auf. Bewilligter Betrag Fr.  550 000

Bezeichnung Projekt 5, MKW 2, Reihe «Film & Musik» Ziel Das MKW wird in den kommenden Jahren das Format «Film & Musik» – Filmvorführungen, begleitet von einem Live-Orchester – ausbauen und etablieren. Beschrieb Es sind insgesamt fünf Produktionen in den Jahren 2022–2025 vorgesehen, pro Saison ein bis zwei solche Highlights. Die «Film & Musik»- Aufführungen finden ausserhalb der im Subventionsvertrag definierten Konzerte des MKW statt. Das Format hat sich bewährt, das Publikum ist bei solchen Veranstaltungen meist durchmischter und jünger als in den klassischen Sinfoniekonzerten. Die Kosten dafür sind aufgrund teurer Filmrechte und benötigter Projektionstechnik ausserordentlich hoch. Zudem ist Filmmusik grundsätzlich immer für ein relativ grosses Sinfonieorchester geschrieben, was ebenfalls kostenintensiv ist. Gesamtkosten Fr. 1 480 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 750 000 Drittmittel Fr. 80 000 Kulturfonds Fr. 650 000 Würdigung Film mit Live-Musik entspricht einem wachsenden Bedürfnis, diese Kombination ist seit einigen Jahren äusserst populär. Film-Konzerte bewirken eine Öffnung gegenüber allen Bevölkerungsschichten. Nach Möglichkeit werden zudem bei den Produktionen lokale Kräfte eingebunden, was begrüssenswert ist. Diese Film-Konzerte sprechen ein neues und diverseres Publikum an und bilden eine Ergänzung und Abrundung des sonstigen Angebots. Bewilligter Betrag Fr. 650 000

Bezeichnung Projekt 6, MKW 3, Veranstaltungstechnik Konzertsaal Ziel Modernisierung der bestehenden Beleuchtungstechnik, der Tonverstärkungsanlage und Implementierung von Live-Streaming Beschrieb Seit Ende des 19. Jahrhunderts spielt das MKW regelmässig Konzerte im Stadthaus Winterthur. Es sind Erneuerungen in den Bereichen Beleuchtung, Ton und Video notwendig. – Es fehlt eine angemessene Frontbeleuchtung für Solistinnen und Solisten, Dirigierende und Orchester. Ebenso fehlt ein Lichtregiepult. – Die bestehende Tonverstärkungsanlage wurde vor über 20 Jahren eingebaut. Der Wandel der Formate und die Zusammenarbeit mit Dritten haben gezeigt, dass die Anlage an die neuen Bedürfnisse im Saal angepasst werden muss. – Die während der Coronapandemie gemachten Erfahrungen mit Live- Streaming sollen auch in Zukunft genutzt werden. Die dauerhafte Installation soll weiterhin regelmässige Live-Streams ermöglichen. Gesamtkosten Fr. 610 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 50 000 Drittmittel Fr. 60 000 Kulturfonds Fr. 500 000 Würdigung Die Aufrüstung der veralteten technischen Infrastruktur im Konzertsaal ist bei einer Formation wie dem MKW absolut notwendig, um den Grundbetrieb qualitätsvoll und zeitgemäss fortzuführen. In der Legislaturperiode 2015–2019 wurde die Konzertinfrastruktur hauptsächlich im Publikumsbereich erneuert. Vorliegend geht es um die Erneuerung im Bühnenbereich. Zudem ist die Aufrüstung essenziell, um neue Formate zu entwickeln, die über das traditionelle klassische Konzert hinausgehen. Diese neuen Formate helfen, ein diverses Publikum zu erreichen, sowohl im Konzertsaal als auch in den sozialen Medien. Mit der Investition können hohe Mietkosten eingespart werden. Bewilligter Betrag Fr. 500 000

Bezeichnung Projekt 7, MKW 4, Internationale Ausstrahlung Ziel Ab Saison 2022/23 sollen regelmässig ein bis zwei Gastspiele pro Saison im nahen Ausland durchgeführt werden. Beschrieb Das MKW ist ein vielseitiges, klein besetztes Orchester mit einem breiten Repertoire. Es ist daher ein idealer Partner für Gastspiele im nahen europäischen Umfeld, in dem sich einige der renommiertesten und attraktivsten Konzertsäle befinden. In den Saisons 2022/23, 2023/24, 2024/25 sind insgesamt fünf Gastspiele geplant. Die neue Direktion und Geschäftsleitung verfügt bereits über internationale Kontakte zu verschiedenen Institutionen. Gesamtkosten Fr. 975 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 275 000 Drittmittel Fr. 50 000 Kulturfonds Fr. 650 000 Würdigung Gastspiele in den besten Sälen und an den renommiertesten Festivals Europas sind für jedes Berufsorchester eine besondere Herausforderung und führen damit zur qualitativen Förderung des Orchesters. Sich vor einem fremden Publikum präsentieren zu dürfen und sich dem internationalen Wettbewerb zu stellen, ist Motivation, Herausforderung und Abwechslung zugleich. Gastspiele sind in finanzieller Hinsicht kein Gewinn, haben sich aber etabliert, um die traditionsreiche Winterthurer Institution und die Kulturstadt Winterthur bei internationalen Kulturschaffenden, in den Medien und beim Publikum bekannt zu machen. Reisekosten, Unterkunft und Proben sind ausserordentliche Posten im Betriebsaufwand, die neben Eigenfinanzierung über Stiftungen, Sponsoring gestützt werden. Die Unterstützung von Gastspielen mit Kulturfondsgeldern hat sich bewährt und der angefragte Betrag ist angemessen. Bewilligter Betrag Fr. 650 000

