RRB Nr. 570/2026
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Geschäftsbericht 2025 und Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie für das Jahr 2025, Genehmigung
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 27. Mai 2026
570. Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Geschäftsbericht und Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie für das Jahr 2025 (Genehmigung)
Erwägungen
A. Ausgangslage Die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (PUK) ist verantwortlich für die regionale und überregionale medizinisch-psychiatrische Versorgung. Die PUK unterstützt die Forschung und Lehre der Hochschulen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung in Berufen des Gesundheitswesens (§ 2 Gesetz über die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich [PUKG, LS 813.17]). Gemäss § 16 Abs. 3 lit. b PUKG erstellt die Geschäftsleitung den Geschäftsbericht, die Jahresrechnung und den Antrag zur Gewinnverwendung oder zur Deckung des Verlusts zuhanden des Spitalrates. Der Spitalrat verabschiedet den Geschäftsbericht, die Jahresrechnung und den Antrag zur Gewinnverwendung oder zur Deckung des Verlusts zuhanden des Regierungsrates (§ 15 PUKG), und dieser verabschiedet sie zuhanden des Kantonsrates (§ 8 lit. b PUKG). Dem Kantonsrat wiederum obliegt gemäss § 7 lit. e PUKG die Genehmigung, wobei die Genehmigung der Gewinnverwendung bzw. der Deckung des Verlusts aufgrund des direkten Sachzusammenhangs zusammen mit der Genehmigung des Geschäftsberichtes des Regierungsrates erfolgt. Die vom Kantonsrat zu genehmigende Jahresrechnung der PUK entspricht im Wesentlichen dem Saldo der Rechnung der Leistungsgruppe Nr. 9530, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, worin auch der Antrag auf Gewinnverwendung von 4,8 Mio. Franken (Einzelabschluss nach Swiss GAAP FER und gemäss Rechnungslegungsvorschriften des Kantons) enthalten ist. Darüber hinaus hat der Spitalrat der Gesundheitsdirektion Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie des Regierungsrates erstattet (§ 13 lit. a PUKG). Gestützt darauf hat die Gesundheitsdirektion einen Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie erstellt und legt ihn dem Regierungsrat zur Genehmigung vor. Dieser Bericht ist anschliessend ebenfalls vom Kantonsrat zu genehmigen (§§ 7 lit. d und 9 Abs. 1 und 2 PUKG).
B. Geschäftsbericht 2025 im Einzelnen Der Spitalrat hat den Geschäftsbericht der PUK für das Jahr 2025 mit Beschluss vom 25. März 2026 verabschiedet. Die PUK hat im Berichtsjahr die neue Unternehmensstrategie 2026– 2030 (Strategie 2030) erarbeitet und genehmigt. Interviews mit Mitarbeitenden aller Stufen und Berufsgruppen, die Analyse externer Entwicklungen sowie die Auswertung betrieblicher Kennzahlen bildeten dabei Entscheidungsgrundlagen. Die Strategie 2030 setzt neue Schwerpunkte, der grundlegende Kurs der PUK bleibt jedoch bestehen: Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihrem Umfeld eine neue Perspektive zu geben. Dabei setzt die PUK auf ganzheitliche Versorgung, wissenschaftlichen Fortschritt, exzellente Lehre und gesellschaftliches Engagement. Im März des Berichtsjahres eröffnete die PUK das Grossambulatorium «im Quadro» mit einem breiten Behandlungsangebot aus allen vier Kliniken, das nahezu sämtliche psychiatrischen Erkrankungen über die gesamte Lebensspanne umfasst. Die Patientinnen und Patienten profitieren von den zusätzlich geschaffenen Behandlungsplätzen im ambulanten und stationsersetzenden Setting, der patientenzentrierten Tagesklinik mit 30 verschiedenen, teils hochspezialisierten Gruppenangeboten und von der neuen niederschwelligen Erstversorgungssprechstunde. Die Arealplanung Lengg wurde im Berichtsjahr planmässig weitergeführt. In