24.003
Compte d'Etat 2023
Nussbaumer Eric · P-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe socialiste
BO 2024 N 820Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Wir führen die allgemeine Aussprache und die Detailberatung in einer einzigen Debatte.
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Die Staatsrechnung 2023 schliesst mit Aufwendungen von rund 81 Milliarden Franken und mit Erträgen von 79,6 Milliarden Franken ab. Der Bund hatte also letztes Jahr ein negatives Finanzierungsergebnis im Umfang von 1,4 Milliarden Franken. In diesen Zahlen sind die ausserordentlichen Einnahmen und Ausgaben mit eingeschlossen. Stellt man allein die ordentlichen Einnahmen und Ausgaben einander gegenüber, beträgt das Defizit noch 672 Millionen Franken.
Prognostiziert war im Voranschlag 2023 ein deutlich schlechteres Resultat: Wir hatten uns auf ein negatives Ergebnis von mehr als 4,8 Milliarden Franken einstellen müssen. Dass das Resultat glimpflicher ausgefallen ist, hat weitgehend mit einer einzelnen Investitionsausgabe zu tun, die eben nicht getätigt werden musste: Im Budget hatten wir noch den Kreditrahmen für die Axpo Holding AG im Umfang von 4 Milliarden, der dann zum Glück nicht beansprucht wurde.
Schaut man alleine die ordentliche Rechnung an, sieht man: Sowohl Ausgaben als auch Einnahmen waren leicht tiefer als budgetiert, und das Nettoergebnis entspricht bis auf 12 Millionen Franken genau den Erwartungen. Insofern kann man von einer Punktlandung sprechen.
Unsere vier Subkommissionen der Finanzkommission schauten sich in der zweiten Aprilhälfte die Abschlüsse der Departemente und ihrer Ämter vertieft an. Übergreifende Themen, die verschiedentlich zu reden gaben, waren zum Beispiel die grossen Informatikvorhaben, die Stellenentwicklung und natürlich die unmittelbaren Auswirkungen der Krisen, welche wir letztes Jahr zu bewältigen hatten - zu nennen sind die Stichworte CS-Crash, Energieversorgung und die Folgen des Krieges - und die je nach Amt einen heftigeren oder sanfteren Einfluss hatten.
Wir konnten uns in der Summe davon überzeugen, dass die Departemente mit dem Geld sehr haushälterisch umgehen. Gegenüber dem Vorjahr wuchsen die Ausgaben zwar um 2,8 Prozent, was aber hauptsächlich stark gebundene Mittel betrifft, namentlich die Transfergelder an die Sozialversicherungen und an die Kantone. Die Eigenausgaben des Bundes gingen sogar um eine halbe Milliarde Franken zurück. Das dürfte in einem Jahr mit im langjährigen Vergleich doch mässiger Inflation bemerkenswert sein. Dass auf der anderen Seite die ordentlichen Einnahmen nicht ganz das erreichten, was wir budgetiert hatten, ist mit der fehlenden SNB-Ausschüttung zu erklären. Verglichen mit dem Vorjahresabschluss gingen nämlich ganze 7,1 Prozent mehr an ordentlichen Einnahmen ein. Es stiegen vor allem die Einnahmen aus der direkten Bundessteuer und aus der Verrechnungssteuer.
Die Eidgenössische Finanzkontrolle konnte uns in der Sitzung der Finanzkommission bestätigen, dass die Jahresrechnung den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Sie entspricht ebenfalls den Vorgaben zur Schuldenbremse, wie sie in Artikel 126 der Bundesverfassung verankert sind.
Wie erwähnt ist das Finanzierungsdefizit von 1,4 Milliarden Franken also mehrheitlich mit den ausserordentlichen Bewegungen erklärbar. Zwar hatte der Bund auf der einen Seite auch ausserordentliche Einnahmen im Umfang von 310 Millionen Franken. Aber auf der anderen Seite stehen die zusätzlichen 1,1 Milliarden Franken für die Schutzsuchenden aus der Ukraine; das sind Transfergelder an die Kantone. Auch hier hatten wir uns im Budget auf noch höhere Aufwände eingestellt; es ist glimpflicher abgelaufen. Dennoch ist es natürlich unvermeidlich: Der Ausgabenüberhang hat Einfluss auf das Amortisationskonto. Dessen Negativsaldo beträgt inzwischen 27 Milliarden Franken. Das ist immer noch zum grossen Teil die Folge der Corona-Zahlungen. Diese Schulden müssen wir mit Kreditresten und allfälligen Nationalbank-Ausschüttungen bis 2035, spätestens 2039, abtragen. Wie erwähnt und bekannt hat die SNB letztes Jahr nichts ausgeschüttet.
Der Jahresabschluss beeinflusst auch das Ausgleichskonto. Es muss um 1,4 Milliarden Franken gekürzt werden, umfasst aber immer noch 20 Milliarden.
Unser Rat befindet anschliessend über den Bundesbeschluss I über die Eidgenössische Staatsrechnung für das Jahr 2023. Darin enthalten sind Kreditüberschreitungen im Umfang von total 2251 Millionen Franken sowie die Bildung von Reserven im Umfang von 174 Millionen Franken. Die entsprechenden Zusammenstellungen und Tabellen haben in der Kommission zu keinen Diskussionen Anlass gegeben.
Weiter haben wir über die Rechnungen 2023 der beiden Fonds BIF und NAF zu befinden, das sind die Bundesbeschlüsse II und III. Die Finanzkommission empfiehlt Ihnen einstimmig die Annahme dieser beiden Fonds-Jahresabschlüsse.
Beim Bundesbeschluss I zur Eidgenössischen Staatsrechnung für das Jahr 2023 ist es dann vorbei mit der Einstimmigkeit. Eine deutliche Kommissionsmehrheit - das kann ich bereits jetzt sagen - empfiehlt Ihnen aber auch hier die Zustimmung. Eine Minderheit will die Staatsrechnung 2023 ablehnen. Sie begründet das damit, dass ihre Vertreterinnen und Vertreter anlässlich der Budgetberatung im Dezember 2022 diverse Anträge auf Verringerung von Ausgaben gestellt hatten. Weil diese Kürzungsanträge keine Mehrheit erreichten und weil die Warnungen eingetroffen seien, wonach der Jahresabschluss negativ sein könne, lehnt nun diese Minderheit den Bundesbeschluss I ab.
Giacometti Anna · Mit-F · Conseil national · Grisons · Groupe libéral-radical
Il 27 marzo 2024 il Consiglio federale ha adottato il messaggio concernente il consuntivo della Confederazione svizzera per il 2023 a mano del Parlamento. La Commissione delle finanze ha esaminato il consuntivo nelle sue quattro sottocommissioni e nelle riunioni plenarie.
La Commissione delle finanze ha preso atto del rapporto del Controllo federale delle finanze che raccomanda di approvare i conti annuali della Confederazione e dei due fondi FIF e Fostra.
La modifica della legge federale sulle finanze della Confederazione (LFC) che semplifica e ottimizza la gestione delle finanze pubbliche, è entrata in vigore il 1° gennaio 2022 ed è stata applicata per la prima volta nel preventivo 2023. Il consuntivo 2023 è quindi la prima chiusura dei conti secondo la nuova legislazione. Le novità principali riguardano la soppressione del conto di finanziamento come conto autonomo, una gestione delle finanze pubbliche improntata al principio della conformità temporale - la costituzione e lo scioglimento di accantonamenti e delimitazioni sottostanno ora al freno all'indebitamento - e una nuova definizione del debito netto. La modifica della LFC ha richiesto un BO 2024 N 821 adeguamento una tantum del conto di compensazione e del conto di ammortamento.
Per la seconda volta consecutiva e per la terza volta dal 2005, la Confederazione registra un deficit strutturale nel suo bilancio ordinario. Il consuntivo 2023 chiude con un deficit di finanziamento pari a 1,4 miliardi di franchi; questo significa che le entrate non sono bastate per finanziare le uscite e gli investimenti netti.
Circa la metà del deficit proviene dal bilancio ordinario e il resto da quello straordinario.
Il freno all'indebitamento limita le uscite ordinarie al livello delle entrate ordinarie, tenendo conto della situazione economica. Per il 2023 il freno all'indebitamento avrebbe consentito alle uscite di superare le entrate di 238 milioni di franchi, pari allo 0,3 per cento delle entrate ordinarie. Il deficit ordinario di finanziamento per il 2023 ammonta però a 672 milioni di franchi. I rimanenti 434 milioni di deficit sono pertanto di natura strutturale e vengono addebitati al conto di compensazione. Il saldo al 31 dicembre 2023 è di 20,043 miliardi di franchi.
Sul conto di ammortamento vengono addebitate le uscite e accreditate le entrate supplementari. A causa delle uscite legate alla pandemia di Covid-19, il conto di ammortamento presenta un saldo fortemente negativo. Il disavanzo del conto di ammortamento al 31 dicembre 2023 ammonta a 27,216 miliardi di franchi.
L'economia svizzera è cresciuta dell'1,3 per cento in termini reali e del 2,3 per cento in termini nominali registrando, in entrambi i casi, un andamento meno dinamico di quello ipotizzato nel preventivo. Il calo degli investimenti e la crescita negativa a livello mondiale hanno neutralizzato gli impulsi positivi generati dai consumi privati. Per contro, l'indice nazionale dei prezzi al consumo è aumentato più del previsto, attestandosi al 2,1 per cento.
Il debito netto è dato dal capitale di terzi al netto dei beni patrimoniali. Nel 2023 l'indebitamento netto è aumentato di 2,7 miliardi di franchi, attestandosi a 142 miliardi; questo è dovuto al deficit di finanziamento e a transazioni imputate direttamente al capitale proprio.
Nel 2023 sono state contabilizzate entrate pari a 79,6 miliardi di franchi, il che corrisponde a una progressione del 5,2 per cento rispetto all'esercizio 2022. Le entrate della Confederazione sono aumentate sensibilmente, nonostante la mancata distribuzione degli utili della Banca nazionale svizzera. L'incremento è riconducibile principalmente alle maggiori entrate dall'imposta federale diretta e dall'imposta preventiva. Il reddito fiscale dell'imposta sul valore aggiunto è aumentato di 0,6 miliardi di franchi. Nell'ambito dell'imposta federale diretta è aumentato soprattutto il gettito dell'imposta sull'utile delle persone giuridiche, più 2,2 miliardi di franchi. Per quanto riguarda l'imposta preventiva, il forte aumento è riconducibile alla correzione di alcune stime riguardanti gli anni precedenti.
Le entrate straordinarie ammontano a 310 milioni di franchi. La vendita di alcune unità operative di Ruag International Holding SA ha generato entrate straordinarie pari a 200 milioni di franchi. Altre entrate straordinarie derivano dai premi di rischio versati da Credit Suisse per i mutui a sostegno della liquidità, coperti da una garanzia della Confederazione.
Le uscite complessive della Confederazione nel 2023 ammontano a 81 miliardi di franchi, rimanendo quindi stabili rispetto all'anno precedente. Già per il quarto anno consecutivo è stato necessario far valere un fabbisogno finanziario eccezionale. Rispetto agli esercizi precedenti, caratterizzati dalle uscite legate alla pandemia, esso è però sensibilmente inferiore.
Le uscite ordinarie sono cresciute di 2,2 miliardi di franchi, dunque in maniera più marcata rispetto al PIL nominale pari al 2,3 per cento. Il contributo della Confederazione a favore della previdenza per la vecchiaia è aumentato di 459 milioni rispetto all'anno precedente, e quello destinato all'assicurazione per l'invalidità di 90 milioni di franchi. Sono aumentate anche le uscite per le riduzioni dei premi nell'assicurazione malattie e per le prestazioni complementari. Si osservano maggiori uscite per il settore della migrazione sebbene le uscite a favore delle persone provenienti dall'Ucraina siano state contabilizzate a titolo straordinario.
Le uscite legate alle finanze e alle imposte sono cresciute del 10 per cento, questo a causa dell'aumento dei tassi d'interesse e della partecipazione dei cantoni alle entrate dell'imposta federale diretta e dell'imposta preventiva. Infine, rispetto al 2022, la Confederazione ha speso 310 milioni di franchi in più per il Settore educazione e ricerca. Le uscite per le relazioni con l'estero e la cooperazione internazionale sono aumentate di 208 milioni di franchi, pari al 5,4 per cento.
Per quanto concerne le uscite straordinarie, i contributi ai cantoni per le persone in cerca di protezione provenienti dall'Ucraina ammontano a 1,1 miliardi di franchi. Il piano di salvataggio per il Settore energia elettrica di 4 miliardi di franchi è rimasto inutilizzato e ha quindi potuto essere revocato.
La vostra Commissione delle finanze propone, con 16 voti contro 8, di approvare il consuntivo 2023 e, all'unanimità, di approvare i conti speciali "Fondo per l'infrastruttura ferroviaria" e "Fondo per le strade nazionali e il traffico d'agglomerato". In tal modo segue la raccomandazione del Controllo federale delle finanze che, nel suo ruolo di revisore, si era espresso a favore dell'approvazione del conto annuale 2023 della Confederazione, dei sorpassi di credito per 2,25 miliardi di franchi e della costituzione di nuove riserve per 174 milioni di franchi.
Guggisberg Lars · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Der Bund schliesst 2023 mit einem Finanzierungsdefizit ab. Das bedeutet eine Neuverschuldung von 1,4 Milliarden Franken. Im ordentlichen Haushalt ist das Finanzierungsdefizit zum zweiten Mal hintereinander höher als konjunkturell zulässig.
Dieses schlechte Ergebnis ist mehr als ein Denkzettel. Ein immer höherer Schuldenberg, steigende Zinsen, ein unterdurchschnittliches Wachstum der Schweizer Wirtschaft, sinkende Einnahmen und ein ständiges Ausgabenwachstum: Das sind unüberhörbare Alarmsignale. Die SVP-Fraktion warnte in der Budgetdebatte 2023 mehrfach vor einem Defizit und stellte deshalb Anträge auf Kürzungen im Umfang von rund 1 Milliarde Franken, die bedauerlicherweise keine Mehrheiten fanden. Die Quittung liegt mit diesem schlechten Rechnungsergebnis jetzt auf dem Tisch.
Das alarmierende Ergebnis gibt mir Gelegenheit, im Hinblick auf kommende Budgetdebatten einige Grundsätze aus Sicht der SVP-Fraktion darzulegen. Ich beschränke mich vorderhand auf vier Handlungsfelder.
Erstens: Die Ausgewogenheit zwischen der Ausgabenlast des Bundes und der Kantone ist komplett aus dem Gleichgewicht geraten. Es braucht wieder mehr Ausgewogenheit. Der Bund wird zunehmend zu einer eierlegenden Wollmilchsau, die immer mehr liefern und an alles einen Beitrag leisten soll. Das funktioniert auf Dauer nicht. Viele Kantone schwimmen im Geld, währenddem der Bund grösste Mühe hat, sich über Wasser zu halten, und aufpassen muss, dass er nicht im Schuldenberg ertrinkt. Der Bund soll für immer mehr Bereiche bezahlen, für die klar die Kantone zuständig wären, beispielsweise für Kitas, den Regionalverkehr und die Regionalpolitik; dies, nachdem der Bund rund 85 Prozent der Corona-Last tragen musste und innert Kürze zusätzliche Schulden im Umfang von weit über 30 Milliarden Franken anhäufte. Dabei hat der Bund mit seinen eigenen Aufgaben längst genügend zu finanzieren, zum Beispiel die Ertüchtigung der Armee, damit insbesondere unsere jungen Armeeangehörigen mit einer anständigen Ausrüstung ausgebildet werden können.
In den Jahren 2021 und 2022 verrechneten sich die Kantone total um je rund 8 Milliarden Franken, im Jahr 2023 wiederum um fast 4 Milliarden Franken. Die meisten Kantone erzielten in den letzten Jahren auch ohne Ausschüttung von Nationalbankgeldern exorbitante Ertragsüberschüsse von mehreren hundert Millionen Franken. Diese Ergebnisse führen zu absurden Ideen: Der Kanton Genf hat 2023 einen Rekordüberschuss von 1,4 Milliarden Franken erzielt und plant nun einen Gratis-ÖV für Jugendliche bis 24 Jahre. Der Kanton Basel-Stadt hat auch beinahe eine halbe Milliarde Überschuss erzielt und spricht von der Einführung der 35-Stunden-Woche für seine Angestellten.
Ich komme zum zweiten Handlungsfeld. Wir müssen endlich den Fokus wieder vermehrt auf die Schweiz legen, auf BO 2024 N 822 unsere Bürgerinnen und Bürger. Die Schweizer Stimmbevölkerung hat mit ihrem Ja zur 13. AHV-Rente klar zum Ausdruck gebracht, dass sie das will. Das bedeutet im Umkehrschluss weniger Geld fürs Ausland. Durch die Halbierung der Ausgaben fürs Ausland bis 2033 - wir haben also neun Jahre Zeit - blieben im erwähnten Bereich nach wie vor rund 2 Milliarden Franken pro Jahr zur Unterstützung von Projekten im Ausland. Die Gelder für die Entwicklungshilfe sollten auf funktionierende Leuchtturmprojekte fokussiert werden. So könnten rund 2 Milliarden Franken eingesetzt werden zur Finanzierung der 13. AHV-Rente oder zur Ertüchtigung der Armee. Wir werden in dieser Session noch über eine entsprechende Motion Guggisberg abstimmen.
Die linke Ratsseite wird einmal mehr denken: Jetzt spricht er wieder nur von den Ausgaben! Das hat einen guten Grund, denn wir haben seit Jahrzehnten ein Ausgabenproblem. Aber es gibt sie tatsächlich, die Möglichkeiten, zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Damit komme ich zum dritten Handlungsfeld, zu zusätzlichen Einnahmequellen. Ich gebe zwei Beispiele dafür.
1. Die Studiengebühren: An den ETH Lausanne und Zürich studieren 60 bzw. 40 Prozent ausländische Staatsangehörige, wenn sie nicht gerade demonstrieren. Sie bezahlen eine lächerlich tiefe Studiengebühr von 1500 Franken pro Jahr. Schweizer Studierende hingegen bezahlen an qualitativ vergleichbaren Hochschulen im Ausland ein x-Faches. An der Technischen Universität München sind das bis zu 12 000 Euro pro Jahr, in Oxford kostet ein Jahr Studieren 42 000 Franken und in Stanford, USA, 60 000 Franken pro Jahr. Bereits eine sehr moderate Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende an Schweizer Universitäten würde unser Budget um 300 Millionen Franken entlasten.
2. Ein zweites Beispiel für zusätzliche Einnahmen ist, dies als Denkanstoss, der öffentliche Verkehr: Beim Regionalverkehr liegt der Kostendeckungsgrad bei lediglich 50 Prozent - von einer Berücksichtigung des Verursacherprinzips keine Spur. Zur Erinnerung: Strassenbenützende kommen für ihre Kosten vollumfänglich selber auf. Von den ungedeckten ÖV-Kosten von jährlich über 2 Milliarden Franken trägt der Bund 1,2 Milliarden Franken. Wenn man einen Deckungsgrad durch die Kundinnen und Kunden von 70 anstatt 50 Prozent fordern würde, was immer noch eine kräftige Subvention darstellte, könnte der Bund rund 0,5 Milliarden Franken einsparen.
Damit komme ich zum vierten und letzten Handlungsfeld, Sie ahnen es, zur bewährten Schuldenbremse. Ohne dieses Instrument der Selbstdisziplinierung hätten wir ein noch viel grösseres Schlamassel. Zum Glück gibt es die Schuldenbremse. Sie geniesst bei den Bürgerinnen und Bürgern einen riesigen Rückhalt, 85 Prozent der Stimmbevölkerung haben ihr zugestimmt. Deshalb ist die Schuldenbremse für uns nicht verhandelbar. Die SVP-Fraktion wird alles daransetzen, dass die Schuldenbremse nicht aufgeweicht oder gar ausgehebelt wird, damit unsere Kinder und Grosskinder sowie deren Nachkommen dereinst nicht unter unserer rücksichtslosen Ausgabenpolitik leiden müssen und damit wir auch künftig gewappnet sind für die Krisen, die kommen werden.
Ich komme zum Fazit: Es ist natürlich viel populärer, immer mehr zu fordern, immer mehr fremdes Geld auszugeben. Aber damit ziehen wir den Bürgerinnen und Bürgern nur immer mehr Geld aus der Tasche. Wir sollten nun endlich zur Vernunft kommen und bei den Ausgaben masshalten. Wir können und wollen als SVP-Fraktion die eingangs erwähnten unüberhörbaren Alarmsignale nicht einfach ignorieren. Wir werden die Staatsrechnung 2023 deshalb ablehnen. Wir wollen endlich unsere Verantwortung wahrnehmen, die Prioritäten richtig setzen und den Bundeshaushalt wieder ins Lot bringen. Wir danken Ihnen, wenn Sie uns dabei unterstützen.
Gredig Corina · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe vert'libéral
Wir haben es gehört: Zum zweiten Mal in Folge schreibt der Bund ein strukturelles Defizit. Das bedeutet also, dass der Bund mehr ausgegeben hat, als die Schuldenbremse bei der letztjährigen Konjunkturlage eigentlich erlaubt hätte. Einer der Gründe ist die wirtschaftliche Entwicklung. Sie verlief weniger dynamisch als eigentlich erwartet. Das BIP wuchs real um 1,3 Prozent statt der eigentlich erwarteten 1,9 Prozent. Gleichzeitig stieg die Teuerung stärker als angenommen, was die Binnennachfrage beeinträchtigte. Auch die Investitionen gingen aufgrund höherer Finanzierungskosten zurück. Einzig erfreulich war, dass die Arbeitslosenquote bei historisch tiefen 2 Prozent blieb.
Aber auch in diesem und in den kommenden Jahren sieht es nicht rosiger aus im Portemonnaie des Bundeshaushalts. Die Finanzlage ist so angespannt wie in den letzten zwanzig Jahren nicht mehr. Für die kommenden Jahre wird mit jährlichen Fehlbeträgen von 3 bis 4 Milliarden Franken gerechnet. Sollte das Volk im Juni der Prämien-Entlastungs-Initiative zustimmen, kommt nochmals ein hoher Milliardenbetrag hinzu. Da die Schuldenbremse solche strukturellen Defizite verbietet, müssen diese entweder durch höhere Steuern oder eben durch Ausgabenkürzungen beseitigt werden. So die momentane Ausgangslage.
Damit aber nicht genug - es wird noch schwieriger. Wir stehen gleichzeitig vor grossen langfristigen Herausforderungen, die eigentlich heute Investitionen erfordern, um zukünftig Probleme zu vermeiden. Da ist die kritische geopolitische Lage, welche Investitionen in die Sicherheit und Stabilität in der Schweiz und in Europa erfordert. Da ist der Klimawandel, der dringende Investitionen notwendig macht, und da ist auch die alternde Gesellschaft. Die Schweiz hat im internationalen Vergleich zwar eine sehr, sehr niedrige Staatsverschuldung, sie ist aber stark vom demografischem Wandel betroffen. Gerade der demografische Wandel führt zu viel höheren Kosten bei der Pflege und bei den Sozialwerken bei gleichzeitig weniger Erwerbstätigen. Diese ungelösten Finanzierungsprobleme, gerade in den Sozialwerken, müssten theoretisch auch zu den Schulden gezählt werden. Diese Schattenschulden hinterlassen wir derzeit ungelöst der nächsten Generation.
Zum Schluss möchte ich der ganzen Bundesverwaltung für die geleistete Arbeit danken. Die GLP-Fraktion beantragt, die Staatsrechnung 2023 zu genehmigen.
Andrey Gerhard · Mit-M · Conseil national · Fribourg · Groupe des VERT-E-S
En règle générale, le rituel d'approbation du compte d'Etat n'est pas une affaire particulièrement passionnante. Cependant, cette année - et ce sera probablement le cas pour les années à venir -, cela vaut la peine de l'examiner d'un peu plus près. Certes, il n'y a pas de grande surprise: si nous voyons le verre à moitié plein, le déficit est nettement plus faible que prévu. Malgré des temps difficiles, nous avons eu plus de peur que de mal. Je ne vais pas aborder les raisons en détail: elles ont déjà été expliquées.
Permettez-moi d'attirer l'attention sur quelques autres éléments. La nouvelle présentation des comptes est utile afin de nous donner une meilleure vue d'ensemble, car les finances de la Confédération sont complexes. Une présentation claire et compréhensible des comptes fédéraux est donc essentielle afin de renforcer la compréhension et, par là, la confiance dans les finances de l'Etat.
Il est évident que la croissance des dépenses concerne surtout les dépenses fortement liées. Ces dépenses ont toujours un impact important. Elles garantissent des prestations qui nous soulagent toutes et tous et sont, avec les infrastructures, la formation ou notre système de santé, nécessaires à une économie prospère. Ce serait donc une erreur de réduire ces dépenses de manière drastique. Nous ne devons pas non plus oublier que le changement climatique galopant, l'énorme perte de biodiversité et les bouleversements géopolitiques représentent non seulement des défis énormes, mais aussi des coûts.
Ces coûts sont inévitables et doivent être couverts. Il est donc nécessaire de mener une discussion honnête et sérieuse sur la manière dont nous pouvons contrebalancer ces dépenses par des recettes supplémentaires. Ce faisant, nous devrons toujours nous référer aux principes constitutionnels de la capacité économique individuelle. Une augmentation de la TVA, par exemple, qui toucherait surtout les moins fortunés, n'est pas la bonne solution. Nous devons au contraire rechercher des solutions justes et équilibrées.
C'est pourquoi nous, le groupe des Verts, saluons la reprise des débats sur la taxe sur les transactions financières ou encore l'impôt sur les successions. Ces mesures offrent la BO 2024 N 823 possibilité de parvenir à une répartition plus équitable de la charge fiscale, tout en garantissant les moyens nécessaires pour ces tâches urgentes. Il est de notre responsabilité d'agir de manière prévoyante et durable. Nous devons faire en sorte de relever les défis financiers sans perdre de vue la justice sociale. Travaillons ensemble à des solutions à la fois écologiques, économiques et socialement viables.