3.4. Vorhaben der Theater Winterthur AG (ThW) Nr. Bezeichnung Projekt Betrag (in Franken) 8 ThW 1 Oper «L’Orfeo» 320 000 9 ThW 2 Wiedereröffnungs-Produktion 580 000 10 ThW 3 Erneuerung Veranstaltungstechnik 924 700 11 ThW 4 Neue IT-Infrastruktur 300 000 Total 2 124 700

Bezeichnung Projekt 8, ThW 1, Oper «L’Orfeo» Ziel Aufführung der Oper «L’Orfeo» von Claudio Monteverdi (1567–1643) für die Interim-Spielstätte während der Sanierung Beschrieb Für die Spielzeit 2024/25 wird das ThW wegen der Generalsanierung des Stammhauses in eine Interim-Spielstätte umziehen. Aufgrund der technischen Gegebenheiten der dortigen Bühne bietet es sich an, für diese Spielzeit eine Opern-Eigenproduktion zu inszenieren. Die lautten compagney Berlin, eines der renommiertesten und kreativsten deutschen Barockensembles, hat schon einige Male im ThW Produktionen präsentiert und wird als Koproduktionspartner zusammen mit dem ThW die Oper «L’Orfeo» auf die Bühne bringen. Die Premiere ist am 23. Oktober 2024 geplant. Danach wird es vier bis fünf weitere Vorstellungen in Winterthur geben. Gesamtkosten Fr. 826 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 413 000 Drittmittel Fr. 93 000 Kulturfonds Fr. 320 000 Würdigung Da die Proben mehrheitlich in Winterthur stattfinden, wird es möglich sein, ein breites Vermittlungsangebot sowohl für Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene anzubieten. Geplant sind musikalische und thematische Workshops, Probenbesuche, Backstage-Führungen, Podiumsgespräche usw. mit den Beteiligten der Produktion. So wird nicht nur die Oper selbst, sondern auch die Interim-Spielstätte ins Bewusstsein der Winterthurer Bevölkerung gerückt werden. Die Oper «L’Orfeo» wurde noch nie in Winterthur gezeigt und ist auch im Opernhaus Zürich in den nächsten Jahren nicht geplant. Es darf erwartet werden, dass mit diesem Werk auch ein überregionales Publikum nach Winterthur in die Interim-Spielstätte reisen wird. Bewilligter Betrag Fr. 320 000

Bezeichnung Projekt 9, ThW 2, Wiedereröffnungs-Produktion Ziel Musiktheater «Uraufführung» für die Wiedereröffnung des sanierten Hauses Beschrieb Im Herbst 2025 wird das ThW nach der Generalsanierung wieder ins Stammhaus an der Theaterstrasse einziehen können. Um dieses Ereignis, das von grosser kulturpolitischer Bedeutung für die Stadt Winterthur ist, gebührend zu feiern, plant das ThW gemeinsam mit dem MKW eine grosse gemeinsame Musiktheaterproduktion als Auftakt für die Theatersaison 2025/26. Es soll ein neues Werk zur Uraufführung in Winterthur gebracht werden. Weitere Winterthurer Institutionen sollen integriert werden. Gesamtkosten Fr. 1 306 250 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 557 250 Drittmittel Fr. 169 000 Kulturfonds Fr. 580 000 Würdigung Mit der Uraufführung eines neuen musiktheatralischen Werkes, das federführend von den beiden grossen Winterthurer Kulturinstitutionen ThW und MKW initiiert wird, wird eine breite öffentliche Aufmerksamkeit auf das frisch renovierte Haus am Stadtgarten gelenkt werden. Da das Werk vorwiegend in Winterthur produziert wird, kann auch ein breites Vermittlungsangebot umgesetzt werden. Auch die Statisterie soll in Winterthur rekrutiert werden. So ist die Bevölkerung Winterthurs nicht nur als Publikum gefragt, sondern kann bei der Realisation des Werkes unmittelbar mitwirken. Es dürfte ein Werk für alle Generationen werden, das die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen in Winterthur und Umgebung anspricht. Dies sind mehrere Aspekte, die zu einer grossen Teilhabe an der Wiedereröffnung führen werden. Bewilligter Betrag Fr. 580 000

Bezeichnung Projekt 10, ThW 3, Erneuerung Veranstaltungstechnik Ziel Anschaffungen von Ton/Videotechnik, Beleuchtungstechnik und Bühnentechnik Beschrieb Ein Veranstaltungsort dieser Grössenordnung bringt bestimmte technische Anforderungen mit sich, um ein qualitätsvolles und vielfältiges Programm präsentieren zu können. Um dies zu gewährleisten, sind Neuanschaffungen bzw. ein zyklischer Ersatz von technischer Ausrüstung notwendig. Im Fokus steht die Senkung des Energieverbrauchs, ein zeitgemässer Stand der Technik und die Einhaltung von Sicherheitsanforderungen. Auch müssen alle Gerätschaften mit den bei der Sanierung durch die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes fest eingebauten Einrichtungen kompatibel sein. Gesamtkosten Fr. 924 700 Finanzierung: Kulturfonds Fr. 924 700 Würdigung Es sind Massnahmen geplant, welche die Anschaffungen aus der Legislaturperiode 2015–2019 ergänzen oder bestehende Apparate ersetzen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben oder für die keine Ersatzteile mehr erhältlich sind. Die zeitgemässe Durchführung von Gastspielen aller Theatersparten und Vermietungen werden durch die Erneuerungen auf einem hohen Stand gewährleistet. Ferner werden die Wartungs- und Reparaturkosten herabgesetzt sowie die körperliche Belastung der technischen Mitarbeitenden gesenkt. Insgesamt sind es notwendige und sinnvolle Anschaffungen in einem kostenbewussten Rahmen. Bewilligter Betrag Fr. 924 700

Bezeichnung Projekt 11, ThW 4, Neue IT-Infrastruktur Ziel Loslösung von der IT-Infrastruktur der Stadt Beschrieb Seit dem August 2019 ist das ThW eine Aktiengesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Während Finanzen und Personalwesen von der Stadt Winterthur gelöst wurden, bezieht das ThW IT-Leistungen nach wie vor von den städtischen Informatikdiensten. Nun soll die IT neu organisiert und von der IT der Stadt losgelöst werden. Dabei werden mehrere Varianten evaluiert, die auch Lösungen wie Cloud-Services ohne eigene Server einbeziehen. Vorgelagert wird ein strategisches Vorprojekt realisiert, in dem Varianten evaluiert werden. Gesamtkosten Fr. 324 000 Finanzierung: Eigenleistung- Fr. 24 000 Kulturfonds Fr. 300 000 Würdigung Das Projekt ermöglicht es dem ThW, seine IT neu zu organisieren, aktuelle technologische Optionen zu implementieren und auf die Bedürfnisse eines Gastspielhauses massgeschneiderte IT-Dienstleistungen zu beziehen. Sicherheits- und Kostenüberlegungen wurden angemessen einbezogen. Das Erarbeiten eines Vorprojekts als Entscheidungsgrundlage ist ein bewährtes Vorgehen. Bewilligter Betrag Fr. 300 000

4. Stadt Zürich

4.1. Allgemeines Das Gesuch der Stadt Zürich teilt sich wie folgt auf: Kulturinstitution Anzahl Projekte Betrag (in Franken) Zürcher Kunstgesellschaft 4 2 014 000 Schauspielhaus Zürich AG 4 2 900 000 Tonhalle-Gesellschaft Zürich AG 3 2 263 051 Total 11 7 177 051

4.2. Vorhaben der Zürcher Kunstgesellschaft (ZKG) Nr. Bezeichnung Projekt Betrag (in Franken) 12 ZKG 1 Provenienzforschung Sammlungsbestände 1 000 000 13 ZKG 2 Neugestaltung Kontextualisierung Emil-Bührle-Sammlung 300 000 14 ZKG 3 Machbarkeitsstudie Sanierung Beleuchtung 464 000 15 ZKG 4 Erneuerung Fahrregalanlagen Kunsthaus-Bibliothek 250 000 Total 2 014 000