diesem Zusammenhang hat die PUK mittels eines einstufigen Studienauftrags mit Präqualifikation ein geeignetes Generalplanerteam (Architektur, Landschaftsarchitektur und Baumanagement) gesucht, das mit seinem Entwurf eine qualitativ hochwertige, funktional überzeugende und städtebaulich verträgliche Lösung erarbeitet. Die Information über das ausgewählte Projekt und über das entsprechende Siegerteam erfolgt Ende Mai 2026. Im Berichtsjahr liess die Gesundheitsdirektion zusammen mit der Finanzdirektion die seit der Immobilienübertragung anfallenden tariflich nicht gedeckten Immobilienkosten der PUK untersuchen und mit einem Gutachten plausibilisieren. Die Ergebnisse werden im Geschäftsbericht dokumentiert. Im stationären Bereich ist die Anzahl der Austritte von Patientinnen
und Patienten leicht gesunken von 5516 im Vorjahr auf 5471 im Berichtsjahr (–0,8%). Die stationären Pflegetage haben um 0,2% auf 196 929 zugenommen. Der leichte Rückgang der Austritte bei gleichzeitig konstanten bzw. steigenden Pflegetagen ist im Wesentlichen auf eine erhöhte Fallkomplexität und den damit verbundenen erhöhten therapeutischen und betreuerischen Aufwand zurückzuführen, der sich in längeren stationären Aufenthalten niederschlägt. Die Gesamtauslastung erhöhte sich von 98,5% im Vorjahr auf 98,95%. Im ambulanten Bereich konnte die PUK dank dem Grossambulatorium «im Quadro» mehr Konsultationen als im Vorjahr durchführen (+10%). Das tagesklinische Behandlungsvolumen hat um 12% auf 51 927 Behandlungstage zugenommen. Die PUK hat im Berichtsjahr mit einem Gewinn von 4,8 Mio. Franken abgeschlossen.
C. Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie und Erwartungen für das Berichtsjahr 2026 Der Spitalrat hat den Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie für das Berichtsjahr mit Beschluss vom 25. März 2026 zuhanden der Gesundheitsdirektion verabschiedet. Gestützt darauf hat die Gesundheitsdirektion ihren Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie der PUK erstellt. Die Leistungen der PUK unter herausfordernden Bedingungen sind im Berichtsjahr anzuerkennen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PUK haben sich mit grossem Engagement und hoher Kompetenz für das Wohl der Patientinnen und Patienten eingesetzt. Ihr tagtäglicher Einsatz, ihr Engagement und ihre Professionalität haben es ermöglicht, die Herausforderungen des vergangenen Jahres zu meistern und den Leistungsauftrag der PUK erfolgreich zu erfüllen. Dafür gebührt ihnen grosser Dank. Erwartungen Der Eigentümer hat die folgenden Erwartungen für das Jahr 2026 an die PUK, wobei die Zielerreichung auf der Grundlage der Berichterstattung (Quartals- und Jahresberichte) sowie im Rahmen der regelmässigen Eigentümergespräche überprüft wird: – Strategische Schwerpunkte: Der Eigentümer erwartet, dass die neue Unternehmensstrategie 2026–2030 gemäss Zeitplan umgesetzt und über den Fortschritt (einschliesslich finanzieller Zielerreichung) berichtet wird. Das Ambulatorium «im Quadro» soll durch ein differenziertes Controlling begleitet werden, sodass nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern auch die Wirksamkeit des neuen Ansatzes mit Blick auf eine bedarfsgerechte und qualitativ hochstehende Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleistet werden kann. – Qualität: Der Eigentümer erwartet, dass die PUK bei allen Messwerten im Rahmen des nationalen Benchmarks bzw. des erwarteten Werts liegt. Zudem sind Vorkehrungen für eine nachhaltige Verankerung dieser Verbesserungen zu treffen. Insbesondere im Bereich Rückgang der Symptombelastung sind eine Ursachenanalyse für die niedrigen Werte vorzunehmen und Korrekturmassnahmen zu definieren und umzusetzen (einschliesslich Wirksamkeitsprüfung).
– Personal: Der Eigentümer erwartet, dass das in der Unternehmensstrategie 2026–2030 definierte Schwerpunktthema «Organisatorische Effizienz: Effektive Nutzung von Personalressourcen» in der kommenden Berichtsperiode konsequent weiterverfolgt, konkretisiert und durch geeignete Massnahmen umgesetzt sowie seine Wirkung auf Leistungsfähigkeit, Produktivität und organisatorische Stabilität nachgewiesen wird. Dabei ist insbesondere darzulegen, wie es gelingt, Produktivitätssteigerungen mit einer mindestens stabilen, idealerweise verbesserten Arbeitgeberattraktivität zu verbinden. – Kooperationen: Der Eigentümer erwartet, dass die PUK bei künftigen Kooperationen die in der Kooperationsstrategie definierten Kriterien anwendet und ein wirksames Kooperationscontrolling sicherstellt. Zudem wird erwartet, dass Synergiepotenziale systematisch erfasst und weiterhin prioritär mit den anderen kantonalen Spitälern sowie mit weiteren Zürcher Spitälern geprüft und realisiert werden (insbesondere gemeinsame Enterprise Resource Planning-Evaluation mit der Integrierten Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland). – Unternehmensorganisation und -kultur: Das Beschwerdemanagement soll wie geplant ausgebaut werden. Die Bekanntheit und die Nutzung der Meldewege betreffend Beschwerdestellen sind künftig gezielt in den regelmässigen Mitarbeitendenbefragungen zu erfassen; die Ergebnisse sind der Gesundheitsdirektion im Rahmen der jährlichen Berichterstattung offenzulegen. – Infrastruktur: Vom Spitalrat wird erwartet, dass die laufenden Bauprojekte weiterhin planmässig fortgeführt werden, die entsprechende Investitionsplanung konkretisiert und bis Ende 2027 eine belastbare Finanzierungsplanung vorgelegt wird. – Finanzen: Die positive Entwicklung beim Ergebnis ist fortzuführen. Die aus der Unternehmensstrategie 2026–2030 abgeleiteten Ergebnisverbesserungsinitiativen sind konsequent weiterzuverfolgen und in einem konkreten Ergebnisverbesserungsprogramm bis Mitte 2026 vorzulegen. Dem wirtschaftlichen Einsatz der personellen Mittel im ambulanten Bereich ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen und deren Entwicklung eng zu begleiten. – Risikomanagement: Das Risikomanagement soll weiter gefestigt und
verstärkt in die betrieblichen Abläufe integriert werden. Die Umsetzung des Business Continuity Managements sowie die Weiterentwicklung des IKS sind planmässig fortzuführen, um die betriebliche Resilienz weiter zu stärken, insbesondere durch den Aufbau und die Verankerung standortspezifischer Notfall- und Wiederanlaufpläne sowie durch regelmässige Tests kritischer Prozesse.
– Digitalisierung: Die Cybersicherheit ist angesichts eines zunehmend anspruchsvollen Umfelds weiterhin gezielt zu stärken, wobei die Zusammenarbeit unter den vier kantonalen Spitälern weiter zu vertiefen ist. Neben der Koordination im Bereich der Cybersicherheit sind die Potenziale der Zusammenarbeit systematisch zu evaluieren und konsequent umzusetzen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist weiterhin umsichtig weiterzuentwickeln und unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken zu gestalten.
Dispositiv
Auf Antrag der Gesundheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Der Geschäftsbericht 2025 der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich wird genehmigt und zuhanden des Kantonsrates verabschiedet.
II. Der Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie 2025 für die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich wird genehmigt und zuhanden des Kantonsrates verabschiedet.
III. Mitteilung an die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Spitalrat, Lenggstrasse 31, 8032 Zürich, sowie an die Finanzdirektion und die Gesundheitsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli