RRB Nr. 768/2020
Berufsfachschule Winterthur, Tösstalstrasse, Projektierung und vorgezogene Ausführungsplanung, gebundene Ausgabe
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 19. August 2020
768. Berufsfachschule Winterthur, Tösstalstrasse, Projektierung
Erwägungen
und vorgezogene Ausführungsplanung (gebundene Ausgabe)
Ausgangslage Die Bevölkerungs- und Schülerzahlen im Kanton Zürich werden in den kommenden Jahren weiterhin stark wachsen. Mit Beschluss Nr. 1098/2017 legte der Regierungsrat den Schulraumbedarf und die entsprechende Umsetzung im Rahmen der Regionalstrategie «Winterthur und Umgebung» fest. Die Berufsfachschule Winterthur ist eine kantonale Berufsfachschule für die Fachrichtung Detailhandel und ein Kompetenzzentrum für Soziale Berufe. Seit 2005 musste der Schulraum der Berufsfachschule Winterthur aufgrund der stetigen Zunahme an Lernenden mittels Anmieten von zusätzlichen Räumlichkeiten laufend erweitert werden. Mittlerweile ist der Schulraum auf sieben Standorte in der Stadt Winterthur verteilt. Durch die räumliche Distanz zwischen den Standorten können allgemeine Räume, wie beispielsweise Mensa und Mediathek, nicht bzw. nur eingeschränkt gemeinschaftlich genutzt werden. Der resultierende betriebliche, organisatorische und finanzielle Aufwand ist hoch. Zudem fehlt es an Sporthallen, um den obligatorischen Sportunterricht zu erfüllen. Ein Neubau an der Tösstalstrasse 29/31 soll die Abdeckung des prognostizierten Schulraumbedarfs in der Nähe des Stammschulhauses Wiesental und Mühletal an der Tösstalstrasse 24/26 und die Aufhebung von dezentralen Mietflächen ermöglichen.
Projekt Der Neubau der Berufsfachschule Winterthur hat zum Ziel, die funktionalen Anforderungen eines zeitgemässen Schulbetriebs zu erfüllen. Geplant ist ein Schulgebäude mit einer Dreifachsporthalle im Untergeschoss. Der Haupteingangsbereich des Neubaus ist so konzipiert, dass man über einen Windfang in das Foyer eintritt. Im Foyer sollen der Empfang, die Verwaltung und eine Pausenecke mit einer kleinen Cafeteria zu liegen kommen. Die Fläche vor der Aula ermöglicht eine flexible Nutzung und Raumerweiterung für Informations- und Ausstellungsflächen.
Die einzelnen Geschosse bilden eine Einheit und sind mit einer Treppenkaskade verbunden. Die Klassenzimmer mit dazugehörigen Gruppenräumen, die Lehrerzimmer und die Nebenräume sind ringförmig um das grosszügige Atrium angeordnet. Die Schulräume werden so ausgerichtet, dass flexibel auf Veränderungen im Ausbildungsbetrieb (Organisationsstrukturen/Raumnutzungen) reagiert werden kann. Aus diesem Grund ist geplant, eine möglichst grosse Anzahl gleichartiger Zimmer zu konzipieren, die verschiedenartig genutzt werden können. Die Unterrichtsräume können aufgrund der Statik und des engmaschigen Fassadenrasters leicht in Gruppenräume unterteilt werden. Die geplante neue Dreifachsporthalle befindet sich im Untergeschoss und wird über ein Fluchttreppenhaus und zwei Aufzugsanlagen erschlossen, damit die Trennung zwischen Schul- und Sportnutzung bzw. ausserhalb der Schulzeiten für ausserschulischen Sport sichergestellt werden kann. Das Neubauvorhaben wird den hohen Ansprüchen der Nachhaltigkeit entsprechen (Standard Nachhaltigkeit). Die Zertifizierungen Minergie-P-Eco und Standard nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) werden angestrebt. Alle Dachflächen sollen mit Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung versehen werden, sofern die Anlagen wirtschaftlich sind.
Finanzielles Die Kosten für den Neubau der Berufsfachschule Winterthur einschliesslich Planung und Projektierung liegen bei rund 65 Mio. Franken (Genauigkeit ±25%, einschliesslich MWSt). Für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung der Berufsfachschule Winterthur belaufen sich die Kosten gemäss Kostenvoranschlag vom 29. April 2020 auf insgesamt Fr. 8 107 000 und setzen sich wie folgt zusammen:
Tabelle 1: Baukostenplan (BKP): BKP- Arbeitsgattung Planungs- und Vorgezogene Total Kosten Nr. Projektierungs- Ausführungs in Franken kosten in Franken planung in Franken 10 Bestandsaufnahme 100 000 100 000 51 Bewilligung, Gebühren 700 000 700 000 52 Muster, Modelle, Vervielfältigungen 156 000 107 000 263 000 59 Honorar (Übergangskonto) 3 733 800 2 573 200 6 307 000 61 Reserve 469 000 268 000 737 000 Total (einschliesslich 7,7% MWSt) 5 158 800 2 948 200 8 107 000 Der Voranschlag für die Kosten der Projektierung und vorgezogenen Ausführungsplanung weist eine Genauigkeit von ±10% auf (Kostenstand Zürcher Index der Wohnbaupreise vom 1. April 2019, Basis 1939, Indexstand 1046,3 Punkte). Vom Projektierungskredit von Fr. 8 107 000 sind Fr. 2 948 200 für die Kosten der vorgezogenen Ausführungsplanung vorgesehen. Für die Projektierung und vorgezogene Ausführungsplanung des Neubaus der Berufsfachschule Winterthur an der Tösstalstrasse 29/31 ist gemäss § 37 Abs. 2 lit. d des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (LS 611) eine gebundene Ausgabe von Fr. 8 107 000 zu bewilligen. Die Kosten gehen zulasten der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, Konto 5041 0 00000. Für das Vorhaben sind im Budget 2020 keine und im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan 2021–2024 insgesamt 5,65 Mio. Franken eingestellt (2021: 0,75 Mio. Franken, 2022: 1,4 Mio. Franken und 2023: 3,5 Mio. Franken). Der Restbetrag von Fr. 2 457 000 wird innerhalb der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, kompensiert.
Dispositiv
Auf Antrag der Baudirektion und der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung des Neubaus der Berufsfachschule Winterthur an der Tösstalstrasse 29/31 in Winterthur wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 8 107 000 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, bewilligt.
II. Dieser Betrag wird nach Massgabe des Zürcher Indexes der Wohnbaupreise gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Indexstand April 2019)
III. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Bildungsdirektion und die Baudirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli