19.464
Beseitigung und Verhinderung der Inländerinnen- und Inländerdiskriminierung beim Familiennachzug
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Antrag der Mehrheit
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
(= Nichteintreten)
Antrag der Minderheit
(Flach, Badertscher, Fonio, Glättli, Gysin Greta, Jost, Marti Samira, Masshardt, Schläfli, Tschopp, Widmer Céline)
Festhalten
(= Eintreten)
Proposition de la majorité
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
(= Ne pas entrer en matière)
Proposition de la minorité
(Flach, Badertscher, Fonio, Glättli, Gysin Greta, Jost, Marti Samira, Masshardt, Schläfli, Tschopp, Widmer Céline)
Maintenir
(= Entrer en matière)
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Nachdem unser Rat in der Sommersession 2024 auf die Vorlage eingetreten war, ist der Ständerat in der Herbstsession 2024 nicht darauf eingetreten. Deshalb führen wir noch einmal eine Eintretensdebatte durch.
Schilliger Peter · Mit-M · Nationalrat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion
Der Nationalrat hat den Gesetzentwurf unserer Staatspolitischen Kommission in der letzten Sommersession beraten und in der Gesamtabstimmung mit 104 zu 86 Stimmen bei 7 Enthaltungen angenommen. Der Ständerat hingegen hat in der Herbstsession auf Antrag seiner SPK-S mit 27 zu 14 Stimmen bei 2 Enthaltungen Nichteintreten beschlossen. Der Bundesrat hatte beantragt, auf die Vorlage einzutreten. In Anwendung von Artikel 95 des Parlamentsgesetzes - er regelt die Differenzen für besondere Fälle - hatte die SPK-N nun nochmals ausschliesslich darüber zu entscheiden, ob sie am Eintretensbeschluss festhalten will oder ob sie ihrem Rat beantragen will, auf den Entwurf ebenfalls nicht einzutreten.
Zum Inhalt: Heute werden Schweizerinnen und Schweizer beim Familiennachzug gegenüber EU/EFTA-Bürgerinnen und -Bürgern benachteiligt. Die parlamentarische Initiative Barrile 19.464 möchte dies ändern. Die Zulassungsbedingungen für den Nachzug ausländischer Familienangehöriger von Schweizerinnen und Schweizern sollen an die Regelung im Abkommen über den freien Personenverkehr angepasst werden. Neu soll der Familiennachzug für alle Verwandten in absteigender Linie erleichtert werden, die zwischen 18 und 21 Jahre alt sind und deren Unterhalt gewährleistet ist. Die Erleichterungen gelten zudem auch für alle Verwandten in aufsteigender Linie, denen Unterhalt gewährt wird. Ihr bisheriger Wohnort innerhalb oder ausserhalb des EU/EFTA-Raums ist dabei im Gegensatz zur heutigen Regelung nicht mehr massgebend.
In der Erstberatung im Nationalrat wurden verschiedene Regelungen eingefügt, um sicherzustellen, dass die Schweizerinnen und Schweizer für ihre Familienangehörigen finanziell aufkommen. Der Unterhalt muss nachweislich und andauernd gewährt werden. Zudem können die Kantone mit den Personen Integrationsvereinbarungen abschliessen, um sicherzustellen, dass sie eine Landessprache lernen und sich in die Arbeitswelt integrieren.
In der nochmaligen Diskussion in der Kommission wurden erneut Hinweise aufgeführt, dass das Risiko der Mengenausweitung bei Migration durch Familiennachzug als hoch zu bewerten sei. Es gab auch Voten, in denen darauf hingewiesen wurde, dass in der ersten Lesung eine Unterstützung nur erfolgt sei, weil das Gesetz wesentlich verschärft worden sei. Nach dem klaren Resultat im Ständerat korrigierten ehemalige Unterstützer die Haltung und stimmten nun für Nichteintreten.
Eine Minderheit möchte das Geschäft weiterhin unterstützen. Der Minderheitssprecher, Nationalrat Flach, wird Ihnen die Gründe dazu darlegen.
Die Kommission bittet Sie mit 13 zu 12 Stimmen, auf die Vorlage nicht einzutreten und sich damit dem Ständerat anzuschliessen.
Marchesi Piero · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Il tema che trattiamo oggi è certamente delicato in quanto tocca aspetti fondamentali della politica migratoria e della coesione sociale del nostro Paese. La proposta di revisione della legge federale sugli stranieri e la loro integrazione, derivante dall'iniziativa parlamentare Barrile, nasce con l'intento di impedire discriminazione nei confronti di cittadini svizzeri in ambito di ricongiungimento familiare.
Tuttavia, dopo un approfondito esame nelle Camere in seno alle commissioni competenti, emergono forti ragioni per non dar seguito a questa iniziativa. Questa proposta andrebbe a introdurre un allentamento delle condizioni che gli stranieri devono rispettare per beneficiare del ricongiungimento familiare in Svizzera. Pur comprendendo la volontà di garantire pari diritti ai cittadini svizzeri, è evidente che un tale intervento rischia di trasformarsi in un potente incentivo migratorio. Già oggi il sistema vigente permette a circa 7000 persone all'anno di accedere al ricongiungimento familiare. Introdurre ulteriori agevolazioni contrasterebbe direttamente con il parere espresso dal popolo sull'iniziativa "contro l'immigrazione di massa" del 9 febbraio 2014, oggi concretizzato in un articolo costituzionale che impone una gestione rigorosa e sostenibile dell'immigrazione.
Il rapporto del Consiglio federale del 7 giugno 2019 ha evidenziato come il rischio di dipendenza dall'assistenza sociale sia superiore alla media tra i cittadini di Paesi terzi che raggiungono la Svizzera tramite il ricongiungimento familiare. Questo rischio è ancora più marcato quando si tratta di coniugi di cittadini svizzeri rispetto a coniugi provenienti da Paesi dell'UE o dell'AELS.
La Commissione delle istituzioni politiche ha ribadito, nel suo precedente rapporto, che le modifiche proposte potrebbero comportare un aumento delle spese sociali per i Cantoni, aspetto che non possiamo ignorare in un contesto economico e sociale già complesso.
Il Consiglio di Stato ha deciso, il 10 settembre scorso, di non entrare in materia sul progetto di legge. Successivamente, la Commissione delle istituzioni politiche, riunitasi il 14 e 15 novembre, ha deciso di non accettare la proposta. È una decisione motivata, che tiene conto del quadro complessivo. Il numero relativamente basso di persone direttamente interessate non giustifica il rischio di un aumento dell'immigrazione e degli oneri per i nostri Cantoni.
L'iter piuttosto travagliato di questa iniziativa rende chiaro che non vi sia una maggioranza granitica nelle due Camere. Riassumo: il 13 agosto del 2020 la Commissione delle istituzioni politiche nazionale aveva deciso di dare seguito. Il 9 novembre del 2020 la commissione omonima del Consiglio degli Stati aveva deciso di non dare seguito. L'8 giugno del 2021 il Consiglio nazionale aveva dato seguito all'iniziativa. Il 25 giugno dello stesso anno la Commissione delle istituzioni politiche del Consiglio degli Stati aveva deciso di dare seguito. Il 10 giugno 2024 il nostro Consiglio aveva deciso in deroga il disegno di progetto. Il Consiglio degli Stati, il 10 settembre 2024, aveva invece deciso la non entrata in materia.
Per queste ragioni, a nome della maggioranza della commissione, invito quest'aula ad abbandonare l'idea di entrare in materia su questa revisione legislativa. È necessario agire con responsabilità e garantire che le nostre leggi siano coerenti con i principi costituzionali, con la volontà popolare e con le esigenze di sostenibilità economica e sociale. Invito dunque a seguire l'esempio del Consiglio degli Stati e della maggioranza della Commissione delle istituzioni politiche, evitando di sostenere un progetto che potrebbe avere delle conseguenze indesiderati per il nostro Paese.
Flach Beat · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion
In der ersten Runde haben Sie hier mit 104 zu 86 Stimmen bei 7 Enthaltungen dem Entwurf der Kommission des Nationalrates zur parlamentarischen Initiative Barrile 19.464 zugestimmt. Die parlamentarische Initiative zielt darauf ab, die Ungleichbehandlung von Schweizerbürgerinnen und -bürgern beim Familiennachzug gegenüber EU/EFTA-Staatsangehörigen zu beseitigen. Derzeit können Schweizerinnen und Schweizer nur ihre Ehepartnerinnen und Ehepartner sowie Kinder unter 18 Jahren aus Drittstaaten nachziehen lassen, während EU/EFTA-Staatsangehörige zusätzliche Rechte beim Familiennachzug haben. Es ist eigentlich einfach eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber Schweizer Staatsangehörigen; es geht darum, sie nicht schlechter als EU/EFTA-Bürgerinnen und -Bürger zu stellen.
Das Recht auf Familienleben ist ein anerkanntes Menschenrecht. Die aktuellen Einschränkungen von Schweizerinnen und Schweizern beim Familiennachzug beeinträchtigen dieses Recht und führen, wie gesagt, zu einer Ungerechtigkeit im Vergleich zu Personen aus EU/EFTA-Staaten. Dass man die parlamentarische Initiative nicht unterstützen wolle, wurde im Ständerat mit dem Argument begründet, es gehe lediglich um Kinder zwischen 18 und 21 Jahren und die Unter-18-Jährigen könnten bereits heute nachgezogen werden. Dies ist jedoch nicht ganz richtig, da die bestehenden Fristen eine erhebliche Einschränkung darstellen. Für Kinder ab 12 Jahren gilt: Wer ein Kind nicht innerhalb von zwölf Monaten nachzieht, verliert das Recht auf Familiennachzug. Für Kinder unter 12 Jahren gilt: Der Antrag auf Nachzug muss innerhalb von fünf Jahren gestellt werden, sonst erlischt der Anspruch. Und für junge Menschen ab 18 Jahren gilt: Es gibt gar keinen Anspruch auf Familiennachzug.
Die aktuellen Regelungen können als Inländerdiskriminierung wahrgenommen werden, da sie Schweizerinnen und Schweizer gegenüber EU/EFTA-Bürgerinnen und -Bürgern benachteiligen. Eine Anpassung würde diese Diskriminierung beseitigen und ein gerechteres System schaffen. Die Schweiz hat sich in verschiedenen internationalen Abkommen zum Schutz des Familienlebens verpflichtet. Eine Anpassung des nationalen Gesetzes an diese Standards würde die Glaubwürdigkeit der Schweiz in Bezug auf die Einhaltung ihrer internationalen Verpflichtungen stärken. Schweizerbürgerinnen und -bürger könnten ihre Ehepartnerinnen und Ehepartner sowie ledige Kinder unter 18 Jahren nachziehen lassen. Vorausgesetzt ist natürlich, dass der Anspruch auf Familiennachzug innerhalb der oben genannten Fristen geltend gemacht wird, und vorausgesetzt ist selbstverständlich auch immer die wirtschaftliche Unabhängigkeit der betreffenden Personen.
Ich bitte Sie namens der starken Minderheit - das Resultat in der Kommission lautete 13 zu 12 Stimmen -, auf das Geschäft einzutreten, die Rückweisung abzulehnen und entsprechend noch einmal damit in den Ständerat zu gehen. Ich glaube, diesen Inländerbenachteiligungspassus könnten wir abschaffen und hier mehr Gerechtigkeit schaffen.
