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Pflege durch Angehörige verbindlich regeln
Engler Stefan · P-M · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Präsident (Engler Stefan, Präsident): Es liegt Ihnen ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Die Kommission beantragt einstimmig, die Motion anzunehmen. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Häberli-Koller Brigitte · Mit-F · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Ihre Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit hat an der Sitzung vom 17. November 2025 die von Nationalrat Thomas Rechsteiner am 29. September 2023 eingereichte und vom Nationalrat am 7. Mai 2025 angenommene Motion vorberaten. Die Kommission beantragt Ihnen einstimmig, diese Motion anzunehmen.
Als Grundlage für die Beratungen zu dieser Motion liess sich unsere Kommission den Bericht des Bundesrates vom 15. Oktober 2025 mit dem Titel "Pflegeleistungen von Angehörigen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP)" erläutern. Zusätzlich hörten wir Vertretungen der Leistungserbringer und der Krankenkassen an. Aus Sicht unserer Kommission besteht dringender Handlungsbedarf. Sie ist sich des wertvollen Beitrags bewusst, den Angehörige bei der Pflege erbringen. Die beobachteten Entwicklungen werfen aber diverse Fragen auf. Generell zeigt sich unsere Kommission besorgt über die zunehmende finanzielle Belastung durch die stark gestiegene Anzahl der von Angehörigen geleisteten Pflegestunden zulasten der OKP. Laut dem Bericht des Bundesrates werden die Kosten für die OKP im Jahr 2024 auf knapp 55 Millionen Franken geschätzt.
Neben der OKP leisten aber auch die Versicherten sowie die Kantone und gegebenenfalls auch die Gemeinden Beiträge. Die Daten weisen darauf hin, dass die Zunahme der Pflegestunden auf wenige private Organisationen zurückzuführen ist, die sich auf die Anstellung pflegender Angehöriger spezialisiert haben. Unsere Kommission hält diese Entwicklung für besonders problematisch. Aufgrund der Differenz zwischen dem Lohn für pflegende Angehörige und der Vergütung für die Grundpflege dürften Gewinne zulasten der sozialen Krankenversicherung erzielt werden. Zudem findet die Kommission die intensiven Werbetätigkeiten der Organisationen als stossend.
Pflegende Angehörige benötigen heute gemäss Bundesgericht grundsätzlich keine Ausbildung, um Leistungen der Pflege wie etwa die Körperpflege zulasten der OKP zu erbringen. Sie müssen aber von einer Pflegefachperson begleitet werden. Zudem muss der Pflegebedarf von einer Fachperson ermittelt und regelmässig geprüft und überprüft werden. Die vorliegenden Daten des Berichtes zeigen klar, dass sich nicht alle Organisationen an die Mindestanforderungen für die Ausbildung halten, welche die Krankenkassen und die Leistungserbringer festlegen. Gemäss Analysen aus dem Kanton Zürich ist zudem die Pflegedauer deutlich höher, wenn die Pflege durch Angehörige erbracht wird. Dies wirft klar Fragen zur Wirtschaftlichkeit und zur Qualität der Leistungen auf. Es stellen sich auch Fragen zur Abgrenzung von Pflegeleistungen und persönlichem Beistand.
Aufgrund dieser Feststellungen gehen die Empfehlungen aus dem Bericht des Bundesrates aus Sicht der Kommission klar zu wenig weit. Die Kommission teilt die Feststellung des Bundesrates, dass alle beteiligten Akteure ihren Beitrag leisten müssen. Im Gegensatz zum Bundesrat identifizieren wir aber klaren Handlungsbedarf auch auf Bundesebene. Mit der einstimmigen Annahme der vorliegenden Motion möchte die Kommission, und das möchten hoffentlich auch Sie, den Bundesrat auffordern, rasch zu handeln, um die stetige Zunahme der Pflegestunden und die Entwicklung dieser Geschäftsmodelle zu bremsen.
Unsere Kommission sieht die vorliegende Motion als ersten Schritt. Angesichts der vielfältigen Problematik werden wir in einer der nächsten Sitzungen weitere Lösungsansätze prüfen. Diese können etwa die Definition und namentlich eine Altersgrenze für pflegende Angehörige betreffen. Weiter sollen zusätzliche Instrumente für die Kantone und Vorschriften für die Anstellung von pflegenden Angehörigen, für die Qualität sowie für die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit der Leistungen analysiert werden. Die SGK-S wird weitere Anhörungen durchführen und allenfalls auch einen Kommissionsvorstoss zu dieser Thematik ausarbeiten.
Wie eingangs erwähnt, beantragt Ihnen die SGK-S einstimmig, die vorliegende Motion anzunehmen.
Ettlin Erich · Mit-M · Ständerat · Obwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Die Berichterstatterin hat das hervorragend ausgeführt. Ich unterstütze die Motion und möchte noch etwas betonen: Wenn Sie den Text der Motion lesen, sehen Sie, dass Kollege Rechsteiner hier einen harten Weg wählt. Es steht dort, dass Angehörige für erbrachte Pflegeleistungen nur in Ausnahmefällen unterstützt werden sollen.