Le groupe des Verts soutiendra l'approbation du compte d'Etat 2023.
Funiciello Tamara · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste
Presenterò la mia presa di posizione del consuntivo di Stato in italiano per dare visibilità a questa bella lingua del nostro paese. Non ripeterò tutte le cifre già dette, ma metterò qualche accento.
Innanzitutto, il gruppo socialista desidera ringraziare i collaboratori e le collaboratrici dell'amministrazione federale, delle imprese della Confederazione e dei politecnici, così come il Consiglio federale per il grande lavoro che sta dietro al consuntivo di Stato 2023. Colgo inoltre l'occasione per sottolineare che la pressione sul personale federale continua a crescere, ma i salari no. I pacchetti di risparmio pianificati aumenterebbero significativamente la pressione.
In linea di principio è importante sottolineare che, guardando il consuntivo di Stato, i risultati sono ancora una volta migliori di quanto preventivato. Il deficit è stato infatti inferiore di circa mezzo miliardo di franchi a quanto annunciato. I preventivi pessimistici della Confederazione non servono a nessuno, poiché portano principalmente a misure di austerità in settori cruciali per la nostra società e al peggioramento delle condizioni di lavoro del personale federale.
Inoltre, contrariamente a quanto indicato dal Consiglio federale nel consuntivo 2023, riteniamo che esista effettivamente un problema di entrate. Guardando avanti, con le previste spese aggiuntive per l'esercito, è necessaria una soluzione, poiché le probabilità di arrivare ad un bilancio militare ragionevole sono ristrette. Occorrono altre vie. La soluzione non può essere quella di continuare a tagliare - ciò intaccherebbe i pilastri fondamentali del nostro Stato. I prossimi cicli di taglio metterebbero in discussione la formazione, la cooperazione internazionale e le assicurazioni sociali.
Le soluzioni risiedono dunque - e non sono assolutamente d'accordo con il mio collega Guggisberg - in un'attuazione del freno dell'indebitamento che non porti a una continua riduzione del nostro margine di manovra e in un aumento puntuale delle tasse per coloro che finora hanno approfittato. Visto che in Svizzera i soldi non mancano, la questione è un po' chi li ha. La soluzione si trova nella lotta coerente alle evasioni fiscali, nonché in una giusta ripartizione dei contributi federali tra Confederazione e cantoni. Abbiamo bisogno di soluzioni, ed è ora di trovarle!
Cottier Damien · Mit-M · Conseil national · Neuchâtel · Groupe libéral-radical
C'est la deuxième fois consécutive, et c'est la troisième fois depuis 2005, que le budget ordinaire de la Confédération présente un déficit structurel.
Le compte financier de 2023 se solde par un déficit de financement à hauteur de 1,4 milliard de francs, ce qui signifie que les recettes n'ont pas suffi à financer les dépenses et les investissements nets. Environ la moitié de ce déficit provient du budget ordinaire et l'autre moitié du budget extraordinaire.
Heureusement, le frein à l'endettement limite les dépenses ordinaires au niveau des recettes ordinaires en tenant compte de la situation économique. Pour l'année 2023, le frein à l'endettement aurait donc permis que les dépenses dépassent les recettes de 238 millions de francs. Or, le déficit de financement ordinaire s'est élevé à 672 millions de francs, ce qui fait qu'un déficit de 434 millions de francs est donc de nature structurelle et doit être imputé au compte de compensation. Celui-ci s'élevait, au 31 décembre, à 20,043 milliards de francs.
Le contexte était celui d'une croissance économique moins dynamique qu'espéré et, malheureusement, d'une inflation, nous le savons tous, beaucoup plus forte qu'attendu au moment où le budget 2023 a été préparé. Heureusement, la situation favorable sur le marché du travail a perduré pendant cette période. Quant à la politique monétaire, elle est restée restrictive sur cette période, même si, heureusement, il y a une certaine détente maintenant.
En 2023, la dette nette de la Confédération a donc augmenté de 2,7 milliards de francs, pour atteindre 142 milliards en raison du déficit de financement que j'ai évoqué - 1,4 milliard - et de certaines transactions qui sont imputées aux capitaux propres à hauteur de 1,3 milliard de francs.
Un point particulier doit attirer notre attention: la Confédération n'a pas de problème de recettes, mais un problème de dépenses. En effet, en 2023, des revenus de 79,6 milliards de francs ont été comptabilisés, ce qui correspond à une augmentation de 5,2 pour cent par rapport à l'exercice précédent. Il y a donc une hausse des recettes de 5,2 pour cent. Les revenus de la Confédération ont donc fortement augmenté, et cela malgré la non-distribution des bénéfices de la Banque nationale suisse sur cet exercice. Cette hausse s'explique principalement par l'augmentation des recettes de l'impôt fédéral direct à hauteur de 3,1 milliards de francs, et de l'impôt anticipé à hauteur de 2,6 milliards, même s'il faut préciser ici qu'une nouvelle estimation a dû être faite. La taxe sur la valeur ajoutée a augmenté les revenus de 0,6 milliard de francs.
Au sein de l'impôt fédéral direct, il faut noter que ce sont surtout les recettes de l'impôt sur les sociétés qui ont augmenté à hauteur de plus de 2 milliards de francs, ce qui souligne bien l'importance d'avoir dans notre pays un climat favorable aux investissements, favorable au commerce, favorable à l'économie, favorable à l'implantation et au développement de nos entreprises, qui non seulement créent de l'emploi et de la richesse, mais sont également d'importants contributeurs, y compris à l'égard de l'Etat fédéral, à travers la fiscalité.
Les produits extraordinaires se sont élevés à 310 millions de francs. Il y a la vente de certaines unités de Ruag International. Mais j'aimerais souligner aussi le bénéfice qui se dégage de la situation extraordinaire - ce sont donc des produits extraordinaires - faisant suite au sauvetage de Credit Suisse. Cette opération a non seulement évité une crise financière et économique qui aurait pu être catastrophique pour chacune et chacun des habitants de notre pays et des entreprises de notre pays, et même bien au-delà, mais en plus cette opération s'est soldée par un bénéfice de l'ordre de 201 millions de francs pour la Confédération. Je crois qu'il faut le souligner ici, parce que ce n'est pas toujours ce qu'on entend dans le débat public. Le contribuable s'est trouvé bénéficiaire de cette opération, non seulement en raison de la stabilité économique, mais également en raison d'un bénéfice financier.
En 2023, les dépenses totales de la Confédération se sont élevées à 81 milliards de francs. C'est déjà la quatrième année consécutive que nous devons faire face à un besoin de financement extraordinaire, heureusement plus faible que ces dernières années. Il touche ici surtout la migration et la situation en Ukraine, alors que les précédents exercices étaient évidemment impactés par la pandémie de COVID-19.
Les dépenses ordinaires ont augmenté de 2,2 milliards de francs, ce qui représente une augmentation de 2,8 pour cent, alors que le PIB nominal de notre pays a augmenté de 2,3 pour cent. Ceci souligne bien ce que je vous disais tout à l'heure sur le problème que nous avons au niveau de la Confédération, qui ne porte pas sur les recettes qui sont en forte augmentation, mais sur l'augmentation constante des dépenses qui est même plus dynamique que celle du PIB.
Notons aussi que la Confédération a des dépenses importantes dans le domaine social, qui sont en hausse constante. Elles ont fortement crû durant l'exercice de l'année dernière. Ainsi, la contribution à la prévoyance vieillesse a augmenté de près d'un demi-milliard, pour atteindre 459 millions de francs, par rapport à l'année précédente, la contribution à l'assurance invalidité a augmenté de 90 millions, les dépenses pour les réductions de primes d'assurance maladie de 171 millions et les prestations complémentaires de 87 millions de francs. On voit donc un effort important fait par la Confédération dans le domaine social - il suffit de regarder les comptes de l'Etat pour s'en rendre compte - mais on constate en plus que cet effort est en forte augmentation. Ce qui est problématique, c'est que cette augmentation n'est pas BO 2024 N 824 maîtrisée, puisque la Confédération se contente de recevoir les factures et de prendre note des chiffres sans qu'il soit possible de maîtriser ces dépenses. C'est un problème dont nous devrons absolument nous préoccuper, puisqu'il n'est pas possible qu'une grande partie de notre budget ne soit tout simplement pas gérable.
Enfin, il y a les dépenses plus élevées observées dans le secteur des migrations, avec plus de 700 millions de francs, presque 800 millions supplémentaires, et encore 1,8 milliard de francs supplémentaires comptabilisés en postes extraordinaires pour le soutien aux ressortissants d'Ukraine.
