17.3952

Zweisprachige Signalisation auf Autobahnen ermöglichen

Stöckli Hans · P-M · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Präsident (Stöckli Hans, Präsident): Es liegt ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Die Kommission beantragt mit 7 zu 0 Stimmen bei 5 Enthaltungen, die Motion anzunehmen. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Salzmann Werner · Mit-M · Ständerat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Die Motion Bühler 17.3952 fordert eine zweisprachige Signalisation von Autobahnanschlüssen bei Ortschaften, in denen die kleinere Sprachgruppe wenigstens 30 Prozent der Bevölkerung umfasst. Der Nationalrat hat die Motion entgegen dem Antrag des Bundesrates am 19. September 2019 mit 149 zu 39 Stimmen angenommen.

Um was geht es genau? Es geht um die zweisprachige Beschilderung, konkret um Verzweigungstafeln und Wegweisungen auf Nationalstrassen. In Artikel 49 der Signalisationsverordnung ist bereits vorgesehen, dass Ortstafeln grundsätzlich in der Sprache angeschrieben werden sollen, die in der Region gesprochen wird. Wenn es mehrere Sprachen sind und der Anteil der Sprachminderheit höher als 30 Prozent ist, soll man die Tafeln zweisprachig anschreiben. Das Gebot besteht also bereits, allerdings nur für Ortstafeln und nicht für Autobahnen. Für Autobahnen gibt es die "Weisungen über die Wegweisung bei Anschlüssen und Namen der Verzweigungen auf Autobahnen und Autostrassen". Darin war die Regel der Signalisationsverordnung so nicht vorgesehen. Der Motionär fordert nun, dass man es auch bei Autobahnen so macht.

Mittlerweile hat das Departement die UVEK-Verordnung angepasst und die Tafeln bei der Ortsumfahrung Biel - welche der eigentliche Aufhänger für diese Motion war - ausgewechselt. In der Kommission haben die Befürworter der Motion diese Massnahme in Biel positiv beurteilt. Erstaunt war man jedoch etwas darüber, dass sie erst nach dem Departementswechsel möglich war. Am Schluss war es gemäss dem ASTRA eine pragmatische Entscheidung der neuen UVEK-Chefin, dass die Weisung angepasst wurde. Nun steht noch der Ausbau des Bieler Westastes der A5 bevor. Es ist davon auszugehen, dass auch dieser Knoten angepasst werden muss. Gemäss dem ASTRA wäre der Bieler Westast durch die UVEK-Verordnung abgedeckt, und die 30-Prozent-Regel gilt ja jetzt auch schweizweit.

Aufgrund der Situation, dass es aber doch von der UVEK-Leitung abhängt, ob die Anpassung gemacht wird oder nicht, es also eine Art Vertrauensfrage ist, was in der Verordnung steht und was nicht, beantragt Ihnen Ihre Kommission mit 7 zu 0 Stimmen bei 5 Enthaltungen, der Motion zuzustimmen und damit ein positives Zeichen gegenüber den Sprachminderheiten und den Sprachregionen in der Schweiz zu setzen.

Maret Marianne · Mit-F · Ständerat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Je ne vais pas revenir sur les arguments qu'a évoqués le rapporteur. C'est non seulement en qualité de membre de la commission mais également d'habitante d'un canton bilingue que je vous prie de soutenir cette motion.

Cette demande peut paraître anecdotique aux yeux de certains, mais pour les habitants des lieux concernés, elle est pleine de sens. Dans notre Parlement, à l'instar des parlements cantonaux concernés, on ne cesse de marteler que le bilinguisme est une force et qu'il doit être soutenu, voire mis en valeur. J'en veux pour preuve les interventions à ce sujet qui foisonnent. Cela doit être concrétisé dans les actes, c'est une question de cohérence. Le bilinguisme ne simplifie pas la vie des autorités concernées, certes, mais il doit clairement être considéré comme une chance, quand bien même cela doit bousculer certaines habitudes.

La mise en oeuvre de la motion Bühler n'exige pas de moyens financiers ou logistiques démesurés. De surcroît, il n'y a que quelques lieux dans notre pays qui sont concernés. Il n'en demeure pas moins que pour les habitants de ces sites, le geste est important.

Der Respekt gegenüber den Minderheiten ist immer ein Thema, um das wir uns kümmern müssen. Die sprachlichen Minderheiten sind auch Minderheiten, auf die wir achten müssen. Es ist wichtig, dass wir den rechten Platz für sie finden - auch auf den Autobahnen.

Bauer Philippe · Mit-M · Ständerat · Neuenburg · FDP-Liberale Fraktion

Je ne vais effectivement pas non plus m'engager dans un combat de minorité, et uniquement francophone, mais malgré tout, entre Neuchâtel et Berne, nous avons Ins/Anet et Kerzers/Chiètres. Je pense que c'est faire un pas vis-à-vis de la minorité francophone, et de la minorité italophone peut-être aussi, que d'accepter cette motion.

Vous savez, quand j'étais la semaine dernière dans le train et que j'ai entendu en partant de Berne "Kerzers-Ins-Neuenburg", je dois dire que cela m'a fait mal, et cela m'a conforté dans l'idée qu'on doit continuer d'appeler Neuchâtel "Neuchâtel", et donc, parallélisme des formes oblige, qu'on puisse aussi avoir une signalisation en deux langues sur les autoroutes.

Gapany Johanna · Mit-F · Ständerat · Freiburg · FDP-Liberale Fraktion

Notre diversité en étonne plus d'un, peu la critiquent, beaucoup la jalousent, à raison, parce que non seulement nous vivons dans un pays dont la grandeur se caractérise non par la minceur des épluchures - comme le chantait Brel -, mais par ses multiples langues, cultures et coutumes. En plus, nous avons appris à cohabiter et à nous respecter.

Le respect commence par la considération, par la reconnaissance. Alors, en théorie, je rejoins le Conseil fédéral. D'une part, ce n'est pas pratique: deux noms prennent de la place. D'autre part, cela pourrait porter à confusion. Mais plutôt que de penser à la taille du panneau, rappelons-nous ce qui fait la grandeur de notre pays: sa diversité et notre capacité à cohabiter.

Nous avons d'excellentes raisons de proposer les deux langues pour les régions bilingues qui répondent aux conditions mentionnées, c'est-à-dire lorsqu'elles sont bilingues et que la minorité linguistique représente plus de 30 pour cent de la population. Plus qu'une question de taille de panneau, c'est une question d'appartenance, de reconnaissance qui nous est posée. Quand vous êtes Romand, vous habitez Fribourg; quand vous êtes Alémanique, vous habitez Freiburg. La langue est bien davantage qu'une expression orale; elle est l'expression de notre culture.

Alors nous vendons notre diversité, notre stabilité, construite aussi sur cette formidable capacité à parler plusieurs langues - pour certains du moins - et à cohabiter avec des cultures différentes. Cette diversité est l'une de nos forces. Et si indiquer notre richesse linguistique sur les panneaux d'autoroute pose la question de leur taille, elle devrait plutôt rappeler la grandeur d'un pays dans lequel les minorités ont aussi leur place.

Sommaruga Simonetta · BPR-F · Bundesrat · Bern

Wir sind uns einig, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass bei mehrsprachigen Ortschaften ein Wegweiser in zwei Sprachen angeschrieben ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da jemand dagegen ist. Wir sind uns auch einig, was die Voraussetzungen sind, damit die zweisprachige Anschrift erfolgt. Da habe ich auch niemanden gehört, der es in Zweifel zieht, dass der kleinere Teil, der die andere Sprache spricht, mindestens 30 Prozent ausmachen muss. Es gibt keine Differenzen. Wenn Sie jetzt dem Bundesrat folgen, dann ändern Sie daran nichts. Das bleibt eine Selbstverständlichkeit.

Das Einzige, bei dem wir jetzt allenfalls noch eine Differenz haben, ist die Frage, wo man das regelt. Wir sprechen hier ausschliesslich von den Nationalstrassen, weil nur dieser Bereich in der Bundeskompetenz ist. Nur dort entscheidet der Bundesrat, wie Wegweiser und allenfalls auch Ergänzungen angeschrieben sind. Jetzt ist die Frage, ob man das in der UVEK-Weisung regelt, wie ich es gemacht habe - mit dem Vorteil übrigens, das hat der Sprecher auch gesagt, dass das sehr schnell möglich war -, oder ob man es jetzt noch in der Verordnung regelt. Das ist der einzige Unterschied. Wo regeln wir das? Der Bundesrat kommt zum Schluss, dass es so, wie es heute geregelt ist - also in dieser UVEK-Weisung -, am richtigen Ort ist, weil die Weisungsempfängerin ausschliesslich das ASTRA ist. Es ist nicht eine Verordnung, die sich an irgendwelche Akteure oder Empfänger wendet, sondern es ist ausschliesslich eine Weisung an das ASTRA, weil am Schluss nur das ASTRA die Weisung empfängt und dann auch ausführen muss. Wir sind der Meinung, dass eine Weisung genügt. Jemand hat gesagt, dass man diese dann auch schnell wieder ändern könne. Entschuldigung, man kann höchstens fragen, warum es so lange gedauert hat, bis man das einführte. Ich weiss nicht, was in diesem Land passieren müsste, damit man das wieder ändern und sagen würde: "In zweisprachigen Gemeinden mit einem Minderheitsanteil von mindestens 30 Prozent ändern wir jetzt die Beschriftung. Es gilt wieder nur die Mehrheitssprache."

In diesem Sinne: Sie sind doch sonst immer gegen Bürokratie, Sie möchten schlanke Abläufe. Wir haben es gemacht. Wir haben es am richtigen Ort gemacht. Wir haben es schnell gemacht. Es wendet sich ausschliesslich ans ASTRA. Niemand hat im Sinn, so etwas wieder zu ändern.

Sie können schon darauf beharren, dass das jetzt auch noch in die Verordnung kommt, aber das ändert rein gar nichts, es gibt uns einfach ein bisschen mehr Aufwand. Eines möchte ich aber betonen: Wenn Sie heute dem Bundesrat folgen, ist das materiell keine Änderung. Ich habe es heute nochmals gesagt und bestätige es hier, dass wir der Meinung sind, dass diese Weisung richtig ist und gilt, und deshalb haben wir sie auch umgesetzt.

Sie entscheiden - aber das Materielle scheint mir manchmal wichtiger als das Formale.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 28 Stimmen

Dagegen ... 8 Stimmen

(2 Enthaltungen)

Stöckli Hans · P-M · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion

Präsident (Stöckli Hans, Präsident): Das ist ein Auftrag an den Bundesrat. Wir sind gespannt, wie er ihn erfüllen wird. Es wird die Frau Bundespräsidentin freuen, wenn sie diesen Auftrag erfüllen kann, und die Bevölkerung von Biel wird auch sehr dankbar sein.