Fischer Benjamin · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Geschätzter Kollege Flach, wie viele Personen könnten zusätzlich in die Schweiz einwandern, wenn man dieser parlamentarischen Initiative Folge gibt?
Flach Beat · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion
Herr Fischer, gemessen an der Grössenordnung der Migration ist es nach Aussage der Verwaltung eine vernachlässigbare Zahl von Personen. Das ist die Aussage. Wir haben zwar keine exakten Zahlen dazu, aber es dürfte sich nicht um wahnsinnig viele handeln. Wesentlich ist, dass man mit diesem Passus, so wie er heute dasteht, Schweizerinnen und Schweizer gegenüber EU- und EFTA-Bürgerinnen und -Bürgern benachteiligt.
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Die FDP-Liberale Fraktion und die Mitte-Fraktion unterstützen den Antrag der Mehrheit.
Klopfenstein Broggini Delphine · Mit-F · Nationalrat · Genf · Grüne Fraktion
Il y a une grande confusion. Parfois, cette confusion est installée à dessein, parfois par méconnaissance.
De quoi parle-t-on ici? Il s'agit simplement de corriger une discrimination flagrante qui affecte les ressortissants suisses en matière de regroupement familial. Cette inégalité de traitement vis-à-vis des citoyens de l'Union européenne et de l'AELE est non seulement injuste, mais elle est également en contradiction avec la jurisprudence et avec nos principes d'équité. Le texte vise à aligner les droits des Suissesses et des Suisses sur ceux des citoyens de l'Union européenne et de l'AELE, en permettant à leurs familles de rejoindre la Suisse sans discrimination. Il s'agit de reconnaître que les ressortissants suisses doivent bénéficier des mêmes droits que les autres Européens. Cette modification de la loi fédérale sur les étrangers et l'intégration doit mettre fin à une inégalité qui dure depuis bien trop longtemps.
L'arrêt du Tribunal fédéral du 29 septembre 2009 avait déjà mis en lumière cette injustice, en s'inspirant de la jurisprudence de la Cour de justice de l'Union européenne. Pourtant, malgré les recommandations claires de notre plus haute juridiction, la loi n'a pas été ajustée de manière adéquate. Le droit au regroupement familial ne doit pas être subordonné à des conditions inégalitaires qui désavantagent nos propres citoyennes et citoyens. L'intégration des familles est un facteur clé de cohésion sociale. En permettant aux Suisses et aux Suissesses de faire venir leurs parents et leurs proches, nous renforçons non seulement les liens familiaux, mais aussi la stabilité et l'inclusion de personnes qui ont déjà un lien avec la Suisse.
Ce projet, il faut aussi le dire ici, est le fruit d'un compromis. Même si nous aurions souhaité aller plus loin, notamment en matière d'intégration et de statuts de séjour, le texte actuel constitue une avancée significative et, surtout, permet une clarification qui est ici bienvenue. Il s'agit avant tout d'assurer une équité de traitement pour les ressortissants suisses et de respecter les décisions du Tribunal fédéral.
Après avoir passé les étapes de la première phase entre 2020 et 2021, et de la deuxième phase au Conseil national en juin dernier, voilà que le Conseil des Etats refuse d'entrer en matière. Quelques semaines après, c'est au tour de la CIP-N de retoquer cette initiative et c'est bien malheureux.
Au nom de l'équité de traitement, et parce que ce texte est le fruit d'un consensus - c'est important de le dire et de le rappeler -, je vous invite à vous remettre sur les rails et à vous aligner sur notre vote de juin dernier en entrant en matière sur cette initiative. Merci donc de suivre la proposition de la minorité Flach et d'entrer en matière.
Widmer Céline · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Heute ist es so, dass eine Schweizerin oder ein Schweizer weniger Rechte im Nachzug von Familienmitgliedern aus Drittstaaten hat als europäische Staatsangehörige, die in der Schweiz leben. Diese Inländerinnen- und Inländerdiskriminierung gehört beseitigt. Genau das fordert die parlamentarische Initiative Barrile.
Unser Rat hat diesem Grundsatz im letzten Sommer mit einer deutlichen Mehrheit zugestimmt und wollte die Diskriminierung für Schweizer Familien aufheben. Nun ist der Ständerat im September nicht auf die Vorlage eingetreten. Während der Ständeratsdebatte wurden einige Aussagen gemacht, die inhaltlich falsch sind. Diese Aussagen möchte ich an dieser Stelle zuhanden des Amtlichen Bulletins korrigieren.
Es wurde argumentiert, es gehe bei der Vorlage lediglich um Kinder zwischen 18 und 21 Jahren, minderjährige Kinder könnten jederzeit nachgezogen werden. Das stimmt so nicht. Man muss hier die gesetzlichen Bestimmungen zu den Fristen beachten. Wer ein Kind nicht innert zwölf Monaten nachgezogen hat, hat keinen Anspruch mehr auf einen Nachzug. Das gilt bereits für Kinder ab 12 Jahren, nicht erst ab 18 Jahren. Ab 18 Jahren gibt es gar keinen Anspruch mehr. Und auch bei Kindern unter 12 Jahren muss man den Antrag innert fünf Jahren stellen, sonst erlischt der Anspruch. Diese Fristen gelten nur für Schweizerinnen und Schweizer und ihre Kinder. Europäische Staatsangehörige können jederzeit einen Antrag auf Familiennachzug stellen. Darin besteht die Inländerinnen- und Inländerdiskriminierung.
In der Debatte wurde immer wieder erwähnt, es sei nicht klar, wie viele Personen durch diese Gesetzesänderung zusätzlich in die Schweiz kommen würden. Wir sollten den Entscheid nüchtern auf die vorhandenen Daten der Kantone, auf das entsprechende Gutachten des Bundesamtes für Justiz und auf die rechtswissenschaftliche Literatur abstützen. Es kann keine Rede davon sein, dass sich die Zahl der Einwandernden signifikant erhöhen würde, sondern es geht darum, endlich diese Diskriminierung von Schweizerinnen und Schweizern aufzuheben und dafür zu sorgen, dass die betroffenen Familien zusammenleben können.
Noch ein letzter Kommentar zur Sprache, die wir in diesem Haus anwenden: Wenn man damit anfängt, Schweizerinnen und Schweizer als eingebürgerte Drittstaatsangehörige zu bezeichnen, muss uns das Sorge bereiten. Schweizerinnen und Schweizer nach ihrem Familienstammbaum zu unterscheiden, erinnert an die Sprache völkischer Ideologen und muss von allen politischen Kräften bekämpft werden, die sich zu unserer liberalen Demokratie bekennen.
Ich bitte Sie, an Ihrem Entscheid vom letzten Juni festzuhalten und auf die Vorlage einzutreten.
Tschopp Jean · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Comment justifier le fait que les Suissesses et les Suisses aient droit à un regroupement familial plus faible que les Européens? Cette discrimination a été mise en évidence par un arrêt du Tribunal fédéral en 2009 déjà, confirmé par la suite, qui soulignait qu'aucun motif objectif ne justifiait cette inégalité de traitement. Elle a conduit l'ancien conseiller national Angelo Barrile à déposer l'initiative parlementaire qui vise à supprimer cette inégalité. La consultation sur cette initiative a été concluante: 19 cantons et quatre partis politiques se sont prononcés pour l'avant-projet.
Combien de personnes sont-elles concernées? Selon le Secrétariat d'Etat aux migrations, en moyenne 38 demandes de regroupement familial par an sont rejetées sur la base de l'article 42 de la loi sur les étrangers et l'intégration. Nous sommes loin d'un nombre ingérable de situations, ou des incertitudes exagérées exprimées par certaines voix au Conseil des Etats. Même si cela représente peu de cas, ces discriminations contre les Suisses sont bien réelles. Je pense aux Suissesses et aux Suisses tombés amoureux pendant un voyage à l'étranger. Leur relation a surmonté l'obstacle des distances, un beau mariage a été célébré, des enfants sont nés. Qu'est-ce qui se passe dans la tête d'un Suisse qui constate que son voisin italien peut héberger la maman de son épouse sud-américaine alors que la même chose est impossible pour lui, parce qu'il est suisse?
Cette discrimination a vécu. Elle pénalise les personnes suisses. Il est temps de la dépasser. Il faut, chers collègues, beaucoup de dogmatisme pour refuser ce droit, en particulier quand il vient de personnes qui prétendent défendre le peuple suisse coûte que coûte.
Comme la minorité de la commission et la majorité de notre conseil en juin, comme le Conseil fédéral aussi, le groupe socialiste vous recommande d'entrer en matière sur ce projet de loi.
Fischer Benjamin · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Wir haben diese Eintretensdebatte hier drin schon einmal geführt, und angesichts der fortgeschrittenen Zeit halte ich mich kurz. Eine weitere unkontrollierte Erhöhung der Zuwanderung widerspricht Artikel 121a unserer Bundesverfassung. Daher bittet Sie die SVP-Fraktion, nicht auf diese parlamentarische Initiative einzutreten.
Jans Beat · BR-M · Bundesrat · Basel-Stadt
Im Rahmen dieses Differenzbereinigungsverfahrens muss der Nationalrat nun entscheiden, ob er an seinem ursprünglichen Beschluss festhalten oder seiner Kommission und dem Ständerat folgen will.
In Bezug auf die Vereinbarkeit mit Artikel 121a der Bundesverfassung, Herr Fischer, ist das Bundesamt für Justiz zum Schluss gekommen, dass die Vorlage mit Artikel 121a vereinbar ist. In der Beratung im Juni des letzten Jahres ist der Nationalrat dieser Haltung gefolgt. Damals, im letzten Jahr, hat der Nationalrat verschiedene Regelungen eingeführt, um sicherzustellen, dass die Schweizerinnen und Schweizer für ihre Familienangehörigen finanziell aufkommen. Zudem können die Kantone mit den betroffenen Personen Integrationsvereinbarungen abschliessen, um sicherzustellen, dass sie eine Landessprache lernen und sich auch in die Arbeitswelt integrieren. Diese Ergänzungen bieten eine zusätzliche Sicherheit und sorgen für eine ausgewogene Vorlage.
Das Ziel der parlamentarischen Initiative 19.464 ist auch nicht neu. Der Bundesrat hat bereits in der Botschaft vom 8. März 2002 zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer eine Gleichbehandlung von Schweizerinnen und Schweizern und Angehörigen von EU/EFTA-Staaten gemäss dem Freizügigkeitsabkommen vorgesehen. Der Bundesrat unterstützt dieses Ziel heute noch genauso.
Ja, es ist richtig: Mit der Vorlage ist mit einer gewissen Zunahme des Familiennachzugs zu rechnen. Auf die Gesamtzuwanderung hat das aber aus Sicht des Bundesrates keinen massgebenden Einfluss, vor allem wenn wir bedenken, wem die neue Regelung zugutekommt - den Schweizerinnen und Schweizern, die heute gegenüber den europäischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern schlechtergestellt werden. Nach über zwanzig Jahren haben Sie heute die Chance, diese Schlechterstellung aufzuheben.
Entsprechend beantragt Ihnen der Bundesrat, auf die Vorlage einzutreten.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 113 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 71 Stimmen
(2 Enthaltungen)
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Beide Räte haben Nichteintreten beschlossen. Das Geschäft ist somit erledigt.
Schluss der Sitzung um 18.50 Uhr
La séance est levée à 18 h 50