Parliamentary business: CC. Modification (17.065)

17.065

CC. Modification

Wasserfallen Flavia · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste

BO 2018 N 1391Die vorliegende Änderung des Zivilgesetzbuches geht auf die Motion Caroni 13.4037, "Unbürokratisches Jawort", zurück. Diese wurde zumindest im ersten Punkt 2015 vom Nationalrat und 2016 vom Ständerat angenommen. Die Abschaffung der Trauzeugen - auch das eine Forderung dieser Motion - hat es aber nicht über die parlamentarische Hürde geschafft und ist somit nicht Gegenstand dieses Geschäfts.

Um was geht es? Es geht im Wesentlichen um eine kleine Vereinfachung des Ehevorbereitungsverfahrens, wie es im ZGB ab Artikel 97 geregelt ist. Dieses Verfahren läuft so ab: Die Verlobten stellen das Gesuch um Durchführung des Ehevorbereitungsverfahrens beim zuständigen Zivilstandsamt. Sie müssen persönlich zu einem Ehevorbereitungsgespräch erscheinen. Das Zivilstandsamt stellt die Identität der Verlobten fest, prüft, ob die Ehevoraussetzungen wie Volljährigkeit gegeben sind, ob eine Zwangsehe vorliegt oder ob der Verdacht auf eine Scheinehe gegeben ist. Wenn alles in Ordnung ist, die Voraussetzungen also erfüllt sind, erhalten die Verlobten schriftlich eine Bestätigung, die Ehe eingehen zu können. Ab diesem Zeitpunkt dürfen sie nach frühestens zehn Tagen und spätestens nach drei Monaten die Ehe schliessen.

Diese Sperrfrist von zehn Tagen ist eigentlich ein Relikt aus alten Zeiten, als noch die Mitwirkung von Dritten vorgesehen war. Sie stammt nämlich noch aus der Zeit vor dem Jahr 2000, als das Verkündverfahren angewendet wurde. Das bedeutete, dass ein Ehegesuch in den Heimat- und Wohnorten der Verlobten veröffentlicht wurde, öffentlich angeschlagen oder in den Amtsblättern abgedruckt, damit die Bevölkerung innerhalb von zehn Tagen Ehehindernisgründe melden konnte. Dieses Verkündverfahren kennen wir heute nicht mehr, und auch die Mitwirkung Dritter ist nicht mehr vorgesehen. Somit hat die Zehntagefrist, diese Mitwirkungsfrist, keine Funktion mehr.

Es ist wichtig zu betonen, dass das Vorbereitungsverfahren weiterhin wie bisher abläuft. Es wird nicht geschwächt. So bleibt die Dreimonatefrist bestehen. Wenn diese ungenutzt verstreicht, müssen die Heiratswilligen ein neues Verfahren durchlaufen. Die Abschaffung der Zehntagefrist führt zudem nicht zu Blitzhochzeiten à la Las Vegas, wie das schon moniert worden ist.

Auf eine Vernehmlassung wurde angesichts der doch eher geringen Tragweite dieser Änderung verzichtet. Angehört wurden lediglich die kantonalen Aufsichtsbehörden im Zivilstandswesen. Diese haben wiederum den Schweizerischen Verband für Zivilstandswesen einbezogen. Die Angehörten begrüssten die Änderung.

Ihre Kommission hat diese Änderung des Zivilgesetzbuches in Artikel 99 Absatz 2 und in Artikel 100 am 5. Juli 2018 beraten und ihr mit 13 zu 9 Stimmen bei 2 Enthaltungen zugestimmt. Sie hat dann in der Folge auch die genannte Motion Caroni einstimmig abgeschrieben.

Ich bitte Sie im Namen der Kommission für Rechtsfragen, dieser Änderung zuzustimmen.

Matter Thomas · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Frau Kollegin Wasserfallen, Sie haben gesagt, dass es zur Vorbereitung der Ehe ein Gespräch gebe und dass dort die Identität festgestellt werde. Heisst BO 2018 N 1392 das, dass ein Sans-Papiers dann in der Schweiz nicht heiraten kann?

Wasserfallen Flavia · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste

Herr Matter, wir haben diese Frage so nicht diskutiert. Aber es ist klar, dass bei den Heiratswilligen die Prozedur schon so abläuft, dass die Identität festgestellt wird. Das Alter, 18 Jahre müssen ja gegeben sein, muss geprüft werden und die Frage, ob schon eine Ehe besteht. Wenn hier irgendwelche Gründe dagegensprechen, können die Heiratswilligen diese Ehe nicht eingehen. Ich denke, auch die Identität, wie sie hier festgeschrieben ist, ist ein wichtiges Kriterium, und das bleibt auch so erhalten.

Bauer Philippe · Mit-M · Conseil national · Neuchâtel · Groupe libéral-radical

Pour mémoire, Monsieur Caroni a déposé, le 2 décembre 2013, la motion 13.4037 "Se dire oui pour la vie sans bureaucratie". Il proposait deux choses. Premièrement, la suppression du délai de dix jours entre la communication de la fin de la procédure préparatoire du mariage et la célébration de celui-ci - article 100 du Code civil - tout en maintenant le délai de trois mois prévus pour célébrer le mariage. Deuxièmement, la suppression de l'obligation de présenter deux témoins - article 102 du Code civil - pour pouvoir se marier.

Notre conseil a accepté cette motion en 2014. En 2016, le Conseil des Etats n'a accepté que la première partie de la motion, à savoir la suppression du délai de dix jours. C'est cette version qui vous est proposée aujourd'hui.

Vous vous souviendrez qu'en 1998 est entrée en vigueur une modification du Code civil visant la suppression de la publication des mariages dans les communes et que, dès lors, le délai de dix jours est resté comme un délai historique, un délai de réflexion. Aujourd'hui, ce délai n'a, de l'avis de la commission, plus d'utilité, et il convient de le supprimer. Je rappellerai que la procédure préparatoire, telle que la prescrit le Code civil, n'est en aucun cas modifiée. Il appartiendra toujours à l'officier d'état civil de contrôler l'identité des fiancés, de contrôler si ceux-ci ne sont pas mariés ailleurs, d'éviter aussi, dans la mesure du possible, les mariages blancs, ainsi que, et c'est important, les mariages forcés, et de contrôler les empêchements qui pourraient exister.

Ce sujet de la suppression du délai de dix jours est d'importance mineure. Il est très technique, et c'est pour cela qu'il n'y a pas eu de consultation publique, comme cela se fait habituellement pour les modifications du Code civil. Néanmoins, les deux associations compétentes en matière d'état civil se sont déclarées favorables à cette modification.

La Commission des affaires juridiques du Conseil des Etats a accepté cette modification à l'unanimité. Le Conseil des Etats l'a également acceptée, à l'unanimité des membres présents.

Dans la commission de notre conseil, deux sujets ont suscité quelques discussions. Le premier concernait la question de savoir si ce délai de dix jours avait une utilité pour permettre à des fiancés, qui seraient arrivés au bout de la procédure préparatoire, de se poser encore des questions quant au fait de savoir s'ils voulaient, ou non, se marier. Notre commission est parvenue à la conclusion que c'était aujourd'hui inutile. Il n'y a pour ainsi dire jamais de problème en la matière. Une autre question, par contre, a suscité un tout petit peu plus de discussion au sein de la commission: est-ce que le délai de trois mois est toujours opportun? On le sait, aujourd'hui, les fiancés préparent leur mariage longtemps à l'avance et on pourrait se retrouver dans la situation où, finalement, deux personnes ayant décidé de se marier, auraient organisé leur mariage - réservé une salle, la musique et tout ce qui va avec - et devraient ensuite lancer la procédure avec le risque que celle-ci se termine par un échec. Néanmoins, là aussi, la commission a estimé qu'on pouvait renoncer à discuter, aujourd'hui en tout cas, de cette question.

C'est pour ces raisons que les 5 et 6 juillet 2018, la commission a pris la décision, par 13 voix contre 9 et 2 abstentions, d'entrer en matière, et, avec le même résultat, d'accepter le projet de loi sans que des propositions de minorité soient déposées. Elle vous remercie de la suivre aujourd'hui.

Sommaruga Simonetta · BR-F · Conseil fédéral · Berne

Wer heute heiraten will, muss oder darf zuerst ein Vorbereitungsverfahren durchlaufen. Nachher muss man noch zehn Tage warten, bis man dann tatsächlich an den Altar treten darf respektive im Zivilstandsamt vortraben kann. Die Motion Caroni möchte diese zehntägige Wartefrist abschaffen. Am Vorbereitungsverfahren hingegen wird nichts geändert, denn in diesem Vorbereitungsverfahren erfolgen auch alle Prüfaufgaben. Es geht darum, dass die aktuellen Personenstandsdaten im Personenstandsregister aufgenommen werden. Es wird überprüft, ob keine Ehehindernisse vorliegen. Ausländische Verlobte müssen ihren rechtmässigen Aufenthalt in der Schweiz nachweisen, und wenn der Verdacht aufkommen sollte, es könne sich um eine Scheinehe oder um eine Zwangsehe handeln, dann werden noch vertiefte Abklärungen getroffen, damit eben auch Schein- und Zwangsehen ausgeschlossen bleiben. Wie lange dieses Vorbereitungsverfahren dauert, kann je nach Konstellation etwas unterschiedlich sein. Wenn dieses Vorbereitungsverfahren dann mal abgeschlossen und alles in Ordnung ist, wird den Verlobten schriftlich mitgeteilt, dass sie jetzt heiraten können. Mit dieser Mitteilung ist das Vorbereitungsverfahren abgeschlossen. Rein rechtlich steht dann einer Eheschliessung nichts mehr im Wege - wie gesagt, einzig abgesehen von der Wartefrist, und diese soll mit der vorliegenden Revision abgeschafft werden.

Ich bitte Sie, diesen Antrag Ihrer Kommission zu unterstützen. Es spricht wirklich nichts dagegen. Ein bisschen weniger Bürokratie, eine Formvorschrift weniger: Wenn Sie heiraten wollen, dann können Sie das jetzt ein bisschen schneller tun.

Schwander Pirmin · Mit-M · Conseil national · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Frau Bundesrätin, per 1. Januar 2000 wurde das Verkündverfahren aufgehoben und die Zehntagefrist belassen. Braucht es nicht eine Ersatzlösung, um Scheinehen tatsächlich und konkret zu verhindern?

Sommaruga Simonetta · BR-F · Conseil fédéral · Berne

Herr Nationalrat Schwander, ich denke, das Wichtigste ist, dass diese Prüfaufgaben seriös gemacht werden, dass sich, wie ich gesagt habe, wenn Hinweise, Vermutungen auf eine Scheinehe oder eine Zwangsehe bestehen, die Behörden wirklich auch die Zeit nehmen, um diese Überprüfung zu machen; da haben sie auch keine Vorgaben. Deshalb habe ich vorhin gesagt, diese Vorbereitungsverfahren könnten unterschiedlich lange dauern. Da sollen die zuständigen Behörden nicht unter Druck gesetzt werden. Aber wenn das dann mal abgeschlossen ist und diese Prüfung vorgenommen wurde, dann gibt es wirklich keinen Grund mehr, einfach noch zehn Tage anzuhängen.

de Buman Dominique · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe PDC

L'entrée en matière est décidée sans opposition

Schweizerisches Zivilgesetzbuch

Code civil suisse

Discussion par article

Titre et préambule, ch. I, II

Proposition de la commission

Adhérer à la décision du Conseil des Etats

Adopté

Vote

Vote sur l'ensemble

GroupYesNoAbst.
Groupe de l'Union démocratique du Centre15 (25 %)43 (73 %)1 (2 %)
Groupe socialiste36 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe libéral-radical28 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe PDC27 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe des VERT-E-S12 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe vert'libéral6 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Groupe bourgeois-démocratique5 (100 %)0 (0 %)0 (0 %)
Total129 (75 %)43 (25 %)1 (1 %)

Yes: Adopt the draft
No: Reject the draft

Roll call

BO 2018 N 1393Abschreibung - Classement

Proposition du Conseil fédéral

Classer les interventions parlementaires

selon lettre aux Chambres fédérales

Adopté

de Buman Dominique · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe PDC

Le président (de Buman Dominique, président): L'objet est prêt pour le vote final.