13.3372, 13.3367, 13.3368

Nationaler Massnahmenplan zur Gesundheit der Bienen / Massnahmenpaket zum Schutz der Bienen / Ausweitung der Suspendierung von Substanzen, die Bienen gefährden

Guhl Bernhard · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion BD

Zuerst möchte ich meine Interessenbindung offenlegen: Ich bin Imker und habe derzeit fünfzehn Bienenvölker, also zirka 375 000 Bienen, wobei ich zugeben muss, dass ich sie nicht täglich zähle.

Wie wichtig die Arbeit mit den Bienen ist, hat Albert Einstein in einem bekannten Satz zusammengefasst: "Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr."

Seit einigen Jahren kämpfen unsere Bienen ums Überleben. Das Bienensterben ist stärker ins Bewusstsein gekommen, und das ist gut so. Unsere WBK hat sich aufgrund der Petition Hostettler Marianne 12.2069, "Verbesserung der Situation der Honigbienen in der Schweiz", mit den Bienen befasst. Ich erwähne dies für den Fall, dass Sie sich fragen, weshalb sich nebst der UREK auch die WBK mit dem Thema Bienensterben befasst hat. Die erwähnte Petition verlangt zusammengefasst Folgendes: Das Bienensterben ist ernst zu nehmen, die Mittel an die Imker im Kampf gegen die Varroamilbe sind zu erhöhen, die Gefährdung der Honigbiene durch Pestizide ist zu überprüfen, und Kurse durch Imkervereine sind zu fördern.

Einige der Punkte wurden bereits im Rahmen der Motion Gadient 04.3733 erfüllt. Mit der Schaffung eines Bienengesundheitsdienstes und einer Professur haben sich die Rahmenbedingungen für die Gesundheit der Bienen etwas verbessert, auch wenn dem Zentrum für Bienenforschung an der Agroscope nach wie vor dringend benötigte Mittel für die Forschung fehlen. Die Forschung kann ausgebaut werden, wenn die Motion der UREK, wie sie jetzt vorliegt, angenommen wird. Eine Forderung der Petition Hostettler, nämlich die Gefährdung der Honigbiene durch Pestizide zu minimieren, ist damit aber noch nicht erfüllt.

Kurz vor der Kommissionssitzung hat das Bundesamt für Landwirtschaft bekanntgegeben, dass es die Bewilligungen für drei Neonicotinoide zur Behandlung von Raps- und Maissaatgut für zwei Jahre sistiere. Ein entsprechender gleichlautender Antrag wurde an der Kommissionssitzung zurückgezogen. In der Kommission wurden dann zwei verschiedene Anträge für eine Kommissionsmotion gestellt, die folgenden Inhalt haben - den Wortlaut können Sie den Papieren in Ihren Dokumenten entnehmen -: Die Kommissionsmotion 13.3367 verlangt ein Massnahmenpaket, und die Kommissionsmotion 12.3368 verlangt eine Ausweitung der Suspendierung der Bewilligungen auf Sonnenblumenkulturen und die Ausdehnung der Suspendierung auf weitere Mittel. Weiter hat die WBK an ihrer Sitzung einen Auftrag ans Bundesamt für Landwirtschaft überwiesen, gemeinsam mit der Forschungsanstalt Agroscope einen Bienen-Bericht vorzulegen. Dieser Bericht soll einen Überblick über die Studien zu diesen Pestiziden sowie zu anderen Ursachen des Bienensterbens enthalten.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Bienensterben verschiedene Ursachen hat. Die Varroamilben und durch sie übertragene Viren oder Krankheiten wie Sauerbrut und Faulbrut sind unter anderem für viele Völkerverluste verantwortlich. Wie stark das Bienensterben auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zurückzuführen ist, kann mangels Forschungsergebnissen nicht genau gesagt werden. Klar ist, dass Insektizide, wenn sie nicht richtig eingesetzt werden, auch für Bienen giftig sind.

Die Honigbiene lebt in einem Staat von rund 15 000 bis 40 000 Bienen. Nicht alle Bienen in einem Volk fliegen zur selben Pflanzenart, zur selben Tracht. Zum Glück haben wir in der Schweiz nicht Monokulturen wie in anderen Ländern. Einzelne oder auch Hunderte vergiftete Bienen kann ein Bienenvolk kompensieren. Wenn die Bienenvölker im Vergiftungsfall nicht eingehen, so werden sie dennoch geschwächt. Schwache Völker wiederum sind anfälliger für andere Erkrankungen wie Sauerbrut oder Faulbrut. Der geschulte Imker eliminiert die schwachen Völker, bevor sie zum Gesundheitsrisiko werden. Sollte nämlich auf einem Stand, in einem Bienenhaus, ein Faulbrutfall auftreten, werden alle Völker eliminiert. Statistisch gesehen sind dann aber diese Völkerverluste Seuchenfälle und werden nicht unter der Rubrik Vergiftungen geführt.

Die Honigbienen sind nicht die einzigen Bestäuber für unsere Landwirtschaft. Hummeln und Wildbienen bestäuben ebenso, leben jedoch im Gegensatz zu Honigbienen nicht in grossen, sondern eher in kleinen Völkern, die Wildbienen gar als Einzeltiere. Gerade weil sie als Einzeltiere leben, sind sie dann von den Insektiziden viel stärker betroffen.

Fazit: Die Pflanzenschutzmittel haben einen Einfluss auf das Bienensterben. Wie gross er ist, ist dringend zu erforschen, denn - da sind wir uns, hoffe ich, alle einig - der Bestäubungswert der Bienen ist für uns überlebenswichtig. Wenn Sie den Film "More than Honey" gesehen haben, wissen Sie, was uns blüht, wenn es blüht und wir keine Bienen mehr haben.

Nun etwas konkreter zu den Forderungen der zwei Motionen: Die Motion 13.3367 fordert ein Massnahmenpaket zum Schutz der Bienen. Im Wissen darum, dass die Landwirtschaft, auch der biologische Anbau, Pflanzenschutzmittel benötigt, fordert diese Motion kein sofortiges Verbot und kein fixes Reduktionsziel. Einzig der Zeitpunkt ist festgelegt, auf 2023, sodass für entsprechende Massnahmen genügend Zeit zur Verfügung steht. Das Reduktionsziel soll in einem vernünftigen Rahmen liegen, also klar über 10 Prozent. Zudem sollen die Reduktionsziele für die verschiedenen Kategorien von Pflanzenschutzmitteln oder Wirkstoffen mit den betroffenen Kreisen wie Bundesamt für Landwirtschaft, Bauernverband, Imkerverbände, Umweltschutzverbände, Produzenten, Hochschulen und Forschungsstellen gemeinsam erarbeitet werden.

Die Minderheit bestreitet nicht, dass man zu den Bienen Sorge tragen muss und dass sich die Forschung aktiv um das Thema Bienensterben bemühen muss. Ein Reduktionsziel festzulegen sei jedoch schlecht, weil der Zusammenhang zwischen Pflanzenschutzmitteln und Bienensterben noch nicht nachgewiesen sei.

Die Mehrheit argumentiert mit der Wichtigkeit der Honigbiene als Bestäuberinsekt. Die Kosten für eine allfällige manuelle Bestäubung, die notwendig wird, wenn alle Bienen ausgestorben sind, sind um einen grossen Faktor höher als der ausgefallene Gewinn wegen weniger verkaufter Planzenschutzmittel. Wir tun gut daran, massvoll mit Pflanzenschutzmitteln umzugehen. Zudem sei erwähnt, dass der Einsatz von Pestiziden nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Hobbygärtnerei betrifft. Allgemein bekannt ist auch, dass sich Pflanzenschutzrückstände im Boden und Wasser ansammeln. Weniger bekannt ist, dass es sogenannte Cocktail-Effekte gibt, das ist die kumulierte Wirkung von mehreren Pflanzenschutzmitteln zusammen. Auch das müsste man künftig genauer erforschen.

Diese Motion, also das Massnahmenpaket, ist in der Kommission mit 14 zu 9 Stimmen bei 0 Enthaltungen gutgeheissen worden.

Die zweite Motion, die wir behandeln, geht weiter. Sie fordert die Ausweitung der Suspendierung von Bewilligungen auf Sonnenblumenkulturen und auf weitere bienengefährliche Insektizide wie Fipronil, Chlorpyrifos, Deltamethrin und Cypermethrin. Auch Sonnenblumenkerne werden mit den vom Bundesamt für Landwirtschaft sistierten Neonicotinoiden gebeizt, nicht nur Mais und Raps. Da sich die Neonicotinoide in der ganzen Pflanze verteilen, sollen Sonnenblumenkulturen vorerst nicht mehr damit gebeizt werden dürfen. Die weiteren erwähnten Stoffe sind gefährlich für die Bienen, wenn sie falsch ausgebracht werden. Es sind weitverbreitete Pestizide, die in der Landwirtschaft und in privaten Haushalten eingesetzt werden.

Die Minderheit argumentiert mit den fehlenden Alternativen zu den Pestiziden: Gentechnologie zum Beispiel sei noch verboten, deshalb müsse die Landwirtschaft Pflanzenschutzmittel einsetzen können.

Für die Mehrheit ist der Entscheid des Bundesamtes für Landwirtschaft, die Bewilligungen für die drei Pestizide zu sistieren, ein erster Schritt, der jedoch nicht ausreicht. Für die weiteren Produkte müssten dringend Abklärungen vorgenommen werden. Die Landwirtschaft hat Alternativen, dies zeigen der IP-Anbau sowie der Biolandbau.

Diese Motion ist von der Kommission mit 13 zu 10 Stimmen bei 0 Enthaltungen gutgeheissen worden.

Ich fasse nochmals zusammen: Die erste Motion (13.3367) fordert ein Massnahmenpaket, welches die Risiken für die Honigbienen bis 2023 reduziert. Die zweite Motion (13.3368) fordert eine Erweiterung der Suspendierung der Neonicotinoide auf Sonnenblumenkulturen und auf weitere Pestizide.

Die Kommission bittet Sie, beide Motionen anzunehmen.

Bourgeois Jacques · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · FDP-Liberale Fraktion

Monsieur Guhl, dans la motion 13.3367, il est fait mention des mesures visant à réduire, d'ici à 2023, les risques découlant de l'utilisation à long terme de produits phytosanitaires. Vous sous-entendez, pour diminuer ces risques, des mesures dans le contexte de l'utilisation de ces produits et non des interdictions de l'utilisation de ces produits. Pouvez-vous préciser ce que vous sous-entendez par là?

Guhl Bernhard · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion BD

Es ist korrekt, im Motionstext steht ganz klar: Die Risiken insbesondere für die Bienen sollen gesenkt werden. Es geht also nicht eins zu eins um die Menge der Pestizide. Es geht darum, die Risiken für die Bienen zu senken, damit weniger Bienen, weniger Bestäuberinsekten, Schaden nehmen.

Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion

Lors de sa séance du 2 mai dernier, la Commission de la science, de l'éducation et de la culture a déposé deux motions de commission. La motion 13.3367 charge le Conseil fédéral de prendre une série de mesures visant à réduire, d'ici à 2023, les risques découlant de l'utilisation à long terme de produits phytosanitaires non seulement pour l'environnement, mais tout particulièrement pour les abeilles et pour d'autres pollinisateurs. Quant à la motion 13.3368, elle demande au Conseil fédéral de suspendre l'autorisation concernant l'utilisation, dans les cultures de tournesol, de l'imidaclopride, de la clothianidine et du thiaméthoxame, néonicotinoïdes déjà interdits dans les cultures de colza et de maïs, et de suspendre également les autorisations relatives à l'utilisation d'autres insecticides nuisibles aux abeilles comme le fipronil, le chlorpyriphos, la deltaméthrine et la cyperméthrine.

Je déclare mes intérêts: je suis chimiste, mais aussi petite-fille d'apiculteur. J'ai baigné, toute ma jeunesse, dans le miel et les abeilles, puis dans les produits chimiques. Je vous rassure: je préfère grandement le miel et les abeilles!

Durant la Deuxième Guerre mondiale, 340 000 colonies d'abeilles peuplaient encore nos contrées. En 2002, on n'en comptait plus que 200 000 selon une réponse du Conseil fédéral faite à notre ancienne collègue, Madame Gadient. Durant l'hiver 2011/12, on a observé une perte catastrophique de 100 000 colonies. Heureusement, l'hiver qui vient de s'écouler a été plus clément avec 15 pour cent de pertes. Mais à cela, il faut ajouter les 5 pour cent de colonies qui ont péri avant même l'entrée en hivernage et les 9 pour cent de colonies trop faibles au sortir de l'hivernage pour se développer en colonies productrices.

Ce chiffre de 25 pour cent de colonies perdues correspond malheureusement à la moyenne annuelle de ces dernières années.

Les causes de ces pertes sont bien évidemment multiples. On retrouve entre autres le varroa, le climat, l'offre limitée de nourriture pendant certaines périodes de l'année, la pollution de l'environnement, auxquels vient s'ajouter le problème des pesticides et c'est sur ce point que votre commission a porté son attention.

La Commission européenne a décidé de restreindre l'utilisation de trois pesticides mortels pour les abeilles - l'imidaclopride, la clothianidine et le thiometoxame - qui sont utilisés dans le traitement des semences de colza et de maïs ainsi que dans le traitement foliaire des végétaux qui attirent les abeilles. Cette suspension interviendra à partir du 1er décembre 2013. L'Office fédéral de l'agriculture a emboité le pas à l'UE le 29 avril 2013. Ces produits, classés dans la famille des néonicotinoïdes, permettent de protéger les jeunes plantes contre les ravageurs durant leur croissance. Cette suspension ne concerne que les cultures qui sont attractives pour les abeilles, c'est pourquoi seules les semences de maïs et de colza sont limitées et pas la betterave ou les salades qui sont récoltées avant la floraison.

Votre commission a estimé nécessaire de compléter la liste de l'OFAG par la suspension de ces produits sur les cultures de tournesol et d'ajouter quatre produits supplémentaires, à savoir la cyperméthrine, la deltaméthrine, le chlorpyriphos et le fipronil. Nous estimons que ces substances présentent une marge de sécurité trop faible et doivent, elles aussi, faire l'objet d'études approfondies avant de pouvoir continuer à être utilisées. L'autorité européenne pour la sécurité des aliments a d'ailleurs déjà signalé en mai 2013 que le fipronil, un insecticide à large spectre, présente "un risque aigu élevé" pour la survie des abeilles lorsqu'il est utilisé en tant que traitement des semences de maïs. L'autorité européenne relève aussi les importantes lacunes de connaissances sur l'impact de l'exposition des abeilles via le butinage de pollen ou de nectar contaminés. La France a interdit le fipronil depuis 2004 déjà tandis que plus que cinq pays de l'UE utilisent cet insecticide pour les cultures de maïs et trois autres pays pour d'autres cultures.

Le Conseil fédéral, dans une réponse à notre collègue Monsieur Fridez le 10 juin 2013, confirme qu'actuellement il n'y a plus de produit autorisé contenant cette substance en Suisse. Dans le cas d'une nouvelle autorisation, le service d'homologation de l'OFAG devra effectuer une évaluation des risques. Dès lors, une suspension de ce produit n'aura aucun impact sur l'agriculture.

Le chlorpyriphos est, quant à lui, un des pesticides les plus utilisés dans le monde. Selon des études scientifiques, il affecte la physiologie et réduit l'activité motrice des abeilles domestiques déjà à partir de faibles niveaux de concentration. C'est aussi à de faibles concentrations et à long terme que la cyperméthrine génère des effets négatifs sur la santé des colonies d'abeilles, notamment sur les larves. La deltaméthrine est également un pesticide très utilisé à travers le monde. Des niveaux de concentration résiduels réduisent l'activité de butinage et affectent les capacités d'apprentissage des abeilles. Le pesticide affecte aussi la fécondité, la croissance et le développement des abeilles.

Pour vous donner une idée de la toxicité de certains de ces produits, ils sont 10 000 fois plus toxiques pour l'abeille que le DDT, insecticide puissant aujourd'hui interdit dans la plupart des pays, et ce malgré le fait que l'on utilise 10 fois moins de produit.

Ces produits ne sont pas seulement toxiques pour les abeilles puisque une étude de l'EAWAG, l'institut de recherche de l'eau du domaine des EPF, publiée récemment dans la revue "PLOS ONE" prétend que ces mêmes insecticides qui sont particulièrement solubles dans l'eau portent également atteintes aux organismes aquatiques. Le responsable de l'étude estime que les tests écotoxicologiques devraient dorénavant impérativement prendre en compte les effets chroniques de tels produits.

On le constate, l'utilisation des produits phytosanitaires fait courir un risque à long terme, non seulement aux abeilles et à d'autres pollinisateurs, mais également à l'environnement. C'est pourquoi votre commission vous soumet sa deuxième motion qui vise à réduire d'ici à 2023 l'utilisation de produits phytosanitaires.

La période de suspension de ces produits qui vous est demandée aujourd'hui doit servir à approfondir les connaissances sur les risques des pesticides et les moyens de les remplacer. C'est aussi pour cette raison que votre commission a donné mandat à l'administration de lui fournir un rapport sur les abeilles dans lequel doit figurer une analyse des risques pour les abeilles liés à l'utilisation des différents produits phytosanitaires, mais également les alternatives possible pour les paysans.

La motion 13.3367 a été adoptée par 14 voix contre 9.

Quant à la motion 13.3368, elle a été adoptée par 13 voix contre 10.

La pétition 12.2069, "Amélioration de la situation des abeilles en Suisse", a également fait l'objet d'une discussion et a été adoptée par 12 voix contre 9.

Une minorité de la commission vous invite à repousser ces propositions. La majorité de la commission vous encourage à les soutenir.

Parmelin Guy · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Nous allons nous prononcer sur des textes précis. Dans le développement de la motion 13.3367, on lit qu'"il serait toutefois contre-productif d'interdire complètement tous ces produits, car d'autres substances seraient alors utilisées", et plus bas, qu'"il est donc indispensable de limiter petit à petit l'utilisation de ces produits, afin de ne pas mettre en danger les insectes qui pollinisent nos plantes".

Comment interprétez-vous cette limitation progressive? Conduit-elle finalement à une interdiction, et donc n'y a-t-il pas une contradiction dans le développement de cette motion? Cela doit être clair au moment du vote.

Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion

C'est avec plaisir que j'apporte des éclaircissements. D'abord, on demande de suspendre l'utilisation de ces produits, mais sans les interdire. Ensuite, on demande de limiter petit à petit leur utilisation. C'est également pour cette raison que votre commission a donné mandat à l'administration de faire un rapport sur les abeilles, à savoir qu'au bout de ces deux années on puisse dresser un bilan de l'effet de tous ces produits. Il ne s'agit pas d'interdire à tout va des produits, ce qui pousserait à en utiliser d'autres plus néfastes pour les abeilles. C'est exactement pour cette raison qu'on demande un rapport sur les abeilles.

Semadeni Silva · Mit-F · Nationalrat · Graubünden · Sozialdemokratische Fraktion

La moria delle api crea preoccupazione in tanti Paesi, anche in Svizzera, anche nella Svizzera italiana, anche nelle regioni di montagna. Le api e l'impollinazione fatta dalle api rappresentano un elemento irrinunciabile dell'ecosistema e un importante anello della catena alimentare; sono quindi importanti anche per gli esseri umani. Ma le api sono in pericolo! Uno studio realizzato su un campione di mille alveari ha mostrato che nel nostro Paese, durante l'inverno 2011/12, la metà delle api non è sopravvissuta. La moria colpisce anche le regioni di montagna. Nei Grigioni, in quell'anno è stata rilevata la morte del 32 per cento dei popoli di api. Durante lo scorso inverno in Svizzera è perito circa il 28 per cento dei popoli.

