21.3715

Impulsprogramm zur Prävention von Gewalt im Alter mit Fokus auf Betreuung

Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion

Antrag der Mehrheit

Annahme der Motion

Antrag der Minderheit

(Stark, Michel Matthias, Müller Damian, Salzmann, Würth)

Ablehnung der Motion

Proposition de la majorité

Adopter la motion

Proposition de la minorité

(Stark, Michel Matthias, Müller Damian, Salzmann, Würth)

Rejeter la motion

Präsidentin (Herzog Eva, Präsidentin): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Crevoisier Crelier Mathilde · Mit-F · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion

Réunie le 23 janvier 2024, votre commission a examiné la motion 21.3715, "Programme d'impulsion pour prévenir la violence sur les personnes âgées", déposée en juin 2021 par notre ancienne collègue du Conseil national, Ida Glanzmann-Hunkeler et adoptée par le Conseil national en 2023, par 126 voix contre 59 et 3 abstentions. Le Conseil fédéral propose pour sa part de rejeter la motion.

Cette motion charge le Conseil fédéral de mettre sur pied un programme d'impulsion pour prévenir la violence sur les personnes âgées, qui concerne 300 000 à 500 000 personnes en Suisse chaque année. Elle se fonde sur le rapport donnant suite au postulat 15.3945, "Prévenir la violence sur les personnes âgées", mais aussi sur les résultats du programme de promotion de l'Office fédéral de la santé publique (OFSP), "Offres visant à décharger les proches aidants 2017-2020", et sur le rapport de l'Office fédéral des assurances sociales (OFAS), "Organisation de l'aide à la vieillesse dans les cantons". Le rapport en réponse au postulat établissait plusieurs lacunes dans le domaine de la violence exercée sur les personnes âgées et concluait à l'insuffisance des efforts actuels. Il formulait également des recommandations afin d'améliorer l'offre, notamment sur le plan qualitatif, mais aussi les connaissances sur le phénomène et la coordination entre les parties.

En 2020, à la suite de la publication du rapport, le Conseil fédéral avait avancé, je cite: "Considérant l'ampleur du problème [...] et constatant que les mesures existantes sont insuffisantes, disparates ou trop peu spécifiques [...], il a chargé le Département fédéral de l'intérieur (DFI) de se concerter avec les cantons [...] sur la nécessité d'un éventuel programme d'impulsion." Les discussions ont abouti à un concept de programme qui a été approuvé par les cantons, dont les coûts étaient évalués entre 500 000 et 1 million de francs par an. Toutefois, le DFI a annoncé fin 2022 qu'il suspendait les travaux, jugeant que la compétence première résidait du côté des cantons et invoquant la situation financière de la Confédération. Néanmoins, vu l'ampleur du problème, du risque que celui-ci s'accentue à l'avenir avec le vieillissement de la population et des lacunes reconnues tant par les spécialistes du domaine que par le Conseil fédéral, la majorité de la commission estime qu'un programme d'impulsion à l'échelon fédéral est indispensable.

En effet, si la responsabilité première incombe effectivement aux cantons, les principaux besoins établis, tels que la coordination entre les différents acteurs et actrices du domaine ou la collecte de données, appellent une vue d'ensemble et une action concertée à l'échelon fédéral. La majorité de la commission relève également que les activités de la Confédération, par exemple dans le cadre de la mise en oeuvre de la Convention d'Istanbul contre les violences à l'égard des femmes et de la violence domestique, ne couvrent que partiellement la question de la violence dont sont victimes les personnes âgées, notamment car elle ne touche pas aux soins et à la prise en charge de ces dernières.

Un soutien ciblé de la prévention spécifique de la violence à l'encontre des personnes âgées reste donc nécessaire. Dès lors, la commission souhaite la reprise des travaux menés par le DFI et des discussions avec les cantons. La minorité de la commission, qui sera détaillée par notre collègue Stark, invite le conseil à rejeter la motion Glanzmann-Hunkeler Ida, car elle estime que des mesures de lutte contre la violence exercée sur les personnes âgées existent déjà, et surtout que ce sont les cantons et les communes qui doivent agir en la matière. De son point de vue, le soutien apporté par la Confédération dans le cadre plus large des mesures de lutte contre les violences domestiques est suffisant.

Vu l'ampleur nationale du problème que constitue la violence contre les personnes âgées, les lacunes reconnues et, à l'instar des cantons, des villes et de nombreuses associations du domaine, la commission de votre conseil souhaite donc que le Conseil fédéral remette l'ouvrage sur le métier et vous invite donc à adopter la motion.

Stark Jakob · Mit-M · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Gewalt im Alter, insbesondere auch im Zusammenhang mit fragilen hilfs- und pflegebedürftigen älteren Menschen, ist ein wichtiges und ein sehr ernst zu nehmendes Thema. Die Frage ist, welche Rolle der Bund in diesem Themenfeld spielen soll. Die vorliegende Motion möchte ein grosses Impulsprogramm auslösen, um Misshandlungen von alten Personen zu vermeiden, die oft auf die Überlastung von Angehörigen, Fachpersonen und des Pflege- und Betreuungspersonals zurückzuführen sind.

Man kann grundsätzlich ein Fragezeichen dahinter setzen, ob ein Impulsprogramm zur Wissensvermittlung, Angebotskoordination, Qualitätssteigerung sowie zu einem nationalen Aktionsplan viel bringen wird oder ob die eingesetzten finanziellen Mittel nicht sinnvoller in anderer Weise für die betroffenen Menschen eingesetzt werden müssten. Entscheidend für die Ablehnung der Motion ist für die Minderheit jedoch, dass der Bund gemäss Verfassung nur subsidiär für diesen Themenbereich zuständig ist und die Kantone im Lead sind. Trotzdem war der Bund bereit, zusammen mit den Kantonen ein Impulsprogramm mit einer Kostenaufteilung von je 50 Prozent umzusetzen, ganz ähnlich wie von der Motionärin vorgeschlagen.

Was war die Antwort der gemäss Verfassung hauptsächlich zuständigen Kantone? Ja, sehr gerne machen wir mit - aber nur, wenn der Bund alle Kosten trägt. Das war die Antwort der Kantone.

Es ist sehr verständlich, dass der Bundesrat die Motion vor diesem Hintergrund ablehnt. Als Grund für die Ablehnung der Motion darf auch erwähnt werden, dass doch etliche private Organisationen seit Jahren im Bereich der Bekämpfung von Gewalt im Alter tätig sind. Zudem möchte ich auch auf die ausgebauten Aktivitäten gegen häusliche Gewalt generell hinweisen. Es macht durchaus Sinn, dass die Gewalt im Alter als Teilgebiet der häuslichen Gewalt gesehen, thematisiert und bekämpft wird. Also sollte auch hier besser integriert als separiert werden.

Insgesamt komme ich deshalb zum Schluss, dass es richtig ist, die Gewaltprävention im Alter nicht zur primären Aufgabe und zur primären Kompetenz des Bundes zu machen, sondern dieses Thema viel mehr und verstärkt in die bestehenden Programme gegen die häusliche Gewalt zu integrieren, an denen ja der Bund auch beteiligt ist. Ich erinnere an die Roadmap gegen häusliche Gewalt vom 30. April 2021 und an den laufenden Nationalen Aktionsplan 2022-2026 zur Umsetzung des Übereinkommens des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention), die ausdrücklich alle Zielgruppen von Gewalt berücksichtigt, unabhängig vom Alter.

Im Namen der Minderheit empfehle ich Ihnen deshalb, dem Antrag des Bundesrates zu folgen und die Motion abzulehnen.

Graf Maya · Mit-F · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion

Ich bitte Sie, der Mehrheit zu folgen und die Motion heute anzunehmen. Auch der Nationalrat hat ihr mit sehr grosser Mehrheit zugestimmt, damit Bund, Kantone und Gemeinden gemeinsam und koordiniert aktiv werden können.

Gewalt, Misshandlungen und Vernachlässigung im Alter sind nach wie vor ein Tabu, aber leider häufig. Sie passieren oft nicht aus bösem Willen, sondern aus Überforderung und Überlastung sowohl bei Angehörigen wie bei Fach- und Pflegepersonen. Der Bericht des Bundesrates vom 18. September 2020, "Gewalt im Alter verhindern", zeigt auf, dass der Handlungsbedarf gross ist. Der Bericht schätzt, dass pro Jahr zwischen 300 000 und 500 000 Menschen über 60 Jahren Opfer von Gewalt werden. Die Dunkelziffer ist hoch, das Reden darüber und das Aktivwerden leider noch gering und das Handeln dringend.

Gewalt im Alter wird seit rund dreissig Jahren als gesellschaftliches Problem und als Verletzung der Grundrechte anerkannt, dies auch international. Ein Impulsprogramm zur Prävention von Gewalt im Alter ist also dringend nötig. Es wird durch die demografische Entwicklung noch wichtiger, dies auch deshalb, weil wir mit einem Fachkräftemangel im Pflege- und Betreuungssektor kämpfen. Mit einem Impuls des Bundes können Massnahmen für Sensibilisierungsarbeiten, der Einbezug von Forschungsergebnissen und vor allem eine bessere Koordination zwischen Kantonen, Gemeinden und Fachverbänden realisiert werden. Die Betroffenen, d. h. ältere, betagte Menschen, und ihre Angehörigen müssen gezielter und besser unterstützt werden. Bestehende Angebote müssen vernetzt und fehlende Angebote müssen unbedingt ausgearbeitet werden.

Der Aktionsplan zur Umsetzung des Übereinkommens des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) - wir haben hier schon etliche Male darüber gesprochen - ist sehr wichtig, reicht aber für dieses Anliegen nicht aus, und er ist in diesem Zusammenhang auch nicht adäquat.

Ich möchte Sie daher bitten, dieser Motion für ein Impulsprogramm zur Prävention von Gewalt im Alter zuzustimmen und dem Bundesrat respektive dem EDI den Auftrag zu geben, die Arbeiten mit den Kantonen doch wieder aufzunehmen. Denn die Arbeiten für ein solches Konzept, für ein gemeinsames Impulsprogramm, sind ja bereits im Jahr 2020 aufgenommen und mit einer Delegation der Konferenz der Kantonsregierungen bis Ende 2022 auch erfolgreich vorangebracht worden. Die im Konzeptentwurf vorgesehenen Kosten von 500 000 bis 1 Million Franken dürfen doch nicht der Grund sein, dieses wichtige und dringende Anliegen für Präventionsmassnahmen gegen Gewalt im Alter nicht anzugehen. Dringenden Handlungsbedarf rund um diese Altersfragen sehen übrigens auch die Fachorganisationen, die uns besorgt angeschrieben haben.

Stocker Simon · Mit-M · Ständerat · Schaffhausen · Sozialdemokratische Fraktion

Das ist mein erstes Votum - und dann gleich zu einem Thema, das mich nicht nur beruflich, sondern vor allem auch persönlich sehr beschäftigt. Ich habe hier eine Interessenbindung, die ich offenlegen kann: Ich arbeite für Gerontologie Schweiz. Ich habe also durchaus einen Überblick über die Alterslandschaft in ganz vielen Kantonen und Organisationen. Ich kenne vor allem auch sehr viele Geschichten von Betroffenen. Diese Geschichten lassen aufhorchen. Sie haben die Zahlen gehört: Wir reden von Tausenden von Betroffenen in Institutionen und im privaten Bereich.

Sie kennen bestimmt auch viele ältere Personen: Es ist eine Generation von älteren Menschen, die sich keine Hilfe holt. Oft sind es Menschen, die Probleme noch selber lösen, was zwar hehr ist, aber leider auch dazu führt, dass sie die nötigen Hilfestellungen nicht in Anspruch nehmen.

Der Bericht in Erfüllung des Postulates Glanzmann 15.3945 lässt mich schon etwas aufhorchen. Darin heisst es beispielsweise, es gebe genug Strategien und Massnahmen auf Ebene des Bundes, diese zielten jedoch nicht primär auf die ältere Bevölkerung und deren Bedürfnisse ab. Das ist eine unschöne erste Feststellung.

Eine zweite Feststellung ist: Die heutigen Bemühungen reichen nicht aus, und ausserdem gibt es spürbare Unterschiede in den Kantonen. Es gebe also grosse Lücken und ein grosses Verbesserungspotenzial.

Eine dritte Feststellung ist, dass die heutigen Wirksamkeitsbedingungen der Angebote und die Koordination der Akteure ungenügend sind. Eben das ist der Ausgangspunkt für das Impulsprogramm. Die Sozialpolitik fällt nämlich eigentlich in die Zuständigkeit der Kantone - da gebe ich Ihnen auch recht, Herr Kollege Stark, das ist so -, aber das Format eines Impulsprogramms hat in der Eidgenossenschaft grosse Anerkennung; damit hat man Erfahrung.

Das Impulsprogramm zu diesem Thema soll den gemeinsamen konzeptionellen Rahmen bilden, also diese Wissens- und Wirksamkeitsgrundlage herstellen, von der gesprochen wird. Es soll die Strukturen der Zusammenarbeit besser definieren; ich komme nochmals darauf zurück, weshalb das wichtig ist. Zudem soll es fundiertes Wissen und Beispiele bereitstellen - auch wieder, um das Thema "Wirksamkeit" zu verbessern -, und es stellt Informationen für die Sensibilisierung zur Verfügung. Im Rahmen dieses Impulsprogramms sollen die Akteure und Kantone innerhalb ihrer politischen Zuständigkeit letztlich auch finanzielle Mittel sprechen. Der Bund steckt also den Rahmen ab und koordiniert, worauf die Kantone im Rahmen von Massnahmen die entsprechenden Gelder ausgeben. Ich glaube, das ist eine bewährte Aufgabenteilung und in diesem Thema, bei dem in der Eidgenossenschaft ein Kuddelmuddel herrscht, durchaus wünschenswert.

Es wurde gesagt, dass das Thema über die Programme gegen häusliche Gewalt abgehandelt werden soll. Wenn man sich beispielsweise die Zahlen der Opferhilfe Schweiz anschaut, sieht man: Im Jahr 2022 wurden 46 500 Opferberatungen durchgeführt. Darunter waren nicht einmal 2000 Personen über 64 Jahre alt. Das sind 0,04 Prozent, das ist also sozusagen ein Klacks. Die Programme gegen häusliche Gewalt sind vermutlich nicht das richtige Mittel.

Eine zweite Auffassung ist, dass man das Thema über die Istanbul-Konvention lösen kann. Ich kann Ihnen sagen: In diesem Alterssektor haben Sie bewährte Akteure, Sie haben bewährte Gremien, die Altersheime sind zuständig, die Pro-Senectute-Geschäftsstellen sind zuständig - Sie haben einen Stamm an Organisationen, die sich kennen und vernetzen. Sie können nicht sachfremd die Istanbul-Konvention und ihre Akteure über dieses Altersthema stülpen. Sie sprechen damit die falschen Personen an und wählen ein Instrument, das zwar im Rahmen der Istanbul-Konvention seine Wirksamkeit erzielt, doch im Alterssektor haben Sie andere Akteure.

Das Impulsprogramm hat zu einer Vernetzung geführt. Ich finde, diesen fahrenden Zug sollten wir jetzt nicht aufhalten. Stattdessen sollten wir mit Bewährtem fortfahren, den Empfehlungen nun Folge leisten und als Ständerat mitunter ein Zeichen dahin gehend setzen, dass wir diesem Teil der Bevölkerung, diesem vulnerablen Teil der Bevölkerung fortan in dieser Form Aufmerksamkeit schenken. In anderen, finanziellen Themen machen wir das sehr intensiv. Jetzt können wir hier ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir auch den schwächeren Personen in der Gesellschaft unsere Aufmerksamkeit schenken.

Ich bitte Sie deshalb, auf die Motion einzutreten und ihr zuzustimmen.

Michel Matthias · Mit-M · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion

Ganz kurz noch ein unterstützendes Votum für die starke Minderheit: Wenn Sie im schriftlichen Bericht die Erwägungen der Kommission lesen, sehen Sie, dass zwei Gründe vorgebracht werden. Klammerbemerkung: Dass Handlungsbedarf besteht, bestreite ich nicht; wie Kollege Stark gesagt hat, ist mehr die Frage, wer hier hauptsächlich zuständig ist - und die Hauptzuständigkeit der Kantone kann man nicht in Abrede stellen.

Erstens steht im schriftlichen Bericht, es sei über die Finanzierung keine Einigung erzielt worden. Zweitens heisst es, die Kommissionsmehrheit wolle, dass die Arbeiten des EDI wieder aufgenommen werden, um die Koordination mit den Kantonen sicherzustellen.

Wenn mit den Kantonen bezüglich Finanzierung keine Einigkeit herrscht und es einfach einen Impuls braucht, um wieder mit den Kantonen zu sprechen, glaube ich nicht, dass eine Motion notwendig ist. Die Motion schafft für den Bund eine neue Zusatzaufgabe in einem finanzpolitischen Umfeld, in welchem wir dem Bund nicht unbedingt mehr Finanzierungslast aufbürden wollen. Es gibt wahrscheinlich Dutzende von Bereichen, wo man dieselbe Begründung vorbringen und sagen könnte, es brauche einen Impuls vom Bund, damit man sich mit den Kantonen einigt. Das alleine reicht mir einfach nicht.

Der Bundesrat hat in seiner Stellungnahme erklärt, die Gespräche mit den Kantonen würden wieder aufgenommen, und zwar unabhängig von dieser Motion. Ich finde, mit einer Motion würden wir hier überschiessen. Die Kommission könnte auch ein Brieflein an den Bundesrat schreiben und ihr Anliegen auf diese Weise ausdrücken. Deshalb unterstütze ich die Minderheit.

Maret Marianne · Mit-F · Ständerat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Les motifs pour soutenir cette motion sur le fond ont été largement et très bien évoqués, je n'y reviendrai pas. Le problème auquel a été confrontée la commission est lié naturellement au problème du financement et uniquement à cela, puisque l'on sait que tous les acteurs, à savoir la Confédération et les cantons, étaient unanimes pour avancer dans le sens qui est requis par la motion. Néanmoins, les travaux ont cessé parce que les cantons refusent de financer cette campagne et attendent que la Confédération le fasse. A mon sens, tous les champs des possibles n'ont pas été explorés. Je suis convaincue qu'il y a encore matière à agir et possibilité d'avancer - je fais confiance à Mme la conseillère fédérale.

Je pense en particulier à un modèle de financement que l'on connaît déjà et qui veut que, lorsque la Confédération finance ou cofinance une prestation, le canton la finance, de manière paritaire en général. Je pense que l'on pourrait éventuellement, si la motion était acceptée, s'acheminer dans ce sens-là, ce qui ne serait pas une obligation pour les cantons, mais une incitation.

Cela me permet de rebondir sur les propos de notre collègue Matthias Michel, qui vient de dire qu'il n'y a pas nécessité de soutenir une motion pour aller dans ce sens. Personnellement, je pense le contraire; je pense que si nous ne donnons pas un signal très fort pour lutter contre ce fléau qu'est la violence à l'encontre des personnes âgées, ce projet n'aboutira pas.

C'est pourquoi, chers et chères collègues, je souhaiterais que vous souteniez cette motion.

Würth Benedikt · Mit-M · Ständerat · St. Gallen · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Mit Blick auf die Bundesfinanzen möchte ich das Gesagte nur kurz um das ergänzen, was noch nicht gesagt wurde: Sie haben auch von den Beschlüssen des Bundesrates Kenntnis genommen, wonach er nun eine Aufgaben- und Subventionsüberprüfung machen will. Sie können sich wahrscheinlich vorstellen, dass im Rahmen einer solchen Überprüfung in erster Priorität Aufgabenbereiche, bei denen der Bund gar nicht zuständig ist, in den Fokus geraten. Hier geht es genau um einen solchen Aufgabenbereich: Prävention von Gewalt im Alter ist Sache der Kantone. In diesem Umfeld sollte der Ständerat nicht Vorstösse annehmen, die bei der erstbesten Aufgabenüberprüfung wieder kassiert werden müssen.

Ich bitte Sie, hier mit Blick auf die Subsidiarität und mit Blick auf die Aufgabenteilung - die wichtig ist, um die Bundesfinanzen zu sanieren - einfach kohärent zu bleiben. Ich bitte Sie, der Minderheit zu folgen.

Crevoisier Crelier Mathilde · Mit-F · Ständerat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion

Je me permettrai de prendre position sur certaines affirmations de mes collègues Stark et Matthias Michel. On a parlé d'un grand programme d'impulsion. Je rappelle que les coûts sont évalués à 500 000 francs. Ils pourraient atteindre 1 million de francs. Ces montants ne sont pas ceux des objets que nous avons traités par exemple ce matin. Ces montants sont sans commune mesure avec ceux se chiffrant en dizaines voire en centaines de millions de francs, que nous sommes habitués à traiter en temps normal.

Je rappelle que les problèmes de violence engendrent eux aussi des coûts, qui ne sont pas encore chiffrés parce que l'on constate justement un manque de données dans le domaine. Ce manque pourrait aussi être en partie comblé par un programme d'impulsion. Celui-ci pourrait donc également répondre aux coûts générés par la violence en général et la violence sur les personnes âgées en particulier.

On a beaucoup parlé de violence domestique. C'est vrai que la minorité a insisté sur les efforts faits dans le cadre de la mise en oeuvre de la Convention d'Istanbul. Par contre, on n'a pas du tout parlé de la violence institutionnelle. Malheureusement, ce volet est une réalité assez peu connue. On sait aussi que les victimes ont du mal à parler. Ce qui est sûr, c'est que 300 000 à 500 000 personnes seraient concernées - ce sont les chiffres qui ont pu être établis. Mais il faut aussi rappeler que les statistiques sont incomplètes. Un facteur de honte, voire de culpabilité, auxquelles les victimes sont parfois en proie, les empêchent de signaler les maltraitances dont elles font l'objet.

En ce qui concerne la violence institutionnelle, les activités mises en oeuvre par la Confédération sont encore lacunaires par rapport aux besoins constatés dans le rapport.

Le problème est donc avéré; les lacunes sont reconnues. Un programme a déjà été élaboré, et il a été accepté par les cantons par l'entremise de la Conférence des gouvernements cantonaux (CdC), également par la Conférence des directrices et directeurs cantonaux des affaires sociales (CDAS), par la Conférence suisse des directrices et directeurs cantonaux de la santé (CDS) et par la Conférence des directrices et directeurs des départements cantonaux de justice et police (CCDJP). Les villes l'acceptent aussi, ainsi que les multiples organisations du domaine - vous avez tous et toutes reçu ce courrier -, notamment Pro Senectute, Curaviva, les aides et les soins à domicile. Il y a donc un large consensus en faveur de ce programme d'impulsion, parce qu'en définitive il ne s'agit pas que d'argent.

Il y a une nécessité d'agir sur le plan national, parce que c'est pertinent, tout simplement, parce qu'on a besoin de cette vue d'ensemble nationale pour récolter les données nécessaires, pour éviter les doublons aussi. Il s'agit également d'une question d'efficience; il s'agit de prendre de la hauteur, un peu de recul et d'avoir quelque chose de cohérent, qui soit un peu uniformisé à l'échelon national.

Dans ce contexte, il est donc absolument pertinent que, en tant que membres du Parlement fédéral, nous admettions que la Confédération a aussi une responsabilité. Cette problématique sociale est générale; elle nous concerne toutes et tous et pourrait s'accentuer, malheureusement, avec le vieillissement de la population.

J'ajouterai peut-être encore quelques mots par rapport aux réponses actuelles. Les mesures sont éclatées. Cela a été relevé par notre collègue: il vaudrait mieux que les mesures soient décentralisées. Je m'inscris en faux contre cette affirmation. C'est justement en réunissant, par exemple au sein d'un plan d'action national, les mesures, les acteurs et actrices, les données et les connaissances que l'on peut obtenir et opposer une réponse efficace, concertée et économiquement pertinente.

Pour toutes ces raisons, je vous invite, encore une fois, à suivre la majorité de la commission.

Chassot Isabelle · Mit-F · Ständerat · Freiburg · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Je sais qu'il n'est pas courant de prendre encore la parole à la suite de la rapportrice de commission, mais j'aimerais faire état d'un malaise qui, en commission, a eu pour conséquence que je me suis abstenue alors que, sur le fond, je pense qu'il y a nécessité d'agir - cela a déjà été indiqué de manière forte par plusieurs intervenants. Si je souhaite faire part de mon malaise, c'est que cela me paraît utile pour de futurs travaux que la Confédération devrait mener avec les cantons.

Il faut effectivement se rappeler que le dossier que nous avons sur la table est, en fait, la suite d'un rapport qui avait été sollicité par un postulat dans lequel le besoin d'agir dans ce domaine-là avait été relevé, ainsi que différentes pistes de réflexion.

Le rapport du Conseil fédéral de mai 2023 que nous avons eu dans le dossier indique assez clairement que les cantons ont donné leur accord pour travailler sur un programme national commun. Je dis bien un programme national, pas un programme fédéral. Il mentionne, et je cite ce rapport: "la Conférence des gouvernements cantonaux (CdC) a constitué une délégation des secrétariats généraux des conférences des directeurs intéressées par la problématique (CDAS, CDS, CCDJP et Conférence en matière de protection des mineurs et des adultes)". Puis il rapporte l'élément suivant: "La discussion au sein du groupe de travail a abouti à un concept de programme assorti de variantes quant à l'organisation et au financement. Ce concept a été soumis en juillet 2022 à la Conférence des gouvernements cantonaux pour une prise de position de principe sur le soutien à un tel programme. La CdC a communiqué le 24 octobre 2022 la réponse de son comité, favorable au programme d'impulsion esquissé, pour autant que le financement du programme incombe à la Confédération".

Mon conseil à l'égard des autorités fédérales serait, pour le prochain rapport d'un groupe de travail, de d'abord résoudre la question du financement avant de poser la question de fond, ce qui permettrait peut-être d'éviter que beaucoup de personnes passent du temps sur un dossier pour lequel, à la fin, il n'y a peut-être pas nécessairement de solution.

Pour moi, ce n'est manifestement pas une question de compétence qui pose problème dans ce dossier, mais bien une question de financement de l'opération. Je suis également d'avis que les cantons devraient pouvoir y participer, même partiellement. C'est pour cela que je me suis abstenue, puisqu'une proposition allant dans ce sens avait été rejetée en commission.

Gmür-Schönenberger Andrea · Mit-F · Ständerat · Luzern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Ich erlaube mir eine kurze Ergänzung zum Votum von Kollegin Chassot. Ich habe mich in der Kommission ebenfalls der Stimme enthalten. Ich habe dort den Antrag gestellt, dass die Kantone dieses Programm mitfinanzieren sollen. Leider wurde mein Antrag knapp abgelehnt.

Die Zuständigkeit wäre im Prinzip klar, da sind die Kantone im Lead. Es handelte sich aber um ein Abkommen zwischen Bund und Kantonen. Da bin ich einverstanden mit dem "fahrenden Zug"; den lässt man jetzt an die Wand fahren, die Mittel sind schon ausgegeben. Ich erwarte von den Kantonen wirklich, dass sie sich künftig, wenn sie bereit sind, bei solchen Programmen mitzumachen, darüber unterhalten, wer zuständig ist und ob ihr Beitrag auf eine reine Zusammenarbeit limitiert ist oder ob sie dafür nicht allenfalls doch finanzielle Mittel sprechen würden.

Ich werde der Motion jetzt zustimmen, einfach auch als Signal an die Kantone, dass von ihrer Seite künftig ganz klar von Beginn weg kommuniziert werden soll, ob sie bereit sind mitzufinanzieren. Wenn sie nicht dazu bereit sind, dann sollen sie dem Bund klar signalisieren, dass sie keine solchen Impulsprogramme wollen.

Binder-Keller Marianne · Mit-F · Ständerat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Zuerst meine Kritik im Anschluss an die vorangegangenen Voten: Ich finde auch, dass sich die Kantone hätten beteiligen sollen oder sich beteiligen sollten. Damit dies hier einmal deponiert ist: Dies wäre für künftige Projekte dieser Art, die in meinen Augen unglaublich wichtig sind, einfach eine Voraussetzung. Auf der anderen Seite muss ich sagen: Die Dringlichkeit ist einfach unbestritten. Es handelt sich hier um ein Alterssegment, das sich eben nicht zu Wort meldet oder sich zurückhält. Das Phänomen wird sich durch die zunehmende Lebenserwartung manifestieren, und ich meine, in diesem Sinne kann man und werde ich dieses Impulsprogramm jetzt für einmal auch unterstützen - aber, wie gesagt, nicht ohne zu deponieren, dass ich der klaren Meinung bin, dass sich die Kantone, die sich sehr zustimmend verhalten haben, finanziell im Sinne einer Art Verbundsprogramm, das hier vollzogen wird, beteiligen sollten.

Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura

Le débat est passionnant parce que personne ne contestera la nécessité d'agir par rapport à un fléau, celui de la violence à l'encontre de la personne âgée, que ce soit sur le plan de sa vie privée et individuelle ou que ce soit en institution. Par contre, je prends note de tous les conseils qui me sont donnés, mais la réalité est que le programme d'impulsion est apprécié, que tout le monde applaudit en reconnaissant que c'est une superbe idée, mais que l'on ne veut pas payer. Bien sûr que le montant est modeste, mais j'ai d'autres dossiers, notamment celui concernant la Plateforme nationale contre la pauvreté, où l'on dit que c'est une bonne chose, mais que c'est la Confédération qui doit coordonner, que c'est la Confédération qui doit payer et que c'est la Confédération qui a la responsabilité de mettre en relief la problématique; et c'est là que le bât blesse. Tout a été fait avec transparence à l'automne 2020, cela a été relevé. Avec le rapport répondant au postulat 15.3945 Glanzmann-Hunkeler, le Conseil fédéral a mis en lumière un phénomène préoccupant de grande ampleur. Le Conseil fédéral avait aussi envisagé la possibilité d'un programme d'encouragement. Comme cela a été relevé, il a travaillé avec les cantons, qui étaient partenaires, mais à un moment donné s'est véritablement posée la question du financement.

Da keine Aufteilung der Kosten für den Betrieb des Programms zwischen Bund und Kantonen zustande kam, beschloss der Bundesrat schliesslich, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen. Seine Entscheidung beruhte jedoch auch und vor allem auf der Kenntnisnahme der inzwischen erfolgten Entwicklungen und der geplanten Aktivitäten.

Il est vrai que depuis 2022, la mise en oeuvre de la Convention d'Istanbul sur la prévention et la lutte contre la violence à l'égard des femmes et la violence domestique fournit un cadre d'action et des collaborations qui peuvent également bénéficier aux personnes âgées. Mais il est juste aussi que ces programmes ne sont pas ciblés sur la personne âgée. Par contre, des acteurs cantonaux et fédéraux, de même que des organisations de la société civile, se sont mis ensemble pour lancer des campagnes de sensibilisation. Je mentionne à titre d'exemple, en mars 2023, la campagne "Il n'est jamais trop tard pour demander de l'aide", en décembre 2023, une campagne sur le thème de la violence dans les couples âgés et, tout récemment, sur les médias sociaux, une campagne pour informer les personnes âgées sur l'aide aux victimes, parce qu'effectivement, il y a des mesures ciblées à prendre en considération.

Adossées au programme de sensibilisation, des améliorations concernent également des possibilités d'intervention. On est à bout touchant avec le numéro d'urgence central pour l'aide aux victimes, qui devrait être introduit d'ici le début de l'année 2025. Par ailleurs, une révision du code civil est en cours pour améliorer la protection des personnes ayant besoin d'aide, en étendant l'obligation d'aviser l'autorité à un cercle de professionnels élargi. Le message est prévu pour le premier semestre 2025.

Pour agir sur les facteurs de risque spécifiques, comme la vulnérabilité, la dépendance et l'isolement de la personne âgée, une bonne prise en charge des personnes âgées est nécessaire, et des réflexions sur ce thème sont en cours. Les aides financières aux organisations d'aide à la vieillesse offrent des possibilités d'action.

Le Conseil fédéral est conscient du fait que les avancées dans la lutte contre la violence domestique et la protection des victimes ne répondent pas à tous les besoins spécifiques des personnes âgées. Cela, à savoir les éléments de maltraitance ou de comportement inadéquat et de manque d'éthique dans les institutions, a également été mentionné par la présidente de la commission. A cet égard, il faut quand même dire qu'un programme national ne va pas suffire; c'est aussi une responsabilité des cantons, qui relève des autorisations données pour l'exploitation des institutions. Je dirais qu'il ne faut pas mettre dans le programme, qui ne devrait pas coûter cher, des intentions qui ne sont pas toutes réalistes ou réalisables.

Vu ce qui précède, et j'ai pris bonne note de tous les éléments, le Conseil fédéral vous propose de suivre la minorité de la commission et de rejeter ainsi la motion. Mais je dois aussi dire que je souhaite que les cantons entendent votre appel et soient sensibles au fait qu'on ne peut pas simplement indiquer que l'idée est bonne. Peut-être faut-il inverser la mécanique et se demander si, sur le principe, on est partenaire pour le financement et, ensuite, on travaille sur le projet; plutôt qu'avancer dans un projet et, au moment de le financer, indiquer qu'il n'y a aucune possibilité du côté des conférences et des cantons d'entrer en matière.

Je vous remercie de suivre la minorité de votre commission.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 21 Stimmen

Dagegen ... 19 Stimmen

(2 Enthaltungen)