25.4153
Halte aux nouvelles recommandations sur la consommation modérée d'alcool !
Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Ordnungsantrag Fivaz Fabien
Zuweisung der Motion 25.4153 an die zuständige Kommission zur Vorprüfung
Motion d'ordre Fivaz Fabien
Transmettre la motion 25.4153 à la commission compétente pour examen préalable
Fivaz Fabien · Mit-M · Conseil des Etats · Neuchâtel · Groupe des VERT-E-S
D'abord, je vous présente mes excuses pour cette proposition si tardive. Elle sera sans doute combattue. J'ai encore parfois quelques problèmes avec les règles de mon nouveau conseil.
Ces derniers temps, on a pris quelques mesures en faveur de la viticulture suisse. Je les ai soutenues. On en a parlé au budget, et on va encore en parler mercredi lors du traitement du programme d'allègement budgétaire pour les années 2027 et suivantes. Malheureusement, j'ai l'impression que l'adoption ou non de recommandations internationales sur la consommation d'alcool n'en fait pas partie. Si vous lisez les propositions dans la motion Würth et si vous lisez l'interpellation que notre collègue a déposée avant, il existe aujourd'hui un débat international sur la question de savoir quelle partie de la littérature scientifique est correcte ou non. Si vous regardez l'avis du Conseil fédéral, ce dernier estime que toutes les références scientifiques qui sont aujourd'hui dans la motion Würth ne tiennent pas suffisamment la route en matière de représentativité de l'échantillon, du nombre d'études prises en compte, etc. Je pense qu'avant de prendre une décision aussi importante, la commission pourrait effectuer des auditions ou au moins se renseigner sur la qualité des arguments scientifiques des uns et des autres.
C'est pourquoi je vous propose de renvoyer la motion Würth en commission.
Würth Benedikt · Mit-M · Conseil des Etats · St-Gall · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Für einmal bestreite ich einen Ordnungsantrag, und zwar aus dem einfachen Grund - der Antragsteller hat es ja selber gesagt -, dass es hier verschiedene Positionen gibt. Die Kommission wird Leute anhören, die diesen Paradigmenwechsel mit wissenschaftlichen Argumenten begründen, und die Kommission wird andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anhören, die das nicht so sehen, wie beispielsweise Professor Steurer, der heute in der "NZZ" dazu publiziert hat - und dann sind Sie so klug wie zuvor. Das bringt in diesem Fall nichts. Ich verlange ja nur einen Marschhalt. Während dieses Marschhalts kann sich eine Kommission, welche auch immer, mit all diesen Themen beschäftigen.
Ich beantrage Ihnen, diesen Ordnungsantrag nicht anzunehmen.
Herzog Eva · Mit-F · Conseil des Etats · Bâle-Ville · Groupe socialiste
Herr Würth bestätigt ja gerade, dass es Sinn macht, die Motion der Kommission zuzuweisen. Die Diskussionen, also die Pro- und Contra-Argumente, die ich in letzter Zeit an allen möglichen Orten gelesen habe, haben mit der Motion relativ wenig zu tun. Herr Würth verlangt einen Marschhalt. Er sagt, man solle jetzt noch nicht entscheiden. Er nimmt die Empfehlungen vorweg, die der Bundesrat aufgrund der einen Studie der WHO machen werde, obwohl dies noch gar nicht passiert ist. Es wäre daher absolut sinnvoll, dass sich die Kommission damit auseinandersetzt. So, wie die Motion formuliert ist, spricht eben gerade sehr viel dafür, sie der Kommission zuzuweisen, finde ich.
Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Präsident (Engler Stefan, Präsident): Wir stimmen über den Ordnungsantrag Fivaz Fabien ab, die Motion der Kommission zur Vorprüfung zuzuweisen.
Vote
Abstimmung - Vote
Für den Ordnungsantrag Fivaz Fabien ... 9 Stimmen
Dagegen ... 31 Stimmen
(3 Enthaltungen)
Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Präsident (Engler Stefan, Präsident): Damit können wir direkt über die Motion befinden. Das Wort hat der Motionär.
Würth Benedikt · Mit-M · Conseil des Etats · St-Gall · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Ich bedanke mich beim Bundesrat für die Stellungnahme, die ich allerdings bedaure. Denn die Forderung der Motion ist wirklich nicht drastisch, ich habe es vorhin schon erwähnt. Die Motion verlangt lediglich, dass man zuwarten soll, bis die Ergebnisse der laufenden Unati-Studie vorliegen; dies, weil der Zusammenhang zwischen massvollem Alkoholkonsum und Gesundheit einerseits komplex und andererseits umstritten ist.
Wie auch Sie, Frau Bundesrätin, bin ich selbstverständlich nicht Wissenschaftler. Ich muss verschiedene wissenschaftliche Quellen und Expertisen beiziehen und mich auf diese stützen. Was ich aber zwischenzeitlich ganz sicher weiss - die Diskussion zum Ordnungsantrag hat es bestätigt -: Das Narrativ, das von gewissen Kreisen verbreitet und von der WHO und der Verwaltung offenbar übernommen wird, nämlich dass sich die Wissenschaft einig sei, stimmt definitiv nicht. Man sollte mit solchen Narrativen generell etwas vorsichtiger sein; ich glaube, das hat uns auch Corona gelehrt. Ich verweise beispielsweise auf den heutigen ausgezeichneten Gastkommentar von Professor Steurer in der "NZZ" oder auf die Stellungnahmen von Professor Osterwalder, mit dem ich in dieser Sache eng zusammenarbeite.
Die Motion betrifft eine ernsthafte Angelegenheit, sie ist nicht irgendeine Halligalli-Übung. Denn es kann nicht angehen, dass steuerfinanzierte Behörden auf wissenschaftlich unzureichender Basis einen Paradigmenwechsel vornehmen - darum geht es -, der weitreichende Bedeutung hat. Der Bundesrat sagt in diesem Zusammenhang, die WHO verfolge keine Nulltoleranzstrategie und der Paradigmenwechsel der WHO hin zur Aussage, es gebe keine sichere Alkoholmenge, sei wissenschaftlich korrekt; das sagt der Bundesrat. Ich habe nie behauptet, die WHO verfolge eine Nulltoleranzstrategie. Die Kritik richtet sich vielmehr gegen die WHO-Aussage, es gebe für die Gesundheit keine sichere Menge Alkohol, das Risiko für bestimmte Krankheiten beginne bereits bei kleinsten Mengen und eine Reduktion oder ein Verzicht auf Alkohol sei in jedem Fall vorteilhaft. Mit Verlaub: Für eine solche Aussage gibt es keinen ausreichenden wissenschaftlichen Konsens.
Bezeichnenderweise bleibt die Haltung des Bundesrates exakt in diesem zentralen Punkt unpräzis. Er vermeidet nämlich eine klare, wissenschaftlich fundierte Stellungnahme zur WHO-Behauptung, es gebe keine gesundheitlich sichere Menge Alkohol. Der Bundesrat sagt ferner lapidar, ein Abwarten der Ergebnisse der Unati-Studie sei nicht zielführend. Ich finde das doch sehr bemerkenswert. Diese Unati-Studie ist eine erste, lang erwartete, solide Grundlage für verlässlichere, differenzierte und altersabhängige Empfehlungen. Bisher beruhen alle Erkenntnisse über moderaten Alkoholkonsum auf Beobachtungsstudien, deren Ergebnisse umstritten sind und keine eindeutigen Aussagen zulassen. Die Unati-Studie ist die erste prospektiv-randomisierte Studie zum Thema "mässiger Weinkonsum und Gesundheit" unter realitätsnahen Bedingungen. Die Unterstützung durch den European Research Council erfolgt mit viel Geld, mit rund 2,4 Millionen Euro. Das zeigt unter anderem auch die Wichtigkeit des Themas. Man erhofft sich damit, die sichere Grenze des Alkoholkonsums besser zu definieren. Diese Studie gehört zur höchsten Evidenzklasse von Studien.
Ich komme zu einem Zwischenfazit, was den wissenschaftlichen Aspekt der Motion anbelangt. Bis jetzt ging es darum, den Leuten zu sagen, dass ein massvoller Umgang mit Alkohol wichtig ist. Die Aussage, bereits ein Tropfen sei schädlich, dieser Paradigmenwechsel ist neu. Die Motion will das heutige Setting beibehalten, solange nicht weitere Studienergebnisse vorliegen.
Sie hat aber auch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Komponente. Zum Gesellschaftlichen: Ich war über die Resonanz dieses Vorstosses überrascht, und als ich sogar das Wort "Kulturkampf" las, wurde ich definitiv stutzig. Ich bin ja jetzt nicht gerade als Kulturkämpfer bekannt, aber hier bricht etwas auf, was wir ernst nehmen müssen. Die Leute sind ja nicht dumm und wollen sich auch nicht irgendwie für dumm verkaufen lassen. Die Leute wissen, was schon Paracelsus sagte: Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. Man soll mit Mass Alkohol trinken, und man muss dabei auch kein schlechtes Gewissen haben. Übermässiger Konsum oder gar Alkoholsucht, das ist selbstverständlich zu bekämpfen. Es ist nicht einzusehen, wieso das nicht mehr gelten soll. Man sagt ja den Leuten auch nicht: "Geht nicht Ski fahren jetzt im Winter, ihr könntet euch ein Bein brechen", sondern man sagt: "Passt auf, geht nicht weg von der Piste, wenn die Verhältnisse unsicher sind, fahrt vorsichtig." Das ist letztlich vernünftiges Verhalten.
Wirtschaftlich gibt es hier natürlich auch eine Komponente. Politik darf für sich in Anspruch nehmen, widersprüchlich, gelegentlich auch irrational zu sein. Aber es geht doch irgendwie nicht auf, dass wir in dieser Session einerseits Hilfen für Weinbauern beschliessen, Geld für PRE-Projekte, Promotion usw., und anderseits soll das Prinzip "no safe level" gelten. Die betroffenen Branchen finden das definitiv nicht lustig, denn sie haben ohnehin mit dem rückläufigen Konsum zu kämpfen. Gesellschaftliche Trends muss man als Unternehmerin, als Unternehmer akzeptieren, das ist keine Frage. Aber dass ein solcher Trend mit behördlichen Empfehlungen, die auf unzureichender wissenschaftlicher Basis beruhen, noch verstärkt wird, das geht nicht. Da hört der Spass auf.
Wie die Gefühlslage in diesen Branchen ist, gebe ich Ihnen anhand einer Zuschrift bekannt, die ich von der Firma Etter Söhne und Co. bekommen habe. Sie kennen den ausgezeichneten Zuger Kirsch dieser Firma. Das Unternehmen hat sich bedankt, weil bereits heute die Regulierung für sie Grenzen überschritten hat. So darf es z. B., notabene auf der eigenen Website, einen Imagefilm nicht mehr zeigen, welcher die blühenden Kirschbäume zeigt, dies mit der Begründung, es handle sich um emotionale Werbung - von Beiträgen in den sozialen Medien ganz zu schweigen. Zunehmend sei es gar untersagt, Alkohol im Schaufenster auszustellen. Das seien nur zwei Beispiele. Das ist eine konkrete Aussage einer Firma, die ich persönlich nicht gekannt habe und die mir im Kontext mit diesem Vorstoss geschrieben hat. Dass es im Alkoholgesetz Einschränkungen gibt, das ist klar, das wird nicht bestritten, das ist auch akzeptiert, aber offensichtlich gibt es im Vollzug Ausweitungen, die tatsächlich kaum zu glauben sind.
Ich komme zum Schluss. Longevity wird derzeit überall gehypt. Kennen Sie in diesem Zusammenhang die Blue Zones? Das ist ein interessantes Thema, auf Netflix gibt es eine spannende Sendung dazu. Sie finden diese Regionen auf der ganzen Welt. Es sind Zonen, in denen Menschen statistisch gesehen besonders alt werden. Forscher haben untersucht, welches die besonderen Faktoren in diesen Regionen sind, welche diese Kausalität herstellen. Ganz wichtig ist die Gemeinschaft, das soziale Leben, natürlich die Bewegung und natürlich auch die Ernährung. Es interessiert Sie nun, welches in Europa die Blue Zones sind. Es sind Menorca in Spanien, Sardinien und Kalabrien in Italien und Ikaria in Griechenland. Interessanterweise finden sich in diesen Regionen auch sehr gute Weinbaugebiete, und Sie können versichert sein, dass die Menschen, die dort sehr alt werden, ganz sicher nicht nach dem Prinzip "no safe level" gelebt haben. Wieso soll in einer Kultur, die mehrere tausend Jahre alt ist, das alles heute nicht mehr gelten? Das lässt sich mit gesundem Menschenverstand nicht erschliessen.
Es ist die Eigenverantwortung jedes Einzelnen, das gesunde Mass, wie man so schön sagt, zu finden. Es ist nicht die Rolle des Staates, auf wissenschaftlich fragwürdiger Basis Empfehlungen auszusprechen, die sich gegen unser kulturelles und kulinarisches Erbe richten. Das sage ich explizit auch in meiner Eigenschaft als Präsident der Vereinigung der AOP-IGP.
Ich bitte Sie darum, die Motion anzunehmen. Die ablehnenden Argumente des Bundesrates überzeugen nicht.
Wasserfallen Flavia · Mit-F · Conseil des Etats · Berne · Groupe socialiste
Mir ist ganz klar, auch nach der Abstimmung über den Ordnungsantrag, dass diese Motion und deren Forderung in diesem Rat sehr viel Sympathie geniesst und durchkommen wird. Ich erlaube mir trotzdem, noch eine oder zwei kritische Noten zu setzen.
Ja, es ist wahr, Kollege Würth, die Forderung der Motion ist nicht drastisch, aber die Begründung finde ich schon etwas drastisch. Es entsteht einfach ganz deutlich der Eindruck, dass hier eine Verzögerungstaktik betrieben wird, nur weil die wissenschaftlichen Ergebnisse und die Evidenz einem nicht in den Kram passen. Ich kann es nicht anders sagen. Es werden einzelne Studien ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen, welche die gewünschte Stossrichtung untermauern; methodische Mängel oder inhaltliche Schwächen werden weggewischt. Ich meine, mit diesem Vorgehen zementieren oder befördern Sie auch ein Narrativ. Es wird Unsicherheit gestreut, und es wird der WHO Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen. Ich zitiere aus der Begründung: Es sei "wissenschaftlich nicht haltbar", wie diese arbeite. Sie haben jetzt in der mündlichen Begründung "unzureichend" gesagt; das ist schon etwas milder, aber in Ihrer Motion steht "nicht haltbar". Das finde ich ziemlich happig, und ich finde es auch unhaltbar, wenn jetzt Interessenvertreter eines moderaten Alkoholkonsums - und das wird hier halt etwas deutlich - entscheiden, was wissenschaftlich ist und was nicht.
Auch wird mit dieser Motion insinuiert, dass wir gar nicht in der Lage seien, WHO-Empfehlungen zu evaluieren und dann selbstständig zu entscheiden, was wir damit machen. Es liegt ja noch keine Empfehlung des Bundesrates dazu vor, was wir damit machen sollen. Wir haben dafür ein Vorgehen vorgesehen, das wissenschaftlich abgestützt ist. Wir haben eine Expertenkommission, die Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten. Das sind unabhängige Expertinnen und Experten, die sich diese Empfehlungen der WHO anschauen und dann zuhanden des Bundesrates Empfehlungen machen, ob und wie wir diese Empfehlungen für die Schweiz adaptieren. So weit sind wir ja überhaupt noch nicht.
Es war mir einfach wichtig, das noch zu sagen. Hier die WHO schlechtzumachen und eine eigene wissenschaftliche Stossrichtung festzulegen, finde ich etwas problematisch. Diese Bemerkung habe ich mir noch erlaubt.
Crevoisier Crelier Mathilde · 2VP-F · Conseil des Etats · Jura · Groupe socialiste
Pour que la francophonie soit également représentée, permettez-moi d'ajouter quelques remarques critiques sur cette motion. Finalement, quel est le but de cette motion, qui se présente sous des dehors apaisants et lénifiants ? C'est de maintenir cette distinction, qui est bien ancrée dans la société, d'une ligne nette entre une consommation sympathique, sociale et absolument sans risque pour la santé, voire bénéfique, et la consommation dangereuse, qui tout de suite évoque la surconsommation. Aujourd'hui, ce que l'on voit, ce que la recherche médicale et les études scientifiques de cette dernière décennie nous montrent, c'est que cette distinction nette n'existe tout simplement pas, et qu'il n'y a aucun cas de figure ou presque aucun cas de figure où l'alcool amène un bénéfice pour la santé.
Alors oui, nous ne sommes pas des scientifiques et nous sommes donc obligés de nous fonder sur des études, et l'étude que vous citez de la revue de référence "The Lancet" a été publiée en 2018 et a bénéficié d'une étude de suivi publiée en 2022. Vous dites que l'étude de suivi fait état d'éventuels bénéfices, mais ce sont des bénéfices uniquement pour les personnes de plus de 40 ans, uniquement pour les maladies cardiovasculaires et le diabète de type 2 et uniquement en l'absence de toute forte consommation ponctuelle. Or une forte consommation ponctuelle est définie comme cinq boissons par soirée une fois par mois. Je crois que si on est réaliste, beaucoup d'entre nous dépassent cette limite relativement basse de cinq boissons en une soirée une fois par mois. Cette étude de suivi a aussi établi - le texte de la motion ne l'indique pas - qu'il n'y avait aucun seuil montrant que les risques de cancer ne sont pas présents, y compris à partir d'une consommation très faible. Simplement pour préciser les choses.
De plus, concernant cette étude Unati que la motion demande d'attendre, alors oui, comme vous l'avez dit, en n'étant pas scientifique, comment pouvons-nous présumer qu'une seule étude qui est menée, là aussi, sur un groupe de personnes de 50 à 75 ans - qui n'est donc pas du tout représentative de l'ensemble de la population - qui sont situées dans un seul pays, l'Espagne, prouvera et amènera des connaissances différentes par rapport à la quantité d'autres études qui ont été produites ? En outre, le corps médical nous dit, depuis dix ans maintenant - c'est connu - que dès le premier verre, il faut compter avec un risque sur la santé.
De plus, a minima pour des considérations de politique financière, nous devrions veiller à poser un regard objectif sur les coûts liés à la consommation d'alcool. Les coûts sociaux liés à l'alcool s'élèvent à 2,8 milliards de francs par année. Ce sont des coûts évidemment supportés par les pouvoirs publics en matière de prévention notamment, mais aussi par l'économie. C'est le poste principal de ces coûts, sous forme de perte de productivité.
Vous avez dit que ce n'était pas très marrant pour la branche concernée - et je le conçois - d'avoir ces résultats, mais les conséquences sanitaires et sociales de l'alcool ne sont pas marrantes non plus pour les personnes qui les subissent. Je rappelle que l'alcool est intrinsèquement lié aux violences, et surtout aux violences domestiques, mais aussi aux violences dans l'espace public. Ce qui n'est pas très marrant non plus, c'est, en soirée, que les personnes qui se résolvent ou qui décident de ne pas boire un verre, de subir systématiquement, - moi cela m'arrive rarement, car j'avoue que je consomme pas mal d'alcool en soirée - quand elles essaient de refuser un verre, de se faire traiter de casseuses d'ambiance. Il faut admettre que la consommation d'alcool bénéficie encore d'une image fortement positive.
Il ne s'agit pas du tout d'interdire la consommation d'alcool ou de prôner une tolérance zéro. Il s'agit simplement de reconnaître les évidences scientifiques, de ne pas se voiler la face et d'éviter de perpétuer des croyances que les bases scientifiques les plus récentes infirment, ce qui contribue à ralentir les mesures de prévention auxquelles nous consacrons quand même d'importants moyens publics, et à renforcer, envers et contre tout, l'image encore très majoritairement positive de l'alcool. Et enfin, accessoirement, de nous conformer au mandat que nous donne l'article 105 de notre Constitution de tenir compte des effets nocifs de la consommation d'alcool.
Comme vous l'avez compris, je vous invite également à rejeter la motion, même si, comme l'a dit ma préopinante, je ne me fais pas d'illusion sur l'issue de ce vote.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Conseil fédéral · Jura
Le moins que l'on puisse dire, c'est que le dépôt de vos interventions, Monsieur le Conseil aux États Würth, puis de votre motion, m'auront permis de me documenter ; non seulement sur les études scientifiques, mais aussi sur les narratifs et sur les propos journalistiques. En effet, on a vu quantité d'articles dans les médias, soit orientés sur des questions de santé publique, soit orientés sur des questions économiques, et je pense que c'est entre les deux que se trouve la solution. Parce qu'il y a une certaine dramatisation lorsque vous indiquez qu'il y a un changement de paradigme. Je ne pense pas qu'il y ait un changement de paradigme. Par contre, je vous rejoins sur le fait que la liberté individuelle est quelque chose d'important. Mais cette liberté individuelle, elle doit aussi être mise en contexte avec des informations de nature scientifique.
Alors, sans trop vouloir m'étaler : effectivement, le plan d'action mondial contre l'alcool de l'Organisation mondiale de la santé (OMS) a fait l'objet de plusieurs interventions parlementaires, mais aussi de réactions dans la presse, parfois hautement émotionnelles. Bien sûr, le Conseil fédéral ne s'exprime pas au nom de l'OMS. Mais je précise volontiers que l'OMS évolue, certes, vers une position plus stricte, mais qu'elle ne poursuit pas une stratégie de tolérance zéro en matière de consommation d'alcool. Elle s'engage en faveur de mesures préventives et de réduction des risques dans le but de réduire les effets négatifs de la consommation d'alcool. Parallèlement, l'OMS informe le public sur les risques liés à la consommation en se basant sur des connaissances scientifiques.
Dans ce cadre-là, il est exact que l'OMS souligne que des études montrent que la consommation d'alcool, et même une faible consommation, peut présenter un risque pour la santé. L'idée n'est pas d'arriver à une consommation zéro, mais de sensibiliser aux risques liés à la consommation d'alcool, notamment pour les personnes vulnérables ; on peut penser aux femmes enceintes, aux enfants, aux adolescents, ou à des personnes souffrant de maladies préexistantes. En effet, ce n'est qu'en connaissant pleinement les risques qu'il est possible de consommer de l'alcool de manière responsable.
J'en viens maintenant à la Commission fédérale pour les questions liées aux addictions et à la prévention des maladies non transmissibles. Cette commission extraparlementaire est indépendante et elle est composée d'experts renommés. Elle conseille le Conseil fédéral et l'administration, entre autres, sur les questions relatives à la consommation d'alcool. Actuellement, cette commission n'a pas encore décidé d'une prise de position. Elle passe en revue la littérature scientifique récente sur les risques liés à la consommation. Ces analyses n'ont pas de lien direct avec les recommandations de l'OMS. Dès lors, cette commission va publier ses analyses et le Conseil fédéral ne va bien sûr pas, ni ne peut, lui dicter - à cette commission d'experts indépendants - quelles analyses elle doit effectuer, à quel moment, et quelles études elle doit prendre en considération.
Les recommandations de cette commission ne sont pas contraignantes, c'est important de l'indiquer. Le Conseil fédéral sera donc libre, en toute connaissance de cause, de décider comment il souhaite traiter les recommandations de ladite commission. Dans le cadre des travaux relatifs à la stratégie de remplacement des stratégies nationales de prévention des maladies non transmissibles et des addictions, le Conseil fédéral décidera s'il y a lieu d'obtenir de nouvelles informations qui justifient des adaptations de mesures. Il poursuivra une politique pragmatique, éprouvée, en matière d'addiction, et les stratégies actuelles, je l'ai dit tout à l'heure, resteront en vigueur jusqu'en 2028. Le Conseil fédéral n'a pas l'intention, dans un avenir proche, d'adopter et d'adapter cette stratégie ni les recommandations qu'elle contient. C'est pour cela que l'on appelle à rejeter la motion. On la considère comme superflue, étant donné qu'il n'y a pas de volonté d'agir rapidement.
Concernant cette fameuse étude espagnole Unati mentionnée dans la motion, elle n'est pas susceptible, aux yeux du Conseil fédéral, d'apporter de nouvelles conclusions concernant les risques liés à une consommation d'alcool à faible risque, parce qu'elle porte exclusivement sur des personnes âgées qui consomment de l'alcool. Il n'est donc pas possible d'en tirer des conclusions sur une consommation à faible risque pour l'ensemble de la population. Mais, je vous rejoins sur le fait qu'on pourrait prendre en compte d'autres enquêtes. Il y a également des biais de genres. Il y a aussi des facteurs socioéconomiques par rapport à une consommation modérée d'alcool. Je pense en particulier au professeur Jean-Bernard Daeppen, du CHUV, qui a lui aussi donné différentes indications.
Avant de conclure, je précise volontiers que le Conseil fédéral est conscient du fait que les producteurs et productrices de produits viticoles ou d'alcool en Suisse font face à plusieurs défis économiques importants, également par rapport aux habitudes de consommation qui évoluent et par rapport à la concurrence. Mais, et c'est important, je le précise volontiers, il convient de distinguer les mesures à prendre du point de vue du soutien à la production, comme vous l'avez fait, ou encore les démarches de promotion des produits du terroir, et la responsabilité en matière de santé publique. Par rapport à ces questions de santé publique, le Conseil fédéral ne mène pas une politique d'abstinence, mais il a pour mission - pour responsabilité - de tirer les conclusions politiques des connaissances scientifiques qui sont à disposition, et il souhaite poursuivre dans une démarche pragmatique.
J'entends bien que, boire un verre, c'est convivial, et que c'est bien pour lutter contre la dépression. Tout ça, c'est quand on arrive à bien contenir sa consommation. Mais il y a bon nombre de personnes pour qui la consommation pose des problèmes et pose des problèmes, qui ont été relevés, que ce soit sur le plan social ou sur le plan de la santé. C'est dans ce cadre-là que le Conseil fédéral vous propose de rejeter la motion.
Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Präsident (Engler Stefan, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
Vote
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 31 Stimmen
Dagegen ... 8 Stimmen
(3 Enthaltungen)