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Muss die Verwendung von Fipronil und Imidacloprid eingeschränkt oder sogar verboten werden?
Caroni Andrea · P-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion
Präsident (Caroni Andrea, Präsident): Herr Stark hat sich von der schriftlichen Antwort des Bundesrates teilweise befriedigt erklärt. Er verlangt Diskussion. - Dem wird nicht opponiert.
Stark Jakob · Mit-M · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich muss eine Vorbemerkung machen. Dieses Thema ist kein Kernthema für mich. Ein befreundeter Tierarzt, der nach England ausgewandert ist und sich viel in der Natur aufhält, hat mich darauf aufmerksam gemacht, wie stark die Fischbestände zurückgegangen sind. Dazu gibt es in England wissenschaftliche Untersuchungen, die zu hohe Rückstände von Tierarzneimitteln in Bächen, Flüssen und Seen nachweisen. Die Folge davon ist ein Rückgang der Insekten und Larven, die in und am Wasser leben, und weil diese wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage von Fischen und Vögeln sind, geht auch deren Anzahl zurück. Arten sind gefährdet oder sterben aus.
Hellhörig wurde ich - deshalb dieser Vorstoss -, als ich erfuhr, dass heute für die Prophylaxe gegen Zecken und Flöhe bei Haustieren wie Hunden und Katzen hochtoxische Insektizide verwendet werden, die in der Landwirtschaft vor einigen Jahren eben deshalb verboten wurden. Es geht um Fipronil und Imidacloprid, die direkt von Hunden beim Baden und Spielen oder indirekt über Abwässer aus Hundesalons und so weiter in die Gewässer gelangen. Dabei, und das ist festzustellen, gäbe es heute bewährte und nicht giftige Alternativen für die Zeckenprophylaxe.
Die Antwort des Bundesrates ist umfassend und präsentiert Antworten auf alle gestellten Fragen, ein Handeln wird in Aussicht gestellt, und dafür möchte ich meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen. Leider wird in dieser Antwort eine Belastung der Gewässer mit Fipronil und Imidacloprid auch für die Schweiz bestätigt. Ich stelle die Bedeutung der Zecken- und Flohprophylaxe für das Tierwohl nicht infrage. Wenn jedoch die Nebenwirkungen der Arzneimittel für die Natur derart gravierend werden, muss konsequent auf vorhandene Alternativen umgestellt werden. In diesem Sinne fordere ich den Bundesrat auf, Artikel 81 der Verordnung über die Arzneimittel anzupassen, damit Wirkstoffe eben periodisch überprüft werden müssen.
Es ist schon ein wenig stossend, dass bis heute weder für Fipronil noch für Imidacloprid eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht worden ist, auch nicht nach dem Verbot dieser Stoffe in der Landwirtschaft. Es hat seither keine Zulassungsüberprüfung und auch keine Anpassung der Arzneimittelinformationen stattgefunden. Hier besteht, Frau Bundesrätin, Handlungsbedarf.
Schnell gehandelt werden kann bei der Abgabe solcher Tierarzneimittel. Hier braucht es, und das ist wichtig, klar höhere Voraussetzungen, was mit einer Verschreibungspflicht erreicht werden könnte. Ich danke dem Bundesrat, dass er bzw. Swissmedic eine Verschreibungspflicht bereits prüft, und ich möchte ihm Mut machen, bald eine Verschreibungspflicht für Tierarzneimittel mit den Wirkstoffen Fipronil und Imidacloprid einzuführen. Das ist das Minimum, das getan werden muss, solange diese Wirkstoffe in Tierarzneimitteln überhaupt noch zugelassen sind.
Jositsch Daniel · Mit-M · Ständerat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Ich äussere mich jetzt in meiner Funktion als neuer Präsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes. Ich durfte vor acht Monaten in die grossen Fussstapfen von Roberto Zanetti treten oder, wenn Sie wollen, in seine grossen Flossen steigen. Wichtig ist, dass ich nur aus einem Grund in dieses Amt gewählt worden bin. Es war nämlich eigentlich eine andere Person als Präsidentin des Schweizerischen Fischerei-Verbandes vorgesehen. Allerdings ist diese Person dann weggefallen, weil sie in den Bundesrat gewählt worden ist und aktuell Bundesrätin ist. Deshalb weiss ich natürlich, dass Frau Bundesrätin Baume-Schneider, die heute hier im Saal ist, ein besonderes Herz für die Fische und für das Wohl der Fische haben muss.
Ich danke Herrn Kollege Stark, dass er dieses Thema aufgegriffen hat. Es ist nämlich wirklich ein wichtiges Thema. Wie Sie wissen, sind drei Viertel der Fische in der Schweiz gefährdet. Von daher ist es mir wichtig, dass Sie das Anliegen aufnehmen. Da wir es faktisch mit der ehemals designierten Fischerei-Präsidentin zu tun haben, bin ich sicher, dass das in ihren Händen sehr gut aufgehoben ist.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
C'est la séquence "témoignage". J'étais pressentie pour devenir la présidente de cette importante association. J'ai dit en riant qu'il est plus facile d'être l'amie des abeilles que des poissons, mais que les poissons ont besoin de toute notre attention. En matière de santé publique et d'environnement, ils sont un indicateur très important.
Dans cet objet, tout est une question de proportionnalité. J'ai beaucoup d'arguments, mais je ne prendrai que quelques éléments. Aujourd'hui encore, seize médicaments à usage vétérinaire qui contiennent du fipronil en tant que principe actif et quatre qui contiennent de l'imidaclopride en tant que principe actif sont autorisés, en particulier pour traiter les chiens et les chats. L'élément lié à la protection de l'environnement doit être pris en considération par rapport à ces traitements. Il s'agit donc de sensibiliser encore mieux les détenteurs d'animaux et les vétérinaires aux risques environnementaux et changer la catégorie de remise, afin que seuls les vétérinaires soient autorisés à remettre ces médicaments. Il faut aussi être beaucoup plus précis.
Par contre, ce qui peut aller dans le sens de l'auteur de l'interpellation est que l'on a des analyses des eaux qui montrent que les principes actifs insecticides utilisés dans des médicaments vétérinaires contribuent à la pollution des eaux. Une étude approfondie sera publiée sur ce sujet cette année encore. En fonction des résultats, et s'il est avéré - on peut le redouter - que des médicaments vétérinaires jouent un rôle significatif, non seulement dans la contamination des eaux, mais, avec le fipronil et l'imidaclopride, sur la santé également des poissons, le Conseil fédéral examinera alors quelles mesures doivent concrètement être prises pour ne pas simplement se dire qu'il s'agit d'une question de proportionnalité. Il s'agira de nous suivre de près jusqu'à la fin de l'année pour voir ce que l'on fera, lorsque nous aurons cette étude à disposition.
Caroni Andrea · P-M · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · FDP-Liberale Fraktion
Präsident (Caroni Andrea, Präsident): Damit ist das Geschäft erledigt.