La moria delle api è legata a cause multiple, dalla varroa ai pesticidi alla generale perdita di biodiversità. La CAPTE-CN unanime chiede per questo che si elabori entro la fine del 2015 un piano d'azione nazionale per stabilire con maggiore precisione e su base scientifica le cause della moria delle api in Svizzera per poi proporre strategie appropriate e le misure necessarie, compreso il monitoraggio.

Das Bienensterben ist ein Problem für Imker und Imkerinnen, das haben wir von Herrn Guhl vorhin gehört, und das Parlament ist sich der Bedeutung der Bienen bewusst. Die Bienen und ihre Bestäubungsfunktion sind wichtig für das Ökosystem, für die Landwirtschaft, für die Nahrungskette und auch für die Wildpflanzen und für die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Tierwelt. Das Bienensterben kann darum nicht einfach hingenommen werden. Darum behandeln wir heute Kommissionsmotionen der WBK und der UREK, und dies, nachdem das Bundesamt für Landwirtschaft, der EU-Kommission folgend, eine zweijährige Suspendierung von drei Pflanzenschutzmitteln - drei Neonicotinoiden - beschlossen hat. Diese Pestizide sind für die Bienen toxisch, insbesondere dann, wenn die in der Bewilligung festgelegten strengen Massnahmen zur Reduktion des Risikos nicht strikt eingehalten werden. Während der zweijährigen Suspendierung will das Bundesamt für Landwirtschaft weiter gehende Massnahmen zum Schutz der Bienen vor Pestiziden entwickeln und überprüfen.

Es ist also nicht so, dass in der Schweiz für die Bienengesundheit nichts geschieht. In der Forschungsanstalt Agroscope in Liebefeld wird professionell und engagiert das Zentrum für Bienenforschung betrieben. Krankheiten und Parasiten, insbesondere die Varroamilbe, werden bekämpft. Für die Bienen toxische Chemikalien zur Schädlings- oder Unkrautbekämpfung werden nicht einfach zugelassen. Doch die Ursachen des Bienensterbens sind noch nicht richtig erkannt, wissenschaftlich noch nicht genügend erforscht, und in der Schweiz ist die Bienenforschung zurzeit unterdotiert. Die UREK ist darum einstimmig der Meinung, dass die Forschung für eine nachhaltige Bienengesundheit in der Schweiz intensiviert werden muss; dies unter Berücksichtigung der bereits bestehenden Anstrengungen und Massnahmen. Die UREK fordert konkret, dass der Bundesrat bis Ende 2013 die Vorgehensweise für einen nationalen Bienen-Massnahmenplan definiert, damit bis Ende 2015 die Ursachen des Bienensterbens wissenschaftlich genauer eruiert werden. Dabei sind alle Aspekte zu berücksichtigen, welche die Bienengesundheit beeinträchtigen. Die Effekte von Pestiziden sollen mit wissenschaftlichen Feldversuchen und unter Anwendung von Schweizer Anbaumethoden weiter erforscht werden. Breitgefächerte wissenschaftliche Erkenntnisse sollen das gezieltere Angehen der Frage des Bienensterbens ermöglichen.

Die einstimmige UREK beantragt Ihnen, die Kommissionsmotion anzunehmen. Ich bitte Sie im Namen der UREK, diesem Antrag zuzustimmen.

Bourgeois Jacques · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · FDP-Liberale Fraktion

Lors de sa séance des 6 et 7 mai derniers, la Commission de l'environnement, de l'aménagement du territoire et de l'énergie s'est penchée sur le rapport d'examen "homologation de la clothianidine" en réponse à la motion 09.3318 du 20 mars 2009 de notre présidente, Madame la conseillère nationale Maya Graf, et du rapport complémentaire fourni suite à la décision de la Commission européenne d'interdire pour deux ans trois des principaux insecticides néonicotinoïdes. Ce sont des produits principalement utilisés en enrobage de semences mais également en traitement de sol et en pulvérisation des cultures. Dans notre pays, la totalité des semences de colza, tout comme les betteraves sucrières sont traitées avec ces matières actives. Pour le maïs, seules 5 à 10 pour cent des surfaces mises en culture sont traitées avec de tels insecticides, c'est avant tout pour lutter contre le vers fil de fer.

L'augmentation de la mortalité des colonies d'abeilles inquiète. Nous ne pouvons pas rester insensibles à cette situation et ne pas reconnaître le rôle important que jouent les abeilles, non seulement dans notre écosystème mais aussi pour la base d'une agriculture fonctionnelle. Il faut également ne pas perdre de vue que l'agriculture suisse cultive et entretien le sol et l'écosystème en appliquant des conditions de production respectant à la fois l'environnement et le bien-être des animaux. C'est ce qu'on appelle produire selon les prestations écologiques requises. Plus de 98 pour cent des exploitations agricoles de notre pays appliquent ce principe. Notons également que, dans l'exemple de la vigne tout comme en culture maraîchère sous serre, on utilise de plus en plus la lutte intégrée avec des prédateurs qui éliminent d'autres parasites et diminuent ainsi l'utilisation de produits phytosanitaires.

Par conséquent, l'intervention avec de tels produits dans les cultures s'effectue de façon ciblée, de manière à préserver aussi bien les cultures que l'environnement. Sans traitement, que ce soit à l'aide d'insecticides ou de fongicides, nous ne pourrions couvrir, comme à ce jour, 55 pour cent de nos besoins alimentaires. Des pertes de rendement de l'ordre de 30 à 40 pour cent seraient enregistrées. L'agriculture suisse ne peut par conséquent pas, tout comme celle de nos homologues européens et du monde entier, se passer de l'utilisation de produits phytosanitaires. Utilisés de manière ciblée, ils font partie de nos bonnes pratiques agricoles. Notons également que l'utilisation des produits phytosanitaires est soumise à des restrictions afin de prévenir les risques pour les abeilles. Les produits phytosanitaires qui pourraient être dangereux pour les abeilles ne doivent pas entrer en contact avec les plantes en fleurs ou exsudant du miellat.

L'Office fédéral de l'agriculture a fixé toute une série de garde-fous, analysé toute une série de comportements et pris des mesures afin de préserver nos colonies d'abeilles. Je citerai notamment les mesures suivantes: fixation de critères stricts pour l'utilisation des semences de maïs désinfectées. Les semoirs doivent être équipés de déflecteurs qui dirigent le flux d'air vers le sol et évitent que les poussières se répandent vers les cultures voisines. Jusqu'à ce jour, grâce aux mesures prises, aucun effet négatif à la poussière n'a été observé en Suisse sur les colonies d'abeilles. Les essais menés sous serres ou en plein champ n'ont également pas démontré, lorsque les abeilles se nourrissent de pollen ou de nectar de cultures de maïs ou de colza, une mortalité plus élevée ou un comportement anormal. L'eau de guttation, qui possède peu de sucre, n'est également pas source de problèmes. Le principal problème réside avant tout au niveau du parasite qu'est le varroa destructor qui est arrivé en Europe il y a une trentaine d'années. Ce ne sont pas les néonicotinoïdes qui sont à la source de tous les maux. Sinon comment expliquer qu'en région de montagne, où aucun néonicotinoïde n'est utilisé, la mortalité des colonies d'abeilles soit la même qu'en plaine?

Malgré cela, tout doit être entrepris pour préserver de façon durable la santé de nos abeilles. L'interdiction pour deux ans des néonicotinoïdes au sein de l'Union européenne, une décision avant tout politique et non scientifique et à laquelle notre pays a emboîté le pas, doit nous permettre d'utiliser ce temps à bon escient en intensifiant la recherche et en analysant les causes de mortalité des abeilles, afin d'y remédier.

C'est dans ce sens que la CEATE vous demande, à l'unanimité et sans abstention, d'accepter cette motion de commission. Le Conseil fédéral sera ainsi chargé de développer la recherche dans ce domaine, d'établir un plan d'action sur une base scientifique et de fixer les stratégies permettant de mettre un terme à cette hécatombe au sein de nos ruches, de nos colonies d'abeilles. Il s'agit ici d'un premier pas, d'autres devront suivre.

De plus, comme l'indique le rapport complémentaire de l'OFAG: "interdire totalement les substances du groupe des néonicotinoïdes n'est pas une solution. Certaines substances de ce groupe présentent peu de risque pour les abeilles". Une interdiction ne permettrait plus de désinfecter les semences de colza et de maïs et, dans le cadre de cette dernière culture, nous ne pourrions plus lutter contre le ver fil de fer, car aucune alternative n'existe pour l'instant.

Au nom de la CEATE qui, comme indiqué ci-dessus, a pris sa décision à l'unanimité et sans abstention, je vous invite à soutenir cette motion de commission qui donnera un signal politique fort dans ce domaine si important pour notre écosystème et pour l'agriculture de ce pays.

Pieren Nadja · Mit-F · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Ich spreche, wie gehört, zu den zwei Minderheitsanträgen auf Ablehnung der Motionen der WBK. Ich bestreite nicht, dass die Bienen geschützt werden müssen, und ich anerkenne die Wichtigkeit der Bienen, weil ich auch sehe, dass Bienen für unser ökologisches System eine grosse Bedeutung haben. Die Forschung anerkennt dies auch und ist laufend daran, dies zu überprüfen.

Eine grosse Minderheit lehnt die zwei Motionen jedoch ab. Ein Verbot von Neonicotinoiden und anderen Insektiziden sowie eine Reduktion dieser Stoffe bis 2023 tragen nichts zum Schutz der Bienen bei, schaden aber der Landwirtschaft massiv. Der Prüfbericht des Bundes vom 10. Oktober 2012 zur Zulassung von Clothianidin zeigt klar, dass kein direkter Zusammenhang zwischen dem Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel und dem Bienensterben besteht. Ich zitiere gerne aus dem Prüfbericht des Bundes: "Seit Beginn der Analyse von aussergewöhnlichen Bienenmortalitäten in der Schweiz im Jahre 1957 konnte kein einziger Fall in Verbindung mit der Verwendung von Neonicotinoiden zur Saatgutbehandlung gebracht werden ... Keine Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen den Winterverlusten und Pflanzenschutzmitteln." Weiter heisst es: "Die relativ geringe jährliche Anzahl an Bienenvergiftungsfällen in der Schweiz deutet darauf hin, dass das Bewilligungssystem für Pflanzenschutzmittel effektiv ist und sich die grosse Mehrheit der Landwirtinnen und Landwirte an die Bestimmungen hält. Eine Überwachung der Vergiftungsfälle ist wichtig, um deren Anzahl weiter zu reduzieren und den Ursachen entgegenzuwirken." Das sind Zitate aus dem Prüfbericht des Bundes, welcher im Oktober 2012 veröffentlicht wurde.

Weiter zitiere ich gerne aus dem Schreiben des Schweizerischen Bauernverbandes vom Mai an die Mitglieder der WBK-NR: "Am runden Tisch zur Greenpeace-Petition zum Schutz der Honigbiene kamen wir mit den Bienenvertretern zum gemeinsamen Schluss, dass mit einem generellen Verbot der Wirkstoffe keine Probleme gelöst, sondern vielmehr neue Problembereiche geschaffen werden. Das Bienensterben wird von einem Zusammenspiel vieler Faktoren verursacht. Darunter gilt als wichtigster Faktor die Parasitierung durch die Varroamilbe. Die Tatsache, dass im Berggebiet jeweils nicht weniger Bienen sterben als in Ackerbaugebieten, relativiert den Einfluss der Pflanzenschutzmittel auf das Bienensterben. Um die sensiblen Kulturen vor Schädlingen zu schützen, müssten die Landwirte bei einem Verbot auf die breitflächige Spritzung von Insektiziden zurückgreifen. Dies würde einem ökologischen Rückschritt gleichkommen."

Es ist für mich sehr unverständlich, dass der Bund im Prüfbericht vom Oktober 2012 keinen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln feststellt und nur ein halbes Jahr später, analog zur EU, die Bewilligung für die drei Insektizide suspendieren will. Die beiden Kommissionsmotionen fordern eine Ausdehnung der Verbote von Pflanzenschutzmitteln bzw. eine starke Reduktion von Pflanzenschutzmitteln bis ins Jahr 2023, was einer Suspendierung dieser Pflanzenschutzmittel gleichkommen wird. Da weder wissenschaftlich noch in der Realität ein Zusammenhang zwischen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bienensterben nachgewiesen ist, sollen keine voreiligen Verbote ausgesprochen oder sogar noch Ausweitungen von Verboten vorgenommen werden.

Ich bitte Sie deshalb, die Kommissionsminderheit zu unterstützen.

Müller Walter · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · FDP-Liberale Fraktion

Frau Kollegin Pieren, war es in der Kommission Gegenstand der Diskussion, dass die vorläufige Suspendierung von Deltamethrin und Cypermethrin für den Karottenanbau eine absolute Katastrophe bedeuten würde? Diese Mittel werden nachts gegen Erdraupen angewendet. Wenn man diese nicht bekämpfen kann, dann räumen sie ein Feld über Nacht, und Sie hätten dann auch keine Karotten mehr hier im Vorzimmer. War es Gegenstand der Diskussion, dass eine Suspendierung für den Karottenanbau eine Katastrophe bedeuten würde?

Pieren Nadja · Mit-F · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Wir haben über die Folgen diskutiert, die es für die Landwirtschaft hätte, wenn solche Verbote für verschiedene Pflanzenschutzmittel ausgesprochen würden. Dies hätte für die Landwirtschaft zum Teil schwerwiegende Folgen.

Trede Aline · Mit-F · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion

Kollegin Pieren, Sie haben gesagt, die Sache sei für die Landwirtschaft wichtig. Ihre Partei ist bekannt dafür, dass sie sich für die Landwirtschaft einsetzt. Ich verstehe nicht, warum Sie nicht einmal die Motion annehmen wollen, die auch vom Bauernverband unterstützt wird. Können Sie mir das noch erläutern?

Pieren Nadja · Mit-F · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Der Grund liegt darin, dass in der Motion die Forderung enthalten ist, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sei bis 2023 stark zu reduzieren. Ich gehe davon aus, dass dies einem Verbot bis 2023 gleichkommt. Im Prüfbericht des Bundes, welcher sehr aktuell ist, und auch in verschiedenen Studien kann man lesen, dass heute kein direkter Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und dem Bienensterben nachgewiesen werden kann. Ich verstehe deshalb absolut nicht, weshalb wir heute ein Verbot absegnen müssen, das auf Jahre hinaus gelten wird.

Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern

Wir haben es eben gehört: Das Bienensterben bewegt, und es beunruhigt - nicht nur hier im Parlament. Auch die Imkerinnen und Imker, die Bevölkerung und auch der Bundesrat nehmen die aussergewöhnlichen Bienenverluste mit Sorge wahr und wollen Abhilfe schaffen. Die Biene ist für viele von uns zum Symbol für die Bestäubung, das heisst für eine ausreichende Lebensmittelproduktion und für eine gesunde und intakte Umwelt, geworden. Niemand wird in der Schweiz eine Situation, wie wir sie im Film "More than Honey" gesehen haben, akzeptieren. Bei uns darf es nicht dazu kommen, dass Landwirte ihre Bäume in aufwendigster Weise mit Pinseln selber bestäuben müssen.

Der Bundesrat nimmt die Problematik rund um das Bienensterben sehr ernst und hat dazu bereits Massnahmen ergriffen. Ich erwähne fünf Aspekte:

1. Das Zentrum für Bienenforschung von Agroscope, dessen Tätigkeit darauf ausgerichtet ist, die Bestäubung der Kultur- und Wildpflanzen langfristig sicherzustellen.

2. Die aktive Beteiligung von Agroscope an der Erforschung der Ursachen des Bienensterbens im Rahmen des internationalen Bienenforschungsprojekts Coloss.

3. Die finanzielle und personelle Unterstützung des Lehrstuhls für Bienenfragen an der Vetsuisse-Fakultät der Uni Bern.

4. Die Finanz- und Infrastrukturhilfe des Bundes zugunsten des nationalen Bienengesundheitsdienstes, der die Bienenzüchterinnen und Bienenzüchter bei der Umsetzung der Massnahmen gegen das Bienensterben unterstützen soll.

5. Die fortlaufende und aufwendige Überprüfung von Pflanzenschutzmitteln im Bundesamt für Landwirtschaft, die eine Anpassung der Anwendungsbedingungen von Pflanzenschutzmitteln an den neuesten wissenschaftlichen Stand gewährleistet.

Obwohl die eben publizierten Zahlen zu den Bienenverlusten des Winters 2012/13 eine - wenn Sie so wollen - "Verbesserung" gegenüber dem Vorjahr zeigen, gibt es keinen Zweifel, dass weitere Anstrengungen nötig sind, um die Problematik langfristig unter Kontrolle zu bringen.

Die Motion 13.3367 will die Risiken vermindern, die sich für bestäubende Insekten durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ergeben. Die Motion 13.3372 verlangt die Ausarbeitung eines Aktionsplans zur Verbesserung der Bienengesundheit. Beide Anliegen sind von Bedeutung und sollen unterstützt werden.

Die Ursachen, die zu einem inakzeptabel grossen Bienensterben führen, sollen weiter erforscht werden, die Zusammenhänge müssen besser verstanden werden. Nur mit weiterführenden wissenschaftlichen Erkenntnissen können zusätzliche Massnahmen ergriffen werden; Massnahmen, welche die Bienen nachhaltig schützen und die Bestäubungsleistung langfristig sicherstellen. Es geht auch darum, die Koordination der verschiedenen Massnahmen innerhalb einer globalen Strategie zu sichern, mögliche Synergien besser zu nutzen und die Massnahmen wenn immer möglich und nötig zu ergänzen. In diesem Sinne beantragt der Bundesrat die Annahme der Motionen 13.3367 und 13.3372.

Die Motion 13.3368 verlangt die Suspendierung von weiteren für Bienen schädlichen Insektiziden. Hier bitte ich Sie um Zurückhaltung, schütten Sie bitte das Kind nicht mit dem Bade aus. Ich rufe in Erinnerung, dass Insektizide zur Bekämpfung von Schadinsekten eingesetzt werden. Der Schutz der Kulturen vor Krankheiten und Schädlingen ist ein stetes Anliegen der Landwirtinnen und Landwirte, auch im Biolandbau. In gewissen Fällen ist ein effizienter Schutz der Kulturen ohne chemische Pflanzenschutzmittel nicht möglich. Wird trotzdem auf sie verzichtet, führt dies unweigerlich zu Ertragseinbussen und zu einer verminderten Qualität der produzierten Lebensmittel. Diese Verluste müssen mit noch höheren Importmengen kompensiert werden. Wie wir alle wissen, gehen Importe auf Kosten ärmerer Länder und auf Kosten ausländischer Ökosysteme.

Mit dem Verbot der drei Neonicotinoide für bestimmte Kulturen hat sich die Situation bei der Schädlingsbekämpfung in der produzierenden Landwirtschaft bereits verschärft. Beim Mais gibt es derzeit keine Alternative zur Bekämpfung des Drahtwurms. Die zu erwartenden Verluste werden durch den Schädlingsdruck bestimmt, der je nach Parzelle unterschiedlich ist. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass Ausfälle im Umfang von bis zu 40 Prozent realistisch sein könnten - wie gesagt, es ist abhängig vom Schädlingsdruck. Auch den Kartoffeln, sie waren eben im Gespräch, dürfte der Drahtwurm vermehrt schaden, da die betroffenen Insektizide in der Vorfrucht der Kartoffel zur Schädlingsregulierung verwendet wurden. Ein weitreichendes Verbot von bienengefährlichen Insektiziden, wie in der Motion 13.3368 der WBK-NR gefordert, hätte also grosse Konsequenzen - auch im Biolandbau. So könnten z. B. die Karotten, die auch im Gespräch waren, nicht mehr gegen die Möhrenfliege oder die Zwiebeln nicht mehr gegen den Thrips geschützt werden. Breitflächig auf Insektizide zu verzichten, ist kein gangbarer Weg. Vielmehr müssen Lösungen gefunden werden, die es erlauben, diese so anzuwenden, dass alles, was geschützt werden muss, selbstverständlich inklusive Bienen, ohne Risiko geschützt werden kann.

Das Bundesamt für Landwirtschaft hat im Jahr 2011 begonnen, die Zulassungen alter Pflanzenschutzmittel systematisch zu überprüfen. Die Anwendungsbedingungen von 220 Pflanzenschutzmitteln wurden bereits aktualisiert. Das Programm ist noch nicht abgeschlossen. Zahlreiche weitere Pflanzenschutzmittel werden zurzeit überprüft. Es dürfte zu weiteren Anpassungen bei den Bewilligungen kommen. Auch sind verschiedene Abklärungen und Forschungsprojekte im Gange, die darauf ausgerichtet sind, Pflanzenschutzmittel noch zielgerichteter auszubringen und damit das Risiko für die Umwelt im Allgemeinen und die Bienen im Speziellen weiter zu reduzieren.

Wir müssen die Ursachen des Bienensterbens besser verstehen, um korrigierende und vor allem gewinnbringende Massnahmen dagegen ergreifen zu können. Dabei gilt es, konsequent und effizient auf höchstem wissenschaftlichem Niveau zu arbeiten. Wir wissen, dass die Frage so komplex ist, dass sie nur in internationaler Zusammenarbeit beantwortet werden kann. Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat der Meinung, dass ein übereiltes, weitreichendes Insektizidverbot nicht gerechtfertigt ist. Das Risiko für Bienen kann dank der in der Bewilligung festgelegten strikten Anwendungsvorschriften unter Kontrolle gehalten werden.

In diesem Sinne beantragt der Bundesrat die Ablehnung der Motion 13.3368. Der Bundesrat wird aber darauf achten, dass neue faktenorientierte Erkenntnisse laufend umgesetzt werden. Dazu können künftig durchaus auch spezifische Verbote von Pflanzenschutzmitteln gehören. Vergessen Sie also bei Ihrem Entscheid zur Motion 13.3368 nicht, dass wir die Bienenvölker für die Zukunft schützen und gleichzeitig die Ernährungssicherheit gewährleisten müssen.

Ich bitte Sie also, die Motionen 13.3367 und 13.3372 anzunehmen, die Motion 13.3368 aber abzulehnen.

Parmelin Guy · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Je remercie Monsieur le conseiller fédéral pour ses explications. Ma question rejoint celle que j'ai posée à Madame Chevalley tout à l'heure; c'est une question de clarification: vous voulez réduire les risques, nous sommes d'accord; doit-on comprendre, comme le suggère le texte de la motion 13.3367, que le Conseil fédéral, pour ce faire, est prêt à progressivement interdire l'emploi de produits insecticides, même s'il n'est pas prouvé qu'ils sont nocifs pour les abeilles? Cela figure entre les lignes du développement de la motion, mais pas dans son titre, qui rejoint nos préoccupations communes.

Schneider-Ammann Johann N. · BR-M · Bundesrat · Bern

Herr Nationalrat Parmelin, wenn Sie die Motion annehmen, ist ihr Text natürlich für den Bundesrat bindend - das ist klar. Der Bundesrat beantragt Ihnen, die Motion 13.3367 anzunehmen. Wie ich eben ausgeführt habe, werden es dann die wissenschaftlichen, faktenbasierten Erkenntnisse sein müssen, die darüber bestimmen, wie wir künftig mit Schutzmitteln umgehen können und umgehen wollen.

Guhl Bernhard · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion BD

Zuerst möchte ich dem Bundesrat danken, dass er die Motion der UREK-NR zur Annahme beantragt und damit verspricht, die Forschung im Bereich der Bienen und des Bienensterbens voranzutreiben, und dass er auch der Motion 13.3367 der WBK-NR, also den Massnahmen zur Reduktion der Risiken für die Bienen, zustimmt.

Frau Pieren hat bei der Erläuterung zur Begründung des Minderheitsantrages erwähnt, dass es keinen Nachweis dafür gebe, dass zwischen den Winterverlusten und den Pestiziden ein Zusammenhang besteht. Das ist direkt gesehen richtig: Die hauptsächlichen Winterverluste basieren auf den Varroamilben. Es ist jedoch so, wie ich eingangs in meinem Votum als Kommissionssprecher erläutert habe, dass die Bienenvölker durch vergiftete Bienen im Verlauf des Sommers geschwächt werden und dass schwache Völker, die eingewintert werden, nachweislich den Winter eher nicht überleben. Es ist also durchaus ganz logisch, dass Pflanzenschutzmittel einen Einfluss haben. Aber wie gesagt: Wir haben die Motion der UREK, die da die Forschung vorantreiben will. Im Rat sind wir uns alle einig, dass man die Forschung vorantreiben muss. Sie müssen jedoch einfach wissen: Imker, die durch eine Krankheit oder eine Vergiftung sämtliche Völker in ihrem Bienenhaus verlieren, sind oft so frustriert, dass sie dann aufhören zu imkern. Die Schweizer Imkerei, das müssen Sie hier drin einfach wissen, basiert hauptsächlich auf Hobby-Imkerei. Wir haben nun dank dem Film "More than Honey" wohl einen Zuwachs bei den Bienenkursen in den Imkervereinen. Das sehe ich jedoch als einen kurzlebigen Trend an; das ist nichts Nachhaltiges. Ein langjähriger Imker aber, der alle seine Völker verloren hat, hört vielleicht auf zu imkern. Wenn dann zu viele Imker aufhören, ist das sehr schlecht für unsere Landwirtschaft.

Frau Pieren hat noch gesagt, dass die Motion 13.3367 quasi ein Verbot der Pflanzenschutzmittel verlange, und auch Herr Parmelin hat gesagt, dass sie quasi in ein Verbot münden würde. Das ist nicht richtig: Die Motion 13.3367 verlangt ganz klar eine Reduktion der Risiken und einen reduzierten Einsatz und kein einziges Verbot.

Walter Müller ist dann in seiner Frage auf die Karotten eingegangen. Hier möchte ich erwähnen, dass das Bundesamt für Landwirtschaft derzeit für zwei Jahre drei Neonicotinoide zur Behandlung von Raps und Mais sistiert hat; es ist einzig die Motion 13.3368, die dann Deltamethrin noch zusätzlich verbieten möchte. Dass es Alternativen gibt - das war ja die Frage -, zeigt eigentlich der Biolandbau. Es gibt Biokarotten, die können Sie, werte Anwesende, hier draussen essen.

Zu guter Letzt möchte ich sagen, dass vielfach erwähnt wurde, dass der Nachweis fehle. Da möchte ich Sie fragen: Müssen wir wirklich warten, bis der letzte Beweis da ist und allenfalls schon zu viele Völker eingegangen sind? Tun wir nicht gut daran, eher vorsichtig zu sein und die Pestizide zu reduzieren, zu verbieten oder einmal für zwei Jahre zu sistieren und zu schauen, wie die Auswirkungen sind, bevor wir dann letztendlich keine Bienenvölker mehr haben? Der Schaden wäre viel grösser, weil der Bestäubungswert der Bienen riesig ist, viel grösser als die Gewinne durch den Verkauf von Pflanzenschutzmitteln.

Pieren Nadja · Mit-F · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Herr Nationalrat, Sie sagten in Ihrem Votum, dass es immer weniger Imker und immer weniger Bienen gebe. Wie erklären Sie sich die Aussage, welche kürzlich im "Tages-Anzeiger" gemacht wurde, dass es in Zürich immer mehr Imker und immer mehr Bienen gebe?

Guhl Bernhard · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion BD

Ich schätze es persönlich so ein, dass es ein momentaner Trend aufgrund des Films "More than Honey" ist. Dieser Film hat sehr viele Leute zu den Imkervereinen getrieben - das habe ich gerade vorhin noch erwähnt. Ich erachte das jedoch nicht als nachhaltig, denn ich wage zu behaupten, dass viele Leute, die nun denken: "Ja, wir haben ein Bienensterben, ich möchte mich da einsetzen, juchhe!", den Aufwand für die Bienen als Imker massiv unterschätzen. Wenn sie als Imker tätig sind und z. B. nur zehn Bienenvölker haben, müssen sie mit über 140 Stunden im Jahr rechnen. Der Aufwand wird vermutlich von vielen Leuten unterschätzt. Mag sein, dass der derzeitige Trend noch anhält, aber ich denke, dass er sich schon bald wieder abschwächen wird.

Müller Walter · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · FDP-Liberale Fraktion

Herr Guhl, ich glaube, die Sorge um die Bienen teilen wir. Ist Ihnen bekannt, dass im Berggebiet genau die gleichen Probleme bestehen, obwohl dort weit und breit keine solchen Mittel eingesetzt werden, wie Sie sie jetzt verbieten wollen?

Guhl Bernhard · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion BD

Mir ist völlig klar, dass das Bienensterben verschiedene Ursachen hat. Die Varroamilben, die in den Achtzigerjahren aus dem südostasiatischen Raum in die Schweiz eingeschleppt wurden, bilden einen bedeutenden Faktor. Es ist richtig, dass in den Berggebieten weniger Ackerbau betrieben wird und dass dadurch weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Ich erhoffe mir von der Ausweitung der Forschung am Zentrum für Bienenforschung in Liebefeld, dass wir viel mehr über die wirklichen Zusammenhänge erfahren und dass wir Zahlen erhalten, die belegen, welches die Einflüsse der Varroamilben und welches die Einflüsse von Pflanzenschutzmitteln sind.

Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion

Pour compléter la réponse à la question de Madame Pieren, je rappelle que durant la Deuxième Guerre mondiale, il y avait 340 000 colonies d'abeilles et qu'en 2002, selon une réponse du Conseil fédéral, il n'en restait plus que 200 000, et durant l'hiver 2011/12, on en a perdu 100 000. Donc clairement, le nombre d'abeilles diminue. Pour ce qui est des apiculteurs, je ne connais pas les statistiques.

Madame Pieren a aussi dit qu'aucune étude scientifique n'avait montré de problème avec les abeilles. Je n'ai pas fait une étude de littérature complète, mais de nombreuses études ont été réalisées, entre autres par l'INRA et l'Autorité européenne de sécurité des aliments, qui montrent qu'il y a de gros doutes. Je citerai par exemple une étude publiée dans la revue "Science" de mars 2012, par une équipe de chercheurs français qui a mis en évidence le rôle des néonicotinoïdes dans le déclin des abeilles, non pas pour toxicité directe, mais parce qu'ils perturbent leur orientation et leur capacité à retrouver la ruche.

Sur le site de l'OFAG, il existe une liste de près de 400 insecticides. Il ne s'agit bien entendu pas de tous les interdire, mais uniquement de suspendre quatre molécules dont l'une, le fipronil - je vous le rappelle -, n'est déjà plus utilisée en Suisse et est même interdite en France depuis 2004.

Les abeilles pollinisent à elles seules plus de 80 pour cent des principales plantes utilisées comme source de nourriture dans les pays industrialisés. Leur travail représente un apport économique estimé à 260 millions de francs en Suisse, et même à 265 milliards de francs dans le monde.

Einstein aurait dit que quatre ans après la disparition des abeilles, l'homme disparaîtrait. Alors, est-ce qu'un tel enjeu ne vaudrait pas une application du principe de précaution et la suspension des pesticides problématiques pour les abeilles, le temps que nous en sachions un petit peu plus?

Dès lors, la majorité de la commission vous demande de bien vouloir soutenir les deux motions 13.3367 et 13.3368 et de donner suite le moment venu à la pétition 12.2069, afin de donner une chance supplémentaire à nos abeilles et, de facto, à nous, êtres humains, complètement dépendants de ces butineuses.

Graf Maya · P-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion

13.3372

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Die Kommission und der Bundesrat beantragen die Annahme der Motion.

Angenommen - Adopté

Abstimmung

13.3367

Antrag der Mehrheit

Annahme der Motion

Antrag der Minderheit

(Pieren, Derder, Herzog, Keller Peter, Mörgeli, Müri, Schilliger, Schneider-Schneiter, Wasserfallen)

Ablehnung der Motion

Proposition de la majorité

Adopter la motion

Proposition de la minorité

(Pieren, Derder, Herzog, Keller Peter, Mörgeli, Müri, Schilliger, Schneider-Schneiter, Wasserfallen)

Rejeter la motion

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt, die Motion anzunehmen.

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 145 Stimmen

Dagegen ... 41 Stimmen

Abstimmung

13.3368

Antrag der Mehrheit

Annahme der Motion

Antrag der Minderheit

(Pieren, Derder, Herzog, Keller Peter, Mörgeli, Müri, Schilliger, Schneider-Schneiter, Wasserfallen)

Ablehnung der Motion

Proposition de la majorité

Adopter la motion

Proposition de la minorité

(Pieren, Derder, Herzog, Keller Peter, Mörgeli, Müri, Schilliger, Schneider-Schneiter, Wasserfallen)

Rejeter la motion

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 85 Stimmen

Dagegen ... 99 Stimmen

Präsidentin (Graf Maya, Präsidentin): Herr Corrado Pardini feiert heute seinen Geburtstag, und wir gratulieren ihm ganz herzlich! Ich wünsche ihm einen schönen Tag und alles Gute zum Geburtstag. (Beifall)