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Neuartige Lebensmittel testen und bewilligen. Förderung der Innovation in der Schweiz
Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Präsidentin (Herzog Eva, Präsidentin): Es liegt ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Die Kommission und der Bundesrat beantragen, die Motion anzunehmen.
Gmür-Schönenberger Andrea · Mit-F · Ständerat · Luzern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Wer möchte beim Verzehr von Insekten, Grillen, irgendwelchen unbekannten exotischen Früchten oder auch Kunstfleisch, um nur einige Beispiele zu nennen, nicht sichergehen, dass er dadurch nicht vergiftet wird? Wir alle dürfen beruhigt sein. Sind diese sogenannten Novel Foods, diese neuartigen Lebensmittel, einmal zugelassen, geht mit Sicherheit keinerlei Gefahr von ihnen aus. Nur dauert der Bewilligungsprozess unglaublich lange und wirkt innovationshemmend.
Mit der Motion soll die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung so angepasst werden, dass neuartige Lebensmittel bereits vor der endgültigen Bewilligungserteilung getestet werden können. Es geht um Lebensmittel, die bisher nicht Teil unserer Ernährung waren. Sowohl in der EU als auch in der Schweiz gilt aus Sicherheitsgründen eine Bewilligungspflicht. Wir alle möchten ja gerne wissen, was wir essen.
Dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen werden im Rahmen des Bewilligungsverfahrens von den Lebensmittelunternehmen Dokumente zur Prüfung vorgelegt. Anschliessend wird ein Bewilligungsentscheid gefällt. Ein solcher Prozess kann je nach Qualität und Schwierigkeit des Dossiers viel Zeit in Anspruch nehmen, nämlich bis zu zwei Jahre. Seitens der Lebensmittelindustrie lohnt es sich also, sich eine solche Investition gut zu überlegen.
Bundesrat und Nationalrat empfehlen die Motion zur Annahme. Künftig sollen in einem streng kontrollierbaren Rahmen erste Tests gemacht werden, bevor das ganze Bewilligungsprozedere gestartet wird. Innovationspotenzial kann so frühzeitig abgeschätzt werden. Der Gesundheitsschutz und auch die Lebensmittelsicherheit werden dabei weiterhin prioritär behandelt. Es geht also nicht darum, dass zum Beispiel am Bahnhof im grossen Rahmen Insekten zur Degustation angeboten werden. Die Tests sollen in einem kleinen Rahmen, zum Beispiel innerhalb eines internen Firmenpanels, und kontrolliert erfolgen. Mittels Selbstkontrolle soll der Lebensmittelunternehmer dann zeigen, dass sein Produkt sicher ist.
2017 wurde das Lebensmittelgesetz revidiert. Bis zu jenem Jahr war jedes Lebensmittel verboten, welches nicht explizit in der Verordnung erwähnt war. Die heutige gesetzliche Regelung ist zwar flexibler, weil aber die Produkte, die mit dieser Motion geregelt werden sollen, bisher überhaupt nicht Teil der menschlichen Ernährung waren, ist es sinnvoll, für diese ein Pre-Market Approval zu machen. Firmen sollen so auch frühzeitig in Erfahrung bringen können, wie überzeugend ein Produkt sensorisch wirkt und ob es sich überhaupt lohnt, weitere Schritte zu unternehmen, wenn der Konsument allenfalls gar keine Lust auf das betreffende Produkt verspürt. Die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung kann so angepasst werden, dass mittels Selbstkontrolle die Lebensmittelsicherheit ausgewiesen werden muss und dann interne Tests durchgeführt werden können.
Ihre Kommission beantragt Ihnen mit 10 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der Motion zuzustimmen. Wie der Bundesrat und der Nationalrat ist auch Ihre WBK überzeugt, dass mit dieser frühzeitigen Testmöglichkeit fast schon neue Welten im Agrar- und Lebensmittelbereich eröffnet werden und unsere Innovationsfähigkeit nicht mehr unnötig gebremst wird.
Ich bitte Sie, der Motion zuzustimmen.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
Effectivement, les nouvelles sortes de denrées alimentaires sont soumises à autorisation et les dispositions juridiques les concernant sont strictes - et c'est bien ainsi. Ces aliments ne sont autorisés qu'à la suite d'une procédure d'évaluation par l'Office fédéral de la sécurité alimentaire et des affaires vétérinaires. Il s'agit de garantir un principe fondamental de la législation: seules les denrées alimentaires qui ne présentent aucun danger pour la santé des consommatrices et des consommateurs peuvent être mises sur le marché.
On ne peut que constater que le marché mondial des nouvelles denrées alimentaires est très dynamique, et que notre industrie alimentaire l'est également. Il est donc important d'adapter les conditions-cadres pour que la place économique suisse reste compétitive, tout en veillant à la protection de la santé.
Les tests sensoriels sont une nécessité pour l'industrie quand il s'agit de développer une nouvelle sorte de denrée alimentaire. En général, l'industrie effectue de la recherche fondamentale, et des tests toxicologiques doivent ensuite être effectués afin de s'assurer que les nouveaux aliments soient sûrs. Mais avant d'investir du temps et des montants financiers importants dans la procédure d'autorisation, l'industrie souhaite évaluer quels produits développés ont de réelles chances de succès auprès de futures consommatrices ou consommateurs. Il est donc avantageux pour elle de pouvoir effectuer des tests sensoriels de goût, d'odeur et de texture, mais ces derniers ne sont aujourd'hui pas autorisés dans notre pays.
Le Conseil fédéral est conscient de ce besoin et il est disposé à modifier le droit en la matière. Toutefois - et cela a été mentionné -, de tels tests ne devront être réalisés qu'auprès d'un cercle restreint de participants volontaires et informés, par exemple dans quelques entreprises du secteur.
Mais même pour de tels tests, le nouvel aliment doit être sûr. Ainsi, l'entreprise devra disposer des tests toxicologiques, ce qui évitera que les volontaires ne prennent des risques démesurés pour leur santé.
Le Conseil fédéral est donc prêt à élaborer, dans le cadre du prochain paquet d'ordonnances sur les denrées alimentaires, une proposition de réglementation afin de donner à l'industrie alimentaire suisse la marge de manoeuvre nécessaire pour innover et pour rester concurrentielle.
Cela dit, je souhaite préciser qu'il n'est pas possible de reprendre la réglementation qui prévalait en 2017, comme cela est demandé dans le développement de la motion. En effet, entre-temps, le système d'autorisation de ces nouveaux aliments a évolué: il a été remanié et harmonisé avec l'Union européenne.
En conclusion, le Conseil fédéral vous recommande de suivre le Conseil national ainsi que la majorité de votre commission, et d'accepter la motion.
Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Angenommen - Adopté
Schluss der Sitzung um 11.55 Uhr
La séance est levée à 11 h 55