Bezeichnung Projekt 12, ZKG 1, Provenienzforschung Sammlungsbestände Ziel Provenienzforschung der ZKG. Spezifische Erforschung der Sammlungsbestände Beschrieb Die ZKG gehört zu den bedeutendsten Museen der Schweiz. Die Untersuchung der Provenienzen von Werken in Museumssammlungen erhält seit Längerem weltweit grosse Aufmerksamkeit. Das vorliegende Projekt umfasst Erforschung und Dokumentation nach internationalen Standards von 250 Werken in erster Linie aus den Sammlungsbeständen. Die Recherchen werden einen Zeitraum von gut drei Jahren in Anspruch nehmen. Die Überprüfung der Provenienzforschung der Emil-Bührle-Sammlung wird in einem separaten Projekt durchgeführt, das hauptsächlich von der Stadt Zürich finanziert wird. Gesamtkosten Fr. 1 185 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 185 000 Kulturfonds Fr. 1 000 000 Würdigung Die Provenienz von Sammlungsbeständen ist eine äusserst sensible Thematik, die sorgfältig und lückenlos aufgearbeitet werden muss. Zusammen mit der Erforschung der Provenienzen der Emil-Bührle- Sammlung wird das vorliegende Forschungsvorhaben notwendige und allseits geforderte Klärungen liefern. Das Projekt ist noch im Aufbau. Es ist sinnvoll, dass die Detailplanung unter der Leitung der neuen Direktorin des Zürcher Kunsthauses geschehen soll und zum jetzigen Zeitpunkt erst umrissen wird. Das Vorgehen einschliesslich Personalplanung und Budgetierung ist zweckmässig und beruht auf erprobten Erfahrungswerten. Bewilligter Betrag Fr. 1 000 000

Bezeichnung Projekt 13, ZKG 2, Neugestaltung Kontextualisierung Emil-Bührle- Sammlung Ziel Die Entstehung der Emil-Bührle-Sammlung wird in einen grösseren Kontext namentlich von der Persönlichkeit Emil Bührles und dessen Geschäftstätigkeit als Rüstungsindustrieller gesetzt. Diese Kontextualisierung wird mit zeitgemässen Methoden vermittelt. Beschrieb Der 2021 eröffnete Erweiterungsbau beherbergt die hochkarätige Sammlung von Emil Bührle, die der ZKG als Dauerleihgabe übergeben wurde. Die Entstehung der Sammlung und insbesondere deren Finanzierung durch Gewinne der Rüstungsindustrie wird in einem separaten Raum dokumentiert. Die auf die Eröffnung folgende, breite und zum Teil heftige Kritik in Medien und Öffentlichkeit machte aber sichtbar, dass die Sammlung Bührle trotz dieser ersten Schritte der Vermittlung und Kontextualisierung mit ihrer Präsenz in einem öffentlich mitfinanzierten Haus noch nicht in ausreichender Weise auf Akzeptanz stiess. Die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Persönlichkeit sowie zur Geschäftstätigkeit und der gesellschaftlichen und politischen Vernetzung von Emil Bührle sollen den Museumsbesucherinnen und -besuchern mit zeitgemässen Vermittlungsmethoden präsentiert werden. Gesamtkosten Fr. 1 280 000 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 980 000 Kulturfonds Fr. 300 000 Würdigung Die Reaktion der Öffentlichkeit macht deutlich, dass die Überarbeitung der bestehenden Kontextualisierungsarbeit und deren Vermittlung den Ansprüchen der Zürcher Bevölkerung nicht genügt. Es ist zu begrüssen, dass das Projekt von der neuen Direktorin des Zürcher Kunsthauses geleitet wird. Es ist ein äusserst wichtiges Projekt, das keinen Aufschub duldet. Bewilligter Betrag Fr. 300 000

Bezeichnung Projekt 14, ZKG 3, Machbarkeitsstudie Sanierung Beleuchtung Ziel Erstellen einer Machbarkeitsstudie zur Sanierung von Tageslichtsteuerung und Kunstlichtbeleuchtung Beschrieb Die Beleuchtung in den Gebäuden des Kunsthauses ist in die Jahre gekommen. Ein vollständiger Ersatz der bestehenden Beleuchtung ist aus ökologischen Gründen notwendig und weil die zurzeit verwendeten Leuchten ab Herbst 2023 in der Schweiz nicht mehr zugelassen sind. Darüber hinaus ist das Lichtsteuerungssystem veraltet und störungsanfällig. Die notwendige Sanierung der bestehenden Beleuchtung ist äusserst aufwendig und muss in mehreren Etappen vorgenommen werden. Zudem bedarf es einer fachlichen Neuplanung der gesamten Lichtsituation und der engen Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Mit einer Machbarkeitsstudie soll das Vorgehen geplant und die genauen technischen Anforderungen und Kosten ermittelt werden. Gesamtkosten Fr. 491 600 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 27 600 Kulturfonds Fr. 464 000 Würdigung Der Ersatz des gesamten Beleuchtungssystems und die Modernisierung der Lichtsteuerung sind notwendig und werden sich positiv auswirken: Der Strombedarf des Museums kann massiv gesenkt und die ausgestellten Kunstwerke können durch eine sensitivere Lichtsteuerung konservatorisch besser geschützt werden. Handlungsbedarf und Dringlichkeit sind nachvollziehbar, das Vorgehen ist sorgfältig geplant. Bewilligter Betrag Fr. 464 000

Bezeichnung Projekt 15, ZKG 4, Erneuerung Fahrregalanlagen Kunsthaus- Bibliothek Ziel Ersatz veralteter Fahrregalanlagen (Kompaktusanlagen) im Magazin der Bibliothek des Kunsthauses Beschrieb Die Bibliothek der ZKG benutzt für die Lagerung ihrer Bestände im Magazin Fahrregalanlagen. Drei davon sind mittlerweile 40 Jahre alt und müssen ersetzt werden. In diesen drei Fahrregalanlagen befindet sich mehr als die Hälfte des Bibliotheksbestandes. Diese Regale können seit 2015 nicht mehr gewartet werden und stellen ein Sicherheitsrisiko für das Bibliothekspersonal dar. Für die Lagerung und Sicherung der Bücher während des Austauschs wird mit einer erfahrenen Logistikfirma zusammengearbeitet. Gesamtkosten Fr. 260 800 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 10 800 Kulturfonds Fr. 250 000 Würdigung Handlungsbedarf und Dringlichkeit sind nachvollziehbar. Es wurden die passenden Dienstleister ausgewählt, deren Offerten angemessen sind. Bewilligter Betrag Fr. 250 000

4.3. Vorhaben der Schauspielhaus Zürich AG (SHZ) Nr. Bezeichnung Projekt Betrag (in Franken) 16 SHZ 1 Digitale Bühne 2 335 000 17 SHZ 2 Retrospektive «Moved by the Motion» 45 000 18 SHZ 3 Gastspielreihe 2023/24 470 000 19 SHZ 4 Digitalisierung Video-Archiv 50 000 Total 2 900 000

Bezeichnung Projekt 16, SHZ 1, Digitale Bühne Ziel Errichtung einer technischen Infrastruktur für die Live-Übertragung von Bühnenproduktionen Beschrieb Das SHZ plant die Übertragung aus der Spielstätte Box und der Probebühne 3 im Schiffbau ins Internet in Echtzeit. Neben der Möglichkeit der Live-Übertragung kann die geplante Technik zur Produktion einer rein digitalen Bühne genutzt werden. Optional kann die Technik so erweitert werden, dass die Darstellenden mit einem virtuellen Bühnenbild in Echtzeit interagieren und mit virtuellem und realem Raum spielen können. Daraus ergeben sich neue künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten. Zudem kann ein Publikum weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus am Geschehen vor Ort und im virtuellen Raum teilhaben. Gesamtkosten Fr. 3 262 530 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 927 530 Kulturfonds Fr. 2 335 000 Würdigung Die technische Ausstattung des SHZ wird wegweisend für die Erprobung neuer Formen und Formate im Theater sein. Spezifische Produktionen in diesem neuen Feld des partizipativen Mitbestimmens des Bühnengeschehens werden möglich. Aufgrund der Erfahrung der letzten Spielzeiten, in denen das SHZ verschiedene Inszenierungen ins Internet übertragen hat, sind die Anforderungen an die notwendige Technik geklärt, was die Planung der Arbeiten und die Berechnung der Kosten vereinfacht. Bewilligter Betrag Fr. 2 335 000

Bezeichnung Projekt 17, SHZ 2, Retrospektive «Moved by the Motion» 2024 Ziel Rückblick über die fünf Jahre Zusammenarbeit im SHZ mit den Mitgliedern der spartenübergreifenden Gruppe «Moved by the Motion» aus den USA während dreier Wochen im Jahr 2024; Rahmen- und Vermittlungsprogramm Beschrieb Im Zeitraum von Mitte April bis Anfang Mai 2024 werden verschiedene künstlerische Formate gezeigt: Filminstallationen, Performances, darunter ein Stück für Kinder und junges Publikum und eine Oper. Begleitet wird diese Werkschau durch ein ausführliches Rahmen- und Vermittlungsprogramm, das Gegenstand des vorliegenden Antrags ist. In Workshops, Diskussionsrunden und Podiumsgesprächen soll die Werkschau für ein breites Publikum erlebbar werden. Zusätzlich zu den zwei Spielorten Pfauen und Schiffbau wird auch das Kasernenareal belebt. Gesamtkosten Fr. 506 875 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 461 875 Kulturfonds Fr. 45 000 Würdigung Die Arbeiten von «Moved by the Motion» haben in grossem Mass zur Öffnung des SHZ beigetragen und bringen neue, jüngere und diversere Publikumsschichten in teilweise neu erschlossene Spielstätten. Mit dem reichhaltigen Vermittlungsprogramm des Festivals offeriert das SHZ einer breiten Zürcher Bevölkerung erleichterten Zugang zu den Höhepunkten der Werkschau. Bewilligter Betrag Fr. 45 000

Bezeichnung Projekt 18, SHZ 3, Gastspielreihe 2023/24 Ziel Aufführung von internationalen Theaterproduktionen für das Zürcher Publikum Beschrieb Der Spielplan des SHZ soll durch Gastspiele von renommierten Bühnen aus dem deutschsprachigen Raum und dem europäischen Ausland ergänzt werden. Es sind künstlerisch herausragende Inszenierungen geplant. Verbunden mit den Gastspielen sind Einführungen und Publikumsgespräche. Jedes Gastspiel soll bestimmte Zielgruppen ansprechen und erschliessen. Gesamtkosten Fr. 762 035 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 292 035 Kulturfonds Fr. 470 000 Würdigung Die Gastspielreihen sind eine bewährte und sinnvolle Ergänzung zum regulären Programm des SHZ. Bereits mit Projekt 17 im Rahmen der Legislaturperiode 2013–2019 (Vorlage 5334) wurde eine gleichartige Gastspielreihe unterstützt. Solche Reihen bieten dem Zürcher Publikum die einmalige Gelegenheit, im Pfauen und im Schiffbau herausragende Gastspiele anderer Theaterhäuser zu erleben, die in besonderer Weise zum übrigen Programm des SHZ passen. Zürich wird so zum Zentrum für Gastspiele mit international herausragender Ausstrahlung, was dem im kantonalen Leitbild Kulturförderung festgesetzten Schwerpunkt «Strahlkraft» entspricht. Die budgetierten Kosten und Einnahmen beruhen auf Erfahrungswerten. Bewilligter Betrag Fr. 470 000

Bezeichnung Projekt 19, SHZ 4, Digitalisierung Video-Archiv Ziel Sicherung der analogen Videoaufnahmen von Uraufführungen, Schweizer Erstaufführungen und weiteren Theateraufführungen ab 1984 Beschrieb Bis 2010 wurden knapp 2000 Stunden Bewegtbilder von Theateraufführungen in den verschiedenen Spielstätten analog aufgezeichnet. Seit 2010 werden die Mitschnitte digital produziert und archiviert. Die älteren Aufnahmen sind auf analogen Datenträgern gespeichert, die teilweise älter als 35 Jahre sind und somit abgenutzt und technisch überholt sind. Mit dem Stadtarchiv Zürich verfügt das SHZ über einen kompetenten Partner für die Langzeitarchivierung dieser Bestände. Gesamtkosten Fr. 194 127 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 44 127 Drittmittel Fr. 100 000 Kulturfonds Fr. 50 000 Würdigung Die Strahlkraft des SHZ als Ort national wie international bedeutender Theateraufführungen wirkt auf den Kulturort Zürich zurück. Mitschnitte in Form bewegter Bilder lassen sich in filmischen Werken ebenso wie in sozialen Medien gut einbinden. Dieses wichtige kulturhistorische Erbe gilt es, der Nachwelt zu erhalten. Durch die visuelle Überlieferung bedeutender Theaterwerke werden wissenschaftliche wie dramaturgische Rezeptionen dieser Werke ermöglicht. Der Projektumfang ist überschaubar und sinnvoll. Bewilligter Betrag Fr. 50 000

4.4. Vorhaben der Tonhalle-Gesellschaft Zürich AG (TGZ) Nr. Bezeichnung Projekt Betrag (in Franken) 20 TGZ 1 tonhalleAIR 1 590 000 21 TGZ 2 Digitales Sinfonieorchester 177 583 22 TGZ 3 Tourneen und Gastspiele 495 468 Total 2 263 051

Bezeichnung Projekt 20, TGZ 1, tonhalleAIR Ziel Openair-Festival für klassische Musik auf dem Münsterhof für die Bevölkerung – jeweils ein verlängertes Wochenende Ende Juni ab 2024 für drei Saisons Beschrieb Ab 2024 ist einmal jährlich eine dreitätige Veranstaltung Ende Juni auf dem Münsterhof geplant, wo klassische Musik allen live und kostenfrei zugänglich ist. Die umliegenden Restaurationsbetriebe werden eingebunden, um ein passendes kulinarisches Angebot sicherzustellen. Orchesterkonzerte, Kammermusikkonzerte, Familienkonzerte, Matinéen und Konzerte der Musikschule Konservatorium Zürich ergeben zusammen ein reichhaltiges und ausgewogenes Programm. Gesamtkosten Fr. 2 790 000 (pro Saison Fr. 930 000) Finanzierung: Eigenleistung Fr. 600 000 (pro Saison Fr. 200 000) Drittmittel Fr. 600 000 (pro Saison Fr. 200 000) Kulturfonds Fr. 1 590 000 (pro Saison Fr. 530 000) Würdigung Dieses Konzertformat wurde schon während der Zürcher Festspiele durchgeführt und hat sich bewährt. Die verschiedenen Konzertprogramme und -formate sind facettenreich angelegt, um ein breites Publikum anzusprechen. An diesem besonderen Ort können vielfältige Bevölkerungsgruppen angesprochen werden. Diese Freiluftkonzerte stellen im Konzertkalender der TGZ eine Besonderheit dar. Bewilligter Betrag Fr. 1 590 000

Bezeichnung Projekt 21, TGZ 2, Digitales Sinfonieorchester Ziel Kinder entdecken interaktiv die Welt eines Sinfonieorchesters Beschrieb Das «Digitale Sinfonieorchester» ist eine vielseitige interaktive Musik- Anwendung und ermöglicht Einblicke in ein Orchester. Es ist für alle Altersgruppen, für die Freizeit und die Schule gleichermassen konzipiert. Das junge Publikum soll das Orchester nicht nur passiv erfahren, sondern aktiv mitgestalten können. Die Instrumente können durch die Kinder in der Schule oder zu Hause selbst bedient und gestaltet werden. Das digitale Musikvermittlungskonzept umfasst mehrere inhaltlich aufeinander Bezug nehmende Elemente, die im Dirigieren eines virtuellen Orchesters gipfeln. Gesamtkosten Fr. 257 583 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 50 000 Drittmittel Fr. 30 000 Kulturfonds Fr. 177 583 Würdigung Musik ist in allen Ausprägungen weitreichend den Veränderungsprozessen der Digitalisierung ausgesetzt. Das «Digitale Sinfonieorchester» trägt den Hörgewohnheiten der heute früh digital geprägten Kinder Rechnung und schafft ein zeitgemässes Werkzeug, das für verschiedene Altersgruppen funktioniert. Mit dieser Online-Anwendung erfahren Kinder mehr über Orchestermusik als durch blosses Hören. Das Vorhaben wird das Vermittlungsangebot der TGZ stärken und den Kindern die Musik auf spielerische Weise nahebringen. Bewilligter Betrag Fr. 177 583

Bezeichnung Projekt 22, TGZ 3, Tourneen und Gastspiele Ziel Das Renommée der TGZ in die Welt hinaustragen Beschrieb In der Saison 2023/24 plant die TGZ eine Tournee nach Asien sowie Gastspiele in Bukarest und Prag. Unter der Leitung des Musikdirektors Paavo Järvi wird das Tonhalle Orchester 13 Tage auf Reisen sein und konzertieren. Ein wichtiger Teil der Aktivitäten im Ausland ist die technische Aufzeichnung und Verbreitung der Konzerte. Hierfür werden bestimmte technische Gerätschaften zum Basisbestand hinzu angeschafft. Gesamtkosten Fr. 965 468 Finanzierung: Eigenleistung Fr. 370 000 Drittmittel Fr. 100 000 Kulturfonds Fr. 495 468 Würdigung Tourneen sind ein wichtiger Bestandteil eines Orchesters von Weltrang. Die Verwertung und Verbreitung der Konzerte im Ausland sind ein fester Bestandteil einer Tournee. Mit Clips, Streamings oder CDs werden die Konzerte zudem auch schon von der Schweiz aus vorangekündigt. Es ist sinnvoll, ergänzend zur bestehenden Basisinfrastruktur aktuelle Technik anzuschaffen, die zudem nachhaltig genutzt werden kann. Die Kosten für Investitionsmassnahmen und für Reise, Unterkunft und Honorare sind nachvollziehbar und angemessen. Bewilligter Betrag Fr. 495 468

5. Gesamtwürdigung Die mit Vorlage 4460a angeregte und mit Vorlagen 5048 und 5334 umgesetzte Wiedereinführung von Beitragsleistungen an die grossen Kulturinstitutionen in Winterthur und Zürich ist sachgerecht und hat sich bewährt. Die von der Direktion der Justiz und des Innern und der Finanzdirektion festgelegten Modalitäten, wonach die Städte Winterthur und Zürich einmal pro Legislaturperiode die Gesuche der Kulturinstitutionen gebündelt einreichen und der Kanton diese im Wesentlichen auf der Grundlage der bestehenden Kulturfondsregelung und der anwendbaren Schwerpunkte des Leitbildes Kulturförderung beurteilt, sind sinnvoll und gewährleisten eine effiziente Handhabung. Der veranschlagte Höchstbeitrag von 7,5 Mio. Franken pro Stadt widerspiegelt die Bedeutung der grossen Kulturinstitutionen. Die Stadt Zürich ersucht um einen Beitrag von insgesamt Fr. 7 177 051, die Stadt Winterthur um einen Beitrag von insgesamt Fr. 6 974 700. Die vorliegenden kulturellen Projekte erfüllen die Vorgaben der Fachstelle Kultur (vgl. Ziff. 2). Sie sind aussergewöhnlich und überzeugend und bieten der Bevölkerung des Kantons Zürich einen grossen kulturellen Mehrwert. Die Bau- und Infrastruktur und IT-Vorhaben sind notwendig, zweckmässig sowie realistisch budgetiert und angemessen finanziert, um einen zeitgemässen und professionellen Betrieb zu gewährleisten, der den heutigen Bedürfnissen des Publikums und der Kulturschaffenden entspricht.

6. Auszahlungsmodalitäten Der Beitrag zugunsten des Projekts KVW 1 (Steigerung der Qualität der Sammlung) kann sofort nach der Genehmigung des Kantonsrates abgerufen werden. Die Beiträge zugunsten der übrigen Projekte können durch Teilzahlungen von mindestens Fr. 500 000 tranchenweise ausbezahlt werden. Die letzte Tranche wird nach Vorliegen der Schlussabrechnung ausbezahlt. Bei Vorhaben, die mit einem Beitrag von bis zu Fr. 500 000 unterstützt werden, erfolgt die Auszahlung erst nach Vorliegen der Schlussabrechnung.

7. Überblick Stadt Winterthur: Nr. Kulturinstitution Projekt- Projekt Betrag in Nr. Franken 1 Kunstverein KVW 1 Steigerung der Qualität der Sammlung 1 000 000 2 KVW 2 Renovation des Ausstellungsgebäudes und 1 100 000 der Lichtanlage 3 KVW 3 Kunstvermittlung 400 000 4 Musikkollegium MKW 1 Infrastruktur für Festival «Le Grand Rituel» 550 000 5 MKW 2 Reihe «Film & Musik» 650 000 6 MKW 3 Veranstaltungstechnik Konzertsaal 500 000 7 MKW 4 Internationale Ausstrahlung 650 000 8 Theater ThW 1 Oper «L’Orfeo» 320 000 9 ThW 2 Wiedereröffnungs-Produktion 580 000 10 ThW 3 Erneuerung Veranstaltungstechnik 924 700 11 ThW 4 Neue IT-Infrastruktur 300 000 Total Winterthur 6 974 700

Stadt Zürich: Nr. Kulturinstitution Projekt- Projekt Betrag in Nr. Franken 12 Kunstgesellschaft ZKG 1 Provenienzforschung Sammlungsbestände 1 000 000 13 ZKG 2 Neugestaltung Kontextualisierung Emil-Bührle- 300 000 Sammlung 14 ZKG 3 Machbarkeitsstudie Sanierung Beleuchtung 464 000 15 ZKG 4 Erneuerung Fahrregalanlagen Kunsthaus- 250 000 Bibliothek 16 Schauspielhaus SHZ 1 Digitale Bühne 2 335 000 17 SHZ 2 Retrospektive «Moved by the Motion» 45 000 18 SHZ 3 Gastspielreihe 2023/24 470 000 19 SHZ 4 Digitalisierung Video-Archiv 50 000 20 Tonhalle THZ 1 tonhalleAIR 1 590 000 21 THZ 2 Digitales Sinfonieorchester 177 583 22 THZ 3 Tourneen und Gastspiele 495 468 Total Zürich 7 177 051 Total Winterthur und Zürich 14 151 751

8. Hinweise Bei den Beitragsleistungen zugunsten der Städte Winterthur und Zürich handelt es sich um Beiträge aus dem Kulturfonds, die der Regierungsrat gestützt auf § 9 Abs. 2 LFG bewilligt. Der Entscheid des Regierungsrates bedarf der Genehmigung des Kantonsrates. Das fakultative Referendum ist ausgeschlossen. Die Beiträge sind im Budgetentwurf 2023 und im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan 2023–2026 eingestellt und der Kulturfonds kann diese Verpflichtungen mit den ihm zugewiesenen Mitteln erfüllen.

Dispositiv

Auf Antrag der Direktion der Justiz und des Innern beschliesst der Regierungsrat:

I. Für die kulturellen und Investitionsprojekte des Kunstvereins Winterthur, des Vereins Musikkollegium Winterthur und der Theater Winterthur AG wird der Stadt Winterthur ein Beitrag von Fr. 6 974 700 zulasten des Kulturfonds (Leistungsgruppe Nr. 2934) bewilligt.

II. Für die kulturellen und Investitionsprojekte der Zürcher Kunstgesellschaft, der Schauspielhaus Zürich AG und der Tonhalle-Gesellschaft Zürich AG wird der Stadt Zürich ein Beitrag von Fr. 7 177 051 zulasten des Kulturfonds (Leistungsgruppe Nr. 2934) bewilligt.

III. Die Beitragsgewährung gemäss Dispositiv I und II steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Kantonsrates.

IV. Mitteilung an die Städte Winterthur und Zürich (durch Zuschrift der Direktion der Justiz und des Innern) sowie an die Finanzdirektion und die Direktion der Justiz und des Innern.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:

Kathrin Arioli

Cited in