Wir waren in der Kommission der Meinung, dass wir jetzt handeln sollten. Die Motion, die schon im Nationalrat angenommen wurde, ist der schnellste Weg. Wenn unser Rat sie annimmt - ich gehe davon aus, dass wir die Motion annehmen -, ist der Bundesrat aufgefordert zu handeln. Er muss die Motion dann auch umsetzen. Ich möchte mitgeben, dass dieser harte Weg auch die Gesamtsicht der Kommission beinhalten kann, die Kollegin Häberli-Koller erwähnt hat. Aber wir setzen auf Tempo. Deshalb haben wir die Annahme der Motion Rechsteiner Thomas so eindeutig beschlossen.
Es geht in diesen Fällen auch um die Senkung der OKP-Beiträge und der Restfinanzierung. Es geht um die Gewinnanteile profitorientierter Anbieter, wie es gesagt wurde. Es geht um die Qualität, und es geht um eine klare Abgrenzung der Tätigkeiten und der Notwendigkeiten. Ich möchte nicht ergänzen, sondern klar festhalten: Es geht uns nicht darum, auf ein Nichts einzugrenzen, sondern darum, dass man hier wirklich eine Kontrolle hat, dass der Bundesrat und der Bund tätig werden und dass wir hier genauer hinschauen. Die Mengenausweitung bei den pflegenden Angehörigen ist wirklich ein Problem.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
La motion Rechsteiner Thomas a été déposée en 2023. Depuis lors, la situation a fortement évolué. Ces dernières années, le nombre de proches qui s'engagent auprès d'une organisation de soins et d'aide à domicile a fortement augmenté. Cette croissance, comme cela a été relevé par Mme la conseillère aux États Brigitte Häberli-Koller, entraîne une charge financière importante, en particulier pour l'assurance obligatoire des soins, mais également pour les cantons et les communes. Cette croissance relativement forte serait notamment due à des entreprises dont l'objectif principal est d'employer des proches aidants. Les informations disponibles indiquent que, dans certains cas, ce modèle commercial permettrait de réaliser des bénéfices importants. Dans ce contexte, il est compréhensible que cette question préoccupe le Parlement. Le Conseil fédéral approuve la position consistant à dire qu'il y a lieu de clarifier et d'améliorer la situation. En fait, je remercie M. Ettlin d'avoir pris la parole pour indiquer qu'il y a une nuance par rapport à la question des cas exceptionnels, parce que la motion, somme toute, est assez rigoureuse. Elle demande que les prestations fournies par les proches ne puissent être facturées à l'assurance obligatoire des soins que dans des cas exceptionnels. Cela remettrait en question la possibilité, pour les proches, d'être rémunérés par l'assurance-maladie pour des activités de soins qui peuvent quand même, aujourd'hui, s'avérer utiles, si l'on considère le vieillissement de la population, qui entraîne une augmentation du nombre de personnes dépendantes, et qui pourrait encore aggraver le déséquilibre entre le nombre de soignantes et de soignants et le nombre de personnes nécessitant des soins.
Wenn Pflegeleistungen von Angehörigen also nur in Ausnahmefällen von der Krankenversicherung übernommen werden, dürften die OKP und die Kantone und Gemeinden kurzfristig finanziell entlastet werden. Mittel- bis langfristig könnte es allerdings teurer werden, insbesondere wenn nicht genügend Angehörige für die Pflege zur Verfügung stehen und selbst die Grundpflege überwiegend von hochqualifizierten Angestellten erbracht werden muss.
C'est pourquoi il est, d'un point de vue sociopolitique et social, justifié qu'on prenne en considération l'évolution de la prise en charge et des besoins des personnes. Cependant, le Conseil fédéral a également clairement indiqué que, s'il approuvait le modèle des proches aidants, il était également extrêmement critique et se posait des questions sur des nouveaux modèles économiques qui, eux, visent plutôt à facturer à la caisse-maladie et ensuite à avoir des attitudes pour le moins particulières sur le traitement des personnes directement concernées.
Le Conseil fédéral arrive dès lors à la conclusion qu'il est nécessaire d'agir. Où il y a une divergence avec la commission, c'est qu'il estime que le moyen le plus rapide consiste à exploiter complètement le potentiel des instruments qui sont déjà à disposition. Le Conseil fédéral a formulé des recommandations sur les aspects pertinents qui s'adressent directement aux acteurs concernés. Il a chargé l'Office fédéral de la santé publique (OFSP) d'accompagner étroitement les acteurs dans la mise en oeuvre des recommandations et de lui faire un rapport sur l'état d'avancement d'ici à la fin de l'année prochaine. Premièrement, il y aurait lieu de vérifier que ce modèle économique soit globalement moins attractif et, comme vous l'avez relevé, il y a également toute la question de la qualité des prestations qui doit être garantie, que les soins ou les soutiens soient apportés par des proches aidants ou par des professionnels. Dès lors, le Conseil fédéral a estimé que son approche était pragmatique et également plus rapide. Comme je l'ai relevé, la motion a été déposée en 2023. L'évolution de la situation a aussi montré qu'il y avait nécessité d'agir. Une nouvelle discussion du Conseil fédéral concernant la thématique est prévue d'ores et déjà à la fin 2026. Sur la base des discussions que l'OFSP mène actuellement avec les différents acteurs du domaine, de nouvelles mesures pourront et seront proposées dans ce cadre.
Dès lors, vous comprendrez que le Conseil fédéral vous propose de continuer d'agir de cette manière, mais la commission propose à l'unanimité d'adopter la motion, et je vois déjà ce qui va se passer.
Je vous remercie d'essayer de suivre la proposition du Conseil fédéral.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 41 Stimmen
Dagegen ... 0 Stimmen
(1 Enthaltung)