Standing: How later courts treated this decision has not been analysed.

RRB Nr. 395/2026

Anfrage Patricia Bernet, Uster, Raffaela Fehr, Volketswil, und Roger Cadonau, Wetzikon, betreffend Digitale Medien an den Schulen wirkungsvoll einsetzen, Beantwortung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 86/2026

Sitzung vom 15. April 2026

395. Anfrage (Digitale Medien an den Schulen wirkungsvoll einsetzen) Die Kantonsrätinnen Patricia Bernet, Uster, und Raffaela Fehr, Volketswil, sowie Kantonsrat Roger Cadonau, Wetzikon, haben am 9. März 2026 folgende Anfrage eingereicht: Digitale Medien sind zu einem festen Teil der Volksschule geworden. Der Einsatz digitaler Medien führt jedoch nicht automatisch zu besseren Lernergebnissen. Die DigiPrim Studie der Uni Bern liefert Ergebnisse zum Status der Umsetzung, ob es Vorteile gibt, sie bietet eine Übersicht über Richtlinien und zeigt, was Digitalisierung ermöglicht. Sie sagt nichts aus zum Mehrwert für die Schüler/-innen betreffend nachhaltiges und effizientes Lernen oder betreffend die Konzentrationsfähigkeit. Die Lehrpersonen sollen digitale Medien so einsetzen, dass sich Verbesserungen in den Lernprozessen der Schülerinnen und Schüler ergeben. Die Digitalisierung verursacht Kosten für Infrastruktur, Wartung, Datenschutz, IT-Sicherheit und Weiterbildung. Im Lehrplan 21 ist der Einsatz der digitalen Medien vorgegeben. Digitale Medien sind kein Selbstzweck, sondern sollen wirkungsvoll eingesetzt werden. Wir bitten den Regierungsrat um Beantwortung der folgenden Fragen:

Erwägungen

1. Wie überprüft der Regierungsrat die Wirksamkeit des Einsatzes digitaler Medien an den Schulen bis zur 9. Klasse?

2. In welcher Regelmässigkeit erfolgt diese Überprüfung?

3. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

4. Wie fliessen die Erkenntnisse in die Aus- und Weiterbildung der Lehr- und Fachpersonen, in die Schul- und Unterrichtsentwicklung, in Lehrmittel, ICT-Konzepte sowie die Bildungsplanung ein?

5. Hat der Regierungsrat Erkenntnisse zu Belastung/Entlastung aufgrund des Einsatzes digitaler Medien?

6. Sind die Ergebnisse öffentlich zugänglich? Falls nicht, weshalb nicht? Falls der Regierungsrat keine Studien zur Wirksamkeit macht und entsprechend nicht weiss, ob der Einsatz digitaler Medien an den Schulen wirkungsvoll erfolgt:

7. Ist der Regierungsrat bereit, eine entsprechende Strategie zur Wirksamkeitsprüfung zu erarbeiten?

8. Wie könnte eine solche Strategie aussehen?

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Anfrage Patricia Bernet, Uster, Raffaela Fehr, Volketswil, und Roger Cadonau, Wetzikon, wird wie folgt beantwortet: Zu Fragen 1 und 2: Der Regierungsrat überprüft die Wirksamkeit des Einsatzes digitaler Medien in der Volksschule nicht über eine eigenständige, isolierte Wirksamkeitsstudie, sondern wie folgt: Der Zürcher Lehrplan 21 stellt die Grundlage für den Unterricht im Modul Medien und Informatik dar. Mit dem Handbuch Schulqualität gibt der Regierungsrat einen verbindlichen Rahmen zur allgemeinen Schulqualität vor. Im Zuge der externen Schulevaluation unterzieht die Fachstelle für Schulbeurteilung (FSB) die Schulen anhand dieses Handbuchs einer ausführlichen Evaluation. Im aktuellen Evaluationszyklus 2021 bis 2026 wird das Thema «Digitalisierung im Unterricht» als Schwerpunktthema des Bildungsrates evaluiert (vgl. zh.ch/de/bildung/informationen-fuer-schulen/schulqualitaetinformationen-fuer-schulen/schulqualitaet-volksschule/jahresberichte/ jahresberichte-der-fsb-2006-2024.html). Die Evaluation einer Schule durch die FSB erfolgt in der Regel alle fünf Jahre. Zu Frage 3: Die FSB veröffentlicht ihre Ergebnisse jeweils in einem Jahresbericht. Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem aktuellen Jahresbericht (Schuljahr 2023/2024) lassen sich wie folgt zusammenfassen: Der Schwerpunkt «Digitalisierung im Unterricht» zeigt, dass digitale Medien an den Zürcher Regelschulen breit eingesetzt sind und heute zum Unterrichtsalltag gehören. In rund zwei Dritteln der beobachteten Lektionen kamen digitale Geräte zum Einsatz, vor allem zur Präsentation und zur Unterstützung von Lernprozessen. Die Auswertungen machen zugleich deutlich, dass der pädagogisch lernförderliche Einsatz stark von verbindlichen Absprachen und klaren Konzepten auf Schulebene abhängt. Schülerinnen und Schüler erleben den Umgang mit digitalen Geräten mehrheitlich als selbstverständlich und lernwirksam, während Lehrpersonen ihre eigenen Kompetenzen überwiegend als gut einschätzen. Entwicklungsbedarf zeigt sich insbesondere bei der systematischen Förderung einer reflektierten und verantwortungsvollen Nutzung von ICT. Viele Schulen arbeiten bereits gezielt präventiv, jedoch nicht durchgehend auf allen Stufen und in allen Klassen. Insgesamt wird die Praxis an den meisten Schulen als funktionsfähig beurteilt, mit deutlichen Unterschieden zwischen Primar- und Sekundarstufe. Für eine

weiterführende Entwicklung sind eine koordinierte Präventionsarbeit, verbindliche pädagogische Leitplanken und eine kontinuierliche Reflexion im Schulteam zentral. Zu Fragen 4–6: Die Erkenntnisse aus dem aktuellen Jahresbericht zum Schwerpunktthema «Digitalisierung im Unterricht» wurden von der zuständigen Fachstelle Bildung und ICT im Volksschulamt (VSA) aufgenommen und fliessen in die Arbeit mit den beiden Fachnetzwerken zum digitalen Wandel an der Zürcher Volksschule ein. Zudem ist das VSA in stetigem Austausch mit der Pädagogischen Hochschule Zürich und dem Zürcher Lehrmittelverlag. Im laufenden Evaluationszyklus 2021–2026 richtet der Bildungsrat mit dem Schwerpunktthema «Digitalisierung im Unterricht» den Blick auch auf die verantwortungsvolle Nutzung und gesundheitliche Aspekte im Umgang mit digitalen Medien. Alle Jahresberichte der FSB sind auf der Webseite zu finden vgl. zh.ch/de/bildung/informationen-fuer-schulen/ schulqualitaet-informationen-fuer-schulen/schulqualitaet-volksschule/ jahresberichte/jahresberichte-der-fsb-2006-2024.html). Zu Fragen 7 und 8: Eine gezielte Wirksamkeitsüberprüfung zum Einsatz digitaler Medien in der Volksschule ist zurzeit nicht geplant. Die Digitalisierung ist ein Querschnittsthema der Schulentwicklung und soll als solches gesamtheitlich betrachtet werden. Aus diesem Grund hält der Regierungsrat weiter an der Strategie fest, dass die Digitalisierung im Rahmen der externen Schulevaluation überprüft wird.

II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli