RRB Nr. 327/2019
Kantonsschulen Freudenberg und Enge Zürich: Aula, Teilinstandsetzung Gebäudehülle, Objektkredit, gebundene Ausgabe
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 10. April 2019
327. Kantonsschulen Freudenberg und Enge Zürich (Instandsetzung Aula, Teilinstandsetzung Gebäudehülle, Ausgabenbewilligung)
Erwägungen
A. Ausgangslage Die von 1957 bis 1961 gebaute Schulanlage des Architekten Jacques Schader ist im Inventar der kunst- und kulturgeschichtlichen Schutzobjekte von überkommunaler Bedeutung des Kantons Zürich aufgenommen. Eine schonende Gesamtinstandsetzung, begleitet von der kantonalen Denkmalpflege, wurde 2000 abgeschlossen. Für die Verdunkelung der Aula der Kantonsschulen Freudenberg und Enge wurde 1960 ein eigens für diesen Bau entwickeltes Konstruktionskonzept verwirklicht. Ein technisch kohärent ausgeklügeltes System ermöglicht, unter permanentem Gewichtsausgleich grosse Wandflächen im Umfang von etwa 350 m² vertikal zu verschieben. Es handelt sich um ein Unikat des Maschinenbaus, das über die bald 60-jährige Betriebszeit gesehen keine Entsprechung findet. Abnutzungserscheinungen führen heute dazu, dass sich die verschiebbaren Wandelemente in den Führungen verkanten und nur durch Spezialfirmen wieder gangbar gemacht werden können. Die Nutzungsanforderungen der Schulen an die Aula können dadurch nicht mehr erfüllt werden. Eine Ertüchtigung mit teilweisem Materialersatz ist erforderlich, um ein erneutes und unterhaltsfreies Funktionieren der Anlage zu erreichen. In den 90er-Jahren wurde die Anlage ohne bauliche Veränderungen demontiert und wieder montiert, um damals notwendige Asbestsanierungen auszuführen. Die jetzt erforderlichen Arbeiten an der Verdunkelungsanlage umfassen die Entfernung und den Ersatz von Konstruktionsteilen, die erneut Asbestmaterial freilegen. Sämtliche anfallenden Instandsetzungsarbeiten in diesen Bereichen dürfen nur unter Schutzmassnahmen durch eine Spezialfirma ausgeführt werden. Damit steht die Instandsetzung der Verdunkelungsanlage zwingend mit einer vollständigen Schadstoffsanierung der Aula und dem Ersatz der Fensterelemente in Verbindung.
B. Projekt Mit der Teilinstandsetzung der Gebäudehülle wird die Funktionstüchtigkeit des Aulagebäudes langfristig sichergestellt. Bei Sondagearbeiten an der mechanischen Verdunkelungsanlage, die vollständig erneuert wird, wurde festgestellt, dass verschiedene Bauteile mit Asbestrückständen kon- taminiert sind. Aus diesem Grund muss die Instandsetzung unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden. Dies gilt auch für die abgehängte Saaldecke der Aula, in der ebenfalls asbesthaltige Liegestäube aufgefunden wurden. Die von der Schadstoffsanierung erfassten Fenster mit Einfachverglasung sind energetisch und sicherheitstechnisch ungenügend und müssen durch Fenster mit Isolier- und Sicherheitsglas ersetzt werden. Auch die dem Sonnenschutz dienenden Rolllamellen sind defekt und müssen erneuert werden. Zudem werden im Rahmen des Projekts auch die gesetzlich notwendigen Sicherungsmassnahmen auf dem Dach ausgeführt.
C. Termine Mit den Bauarbeiten soll im Juli 2019 begonnen werden. Die Fertigstellung ist für August 2020 vorgesehen.
D. Finanzielles Die Kosten für die Instandsetzung der Aula und die Teilinstandsetzung der Gebäudehülle setzen sich wie folgt zusammen: BKP-Nr. Arbeitsgattung Kosten in Franken 1 Vorbereitungsarbeiten 648 000 2 Gebäude einschliesslich Honorare 2 112 000 5 Baunebenkosten 310 000 6 Reserven 12% 420 000 Total (einschliesslich 7,7% MWSt) 3 490 000 Der Kostenvoranschlag des Hochbauamts vom 18. Februar 2019 weist eine Genauigkeit von ±10% aus (Kostenstand Zürcher Index der Wohnbaupreise vom 1. April 2018, Basis 2017, Indexstand: 100,2 Punkte).
Gestützt auf § 37 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (LS 611) ist eine gebundene Ausgabe von Fr. 3 490 000 zu bewilligen. In den Gesamtkosten von Fr. 3 490 000 sind die Projektierungskosten von Fr. 116 000 gemäss Verfügung der Bildungsdirektion vom 27. März 2017 enthalten. Diese Verfügung ist mit der vorliegenden Ausgabenbewilligung aufzuheben. Die Ausgabensumme von Fr. 3 490 000 ist über die Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, zulasten der Investitionsrechnung Konto 5041 0 00000 abzuwickeln. Für das Vorhaben sind im Budget 2019 sowie im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan 2019–2022 keine Mittel eingestellt. Der notwendige Investitionsbetrag kann innerhalb der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, kompensiert werden.
Investitionen 2018 2019 2020 Investitionskosten in Franken 102 000 2 000 000 1 388 000 Die Kapitalfolgekosten betragen jährlich Fr. 130 790, die sich aus Fr. 104 615 für Abschreibungen und Fr. 26 175 für Zinsen zusammensetzen, wobei der kalkulatorische Zins 1,5% beträgt. Es fallen keine weiteren Folgekosten an. Kapitalfolgekosten Investitionskategorie Kostenanteil Nutzungsdauer Kapitalfolgekosten/Jahr (in Franken) (Bauteilgruppe) in Franken in % Jahre Abschreibung kalk. Zinsen Total Hochbauten Rohbau 2 1 406 245 40,3 40 35 156 10 547 45 703 Hochbauten Ausbau 1 850 758 53,0 30 61 692 13 881 75 573 Hochbauten Installationen 232 997 6,7 30 7 767 1 747 9 514 Total 3 490 000 100 104 615 26 175 130 790
Dispositiv
Auf Antrag der Baudirektion und der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Instandsetzung der Aula der Kantonsschulen Freudenberg und Enge, Zürich, und die Teilinstandsetzung der Gebäudehülle wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 3 490 000 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, bewilligt.
II. Dieser Betrag wird nach Massgabe des Zürcher Indexes der Wohnbaupreise gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Indexstand 1. April 2018)
III. Der mit Verfügung der Bildungsdirektion vom 27. März 2017 bewilligte Projektierungskredit von Fr. 116 000 wird aufgehoben.
IV. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Bildungsdirektion und die Baudirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli