RRB Nr. 767/2025
Anfrage Christoph Fischbach, Kloten, und Mitunterzeichnende betreffend Bund kürzt ab 2026 J+S-Beiträge wegen Teilnahmerekorden – was sind die Folgen für den Kanton Zürich?, Beantwortung
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 210/2025
Sitzung vom 9. Juli 2025
767. Anfrage (Bund kürzt ab 2026 J+S-Beiträge wegen Teilnahmerekorden – Was sind die Folgen für den Kanton Zürich?) Kantonsrat Christoph Fischbach, Kloten, und Mitunterzeichnende haben am 30. Juni 2025 folgende Anfrage eingereicht: Jugend + Sport (J+S) ist das grösste Sportförderprogramm des Bundes – und es ist erfolgreich. Seit Jahren legt J+S ein kontinuierliches Wachstum hin. Das Bundesamt für Sport (BASPO) teilte am 19.06.2025 mit, dass im Rekordjahr 2024 der Kredit rund 115 Millionen Franken betrug und vollständig ausgeschöpft wurde. Für das Jahr 2025 könne nur dank finanztechnischen Steuerungsmassnahmen ein Defizit verhindert und auf eine Beitragskürzung verzichtet werden. Nun scheint J + S ein Opfer des eigenen Erfolgs zu werden, denn für 2026 sieht das BA- SPO die Kürzung von 20% vor, damit der jährliche Kredit eingehalten werden kann. Die J+S-Gelder bilden einen wichtigen Teil der Einnahmen der Breitensportvereine mit jugendlichen Mitgliedern. Darum sind die Kürzungen für diese Breitensportvereine einschneidend. Selbstredend sind auch im Kanton Zürich viele Vereine von den Sparmassnahmen des Bundes betroffen. In diesem Zusammenhang bitten wir den Regierungsrat, die Auswirkungen dieser Beitragskürzungen von 20% für Teilnehmerstunden in Kursen und Teilnehmer/Tag in Lagern, inklusive der Sparvorgabe über 2.2 Mio., auf den Kanton Zürich und dessen betroffene Vereine aufzuzeigen:
Erwägungen
1. Wie viele Vereine und Jugendliche im Kanton Zürich sind von den Sparmassnahmen betroffen?
2. Wie hoch sind die Ausfälle (in Franken) für die Zürcher Vereine?
3. Wie schätzt der Regierungsrat die Folgen der Kürzungen für die Breitensportvereine in Zürich ein?
4. Setzt sich der Regierungsrat gegen die Kürzungen auf Bundesebene ein? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?
5. Wie könnte der Kanton Zürich die betroffenen Vereine unterstützen, falls auf Bundesebene das Parlament im Budgetprozess 2026 den Kredit für die J+S-Gelder nicht um mindestens 20% erhöht und somit die Kürzungen an die Vereine im nächsten Jahr in Kraft treten werden?
Dispositiv
Auf Antrag der Sicherheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Anfrage Christoph Fischbach, Kloten, und Mitunterzeichnende wird wie folgt beantwortet: Zu Fragen 1–3: Jugend+Sport (J+S) ist das grösste Sportförderprogramm des Bundes und richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 20 Jahren. Das Programm ermöglicht ihnen, Sport in einem qualitativ hochstehenden, vielseitigen und erschwinglichen Umfeld betreiben zu können. Vereine, Schulen und Organisationen erhalten finanzielle Beiträge, Leihmaterial sowie Zugang zu Aus- und Weiterbildungen für Leitende. Ziel ist es, Bewegung, Teamgeist und eine gesunde Entwicklung zu fördern. Im Kanton Zürich profitieren rund 1600 Vereine und weitere Anbietende im Kinder- und Jugendsport von der Unterstützung durch J+S. In jährlich rund 16 000 Kursen und Lagern trainieren etwa 200 000 Kinder und Jugendliche, betreut von mehr als 33 000 J+S-Leitenden. 2024 wurden im Kanton Zürich insgesamt 16,5 Mio. Franken an J+S-Beiträgen ausbezahlt. Die zu erwartenden Ausfälle belaufen sich damit auf rund 3,3 Mio. Franken. Die J+S-Beiträge ermöglichen es den mehrheitlich ehrenamtlich organisierten Vereinen, ihre Aufgaben im Kinder- und Jugendsport erfolgreich wahrzunehmen. Eine Kürzung der Beiträge würde ein bewährtes System ins Wanken bringen. Sie gefährdet ein vielfältiges, für alle zugängliches und erschwingliches Sportangebot. Gleichzeitig würden die Sportvereine als tragende Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts geschwächt. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration, Gesundheitsförderung und sinnvollen Freizeitgestaltung junger Menschen. Zu Frage 4: Der für den Sport zuständige Sicherheitsdirektor hat sich mit Schreiben vom 25. Juni 2025 an den Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport gewandt. Darin hielt er fest, die stetig steigenden Teilnahmezahlen belegten den hohen Bedarf und die breite Akzeptanz des Programms – sie seien ein Erfolg und kein Grund zur Kürzung. Er fordert den Bundesrat auf, auf die geplanten Kürzungen zu verzichten und alles daran zu setzen, dass die Finanzierung von J+S auch künftig vollumfänglich sichergestellt ist.
Zu Frage 5: Die Umsetzung von J+S ist im Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung (SR 415.0) als gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Sportverbänden verankert. Der Bund führt und finanziert das Programm. Auf kantonaler Ebene bestehen keine Rechtsgrundlagen für eine Finanzierung dieses Programms. Der Regierungsrat wird sich mit Nachdruck für die vollständige Finanzierung durch den Bund einsetzen.
II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Sicherheitsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli