Standing: How later courts treated this decision has not been analysed.

RRB Nr. 460/2025

Anfrage Lisa Letnansky, Zürich, Qëndresa Sadriu-Hoxha, Meilen, und Livia Knüsel, Schlieren, betreffend Sparmassnahmen an der ZHdK, Beantwortung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 63/2025

Sitzung vom 7. Mai 2025

460. Anfrage (Sparmassnahmen an der ZHdK) Die Kantonsrätinnen Lisa Letnansky, Zürich, Qëndresa Sadriu-Hoxha, Meilen, und Livia Knüsel, Schlieren, haben am 24. Februar 2025 folgende Anfrage eingereicht: Seit einigen Wochen mehrt sich von unterschiedlicher Seite Kritik an den Sparmassnahmen, welche die Zürcher Hochschulde der Künste (ZHdK) offenbar seit Anfang Jahr vornimmt. Auf tsri.ch ist zu lesen, dass die psychologischen Beratungsstunden von fünf auf drei Stunden reduziert wurden, dass das Toni-Areal und die Gessnerallee mit ihren Werkstätten neu über Nacht von 24 bis 7 Uhr geschlossen sind (was besonders für jene Studierenden problematisch ist, die neben ihrem Studium einer Lohnarbeit nachgehen müssen) und die Möglichkeit, dass finanziell schwach gestellte Studierende einen Teil ihrer Studiengebühren erlassen bekommen, ist gestrichen.1 Es ist daher zu befürchten, dass die ZHdK die Sparmassnahmen in erster Linie auf dem Rücken jener Studierenden durchführt, die ohnehin schon unter finanziellem oder gesundheitlichem Druck stehen. Die Studierenden wurden in den Prozess offenbar auch nicht einbezogen. Des Weiteren wird in letzter Zeit vermehrt Kritik laut an der Umstellung des Studienmodells auf das Major-Minor-Modell. Beispielsweise kritisierten Aktuer:innen im Feld der Theaterpädagogik und -vermittlung in einem offenen Brief 2 an die Leitung der ZHdK die Abschaffung des MA Theaterpädagogik und die Zusammenfassung aller Masterstudiengänge im Bereich Theater in einen einzigen Studiengang «MA Theater». Diese gefährde die zentrale Funktion, die Zürich in der Ausbildung von Theaterpädagog:innen habe, und erschwere zudem den Zugang zu Lehre und Forschung in diesem Bereich (z. B. PhD-Programme). Die ZHdK hat in ihrem Jahresabschluss für 2023 ein Minus von 6,9 Millionen verbucht, es steht daher ausser Frage, dass stabilisierende Massnahmen nötig sind. Dennoch ist es unerlässlich, dass diese Massnahmen nicht auf Kosten der Ausbildungsqualität oder der Zugänglichkeit der ZHdK unternommen werden.

2 https://form.jotform.com/250196009492357

In diesem Zusammenhang bitten wir den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:

Erwägungen

1. Wir bitten um einen tabellarischen Überblick der Sparmassnahmen seit 2022 und insbesondere seit 2025, aufgeschlüsselt nach Bereichen.

2. Mit welchen Massnahmen wird sichergestellt, dass der Spardruck die Ausbildungsqualität und den Zugang zu Forschung und Lehre nicht gefährdet?

3. Wie wird sichergestellt, dass die Zugänglichkeit der ZHdK nicht unter den Massnahmen leidet? Wie werden Studierende, die finanziellen oder psychologischen Support benötigen, in Zukunft unterstützt?

4. Wurden die Studierenden und Dozierenden der ZHdK (beispielsweise über ihre Vertretungen im Hochschulrat) in die Analyse und Ausarbeitung der Sparmassnahmen mit einbezogen? Wenn ja, wie? Wenn nein, aus welchen Gründen nicht?

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Anfrage Lisa Letnansky, Zürich, Qëndresa Sadriu-Hoxha, Meilen, und Livia Knüsel, Schlieren, wird wie folgt beantwortet:

Die Beantwortung der Fragen erfolgt zuständigkeitshalber gemäss den Angaben der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Zu Frage 1: Um die Handlungs- und Entwicklungsfähigkeit der Hochschule nachhaltig zu gewährleisten und die Reserven für zukünftige Vorhaben erneut aufzubauen, hat der Fachhochschulrat die ZHdK beauftragt, ein Stabilisierungsprogramm auszuarbeiten. Die ZHdK hat in der Folge im Sommer 2024 eine Stabilisierungsinitiative ausgearbeitet. Im Rahmen einer Portfolio- und Leistungsüberprüfung sollen für die Planjahre 2025–2028 entsprechende Einsparungen erzielt werden. Im Vergleich zum Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2024–2027 wurden im KEF 2025–2028 für das Planjahr 2025 folgende finanziellen Stabilisierungsmassnahmen, aufgeschlüsselt nach Leistungseinheiten, vorgesehen: Leistungseinheit Betrag in Franken Übergreifende Massnahmen 1 800 000 Services 350 000 Rektorat 180 000 Dossiers 90 000 Departemente 260 000 Total 2 680 000

Die übergreifenden Massnahmen umfassen die Herabsetzung des Beschaffungsbudgets, das Aussetzen von Sabbaticals und die Verringerung der zentralen Forschungsfinanzierung. Zudem wurden Einsparungen bei Kommunikationsformaten, ein gezielter Abbau von Mehrzeiten sowie angepasste Zutrittszeiten für das Toni-Areal beschlossen und umgesetzt. In einem nun folgenden zweiten Schritt werden die Angebote und Leistungen der Querschnittsbereiche auf mögliche Einsparungen hin überprüft und in einem dritten Schritt erfolgen Leistungsüberprüfungen in den Departementen. Dabei werden keine linearen Sparvorgaben vorgegeben, die Sparziele sollen durch eine strategische Leistungsüberprüfung des gesamten Leistungsangebots der ZHdK erreicht werden. Die Budgets aller Organisationseinheiten werden nach transparenten Kriterien individuell überprüft und angepasst. Zu Frage 2: Die Departemente überprüfen aktuell ihr Leistungsangebot und stellen dabei sicher, dass die hohe Qualität der Ausbildungen an der ZHdK weiterhin sichergestellt wird. Das Qualitätssicherungssystem der ZHdK stellt Instrumente bereit, damit die Hochschulleitung auf Anzeichen einer Verschlechterung rasch reagieren kann (z. B. Lehrevaluation, Programmreview, Forschungsberichterstattung). Eine wichtige Rolle spielt dabei der direkte Austausch zwischen Ausbildungsverantwortlichen, Studierenden und Lehrenden. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass es nie einen eigenen Masterstudiengang Theaterpädagogik an der ZHdK gab. Für das Praxisfeld Theaterpädagogik innerhalb des Studiengangs Master Theater gab es in den letzten Jahren stark rückläufige Studierendenzahlen, sodass mit der Einführung von Major-Minor eine grundsätzliche Überarbeitung aller Praxisfelder im Master Theater im Departement Darstellende Künste und Film erfolgt ist. Insbesondere für die Theaterpädagogik war trotz sehr gering gehaltener Studienplätze und intensiver Kommunikationsmassnahmen eine ausreichende Nachfrage aus der Schweiz – aber auch aus dem deutschsprachigen Raum – nicht mehr gegeben, um die Weiterführung des bisherigen Programms zu rechtfertigen und zu finanzieren. Bei dieser Neuausrichtung handelt es sich folglich nicht in erster Linie um eine Sparmassnahme, sondern um die Anpassung des Studienangebots an eine geänderte Nachfrage. Zu Frage 3: Die kostenlose psychologische Beratung für Angehörige der ZHdK

wird weiterhin angeboten, wenn auch in angepasster Form. Die Anpassung beruht auf den Erfahrungswerten der beiden beratenden Institu- tionen. Diese haben gezeigt, dass ein Beratungsbedarf oft bereits mit zwei Sitzungen abgedeckt werden kann. Auf Antrag können für Mitarbeitende und Studierende zusätzliche Sitzungen genehmigt werden. Auch die angepassten Öffnungszeiten des Toni-Areals beruhen auf der Auswertung von Erfahrungswerten, die ergeben hat, dass im Durchschnitt nur eine Person pro Nacht (zwischen 24 und 7 Uhr) von den angepassten Öffnungszeiten betroffen sein wird. Für die Studierenden der Musik gilt weiterhin ein durchgehender Zutritt zu den Übungsräumen. Auch vor der Diplomausstellung werden erweiterte Öffnungszeiten gewährt. Ab Herbstsemester 2025 werden die Teilerlasse der Studiengebühren für ein Jahr ausgesetzt. Zurzeit werden sowohl die Kriterien für die Vergabe von Studiengebührenerlassen überprüft als auch weitere Möglichkeiten geprüft, wie ab 2026 finanzielle Unterstützungen für Studierende angeboten werden können. Bereits heute vergibt die ZHdK über die Fondation ZHdK zahlreiche Stipendien an Studierende der ZHdK. Zusätzlich verfügt die Fondation über einen Solidaritätsfonds, aus dem Studierende der ZHdK über Nothilfegelder unterstützt werden können. Die Mittel der Fondation stammen aus Legaten oder aus eingeworbenen Mitteln von Stiftungen und Privatpersonen. Zu Frage 4: Sowohl die Erarbeitung der Stabilisierungsinitiative als auch einzelne Massnahmen wurden und werden in der Hochschulleitung der ZHdK ausführlich besprochen, in der die Präsidentin der Hochschulversammlung in beratender Funktion Einsitz hat. Das Präsidium der Studierendenorganisation wurde und wird im direkten Austausch mit der Rektorin und dem Verwaltungsdirektor laufend informiert. Diese Gespräche haben dazu beigetragen, einzelne vorgesehene Massnahmen anzupassen (z. B. wurden die Öffnungszeiten im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf ausgedehnt). Im Herbst 2024 fand eine erste Informationsveranstaltung zur Stabilisierungsinitiative für alle Mitarbeitenden statt, und eine Intranetseite wurde eingerichtet, die laufend aktualisiert wird. Eine nächste Informationsveranstaltung für alle Mitarbeitenden wird im laufenden Frühjahrssemester durchgeführt.

II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli