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Pour une protection des jeunes mamans d'enfants adoptés

Engler Stefan · P-M · Conseil des Etats · Grisons · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Chassot, Crevoisier Crelier, Fivaz Fabien, Jositsch, Sommaruga Carlo)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Chassot, Crevoisier Crelier, Fivaz Fabien, Jositsch, Sommaruga Carlo)

Donner suite à l'initiative

Präsident (Engler Stefan, Präsident): Es liegt Ihnen ein schriftlicher Bericht der Kommission vor.

Schwander Pirmin · Mit-M · Conseil des Etats · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Die Standesinitiative verlangt, dass Adoptivmütter leiblichen Müttern in Bezug auf die Kündigungsschutzfrist rechtlich gleichgestellt werden.

Welches sind heute die gesetzlichen Grundlagen? Der Mutterschutz ist in Artikel 336c Absatz 2 des Obligationenrechtes geregelt. Im Bundesrecht ist festgelegt, dass Arbeitgebende das Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Niederkunft einer Arbeitnehmerin nicht kündigen dürfen. Weiter besteht die gesetzliche Grundlage, wonach Erwerbstätige, die ein Kind zur Adoption aufnehmen, heute Anspruch auf einen zweiwöchigen Adoptionsurlaub haben. Das ist die Ausgangslage bezüglich der gesetzlichen Grundlagen.

Die Initianten begründen ihr Anliegen damit, dass es offenbar mit der Adoption verbundene wesentliche Hürden gibt. Das war in der Kommission unbestritten. Für die Initianten ist der Kündigungsschutz für Adoptivmütter ein erster Schritt hin zur Gleichstellung aller Mütter und zur Wertschätzung von jeder Form von Mutterschaft. Adoptivmütter nehmen gemäss der Initiative eine vergleichbare Verantwortung wie biologische Mütter wahr. Im Fall einer Adoption sei die Anfangsphase für den Aufbau einer sicheren Bindung zwischen Mutter und Kind entscheidend. Diese Bindung sei für das emotionale und psychologische Wohlbefinden des Kindes fundamental. Wenn eine Mutter Angst habe, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, könne das Stress verursachen, mit negativen Folgen für ihre eigene Gesundheit und die des Kindes. Das ist die Begründung der Initiative.

Ihre Kommission kommt zum Schluss, dass wir hier keinen Handlungsbedarf haben. Weshalb nicht? Die Initianten führen auch aus, dass in den letzten Jahren, also zwischen 2006 und 2016, die Zahl der Adoptionen im Kanton Tessin um 70 Prozent zurückgegangen ist. Sie konnten aber keine eigentlichen missbräuchlichen Kündigungen aufzeigen, denn darüber gibt es keine Zahlen, weder im Kanton Tessin noch in der ganzen Schweiz. Deshalb sind nach Auffassung der Mehrheit Ihrer Kommission die administrativen Hürden im Adoptionsverfahren ein relevanter Grund dafür, dass sich Personen gegen eine Adoption entscheiden, und nicht so sehr ein fehlender Kündigungsschutz. Die Kommission ist ebenfalls der Meinung, dass bei einer Adoption die Kinder wesentlich älter sind. Sie sind zwei, vielfach schon acht oder zehn Jahre alt. In der Regel geht der Adoption auch ein Pflegeverhältnis voraus. Eine wirkliche Gleichstellung von biologischen Müttern und Adoptivmüttern ist nach Meinung Ihrer Kommission gar nicht möglich, weil die Situation eine völlig andere ist.

Beim Mutterschutz geht es um die Gesundheit von Mutter und Kind während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Bei einer Adoption geht es nicht um die Geburt oder um die Schwangerschaft, sondern um die Aufnahme eines Kindes in die Familie. Wenn ich das heute beobachte, wenn ich einen Adoptionsprozess begleite, dann sehe ich, dass bei diesem Prozess auch die Väter eine wesentliche Rolle einnehmen. Es geht hier nicht so sehr nur um die Mütter, sondern gleichwertig auch um die Väter. Das ist ein wichtiger Hinweis. Es ist eigentlich etwas total anderes.

Nach Meinung der Kommission sollte der Mutterschutz während der Schwangerschaft und bei der Geburt nicht mit dem Prozess der Aufnahme eines Adoptivkindes vermischt werden. Es sollten viel eher Fragen in den Mittelpunkt gestellt werden, die sich auch stellen, wenn es darum geht, Pflegeeltern zu werden. Das ist der gleiche Prozess. Beispielsweise stellt sich, wenn ein Kind ein Geburtsgebrechen hat, die Frage, wie aufwendig die Pflege des Kindes ist. Es geht auch um seltene Krankheiten bei Kindern. Das sind, wenn es um die Aufnahme oder die Betreuung von Kindern geht, Themen, die zueinanderpassen. Diese Fragen sollten nicht mit der medizinischen, gesundheitlichen Situation der Frauen in einen Zusammenhang gestellt werden. Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Deshalb ist die Mehrheit zum Schluss gekommen, dass es hier keinen Handlungsbedarf gibt.

Es gibt eine Minderheit, deren Antrag noch begründet werden wird. Wir haben mit 7 zu 5 Stimmen beschlossen, dass wir keinen Handlungsbedarf sehen. Sie sehen also, die Minderheit ist gross. Sie betont, dass mit diesem zusätzlichen Schutz missbräuchliche Kündigungen von neuen Adoptivmüttern verhindert werden könnten. Wir haben keine Zahlen, die belegen würden, dass es missbräuchliche Kündigungen gibt. Aber es geht hier darum, missbräuchlichen Kündigungen vorzubeugen, so die Meinung der Minderheit.

Die Minderheit argumentiert weiter, dass die Ankunft eines Kindes in jedem Fall Auswirkungen auf die berufliche Situation der betroffenen Frau habe. Zudem sei der Adoptionsprozess langwierig und mit erheblichem Aufwand verbunden. Gerade angesichts dieser Begründung der Minderheit muss ich nochmals betonen, dass die Ausgangslage aus Sicht der Mehrheit eine ganz andere ist. Das Adoptionsverfahren beinhaltet grosse Hindernisse, das haben wir in dieser Session auch schon besprochen, und diese müssen abgebaut werden, aber nicht im Zusammenhang mit dem Anliegen der Initiative.

Aus Sicht der Mehrheit scheint noch Folgendes wichtig zu sein: Wenn wir diesen Aspekt der Adoption aufnehmen wollen, sollten wir ihn im Zusammenhang mit den Adoptionsfragen regeln und nicht im Zusammenhang mit dem Kündigungsschutz von Müttern während der Schwangerschaft und nach der Geburt.

Ich bitte Sie daher im Namen der Mehrheit Ihrer Kommission, die mit 7 zu 5 Stimmen beschlossen hat, dass kein Handlungsbedarf besteht, der Initiative keine Folge zu geben.

Chassot Isabelle · Mit-F · Conseil des Etats · Fribourg · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

La minorité de la commission vous demande de donner suite à l'initiative du canton du Tessin. À ce stade de la procédure parlementaire, il s'agit en effet de répondre à une unique question : y a-t-il un besoin d'agir ? Y a-t-il un "Handlungsbedarf" ? Les cinq membres formant la minorité sont d'avis que tel est le cas. Que vise en effet l'initiative du canton du Tessin ? Elle vise selon le texte déposé à "mettre sur un pied d'égalité les mères biologiques et les mères adoptives en matière de protection contre le licenciement, afin qu'elles disposent des mêmes droits."

Lors de leur audition, les représentants du Grand Conseil tessinois ont précisé que l'initiative s'inscrivait dans une réflexion plus large de leur parlement depuis plusieurs années en faveur de l'égalité de traitement entre filiation biologique et filiation par adoption. Le Grand Conseil tessinois s'occupe de la question de l'adoption depuis maintenant environ une dizaine d'années. Le canton du Tessin avait été en effet - je vous le rappelle - précurseur en introduisant une indemnité pour perte de gains en cas d'adoption, perte de gains qui a été généralisée à l'échelle fédérale avec l'octroi de quatorze indemnités journalières le 1er janvier 2023, à la suite de l'initiative parlementaire Romano 13.478.

Pour le Grand Conseil tessinois - et ses représentants nous l'ont confirmé -, il s'agit de s'attaquer aujourd'hui avec son initiative à une autre inégalité de traitement qui touche la période de protection des mères contre les licenciements abusifs. C'est à juste titre de l'avis de la minorité de la commission que le canton du Tessin relève cette inégalité de traitement entre mères biologiques et mères adoptives. L'article 336c alinéa 1 du code des obligations prévoit en effet pour les mères biologiques que l'employeur ne peut pas résilier le contrat pendant toute la grossesse et au cours des seize semaines qui suivent l'accouchement. Le législateur n'a en revanche rien prévu pour les mères adoptives.

Plus encore, alors que le législateur a octroyé au 1er janvier 2023 un congé d'adoption, il n'a pas prévu de protection contre le licenciement. Si l'on compare la situation des mères biologiques avec celle des mères adoptives, on a dès lors la situation suivante : les mères biologiques sont protégées durant toute la grossesse et au cours des seize semaines après l'accouchement et bénéficient d'allocations pour perte de gains pour une durée de quatorze semaines après l'accouchement. Les mères adoptives bénéficient certes d'allocations pour perte de gains durant deux semaines, à l'exclusion cependant de toute protection contre un licenciement abusif.

La minorité considère que cette différence de traitement mérite l'attention du Parlement et la recherche de solutions. Pour être claire, il ne s'agit pas d'octroyer aux mères adoptives des prestations identiques à celles de mères biologiques quant à leur durée, mais de mettre en place une protection tenant compte de la procédure d'adoption en reconnaissant que l'adoption peut également avoir pour conséquence un licenciement abusif. Il s'agit de garantir que les femmes qui ont un emploi et souhaitent le garder après avoir adopté un enfant ne soient pas menacées de licenciement abusif pendant une certaine période. C'est sur ce plan qu'une égalité est demandée entre les mères d'enfants biologiques et les mères d'enfants adoptés.

J'ai bien entendu le rapporteur relever tous les aspects qui, selon lui, justifient de ne pas donner suite à l'initiative. Il est vrai que ces aspects méritent un examen, mais c'est bien à cela que sert la seconde phase de l'examen d'une initiative parlementaire. Cela vaut en particulier pour la question d'un éventuel critère portant sur l'âge de l'enfant adopté. Pour rappel, cet âge a été fixé à 4 ans pour l'indemnité pour perte de gain. En outre, le rapporteur a souligné à juste titre le petit nombre de cas concernés. D'après les données de l'Office fédéral de la statistique, en Suisse, en 2024, 463 adoptions et 21 adoptions internationales ont eu lieu. Sur ces 463 adoptions, seuls 207 enfants sont âgés de 14 ans ou moins, pour vous donner les chiffres précis.

Néanmoins, ce n'est pas parce que nous sommes confrontés à un petit nombre que nous ne devons pas constater une inégalité et chercher à la corriger. Ce qui nous est demandé aujourd'hui est de reconnaître que le bouleversement au moment de l'arrivée d'un enfant en vue d'une adoption est au moins aussi grand que celui d'une naissance. Il est certes différent, l'arrivée d'un enfant adopté étant liée, à côté bien évidemment de la charge émotionnelle, à une charge importante pour l'intégrer dans la vie sociale, scolaire, de quartier ou familiale, pour donner quelques exemples. Ce qui nous est demandé est une solution équitable pour toutes les mères à l'arrivée d'un enfant.

Je vous remercie dès lors de suivre la minorité de la commission.

Gmür-Schönenberger Andrea · Mit-F · Conseil des Etats · Lucerne · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Ich bitte Sie, die Minderheit zu unterstützen. Diesen Kündigungsschutz für Adoptivmütter erachte ich als äusserst wichtig. Einerseits stehen auch Adoptivmütter bei einer Adoption unter erhöhtem Druck; auch für sie ist die Situation neu, auch sie müssen sich mit dem neuen Umfeld zurechtfinden - es braucht da den gleichen Schutz wie für leibliche Mütter. Andererseits ist es für die Kinder entscheidend, dass sie von Anfang an eine konstante, regelmässige Betreuung haben. Es geht nicht immer nur um die Adoption von Neugeborenen. Es kommt häufig vor, dass die Kinder bis zu vierjährig sind, wenn sie in unser Land kommen. Hier haben sie es unter Umständen mit einer fremden Kultur zu tun, sie haben es mit einer fremden Sprache und mit fremden Angehörigen zu tun - da braucht es eben eine permanente Betreuung. Es lohnt sich auch für später, wenn dies am Anfang so passiert.

Ich bitte Sie dringend: Unterstützen Sie die Minderheit Chassot.

Schwander Pirmin · Mit-M · Conseil des Etats · Schwyz · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Ich muss hier einfach noch einen Hinweis machen, ich habe versucht, das in meinem vorherigen Votum zu erläutern. Von einer Adoption sind Mütter und Väter gleichermassen betroffen. Ich sah das selber, ich begleitete zwei, drei Adoptionsprozesse. Wir dürfen jetzt nicht emotional entscheiden und sagen, eine Adoption ist gleichgestellt mit einer Geburt; das stimmt schlichtweg nicht. Wenn Eltern entscheiden, ein Kind zu adoptieren, dann sind beide betroffen. Beide haben wegen den Adoptionshindernissen, die es gibt, die wir aber an einem anderen Ort beheben müssen, den genau gleichen psychischen Stress, bis das Adoptionsgesuch überhaupt einmal bewilligt ist, und das gilt dann auch für die ganze Betreuung nach der Adoption. Es sind beide Elternteile betroffen, und darum ist es der Mehrheit wichtig, dass wir diese zwei Themen auseinanderhalten. Beim Kündigungsschutz im Zusammenhang mit einer Geburt oder Schwangerschaft geht es um die medizinische Situation der Mütter bzw. der Frauen; aber darum geht es bei dieser Vorlage eben nicht.

Deshalb bitte ich Sie, hier klar zu unterscheiden und die Frage des Kündigungsschutzes dann zu behandeln, wenn wir über bessere Bedingungen im Rahmen einer Adoption sprechen.

Crevoisier Crelier Mathilde · 2VP-F · Conseil des Etats · Jura · Groupe socialiste

Je n'avais pas l'intention d'intervenir à nouveau après le rapporteur - je m'en excuse -, mais je souhaite préciser une chose, car, à mon avis, la dernière intervention n'est pas tout à fait exacte. Il faut quand même réaliser que, sur le marché du travail, les pères et les mères ne sont pas sur un pied d'égalité, contrairement à ce qui a été dit. On le sait et les études l'ont montré : le fait d'avoir des enfants agit plutôt comme un "booster" de carrière pour les hommes, notamment en matière de salaire, et ne ralentit pas du tout leur progression. Au contraire, ce serait plutôt un facteur de promotion, alors que, pour les femmes, sur le marché de l'emploi, l'arrivée d'un enfant est plutôt synonyme de stagnation de salaire et, en tout cas, de stagnation de carrière. Ce n'est donc pas du tout la même situation.

C'est bien ce que cette initiative entend aborder : les mères sont largement moins protégées statistiquement lors de l'arrivée d'un enfant. Comme cela a été dit, ce ne sont pas des nourrissons, mais, il y a effectivement énormément de démarches à faire, peut-être même plus que pour l'arrivée d'un nourrisson, quand on accueille un enfant qui va déjà à l'école enfantine, voire à l'école tout court. Le temps nécessaire pour s'occuper d'un enfant adopté est donc également important et peut être synonyme d'absence au travail, ce qui, pour les mères, peut mettre en danger leur taux d'occupation.

Je rappelle quand même que, d'une part, nous faisons face à une perte de natalité importante dans notre pays et, d'autre part, nous sommes toujours face à une pénurie de personnel qualifié que certains groupes ne souhaitent pas remplacer par l'immigration. Les femmes représentent donc quand même le réservoir le plus immédiat et le plus important de personnel qualifié ou non, d'ailleurs, pour le marché du travail. Donner suite à cette initiative, c'est donc nous permettre d'examiner un peu mieux le problème, de définir quelles seraient des solutions simples pour renforcer la protection des femmes après avoir adopté un enfant.

Je vous invite donc vivement à suivre la minorité et à donner suite à l'initiative du canton du Tessin.

Vote

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 22 Stimmen

Dagegen ... 21 Stimmen

(1 Enthaltung)