Au cours des prochaines années, celles du plan financier, le Conseil fédéral indique que les dépenses augmenteront davantage que les recettes. Le Conseil fédéral a donc eu raison de décider de procéder à un examen approfondi des tâches fédérales et des subventions accordées par la Confédération. Cette analyse doit aussi porter, pour les raisons que je viens d'évoquer, sur les dépenses fixées par la loi et sur les fonds existants. Nous ne ferons pas l'économie de ce débat et nous devons la vérité à la population, notamment lorsque nous avons des discussions dans le cadre de votations fédérales. Les finances fédérales sont dans une situation difficile et nous ne pouvons pas laisser penser autre chose à la population. Les prochaines années seront plus difficiles encore, d'autant plus qu'il y a des besoins supplémentaires. Nous l'avons décidé par rapport à la question de la défense nationale, et la décision populaire concernant la treizième rente AVS devra évidemment aussi être financée. Nous devons commencer par le potentiel d'économies dans le budget de la Confédération, comme le propose le groupe libéral-radical, parce que nous ne souhaitons pas faire de la Suisse un enfer fiscal. Quelques collègues représentants de la gauche nous disent qu'il suffit d'augmenter les impôts. Mais ce n'est pas ainsi que notre économie restera attractive et ce n'est pas ainsi que nous augmenterons la participation de l'économie à la fiscalité. Une économie dynamique contribue déjà de manière dynamique à nos recettes fiscales. Ce n'est donc pas dans cette direction qu'il faut aller.
Il y a quelques sources d'économies potentielles. M. Guggisberg a cité tout à l'heure un projet que nous soutenons, qui est celui de la hausse des taxes pour les étudiants étrangers dans le domaine des EPF. Quelques pistes de ce type existent, mais nous ne voulons pas nous focaliser en priorité sur la fiscalité. Ce débat sera donc important à mener et nous devrons le faire avec responsabilité en disant la vérité à la population.
Il me reste à remercier le Conseil fédéral et l'administration, en particulier Mme la conseillère fédérale Karin Keller-Sutter, pour le soin qui est porté aux finances de notre Confédération dans cette situation difficile.
Le groupe libéral-radical vous demande d'adopter le compte 2023 ainsi que les deux comptes spéciaux pour le fonds d'infrastructure ferroviaire (FIF) et pour le fonds pour les routes nationales et le trafic d'agglomération (FORTA).
Zybach Ursula · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste
Die Staatsrechnung hat mit einem Gewinn von 877 Millionen Franken abgeschlossen. Dazu beigetragen haben höhere Einnahmen aus der direkten Bundessteuer, insbesondere aus der Gewinnsteuer und der Einkommenssteuer. Budgetiert gewesen war auch eine Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank von 2 Milliarden Franken, davon 0,7 Milliarden Franken im ordentlichen Budget und 1,3 Milliarden Franken im ausserordentlichen Budget. Wenn diese Gewinnausschüttung wie im Jahr 2022 eingetroffen wäre, hätte der Bund sogar mit einem Gewinn von 1,6 Milliarden Franken im ordentlichen Budget abgeschlossen. Aber 2023 gab es eben keine Ausschüttung - und trotzdem ein positives Resultat.
Die laufenden Ausgaben waren recht stabil, wobei die Mehrausgaben bei Finanzen und Steuern ins Auge springen. Die Zinsausgaben und die Kantonsanteile an den Bundesfinanzen fielen höher aus. Rückläufig waren die Sicherheitsausgaben, dies unter anderem wegen einer früher gebildeten Rückstellung für die Räumung in Mitholz.
Ein Blick in die Investitionsrechnung zeigt, dass auch hier die Einnahmen höher als budgetiert ausgefallen sind, dies wegen Dividendeneinnahmen, konkret der Sonderdividende beim Verkauf der Ruag, und der Rückzahlung von Covid-19-Darlehen, insbesondere von Skyguide. Die Investitionsausgaben waren im Bereich der Sicherheit und der sozialen Wohlfahrt höher als budgetiert. Den Nettoinvestitionen von 4,8 Milliarden Franken stand eine Selbstfinanzierung von 3,4 Milliarden Franken gegenüber. Damit schliesst der Bundeshaushalt 2023 mit einem Defizit von 1,4 Milliarden Franken.
Die Staatsrechnung 2023 ist damit Geschichte, und wir sind der Meinung, dass das Ergebnis der Erfolgsrechnung von 877 Millionen Franken in der aktuellen Weltlage ein solides Ergebnis darstellt. Ich bedanke mich im Namen der SP-Fraktion bei allen, die zu diesem guten Resultat beigetragen haben.
Geschichte heisst auch, dass man diese Rechnung zusammen mit früheren Staatsrechnungen analysiert und daraus auch Lehren ziehen soll. Ich erlaube mir an dieser Stelle, kurz folgende Schlüsse für das kommende Budget zu ziehen.
Ein Blick auf die Budgets der letzten zwanzig Jahre zeigt, dass die Einnahmen insgesamt zwölfmal zu tief angesetzt worden waren. Im Budget 2023 wäre dieser Effekt auch eingetreten, wenn die Schweizerische Nationalbank die Gewinnausschüttung gemacht hätte. Die budgetierten Ausgaben hingegen waren in den letzten zwanzig Jahren immer höher als die effektiven Ausgaben. Das zeugt einerseits davon, dass man nicht einfach ausgibt, was budgetiert ist - für die Umsetzung, d. h., wie tagtäglich gehandelt wird, gebührt Bundesbern ein grosses Kompliment -; andererseits zeugt es davon, dass man mit den Steuergeldern so umgeht, wie wir das auch erwarten, nämlich sorgfältig.
Trotzdem lässt die durchschnittliche Differenz der letzten zehn Jahre aufhorchen. Zwischen 2014 und 2023 betrug die Differenz zwischen den budgetierten und den effektiven Ausgaben im Schnitt 1,1 Milliarden Franken pro Jahr. Typischerweise liegt zwischen den budgetierten Einnahmen und den budgetierten Ausgaben unser politischer Handlungsspielraum. Wenn wir diesen politischen Handlungsspielraum beabsichtigt oder unbeabsichtigt enger halten als nötig, generieren wir langwierige Budgetauseinandersetzungen, die gar nicht nötig wären, weil am Schluss die Realität sowieso eine andere ist.
Das Vorsichtsprinzip kenne ich. Es ist mir bewusst, dass es besser ist, vorsichtig zu budgetieren, die Einnahmen eher tief anzusetzen und die Ausgaben eher hoch. Doch es sollte das Ziel von uns allen sein, die Budgetierung so genau wie möglich zu machen und nicht bei jedem Budgetposten aufzurunden und damit kleine Minipolster vorzusehen. Denn wenn wir das zusammennehmen, sind es eben Milliarden von Franken. Für den Gesamtblick und die Weiterentwicklung unseres Landes ist es gefährlich, wenn der Handlungsfreiraum regelmässig stark eingeschränkt wird. Damit beschneiden wir immer wieder dieselben ungebundenen Ausgaben und drehen die Spirale nach unten, obschon wir das in dieser Vehemenz gar nicht tun müssten.
Ein Zweites: In den letzten Monaten hörten wir immer wieder, dass wir keine Einnahmenprobleme hätten - auch mein Vorredner hat das soeben gesagt -, sondern einfach ein strukturelles Defizit. Doch ich bin der Überzeugung, dass wir auch den Bedarf haben, die Einnahmen zu steigern, zu stärken. Wir haben hier Optionen. Ich erlaube mir, zwei davon aufzulisten - oder nur eine, damit ich noch Zeit für eine Replik an einen Vorredner habe.
Wie lässt sich ermitteln, dass die Steuergelder, die dem Bund regulär zustehen, wirklich auch ehrlich und richtig deklariert werden? Das Stichwort lautet automatischer Informationsaustausch zwischen den ausländischen Banken und dem Bund. Wenn wir die Zahlen anschauen, sehen wir, dass es da noch recht viel Potenzial gibt.
Wenn wir einen Austausch in der Schweiz hätten, würde das helfen, zu sehen, welche Beträge von Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern eigentlich auf Schweizer Konten liegen. Das wäre nichts anderes als fair und gerecht allen Steuerzahlern gegenüber, und es würde grosse zusätzliche Einnahmen bringen, ohne dass man eine zusätzliche Steuer erfinden oder eine vorhandene erhöhen müsste.
BO 2024 N 825Noch eine Replik an einen Vorredner: Ich habe die Mindereinnahmen nicht gefunden. Ich finde auch, dass man bei der ETH durchaus höhere Gebühren einführen kann, aber nicht für ausländische Studierende, sondern für Studierende, die aus dem Ausland in die Schweiz kommen, um zu studieren. Ich finde es ganz wichtig, diesen Unterschied zu machen. Ich möchte dadurch nicht Secondos in der Schweiz, die nicht eingebürgert sind, beeinträchtigen.
Dann zum Stichwort rücksichtslose Ausgabenkultur: Nein, wir haben keine rücksichtslose Ausgabenkultur, sondern es geht darum, dass wir hier in diesem Saal schlau die Ausgaben machen und schlau investieren.
Ich fasse zusammen: Die Staatsrechnung hat selbst ohne die Beiträge der SNB positiv abgeschlossen. Uns allen ist bewusst, dass wir für das Budget 2025 den Griffel gemeinsam spitzen müssen. Lassen Sie uns dies mit Augenmass und den richtigen Prioritäten angehen und auch ernsthaft über Mehreinnahmen diskutieren. Denn wir werden Mehrausgaben tätigen müssen, ich nenne die Stichworte soziale Wohlfahrt oder Landesverteidigung.
Im Namen der SP-Fraktion bitte ich Sie, der Staatsrechnung 2023 zuzustimmen.
Kaufmann Pius · Mit-M · Conseil national · Lucerne · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Die Jahresrechnung des Bundes 2023 schliesst mit einem Finanzierungsdefizit von 1,4 Milliarden Franken ab. Zum zweiten Mal nacheinander schreibt der Bund 2023 ein strukturelles Defizit. Das heisst, der Bund hat mehr ausgegeben, als es die Schuldenbremse bei dieser Konjunkturlage erlaubt hätte.
Die Mitte-Fraktion nimmt erfreut zur Kenntnis, dass sich die Einnahmen dem Budget entsprechend gut entwickelt haben. Die Einnahmen aus der direkten Bundessteuer, der Verrechnungssteuer und der Mehrwertsteuer haben gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Die ausserordentlichen Einnahmen beliefen sich auf 310 Millionen Franken. Sie stammen insbesondere aus den ersten Verkaufserlösen der Ruag International und aus der Risikoprämie der Credit Suisse für das Darlehen mit Bundesgarantie. Total ausgefallen ist die Gewinnausschüttung der SNB, dies nach den hohen Verlusten der SNB im Geschäftsjahr 2022.
Die ordentlichen Ausgaben wuchsen schneller als das nominale BIP. Insbesondere der Bundesbeitrag an die AHV war im Jahr 2023 um 405 Millionen Franken höher als im Vorjahr. Auch für die Prämienverbilligungen und die Ergänzungsleistungen stiegen die Ausgaben an. Für den Bereich Migration, für Schutzsuchende aus der Ukraine und Asylsuchende, beträgt die Zunahme 773 Millionen Franken. Zudem sind die Rüstungsausgaben gegenüber dem Vorjahr um 265 Millionen Franken gestiegen. Schliesslich hat der Bund auch für die Bildung und die Forschung 310 Millionen Franken mehr ausgegeben als im Jahr 2022.
Ausserordentliche Ausgaben von 1,1 Milliarden Franken fielen für die Schutzsuchenden aus der Ukraine an. Im Voranschlag waren hierfür 1,7 Milliarden Franken eingestellt. Die Anzahl von Personen mit dem Schutzstatus S war geringer als budgetiert.
Weiter lagen die Investitionsausgaben deutlich tiefer, weil im Budget noch der Kreditrahmen für die Axpo Holding AG von 4 Milliarden Franken enthalten war, welcher zum Glück nicht beansprucht wurde.
Zu den Schulden: Die Nettoverschuldung stieg an und beträgt heute 142 Milliarden Franken; das entspricht einer Zunahme von 2,7 Milliarden Franken. Diese ergibt sich aus dem Finanzierungsdefizit von 1,4 Milliarden und aus den Buchungen von 1,3 Milliarden Franken, die direkt dem Eigenkapital belastet wurden.
Zum Ausblick: Wir sind angehalten, finanzpolitisches Augenmass zu behalten und das Wachstum der Ausgaben zu steuern. Wenn zusätzlich grosse Ausgaben beschlossen werden, dann braucht es eine entsprechende Finanzierung. Es gibt dafür zwei Varianten, die rechtlich zweifelsfrei möglich sind: Entweder wird der gesamte Fehlbetrag eingespart, oder es muss für den Fall, dass Kürzungen in diesem Umfang nicht möglich sind, nach Möglichkeiten gesucht werden, wie höhere Einnahmen erzielt werden können. Es geht darum, das finanzpolitische Gleichgewicht zwischen Ausgaben und Einnahmen nachhaltig zu wahren.
Die Mitte-Fraktion stimmt allen Bundesbeschlüssen zu und dankt allen Beteiligten für die Erstellung der Rechnung.
Pahud Yvan · Mit-M · Conseil national · Vaud · Groupe de l'Union démocratique du Centre
1,4 milliard de francs, cela représente une hauteur de 420 mètres, soit quasiment une fois et demie la hauteur de la tour Eiffel, en billet de 1000 francs: c'est la perte accumulée en 2023, avec à la clé une augmentation de notre endettement.
Ce mauvais résultat est plus qu'un simple rappel à l'ordre, c'est un signal d'alarme qui devrait enfin nous faire changer d'avis. Ce signal ne peut être ignoré et nous devons en tirer des leçons pour l'avenir.
Lors de l'élaboration du budget 2023, le groupe UDC a maintes fois tiré la sonnette d'alarme. Nous vous avons mis en garde contre un déficit. C'est pourquoi nous avons proposé des coupes pour près de 1 milliard de francs afin d'éviter ce déficit. Le résultat est là; la facture est maintenant sur la table.
Ce déficit alarmant permet au groupe UDC de clarifier quelques principes en vue des débats relatifs au budget des années à venir.
Premier champ d'action: vu l'état des finances fédérales, il est nécessaire de clarifier la répartition des tâches entre la Confédération et les cantons, et de trouver un meilleur équilibre. En effet, la Confédération devient de plus en plus une vache à lait et doit contribuer à davantage de tâches et de demandes. A long terme, nous allons dans le mur. Aujourd'hui, la Confédération doit payer pour des domaines qui relèvent clairement de la compétence des cantons, par exemple les crèches, les transports régionaux ou la politique régionale. Il faut rappeler que la Confédération a dû supporter environ 85 pour cent de la charge due à la crise du COVID-19 et a ainsi accumulé plus de 30 milliards de francs de dettes, que nous devrons assumer ces prochaines années. Pourtant, la Confédération a déjà largement assez à faire avec les tâches qui lui sont attribuées, par exemple le renforcement de notre armée. Or, force est de constater que les cantons disposent, eux, de davantage de moyens financiers, tandis que la Confédération a le plus grand mal à se maintenir à flot et doit veiller à ne pas se noyer dans une montagne de dettes.
Ces dernières années, la plupart des cantons ont réalisé des excédents de recettes exorbitants, de plusieurs centaines de millions de francs. Ces résultats donnent lieu à des idées absurdes, tandis que la Confédération, elle, tire la langue. Le canton de Genève, par exemple, a réalisé un excédent record de 1,4 milliard de francs en 2023. Il prévoit maintenant des transports publics gratuits pour les jeunes jusqu'à 24 ans. Le canton de Bâle-Ville a également réalisé un excédent de près d'un demi-milliard de francs et parle d'introduire la semaine de 35 heures.
Deuxième champ d'action: il est nécessaire de générer davantage de recettes, et ceci, je le souligne, sans avoir besoin d'augmenter les impôts. Il y a deux pistes à envisager. Premièrement, les frais de scolarité et d'études. Dans les écoles polytechniques fédérales de Lausanne et de Zurich, étudient respectivement 60 pour cent et 40 pour cent de ressortissants étrangers, quand ils ne manifestent pas, bien entendu. Ils payent chaque année une taxe d'inscription ridicule d'à peine 1500 francs. Les étudiants suisses payent bien plus dans les universités de qualité similaire à l'étranger: jusqu'à 12 000 euros par an à l'université technique de Munich, 42 000 francs par an à Oxford ou 60 000 francs à Stanford. En Suisse, c'est 1500 francs. C'est donc un cadeau fait aux étudiants étrangers par le contribuable suisse. Une augmentation très modérée des frais d'écolage pour les étudiants étrangers permettrait déjà de soulager le budget fédéral de 300 millions de francs par an. Deuxièmement, les transports publics. Le taux de couverture des coûts du trafic régional n'est que de 50 pour cent. Pour rappel, les usagers de la route, en Suisse, supportent, eux, leurs coûts à 100 pour cent. Si l'on exigeait un taux de couverture par les clients des transports publics de 70 pour cent au lieu des 50 pour cent actuels, ce qui représenterait toujours une BO 2024 N 826 subvention conséquente, la Confédération pourrait économiser environ 1 demi-milliard de francs.
Troisième champ d'action: nous devons enfin remettre davantage l'accent sur la Suisse et surtout favoriser nos concitoyens.
En disant oui à la treizième rente AVS, les citoyens suisses ont clairement exprimé leur volonté de favoriser en priorité les Suisses et d'envoyer moins d'argent à l'étranger. Les fonds destinés à l'aide au développement doivent être consacrés uniquement à des projets concrets. En réduisant de moitié la coopération internationale d'ici 2033, il resterait encore 1,5 à 2 milliards de francs pour soutenir des projets à l'étranger. Le même montant pourrait être utilisé afin de financer la treizième rente AVS. D'ailleurs, lors de cette session, nous voterons sur une motion émanant d'un membre du groupe UDC allant dans ce sens. Quand on n'a plus d'argent et quand on a du respect pour sa population, il est nécessaire d'appliquer l'adage: "les nôtres avant les autres".
Le quatrième et dernier champ d'action est le frein à l'endettement. En effet, vu l'état actuel des finances, heureusement, nous avons ce mécanisme. Sans cet instrument d'autodiscipline, dans quelle situation serions-nous aujourd'hui? La population suisse tient à des finances saines. Nous avons d'ailleurs obtenu la bénédiction de 85 pour cent des votants pour le frein à l'endettement. Le groupe UDC se battra afin que le frein à l'endettement ne soit pas affaibli ou même supprimé comme certains le voudraient. Pour que nos enfants, nos petits-enfants et les générations futures ne souffrent pas un jour de notre politique de dépense inconsidérée, nous devons maintenir des finances saines afin d'assurer l'avenir.
En conclusion, lors de l'élaboration du budget 2023, nous avons tiré la sonnette d'alarme et nous avons fait des propositions concrètes afin de réduire le déficit. Or, le Parlement n'a pas osé prendre ses responsabilités. C'est pourquoi le groupe UDC refusera le compte d'Etat 2023.
Kälin Irène · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe des VERT-E-S
So negativ der Abschluss ist und so eingeschränkt der Blick in die Zukunft scheint, so wenig überraschend ist eigentlich, was wir hier heute auf dem Tisch haben. Deshalb nehme ich das Positive, auch wenn es mehr technischer Natur ist, gerne vorweg: Die neue Rechnungslegung ist hilfreich und ermöglicht uns allen einen besseren Überblick und mehr Transparenz. Die Finanzen des Bundes sind und bleiben komplex. Aber Verständlichkeit schafft Vertrauen - auch für unsere Bürgerinnen und Bürger, denen gegenüber wir Rechenschaft über die Verwendung ihrer Gelder ablegen.
Und nun zu den Zahlen: Die Jahresrechnung 2023 schliesst mit einem Finanzierungsdefizit von 1,4 Milliarden Franken ab. Budgetiert war allerdings ein Finanzierungsdefizit von 4,8 Milliarden Franken. Sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen waren tiefer als budgetiert. Es lief also eigentlich besser als gedacht.
Aber ja, es war nicht unser Budget. Das sagte dazumal der Sprecher der Grünen, als wir das Budget 2023 hier verabschiedeten. Es ist wohl auch nicht unsere Rechnung. Aber selbstverständlich segnen wir sie heute ab.
Damit der Blick in die Zukunft nicht so eingeschränkt bleibt, wie er gerade scheint, weil alle glauben, nur noch sparen zu müssen - ausser natürlich bei den Armeeausgaben -, wage ich doch noch einen grünen Blick in die Zukunft. Klar ist schon heute: Die stark gebundenen Ausgaben werden weiter wachsen, und dies insbesondere bei den Sozialversicherungen, dort aber bei Weitem nicht nur wegen angenommener Volksinitiativen. Die logische Konsequenz müsste sein, nach Neueinnahmen zu suchen, sie zu finden und diese schnellstmöglich umzusetzen, wie zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer, eine Erbschaftssteuer, eine Steuerprogression auch für die Bestverdienenden. Denn ja, wir wollen keinen Schuldenberg an unsere Kinder übergeben.
Aber noch weniger will ich meinem Sohn und seiner Generation erklären müssen, wieso wir uns den Herausforderungen der Zukunft wie dem Klimawandel nicht gestellt haben oder wieso wir bei deren Bildung gespart haben. Ich möchte auch nicht erklären müssen, wieso wir unseren humanitären Verpflichtungen nicht mehr nachgekommen sind oder wieso sich in einem reichen Land wie der Schweiz der ärmste Teil der Bevölkerung kein menschenwürdiges Leben mehr leisten kann. Deshalb werden wir auch über die Schuldenbremse reden müssen. Sie sollte die Schulden stabilisieren und nicht dazu führen, dass wir das Spardogma über die Investitionen in die Zukunft stellen. Die Regeln der Schuldenbremse müssen angepasst werden.
Die Rahmenbedingungen für Ausserordentlichkeit müssen in Zeiten der multiplen Krisen wohl ebenso neu gedacht werden. Denn es kann unmöglich sein, dass wir nur die Armeeausgaben wachsen lassen, wenn wir hier Ende Jahr mit dem Budget 2025 in die Zukunft blicken.
Büchel Roland Rino · Mit-M · Conseil national · St-Gall · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Geschätzte Kollegin Kälin, Sie haben jetzt Ihren Nachwuchs ins Feld geführt und gesagt, dass es sehr schwierig sei, ihm gewisse Dinge zu erklären. Ist es für Sie weniger schwierig, Ihrem Sohn zu erklären, weshalb wir Milliarden von Franken in die Ukraine schicken sollten, als ihm zu erklären, weshalb wir unser Land nicht weiter mit Milliarden von Franken verschulden sollten?
Kälin Irène · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe des VERT-E-S
Nein, es ist meinem Sohn und seiner Generation gegenüber schwierig zu rechtfertigen, wieso wir der Ukraine nicht geholfen haben, und es ist genauso schwierig, ihnen einen Schuldenberg zu hinterlassen. Aber schlussendlich ist eine Welt, in der es zwar keine Schulden gibt, die aber trotzdem nicht lebenswert ist, auch keine Welt, in der er gross werden sollte. Ich habe es gesagt: Es ist auch unsere Aufgabe, Mehreinnahmen zu suchen, damit wir die Investitionen gegenfinanzieren können, die wir sowohl im Inland als auch im Ausland tätigen müssen, um die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu meistern und diesen gerecht zu werden. Das wird hier im nächsten Herbst unsere Aufgabe sein.
Keller-Sutter Karin · VPBR-F · Conseil fédéral · St-Gall
Sie haben die Rechnung bereits ausführlich dargelegt bekommen. Ich beschränke mich deshalb auf die wichtigsten Punkte.
Zum Ergebnis: Der Bund hat im letzten Jahr ein Finanzierungsdefizit von 1,4 Milliarden Franken geschrieben. Das Finanzierungsdefizit fällt damit deutlich kleiner aus als budgetiert; es waren minus 4,8 Milliarden Franken budgetiert. Das ist primär darauf zurückzuführen, dass die Axpo Holding AG den Rettungsschirm für die Elektrizitätswirtschaft nicht in Anspruch nehmen musste. Im Voranschlag waren dafür noch ausserordentliche Ausgaben von 4 Milliarden Franken vorgesehen gewesen.
Das Defizit 2023 entstand je zur Hälfte im ordentlichen und im ausserordentlichen Haushalt. Im ausserordentlichen Haushalt belief sich das Finanzierungsdefizit auf 760 Millionen Franken. Die ausserordentlichen Einnahmen lagen bei 310 Millionen Franken, sie stammen vor allem aus der Privatisierung der Ruag International sowie aus der Risikoprämie für die Ausfallgarantie zugunsten der Credit Suisse. Die ausserordentlichen Ausgaben betrugen 1,1 Milliarden Franken. Dabei handelt es sich vor allem um die Beträge, die der Bund den Kantonen für die Schutzsuchenden aus der Ukraine überweist. Im ordentlichen Haushalt lag das Finanzierungsdefizit bei 672 Millionen Franken. Die Schuldenbremse liess nur ein Defizit von 238 Millionen Franken zu, der Rest, das strukturelle Defizit, beträgt 434 Millionen Franken.
Damit schreibt der Bund zum zweiten Mal in Folge ein strukturelles Defizit. Zuletzt war das 2005 der Fall, was zeigt, dass der Bundeshaushalt unter Druck ist. Die Schuldenbremse wurde aber trotzdem eingehalten, weil die ordentlichen Ausgaben unter dem Ausgabenplafond blieben, der im Voranschlag festgelegt wurde. Das strukturelle Defizit wird dem Ausgleichskonto belastet, das ist die Kontrollstatistik für den ordentlichen Haushalt. Das ausserordentliche Finanzierungsdefizit wird dem Amortisationskonto belastet, der Kontrollstatistik für den ausserordentlichen Haushalt.
Die Staatsrechnung 2023 ist die erste Rechnung gemäss Revision des Finanzhaushaltgesetzes zur Vereinfachung und Optimierung der Haushaltführung. Damit wurde unter anderem die Finanzierungsrechnung abgeschafft. An der Steuerung über die Schuldenbremse hat sich dadurch aber nichts BO 2024 N 827 geändert. Neu werden die Zahlen für die Finanzierung direkt aus der Erfolgsrechnung und der Investitionsrechnung übernommen. Das bedeutet, dass Rückstellungen neu bereits bei der Bildung der Schuldenbremse belastet werden und nicht erst bei der Zahlung. Die Belastung erfolgt also früher, über die Zeit bleibt sie jedoch gleich.
Wegen dieser neuen Ausgangslage wurden die beiden Kontrollstatistiken der Schuldenbremse per Ende 2022 um den Betrag korrigiert, der sich ergeben hätte, wenn das neue Recht schon zuvor bestanden hätte. Dies verlangt die Übergangsbestimmung im Finanzhaushaltgesetz. Auf diesem Weg wird die Schuldenbremse nachgeführt. Die Nachführung ist im Bundesbeschluss I zur Rechnung 2023 festgehalten. Konkret werden das Ausgleichskonto per Ende 2022 nachträglich um 1,4 Milliarden Franken und das Amortisationskonto um 3,8 Milliarden Franken reduziert. Inhaltlich geht es dabei um Rückstellungen, die neu unter die Schuldenbremse fallen. Dazu zählen die Rückstellungen für die Räumung von Mitholz und für Covid-19-Massnahmen.
Aufgrund der Nachführung der Schuldenbremse per Ende 2022 und aufgrund der Ergebnisse 2023 hat das Ausgleichskonto per Ende 2023 einen positiven Stand von 20 Milliarden Franken, und der Fehlbetrag des Amortisationskontos liegt per Ende 2023 bei 27,2 Milliarden Franken.
Ich mache noch kurz einen Ausblick. Der Bundesrat wird Ende Juni die Zahlen zum Voranschlag 2025 und zum Finanzplan 2026-2028 festlegen. Er hat bereits Anfang Jahr Massnahmen beschlossen, damit die Schuldenbremse im Budget 2025 eingehalten werden kann. Der Fokus lag dabei auf der kurzfristigen Bereinigung. Für ein ausgeglichenes Budget fehlen dem Bund in den Folgejahren aber weiterhin mehrere Milliarden Franken. Gemäss der finanzpolitischen Standortbestimmung vom Februar steigen die strukturellen Finanzierungsdefizite bis 2027 auf über 3 Milliarden Franken, und ohne Gegenfinanzierung der 13. AHV-Rente werden sie sogar auf 4 Milliarden Franken steigen. Die hohen Fehlbeträge sind hauptsächlich durch Ausgabenbeschlüsse begründet. Ich erinnere an die Erhöhung der Armeeausgaben auf 1 Prozent des BIP bis 2035. Im Finanzplan sind auch die familienexterne Kinderbetreuung gemäss Beschluss des Nationalrates eingestellt - hier wird es wahrscheinlich im Ständerat eine Entwicklung hin zu einem neuen Modell geben - und natürlich auch das Ja zur 13. AHV-Rente. Dazu kommen aktuell die anhaltend hohen Ausgaben im Asylbereich und für die Schutzsuchenden aus der Ukraine.
Die Defizite sind struktureller Natur, weshalb Reformen oder Neupriorisierungen nötig sind. Sie wissen, dass der Bundesrat deshalb eine Expertengruppe für die Aufgaben- und Subventionsüberprüfung eingesetzt hat. Es geht darum, dass bis im Spätsommer Vorschläge gemacht werden, die primär ausgabenseitig formuliert sein sollen. Die Aufgabenüberprüfung wird sämtliche Ausgaben des Bundes umfassen. Es werden aber auch einnahmenseitige Massnahmen geprüft. Erste Massnahmen sollen ab 2026 wirken, Massnahmen, welche Gesetzes- oder Verfassungsänderungen bedingen, ab 2027. Voraussichtlich im Herbst 2024 wird der Bundesrat einen runden Tisch mit Kantonen, Parteien und Sozialpartnern einberufen. Ab Winter 2024/25 wird der Bundesrat eine ordentliche Vernehmlassung durchführen und zu den Massnahmen Stellung nehmen und so auch die interessierten Kreise konsultieren.
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Nur ganz kurz eine Korrektur bzw. eine Präzisierung: Der erste Fraktionssprecher hat von "sinkenden Einnahmen" gesprochen. Hierzu ist zu sagen, dass die ordentlichen Einnahmen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 7,1 Prozent gestiegen sind. In absoluten Zahlen sind das 5,2 Milliarden Franken gewesen. Das Finanzierungsdefizit von 1,4 Milliarden Franken, von dem wir verschiedentlich gesprochen haben, ist zwar ein Faktum, lässt sich aber nicht mit sinkenden Einnahmen erklären.
Zum Abschluss dieser Debatte möchte ich im Namen der Kommission und auch im Namen meiner Mitkommissionssprecherin für die umfassenden, präzisen Unterlagen und Auskünfte danken, die wir erhalten haben. Der Dank geht an das Departement von Bundesrätin Karin Keller-Sutter, namentlich an die Eidgenössische Finanzverwaltung. Weiter geht der Dank an die Eidgenössische Finanzkontrolle. Ein besonderer Dank geht auch an die Parlamentsdienste, die uns in der Finanzkommission jeweils tatkräftig unterstützen.
Guggisberg Lars · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Kollege Wettstein, ist Ihnen bewusst, dass wir mit einer abkühlenden Konjunktur und damit in Zukunft auch mit tieferen Erträgen rechnen müssen? Davon habe ich gesprochen. Ist Ihnen das bewusst?
Wettstein Felix · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe des VERT-E-S
Die Prognosen, die aktuellen Konjunkturprognosen waren nicht Thema der Debatten. Wir haben aber angesprochen, dass es tatsächlich so zu erwarten ist, wie Sie es jetzt dargestellt haben, ohne dass wir uns in der Kommissionsdebatte auf aktuelle Daten, Prozentwerte zum Beispiel, der Konjunkturforschungsstelle abgestützt hätten.
Es ist verschiedentlich auch in der Öffentlichkeit berichtet worden, dass man mit einer Abkühlung auch der Inflation rechnet oder dass wir diese aktuell schon erleben. Das ist zweifellos der Fall. Die Folge wäre, dass der Anstieg schwächer ausfällt als vielleicht noch vor ein paar Monaten prognostiziert, aber es käme immer noch nicht zu sinkenden Einnahmen.
Nussbaumer Eric · P-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe socialiste
L'entrée en matière est acquise de plein droit
1. Rechnung der Verwaltungseinheiten
1. Compte des unités administratives
Adopté
2. Arrêté fédéral I concernant le compte d'Etat de la Confédération pour l'année 2023
Discussion par article
Titre et préambule, art. 1-6
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Adopté
Vote
Vote sur l'ensemble
| Group | Yes | No | Abst. |
|---|---|---|---|
| Groupe de l'Union démocratique du Centre | 0 (0 %) | 63 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe socialiste | 38 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV. | 29 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe libéral-radical | 27 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe des VERT-E-S | 23 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe vert'libéral | 10 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Total | 127 (67 %) | 63 (33 %) | 0 (0 %) |
Yes: Adopt the draft
No: Reject the draft
Nussbaumer Eric · P-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe socialiste
3. Arrêté fédéral II concernant le compte du fonds d'infrastructure ferroviaire pour l'année 2023
Discussion par article
Titre et préambule, art. 1, 2
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Adopté BO 2024 N 828
Vote
Vote sur l'ensemble
| Group | Yes | No | Abst. |
|---|---|---|---|
| Groupe de l'Union démocratique du Centre | 0 (0 %) | 63 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe socialiste | 39 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV. | 29 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe libéral-radical | 28 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe des VERT-E-S | 23 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe vert'libéral | 10 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Total | 129 (67 %) | 63 (33 %) | 0 (0 %) |
Yes: Adopt the draft
No: Reject the draft
Nussbaumer Eric · P-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe socialiste
4. Arrêté fédéral III concernant le compte du fonds pour les routes nationales et le trafic d'agglomération pour l'année 2023
Discussion par article
Titre et préambule, art. 1, 2
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Adopté
Vote
Vote sur l'ensemble
| Group | Yes | No | Abst. |
|---|---|---|---|
| Groupe de l'Union démocratique du Centre | 63 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe socialiste | 39 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV. | 29 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe libéral-radical | 27 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe des VERT-E-S | 23 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe vert'libéral | 10 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Total | 191 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
Yes: Adopt the draft
No: Reject the draft
(Einstimmigkeit)
(0 Enthaltungen)
Nussbaumer Eric · P-M · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe socialiste
Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Das Geschäft geht an den Ständerat.