Standing: How later courts treated this decision has not been analysed.

RRB Nr. 55/2025

Kulturförderung, Kulturpreis des Kantons Zürich 2025, Verleihung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 29. Januar 2025

55. Kulturförderung (Kulturpreis des Kantons Zürich 2025,

Erwägungen

Verleihung) Der Kanton Zürich verleiht jährlich einen mit Fr. 50 000 dotierten Kulturpreis an Kunstschaffende oder Kulturinitiativen, die ein Werk von ausgewiesener künstlerischer Qualität und Eigenständigkeit geschaffen haben (RRB Nr. 854/2016). Die Kulturförderungskommission schlägt vor, den Kulturpreis 2025 an den Musiker Jojo Mayer zu verleihen. Jojo Mayer, geboren am 18. Januar 1963 in Zürich, wo er seit der Pandemie auch wieder lebt, zählt zu den einflussreichsten Schlagzeugern weltweit; er ist sowohl als herausragender Techniker als auch als Visionär bekannt. Als Sohn eines Musikers und einer Schauspielerin verbrachte Jojo Mayer seine frühe Kindheit auf Reisen durch Europa und den Fernen Osten. Mit zwei Jahren spielte er bereits das erste Mal in der Öffentlichkeit Schlagzeug, als er gemeinsam mit seinem Vater an einer Matinee in Hongkong auf der Bühne stand. Obwohl er im Einfluss eines musikalischen Umfelds aufwuchs, erwarb er sich seine musikalischen Fähigkeiten weitgehend autodidaktisch. Nachdem er in seiner Jugend bei einigen lokalen Bands spielte, erhielt er mit 18 Jahren sein erstes festes Engagement bei der Monty Alexanders Band und tourte ausgiebig durch ganz Europa auf Jazzfestivals wie in Montreux, Nizza oder Athen. Das machte ihn einem internationalen Publikum bekannt und führte zu Zusammenarbeiten mit Jazzgrössen wie Dizzy Gillespie oder Nina Simone. 1991 zog er nach New York und wurde kurze Zeit später Mitglied der experimentellen Rockband Screaming Headless Torsos, die innert kürzester Zeit Erfolge feierte und von Jac Holzman, dem Entdecker von Queen und The Doors, gefördert wurde. Zwei Jahre später stieg Jojo Mayer aus dieser Formation wieder aus, um seine eigenen musikalischen Vorstellungen zu verwirklichen, denn zu dieser Zeit wurden in Europa der Techno und der Drum ’n’ Bass immer beliebter. Jojo Mayer zeigte sich von den neuen elektronischen Elementen in der Musik beeindruckt und wollte diese ebenfalls in New York etablieren. Er organisierte Partys und Konzerte, auf denen seine Formation Nerve auftrat. Diese Band spielte Techno und Drum ’n’ Bass, imitierte dabei aber die elektronischen Elemente auf herkömmlichen Instrumenten. «Reverse engineering» nannten sie das: Eine Rückübertragung von digitaler Musik ins Analoge. Nerve wurde mit diesem Prinzip immer erfolgreicher und tourte um die ganze Welt. Jojo Mayer führte damit die Bewegung

einer ganzen Generation von Schlagzeugern an, die Maschinenklänge auf akustischen Instrumenten nachbildeten. Daneben ging Jojo Mayer immer wieder auch traditionellere Engagements ein. Er gehörte dem österreichisch-schweizerischen Jazztrio Depart an, spielte mit der Bigband des Lettischen Radios oder dem Zurich Jazz Orchestra. In seinem neusten Projekt «Me/Machine» interagiert sein Schlagzeugspiel mit Klängen, die von Künstlicher Intelligenz erzeugt werden. Es ist ein Duett zwischen einer Maschine, die menschliches Verhalten imitiert und einem Menschen, der die Eigenheiten der Maschine imitiert. Jojo Mayer ist eine Legende des Schlagzeugs. Er gilt als einer der technisch versiertesten Drummer weltweit, der die Geschichte des Schlagzeugs mitgeprägt hat. Ob als Drummer seiner Band Nerve, wo er sonst elektronisch produzierte Rhythmen auf dem Schlagzeug reproduziert, ob als freier Jazzimprovisator im Duo mit Alexander von Schlippenbach, als Bigband-Drummer im Buddy Rich-Stile oder bei einer Uraufführung eines Schlagzeugkonzerts mit der Basler Sinfonietta: Immer spielt er energiegeladen und auf höchstem Niveau und zieht mit seiner starken Ausstrahlung die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Jojo Mayer hat in seiner Karriere die Grenzen des Spielbaren ausgelotet, das Schlagzeugspiel erneuert und sich dadurch als einer der innovativsten Schlagzeuger seiner Generation etabliert. Dafür soll er mit dem Kulturpreis 2025 ausgezeichnet werden. Für die Verleihung von Auszeichnungen gemäss § 4 des Kulturförderungsgesetzes (LS 440.1) ist der Regierungsrat zuständig, während die Ausgabenbewilligung durch die Fachstelle Kultur erfolgt (§§ 2 Abs. 2 und 3 Abs. 2 lit. e Kulturförderungsverordnung, LS 440.11). Der Betrag von Fr. 50 000 ist im Budget 2025 des von der Fachstelle Kultur verwalteten Kulturfonds enthalten.

Dispositiv

Auf Antrag der Direktion der Justiz und des Innern beschliesst der Regierungsrat:

I. Der Kulturpreis des Kantons Zürich 2025 von Fr. 50 000 wird dem Musiker Jojo Mayer verliehen.

II. Dieser Beschluss ist bis zur Veröffentlichung der Medienmitteilung nicht öffentlich.

III. Mitteilung an Jojo Mayer und die Mitglieder der Kulturförderungskommission (durch Zuschrift der Direktion der Justiz und des Innern) sowie an die Finanzdirektion, die Staatskanzlei und die Direktion der Justiz und des Innern.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:

Kathrin Arioli